Unsterblichkeit von Gedanken – Ideen diktieren unseren Fortbestand

25.05.12

Wer kennt das nicht, dieses rauschartige Gefühl, die Faszination einer Idee, eines Gedankens, und vor allem dran zu bleiben, nicht aufzugeben, nichts und niemand kann die Umsetzung oder Weiterführung aufhalten. Einmal ins Leben gerufen, finden die Eingebungen Mittel und Wege, sich entfalten zu dürfen.

Kein Gefängnis, keine Widrigkeit wird Gedanken stoppen, ihre Unsterblichkeit man durchaus feststellen sollte. Vor lauter Euphorie den Boden der Tatsachen verlassen, weil die Wirklichkeit uns eines Besseren belehrt? Was bietet das Leben an Antworten in einer Welt der Gleichgültigkeit, oder wäre es zutreffender, eine gewisse Engstirnigkeit, ein phlegmatisches Innehalten zu bescheinigen, da die Genialität, die Idee verkannt wird?

 

Nur ein Impuls oder darf’s ein wenig mehr sein?

Als der Homo sapiens noch nicht auf Erden war, bestimmte die Natur mit all ihrer Schönheit und ihren klaren Gesetzen den Lauf der Welt. Tiere und Pflanzen entwickelten sich miteinander und in ihren natürlichen Grenzen, die wiederum das Klima im wesentlichen bestimmten bzw. plötzliche Naturgewalten und sogar kosmische Ereignisse. Mit ihnen einhergehend veränderten sich die Kreisläufe, Spezies starben aus und neue entstanden. Mit der Erscheinung und Entwicklung des Menschen selbst veränderte sich Mutter Erde völlig. Alles hatte sich nach den Ideen und dessen Umsetzungen zu richten, wobei ganz besonders die Spezies Homo sapiens auf sich selbst nicht die geringste Rücksicht nahm. Die Macht des Stärkeren diktierte den Lebenswandel des Schwächeren.

So vielschichtig der menschliche Verstand allerlei nützliches und unnötiges entwickelte, mußte er auch sämtliche Neuheiten in sein Leben integrieren, die große Masse sie verstehen und mit ihnen umgehen lernen. Das Lernen selbst war somit von Beginn an eine lebensbegleitende Notwendigkeit, um den Fortbestand der Spezies zu gewährleisten. Der Impuls zur Idee braucht somit Raum, um sich entwickeln zu können. Wird der Gedanken eingeengt oder gar unterdrückt, – Diktaturen und andere Herrschaftssysteme meinen, sie könnten durch Mord und Totschlag den Freigeist verhindern -, wird er dennoch ein mal entlassen, nicht mehr zu stoppen sein. Klingt komisch, oder? Keineswegs, liebe Leser.

Wie sonst können wir erklären, daß eine Erfindung zeitgleich stattfand, obwohl früher keinerlei Möglichkeit gegeben war, per Telephon oder andere Techniken sich auszutauschen?

Aber das würde ja bedeuten, daß Gedanken frei sind, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Das heißt, sie werden nach außen gesendet und irgend ein „Empfänger“ nimmt sie auf und verwendet sie, um mittels eigenem Verstand weiter zu denken, mit dem Impuls der Idee geistig zu arbeiten.

 

An der Schwelle des Wahnsinns – grenzüberschreitende Ausnahmen

Der menschliche Geist kennt keine Grenzen, auch wenn viele Neider mittels eigenem Unvermögen gern intervenieren, intrigieren, denunzieren und jegliche Möglichkeiten ausschöpfen, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Wie schon erwähnt, keine Waffe, keine Bombe kann Ideen vernichten!

Was Geist alles erreichen kann, hat wohl kaum ein Mensch mehr verdeutlicht als das Universalgenie Leonardo da Vinci. Doch hatte sein geistiges Wirken einen dramatischen Preis, an der Schwelle des Wahnsinns? Depressionen und Lethargie einsetzten, um dem eigenen Körper Pausen zu gönnen, mit dem Ideenreichtum fertig zu werden? Die Gratwanderung zwischen Genie und der Gefahr zum Wahnsinn selbst bedingen somit diese grenzüberschreitenden Ausnahmen, das Verlassen des Verstandes, das Entrücken allen jeweils Dagewesenen, um mit diesen Abstand im Rausch der Gedanken die zündende Inspiration zu erhalten? Irgendwo im mitreißenden Strudel werden sie geboren, die Einfälle. Das allein reicht aber nicht. Würden solche Genies im Reich des Wahnsinns verharren, wäre es um sie geschehen. Letztlich läuft es auf eine ständige Reise hinaus, daher eine Wiederkehr in die Welt des Normalen.

Gleicht der Homo sapiens einem Uhrwerk, welches aufgezogen wurde, um nicht stillzustehen, ständig neue Ideen entwickeln zu müssen, nicht nur um den eigenen Fortbestand zu gewährleisten, sondern darüber hinaus sich alles Untertan zu machen? Die Historie verdeutlicht das nur zu offensichtlich. Die Spuren, die wir hinterlassen, zeugen von einer enormen Zerstörungsgewalt. Während wir diesen Weg unbeirrt fortfahren, der sogar eine menschengemachte Apokalypse einschließt, bleiben am Ende nur die Gedanken, die ihre Bahnen ziehen werden, weil entlassen im Äther von Mutter Erde, in den Kosmos? Davon sollte man ausgehen.

Ingmar Bergmann bemerkte einmal:

“Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.”

Ihr

Lotar Martin Kamm

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