Menstruationsbeschwerden? Was Sie dagegen tun können!

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Viele Studien haben objektiv nachgewiesen, was Frauen schon längst wussten: Regelschmerzen sind alles andere als eine Ausnahme. Ein Fünftel aller Frauen wird in ihrem Leben damit konfrontiert. Viele davon Monat für Monat. Schmerzhafte Tage müssen jedoch nicht sein. selbst dann nicht, wenn Frauen nicht monatlich zu Medikamenten greifen möchte. Der Trend geht zu naturheilkundlichen Verfahren ebenso wie zu Methoden, die mit Entspannung, Wärme oder sanftem Druck arbeiten.

Hier erfahren Sie, welches die klassischen Symptome für Menstruationsprobleme sind, welche Verfahren Ihnen zur Linderung zur Verfügung stehen und wann der Gang zum Gynäkologen unbedingt empfehlenswert ist.

Regelschmerzen & Co.: So äußern sich Menstruationsbeschwerden

Bauch- und Rückenschmerzen sind der Klassiker, wenn Frauen von Problemen während der Monatsblutung berichten. Diese Symptome sind oft heftig, basieren jedoch auf einer völlig harmlosen und natürlichen Ursache. In jedem Zyklus baut sich die Schleimhaut der Gebärmutter deutlich auf. Ziel ist es, einem eventuell befruchteten Ei die idealen Bedingungen für das Einnisten und das Heranreifen des Fötus zu bieten. Kommt es zu keiner Befruchtung, ist die Schleimhaut in ihrem hoch aufgebautem Zustand jedoch nicht nötig. Es kommt, ausgelöst durch eine natürliche hormonelle Reaktion des Körpers, zum Abstoßen der überflüssigen Schleimhaut und damit zur mehr oder minder regelmäßigen Regelblutung. Da sich die Gebärmutter für diesen Vorgang immer wieder kontrahiert, kommt es zu den klassischen Krämpfen, die als Regelschmerzen bezeichnet werden.

Doch durch das hormonelle Ungleichgewicht, das die Regelblutung auslöst, entstehen auch weitere Symptome. Die Hormone lösen bei vielen Frauen PMS (= Prämenstruelles Syndrom, umgangssprachlich auch als "die Tage vor den Tagen" bekannt) sowie die klassischen Menstruationsbeschwerden aus. Der folgende Überblick zeigt, welche Symptome auftreten können.

Menstruationsbeschwerden im Überblick

  • krampfartige Regelschmerzen in Unterleib und/oder unterem Rücken
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • allgemeines Unwohlsein
  • Verdauungsbeschwerden (Verstopfung oder Durchfall)
  • Völlegefühl
  • Schlafprobleme
  • depressive Verstimmung

Das Auftreten der Symptome ist häufig von Veranlagung und Konstitution abhängig, aber es gibt viele Wege, die Beschwerden deutlich zu lindern und zum individuellen Wohlbefinden beizutragen. Dies schafft Handlungsfähigkeit und Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Körper.

Wärme: ein echter Klassiker gegen Krämpfe

Die gute alte Wärmflasche auf dem Bauch ist immer noch ein klassisches Hausmittel gegen Regelschmerzen. Sie kann unkompliziert auch mit auf die Couch oder ins Bett genommen werden. Wer das als zu unbequem empfindet oder wer Angst vor dem Austreten von heißem Wasser hat, findet in Kirschkernkissen und Dinkelkissen natürliche Alternativen, die sich zudem an den Körper besonders gut anschmiegen können. Auch ein heißes Bad kann Krämpfe wirksam lindern und zudem das Wohlbefinden während der Zeit der Regelblutung deutlich erhöhen. Achtung: Bei Kreislaufbeschwerden während der Periode ist auf das heißes Bad besser zu verzichten!

