Weihnachten: Nach Heuchelei folgt Besinnung – Reichtum der Kirche ein Widerspruch

Die geweihte Nacht steht uns bevor, zu Ehren Jesu Christi Geburt nach der langen Adventszeit. Es wird nach Herzenslust gefeiert, gegessen und getrunken, sich geliebt und heftig gestritten, während der geschäftsträchtigste Monat sich seinem Ende neigt, schon die ersten Gedanken an Silvester und dem Neuen Jahr verweilen.

Nach so viel Heuchelei folgt Besinnung, die Kirche entdeckt wie jedes Jahr ihren Sinn fürs arme Volk, mit erhobenem Zeigefinger gen Reichtum sich wendet, der eigene selbstvergessen dennoch im Widerspruch steht! Bei solch kritischer Vorbelastung Weihnachten entzaubert? Nicht für all diejenigen, die reinen Herzens und Gewissens das Fest genießen.

 

Eine fragwürdige Botschaft angesichts fehlenden politischen Willens

Auch die beiden großen Kirchen, die evangelische sowie die katholische, müssen sich prüfen lassen, was die eigene Politik anbelangt, können sich einer genaueren Beobachtung nicht entziehen. Ob dabei hilfreich dem alljährlichen Anlaß dienend die Weihnachtsbotschaften ins samariterartige Konzept passen, im Namen des Herrn nur Gutes zu tun, in dem sie vor sozialer Spaltung in Deutschland warnen? Sicherlich, die Betroffenheit mag für viele engagierte Angestellte und Helfer der Kirchen authentisch und ehrlich nicht nur gemeint, sondern herzlichst direkt vollzogen werden durch entsprechend gezieltes Vorgehen, den Menschen Mut zu machen, sie mit zu nehmen auf die vielen Wege verschiedener Lösungsmöglichkeiten.

Doch wo verbleibt die eigentliche „Abrechnung“ mit den Altlasten einer Kirche, insbesondere, wenn man die katholische ins Auge faßt, um deren fehlenden politischen Willen mit Nachdruck anzumahnen? Und nun benennt plötzlich die Kirche linke Forderungen nach einer Erhöhung der Steuer für Vermögende, welches bisherig brüsk von verantwortlich politischer Seite abgelehnt wurde? Nach Weihnachten vermag auch ein Bundespräsident sich wieder der Alltagspolitik widmen, in der kein Platz für Armut vorhanden, viel eher eine Bemühung des altbewährten Kurses: Wie kann man Mutter Erde und ihren Bewohnern noch mehr Profit zumuten, um die eigene politische Daseinsberechtigung zu betonen?!

 

Die blutige Schleifspur des Geldes

Als Jesus im Tempel die Menschen vertrieb ob ihrer Niedertracht, ihrer Heuchelei, und weil er die Verstaatlichung des Glaubens stets ablehnte und somit die Kirche selbst, muß jeder, der es wirklich ernst meint mit dem Glauben, zusammenzucken angesichts des Kreuzes mit Jesus daran hängend in den Palästen der Gotteshäuser. Haben sie tatsächlich seinen Segen? Schon gleich gar, wenn man die Liste des unermeßlich erworbenen Reichtums sich betrachtet, obendrein die historisch nicht wegzudenkende, blutige Schleifspur des Geldes? Laut der italienischen Zeitschrift “Oggi” soll im Jahre 1952 der Vatikan einen ca. 10.000 Tonnen schweren Goldschatz besitzen, was heute über 400 Milliarden Euro entsprechen würde.

Man muß davon ausgehen, daß der Vatikan seinen Reichtum keineswegs auf legalem Wege erlangen konnte, wie längst historisch belegt wurde. Er gilt heute als größter religiöser Wirtschaftskonzern der Welt, ob in den Bereichen der Bauwirtschaft, Chemie, Elektronik, Immobilien, Nahrungsmittel, Plastik, Stahl, Textilien oder Zement. Als größter Großgrundbesitzer in der westlichen Welt, in Deutschland besitzt die Kirche immerhin im Land verteilt privaten Grundbesitz von mehr als 8.250 km², was einer Größenordnung von mehr als die Hälfte des Bundeslandes Schleswig-Holstein entspricht, stellt sich natürlich die Frage, woher der Besitz kommt?

Ein jeder weiß es eigentlich, denken wir an den weltweiten Sklavenhandel, an die Eroberung Nord- und Südamerikas, das Abschlachten der Indianervölker im Namen der Kirche, also ein eindeutiger Raubmord, an den Ablaßhandel, an die Inquisition und die Hexenverbrennung, an die geschickten Urkundenfälschungen durch Mönche und Kirchenleute, an die Erbschleicherei und die Einnahmen durch den Zehnt, an die Simonie (Ämterverkauf), an gezielte Auftragsmorde bis hin zur Prostitution, denn Bischöfe und Päpste bereicherten sich, in dem sie eigene Bordelle betrieben. Und bis heute wird die Kirche auch in Deutschland durch den Staat obendrein subventioniert, fließen mehrere Milliarden Euro jährlich.

 

Getrübte Weihnachten angesichts dieses Wissens?

