Monopolisierung aller Nachrichtendienste?

10.04.12

Überlagerte Epochen wie jene, in welcher die Menschheit gerade verweilt, beeinflussen stets das Basisbewusstsein des Menschen im negativen Sinne. So auch im Bezug auf Medienlandschaften. Während Leser früher Nachrichten konsumierten, darauf achteten, durch ihr Verhalten gute Redaktionen am Leben zu erhalten, wird heute oftmals genommen ohne Gegenleistung: Die kostenlose Onlinenachrichtenkultur macht es möglich.

Warum demzufolge unabhängige, freie Journalisten unterstützen? Gibt es ohnehin genug Informationsquellen als Alternative zur etablierten Presse im Netz, und wenn jemand sein „Hobbyportal“ nicht mehr fortsetzen kann aus diversen Gründen, kommen meist etliche neue Alternativen zum Vorschein, so der gemeine Gedanke mancher Bürger. Sogenannte Verschleißmechanismen dürfen jedoch niemals, wie gegenwärtig der Fall, die Oberhand gewinnen.

 

Freie, alternative Nachrichten vom Aussterben bedroht?

Infolgedessen ist es keineswegs verwunderlich, dass wirklich unabhängige, investigative Medien vom Aussterben bedroht sind. Leider erkennen nur wenige Menschen, wie viel Zeit investigativer, nachhaltiger Journalismus tatsächlich beansprucht. Für die meisten journalistischen Alternativen ist dieses Thema ein Tabu, wollen sie ihre Leser schließlich nicht verärgern. Doch geht es wirklich darum, mit Tatsachen jemanden zu provozieren? Mitnichten. Viel eher zählt, was längst aus dem Bewusstsein sogenannter Mainstreambürger verbannt wurde: Gemeinschaft.

Das Angebot privater Portale im Netz ist zwar groß, doch handelt es sich dabei meistens um Blogs, auf welchen ab und an Meinungsartikel zu verschiedenen Thematiken veröffentlicht werden. Zweifelsohne finden Leser manches Mal interessante Denkansätze, einige Portale sind gar Rohdiamanten. Dennoch können sie die etablierte Systempresse keinesfalls nachhaltig beeinflussen. Es fehlt an Kontinuität sowie der inneren Berufung. Auf vielen Blogs erscheinen lediglich zwischen 3 bis 10 Berichte im Monat. Einige wenige Aufklärungsportale starten enthusiastisch, lassen aus Zeitgründen allerdings schnell nach.

 

Nachhaltiger Journalismus – letztlich bleibt nur das Monopol

Wohlwissend, wie prekär das Szenario ist, setzen viele Bürger ihr Vertrauen dennoch weiterhin in große Medienkonzerne. Ganz nach dem Motto: Die Menschen misstrauen allem, was nicht dem bekannten Weltbild entspringt. Somit haben Nachrichtenmonopole keine Probleme, ihre Imperien weiter auszubauen.

Hat der nachhaltige, investigative Journalismus trotz alledem eine Überlebenschance? Wenn die Journalisten hinter solchen Plattformen Ausdauer besitzen, den unbedingten Willen Veränderungen zu erwirken, dann kann sich investigativer Journalismus zweifelsohne neu erfinden. Gewissenhafte Auseinandersetzungen mit sämtlichen Themen bilden langfristig gesehen ein starkes Fundament. Am Ende werden Massen den Sinn dieser Berichterstattung erkennen. Es kann gar nicht genug Variationen geben: Journalisten, die Alternativen sowie den einfachen Bürger in den Mittelpunkt der Berichterstattung stellen, sorgen für Kompensierungsprozesse, welche innerhalb einer Demokratie dringend erforderlich. Fazit: Eine aktive, lebendige neue Medienlandschaft kann nur entgegen dem Monopolgedanken wirken, wenn freie Strukturen nötige Unterstützer finden, damit Volksjournalisten überleben, denn leider ist alles in diesem System mit Geld verbunden.

Ihr

Joachim Sondern

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