Entspannung: viele Verfahren für den einen guten Zweck

Krämpfe der (äußeren und inneren) Muskulatur können durch eine angespannte psychische Verfassung als noch intensiver erlebt werden. Das gilt insbesondere für Frauen und Mädchen, die ihrer Regelblutung aus Angst vor erneuten Schmerzattacken in Unterbauch und Rücken bereits mit hoher Anspannung entgegensehen. Entspannungsmethoden können diese Grundanspannung oft spürbar reduzieren. Folgende Verfahren sind gute Beispiele für Entspannungsverfahren, die schon über eine längere Tradition verfügen:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelrelaxation
  • Fantasiereisen
  • Yoga

Autogenes Training (kurz: AT) arbeitet mit der Vorstellung der Übenden als Grundlage. So stellen sich die Übenden vor, dass Körperteile wie Arme oder Beine schwer werden, dass das Herz langsamer schlägt und dass der Atem sich beruhigt. Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobsen arbeitet mit dem Wechsel von An- und Entspannung. Bei regelmäßigem Üben merkt man schnell, welche Partien des Körpers sich verkrampfen und dass Schmerz auch viel mit Anspannung zu tun hat.

Fantasiereisen entführen uns in eine andere Welt. Sie entspannen uns durch die Kraft wohltuender Bilder und der Vorstellung, an unserem Lieblingsort zu entspannen. Im Yoga gibt es neben den klassischen Körperübungen (Asanas) auch Atemübungen, das sogenannte Pranayama. Hier lernt man, wie mit gezieltem Atem Blockaden im Körper gelöst werden können. Die ist eine wichtige Voraussetzung für alle, die Regelschmerzen am liebsten "wegatmen" möchten. Hinzu kommt, dass eine Yogastunde mit Meditation und Tiefenentspannung ebenfalls den monatlichen Krämpfen effizient entgegentreten kann.

Rund um alle Entspannungsverfahren gilt: Gelernt werden sie am besten in einem Kurs unter Anleitung von fachkundigen Übungsleitern. Dann können sie ganz nach Bedarf in Eigenregie zu Haus umgesetzt werden. Sie machen auch auf der Urlaubs- oder Geschäftsreise handlungsfähig gegenüber Regelbeschwerden. Wohltuende Entspannung bieten sie obendrein.

Sport: aktiv gegen den Schmerz

Natürlich geht es nicht darum, während der Regelblutung sportliche Höchstleistungen zu bringen, Dennoch kann Bewegung dazu beitragen, dass wir uns auch an den berühmten Tagen wohl in unserer Haut fühlen. Das gilt besonders für Frauen und Mädchen, die während der Periode die Tendenz haben, sich auf die unangenehmen Symptome noch zu fixieren. Diese können dann noch intensiver erlebt werden, frei nach dem Motto: Was Aufmerksamkeit bekommt, wird stärker.

Welche Sportart betrieben wird, hängt vom Geschmack und den Gewohnheiten der Frau ab. Gemäßigter Ausdauersport kann durch eine verbesserte Durchblutung die Krämpfe lindern. Spaziergänge an der frischen Luft beruhigen zudem Geist und Seele. Spielsportarten machen durch soziale Kontakte besonders Spaß und durch den Wettkampfcharakter treten die Regelbeschwerden oft einfach in den Hintergrund. Beim Schwimmen sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser angenehm temperiert und nicht zu kühl ist.

Gespräche helfen

Einfach mal drüber reden. Oft sind Regelbeschwerden für Frauen und Mädchen auch aus psychischer Sicht eine Belastung. Etwa dann, wenn zu den Schmerzen das schlechte Gewissen kommt, alle Monate wieder für einige Tage in Alltag, Beruf und Partnerschaft nicht so leistungsfähig zu sein wie gewohnt. Nicht selten ist es das Verständnis der anderen, der in der auch psychisch manchmal anstrengenden Situation manchmal ein kleines Wunder bewirken kann. Der wer weiß, dass die Kollegin, der Partner oder die Freunde durchaus Verständnis aufbringen, setzt sich vielleicht nicht schon im Vorfeld unter Druck. Dies kann auch die Intensität der Beschwerden nicht selten auffallend günstig beeinflussen.

Diät rund um die ganz speziellen Tage

Wer Unterleibsbeschwerden hat, braucht nicht noch zusätzliche Darmkrämpfe oder das Völlegefühl nach üppigen Mahlzeiten. Daher kann es durchaus Sinn machen, rund um die Regelblutung besonders auf die Ernährung zu achten. Dazu gehört vor allem der Verzicht auf blähende Speisen, zum Beispiel Hülsenfrüchte wie Bohnen. Auch Milchprodukte werden nicht immer allzu gut vertragen. Wer seinem Körper Gutes tun möchte, kann in der Zeit auch auf Alkohol verzichten. Kräutertees beruhigen nicht nur den Körper, sondern auch ganzheitlich. Es gibt mittlerweile in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken sogar speziell auf die Probleme bei Regelschmerzen abgestimmte Mischungen.