Vermag jetzt die Besinnlichkeit in Frage gestellt werden? Weihnachten getrübt angesichts dieses Wissens? Es sind keineswegs die vielen Gläubigen oder auch Nichtgläubigen, denen man Weihnachten nachtragend vorwerfen vermag, wenn das Fest gefeiert. Viel eher muß sich  Kirche selbst anmahnend hinterfragen, mit welcher Selbstverständlichkeit sie bis heute auftritt, um im Namen Jesus Christus ihr Dasein zu rechtfertigen, obendrein mit einer solchen historischen Vergangenheit! Ihr enormer Reichtum steht im deutlichen Widerspruch zu all den Menschen, die ehrlich ihr Leben gestalten, die eben keineswegs Menschenrechte mißachten, sondern die zehn Gebote verinnerlicht im Leben umsetzen und anwenden.

Heinrich Böll schrieb mal:

“Staat und Kirchen können nur zwei Möglichkeiten dulden: Ehe oder Prostitution, und in den meisten Fällen ist ihnen die Liebe außerhalb dieser beiden Gehege verdächtig.”

Ihr

Lotar Martin Kamm

2 Kommentare zu Weihnachten: Nach Heuchelei folgt Besinnung – Reichtum der Kirche ein Widerspruch

  1. Über die Bäume des Paradieses

    “Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen.”

    Diese wundervolle Poesie (Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses) ist nicht in der Bibel zu lesen; sie wurde erst 1945 als Bestandteil der “Schriften von Nag Hammadi” (wieder-)gefunden, die im Nachhinein betrachtet als der wertvollste archäologische Fund aller Zeiten anzusehen sind, denn sie beinhalten mit dem Philippusevangelium (NHC II,3) das vergessene Wissen der Urchristen (Gnostiker = Wissende) und mit dem Thomas-Evangelium (NHC II,2) die wahre und ebenso vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth – und damit den Schlüssel zur Überwindung der Erbsünde und der Verwirklichung des “Himmels auf Erden”! Doch beschäftigen wir uns zunächst mit den “Bäumen des Paradieses”, die in der Genesis nicht näher beschrieben sind. “Apfelbäumchen” sind es nicht, aber auch die Zypresse (immergrüner Nadelbaum) und der Feigenbaum (Laubbaum, der seine Blätter im Winter abwirft) sind wiederum nur Symbole für etwas sehr viel Grundlegenderes. Wörtlich übersetzt aus dem Althebräischen heißt der Baum des (ewigen) Lebens “Baum, der Frucht ist und Frucht macht”. Es gibt keinen Baum in der Natur, der gleichzeitig “Frucht ist und Frucht macht”, aber der Geldkreislauf in einer Volkswirtschaft ist der Gewinn und macht wieder Gewinn! Der Baum der Erkenntnis ist eigentlich der “Baum, der Frucht macht”. Das machen zwar viele Bäume in der Natur, aber von der Hypothese, dass es sich bei den “Pflanzen” in der Genesis um natürliche Gewächse handelt, können wir uns jetzt verabschieden. Der Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) ist der Zinsgeldverleih und seine “Frucht” ist der Zins, genauer: der Urzins (Silvio Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (John Maynard Keynes, 1935)!

    Ab jetzt lassen sich alle anderen Bilder und Metaphern der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, stringent und lückenlos erklären:

    http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

  2. http://www.stop-kirchensubventionen.de/dotationen_bundeslaender.html

    u.a.

    Kath. wie ev. Kirche haben eine gemeinsame Geschichte wie Vergangenheit. Es wird gern verschwiegen, dass z.B. auch Luther ein Befürworter der Hexenverbrennung war.

    Die harsche Kritik ist durchaus berechtigt und vieles bedarf dringend der Korrektur, der Veränderung, einer Neubesinnung und keinem Geschwafel, Resultaten mit anderem Tun und Lassen für die Zukunft – bezogen auf die eigentliche Aufgabe, dem Vorbild Jesus nachzustreben, auf den sich die Kirchen beziehen.
    Über die Bergpredigt erzählen und selbst nicht danach handeln!?

    In der jetztigen Zeit wären gerade die Kirchen gefordert. Ein großes Fragezeichen, warum keine Bewegung erkennbar ist, nicht nur in den sozialen Fragen des Landes!? Taten, nicht Worte überzeugen!

    Bei all den berechtigten Anschuldigungen, den Zweifeln, dem Ruf nach Gerechtigkeit und Wahrheit, der Erinnerung an Verantwortung und der eigentlichen Grundlage einer Kirche …, sollte dieser Zorn die Menschen nicht einseitig blind werden lassen. Es gab und gibt in dieser menschlichen Institution ebenso Individualisten und gleichsam positives Wirken.
    Siehe die Eigenschaften der menschlichen Kreaturen; gäbe es mehr Positive, wäre die Welt anders!

    “Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.”
    (Marie von Ebner-Eschenbach)

    Es liegt an jedem Einzelnen und jeder kann seinen Teil dafür tun. Einzelne bilden eine Gruppe, eine Institution, eine Gesellschaft. Ungültig: “Ich kann nichts tun, nichts bewegen …”! Jeder bewegt etwas, kommt nur darauf an – was und wie!

    Was die geschichtliche Vergangenheit betrifft, so hat es seinen Sinn, nicht zu wissen, auf welcher Seite die Ahnen standen. Um Übel und Verbrechen auszuführen bedarf es vieler Mitmacher, trotz dass die Anführer, Initiatoren, Bestimmer den größeren Anteil der Verantwortung tragen.

    Die Chance für jeden Einzelnen, wie für die Kirche und andere Einrichtungen oder Organisationen, ein Resümee oder eine Lehre aus der Vergangenheit ziehen, es in der Gegenwart und Zukunft besser zu machen.

    “Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.”
    (Victor Hugo)

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