Mönchspfeffer: die sanfte Hilfe aus der Natur

Schmerzmittel bringen bei Regelschmerzen nur einen kurzfristigen Erfolg. Doch immer mehr bewusste Verbraucherinnen entscheiden sich, einen Weg ohne Chemie zu gehen, der nachhaltig und langfristig wirksam ist. Mönchspfeffer ist in diesem Zusammenhang eine wertvolle Unterstützung mit langer Tradition. Agnus Castus, wie der Mönchspfeffer in seiner lateinischen Bezeichnung heißt, ist schon seit Jahrhunderten gegen Regelschmerzen im Einsatz. Und nicht nur das. Das wertvolle Heilkraut hilft auch noch gegen andere typisch weibliche Beschwerden:

  • PMS (Prämenstruelles Syndrom)
  • Zyklusstörungen (zum Beispiel zu langer oder zu kurzer Zyklus sowie Zwischenblutungen)
  • unerfüllter Kinderwunsch aufgrund hormonellen Ungleichgewichts

Ein echter Allrounder also, der allerdings etwas Zeit braucht, um seine heilkräftigen Wirkungen voll entfalten zu können! Es ist allerdings unbedingt wert, dem Mönchspfeffer ein Chance zu geben!

Akupunktur: die fernöstliche Unterstützung bei Regelbeschwerden

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Akupunktur ist eine Jahrtausende alte Heilkunst aus Fernost. Sie wird bei Kopf- und Rückenschmerzen, Ängsten und Depressionen sowie vielen anderen Anwendungsgebieten eingesetzt. Die Wirkungen dieser alternativen Heilmethoden werden immer besser dargestellt. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Krankenkassen sich dazu entschließen, die Akupunktur in den Leistungskatalog für ihre Versicherten aufzunehmen. Auch im Bereich der Regelschmerzen können nachhaltige Erfolge erzielt werden. Ansprechpartner sind Gynäkologen und Heilpraktiker sowie Naturheilmediziner mit ausgesprochener Spezialisierung auf die Akupunktur. Eine weitere, nicht ganz so bekannte Möglichkeit, den Energiefluss im Körper durch Lösen von Blockaden wieder anzuregen, ist die Akupressur, die ebenfalls bei Regelbeschwerden zum Einsatz kommen kann.

TENS: auch für Regelprobleme geeignet

Längst nicht alle Frauen und Mädchen wissen, dass auch ein TENS-Gerät gegen Regelprobleme sehr hilfreich sein kann.

TENS: Was versteckt sich hinter diesem Kürzel?

TENS ist die Abkürzung für Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Transkutan bedeutet, dass die Impulse bei dieser Methode durch die Haut kommen und dann auf die gewünschten Nerven einwirken. TENS gehört zu den Verfahren der Reizstromtherapie. Das Gerät wird eingesetzt, um Schmerzen zu lindern oder Muskeln zu aktivieren. Es ghört zur Grundausstattung der klassische Physiotherapiepraxis, kann aber nach entsprechender Anleitung auch zu Hause in den eigenen vier Wänden zum Einsatz kommen.

Wer hätte gedacht, dass ein Gerät, das in jeder Krankengymnastikpraxis und auch in zahlreichen Wohnungen steht, auch bei Regelschmerzen helfen kann? Herausgefunden hat dies explizit eine Studie aus Brasilien. Hier konnte gezeigt werden, dass die Transkutane Elektrische Nervenstimulation gegen die krampfartigen Regelschmerzen effizient zum Einsatz kommen kann. Der Gebrauch von Schmerzmittel konnte bei den Probandinnen signifikant verringert werden. TENS punktet mit einer leichten Handhabung und kann daher unkompliziert in den eigenen vier Wänden als diskrete Lösung für eine individuelle Therapie bei Regelschmerzen angewandt werden.

Akupressur: sanfter Druck gegen heftige Krämpfe

Die renommierte Berliner Charité hat untersucht, ob und in welchem Ausmaß Akupressur, also der sanfte Druck mit den Fingern an bestimmten Punkten des Körpers, dazu beitragen kann, Regelbeschwerden zu lindern. Das Ergebnis der Untersuchung war verblüffend: Zwei Drittel der Frauen, die die Akupressur nach einer kurzen Einführung selbst zu Hause durchführten, hatten diese Praxis auch nach sechs Monaten noch freiwillig beibehalten. Die Wirkung war häufig so deutlich spürbar, dass die Akupressur zum festen Bestandteil der individuellen Bekämpfung von Regelschmerzen wurde.

Akupressur: Die Akupressur (ihr japanisches Synonym ist Shiatsu) ist ein asiatische Heilmethode. Neben Japan hat sie auch Wurzeln in China, wo sie einer der festen Bestandteile der TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin, ist. Stumpfer Druck (im Gegensatz zu den spitzen Nadeln der Akupunktur) sind das Charakteristikum dieser uralten Heilmethode. Oft wird der Druck durch die Fingerspitzen ausgeübt. Auch die Handballen werden oft eingesetzt. Auch psychische Beschwerden können mithilfe der Akupressur auf angenehm nebenwirkungsfreie Art und Weise gemildert werden.

Soziale Kontakte unbedingt pflegen

Es klingt banal, ist aber dennoch häufig hilfreich: Während der Regelblutung mit Freunden unterwegs zu sein, kann ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung der Beschwerden leisten. Dies gelingt zum einen durch die Ablenkung von den unangenehmen Beschwerden. Zum anderen steigern Sozialkontakte das Selbstwertgefühl. Da sich viele Frauen und Mädchen während der Periode als aufgebläht, aufgedunsen oder schlichtweg unattraktiv empfinden, kann Beisammensein mit Freunden erheblich zum Wohlbefinden der Betroffenen beitragen.

Regelprobleme: ab wann zum Arzt?

Alle Monate wieder. So in etwa kann man die Regelbeschwerden vieler Frauen und Mädchen betiteln. Doch die Routine hat auch etwas Gutes: Was sich über Jahre hinweg gleich anfühlt, ist im Fall der Regelbeschwerden zwar unangenehm, aber meistens harmlos. Natürlich ist dies kein Appell, die regelmäßigen Besuche beim Gynäkologen für den wichtigen Kontroll-Check abzusagen. Es geht darum, auf das eigene Körpergefühl zu hören, wann Beschwerden normal, wann dagegen als außergewöhnlich empfunden werden. Dies ist ein wichtiger Faktor, wann der Gang zum Frauenarzt außerhalb der klassischen Routinekontrollen erfolgen sollte.

Grundsätzlich kann die Frau die Notwendigkeit eines Arztbesuchs meist selbst gut abwägen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Die Devise lautet aber ganz klar: im Zweifel lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig! Drei Kriterien gibt es, die jede Frau wegen Regelbeschwerden zum Arzt führen sollten:

1. Die Regelbeschwerden haben sich in ihrer Art und / oder Intensität plötzlich geändert.
2. Die Regelschmerzen sind in ihrer Heftigkeit von der Betroffenen nicht zu lindern.
3. Die Regel ist mit massiven psychischen Problemen verbunden.

Warnhinweise: Hier ist ein dringender Arztbesuch fällig!

  • stärkste Schmerzen
  • massive Blutungen
  • Fieber, Hautausschlag und niedriger Blutdruck (Gefahr des TSS / Toxic Shock Syndroms)
  • schwere depressive Verstimmung

Think Positive!

Positive Einstellung zu Regelbeschwerden? Bei starken Beschwerden ist dies sicher ein bisschen viel verlangt. Dennoch ist es richtig und wichtig, die Menstruation als das zu sehen, was es ist: einen natürlichen Vorgang. Der weibliche Körper stellt über viele Jahre ein befruchtungsfähiges Ei zur Verfügung und schafft in der Gebärmutter mit der hoch aufgebauten Schleimhaut ein kuscheliges Plätzchen für dessen Einnistung. Er braucht die Blutung, um diesen Vorgang jeden Monat aufs Neue von vorne beginnen zu können.

Der Vorgang ist sinnvoll und hat sich seit Jahrtausenden bewährt. Gerade heute haben Frauen und Mädchen im Vergleich zu früher eine Menge Möglichkeiten, um mit den unangenehmen Beschwerden besser umgehen zu können. Dies ist die Grundlage dafür, die monatliche Regel annehmen zu können, und eine Chance, mit unserem Körper positiv umzugehen.

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