Das System und seine Helfer

08.04.12

Gefangen im Universum endlos liebloser Nächte, umgeben von Willkür, Angst und Neid: Dem täglichen Verwaltungswahnsinn kann kaum jemand entfliehen. Der, welcher will leben, muss in vollem Glanz seiner eigenen Prägung auferstehen. Doch Vorsicht, wo Türen sich bereitwillig offenbaren, versteckt sich hinter diesen meist eine boshafte Mauer der erdrückenden Unvernunft.

Vom Schrei nach Freiheit geleitet, wie nachdenkliche Beobachter aus dem Schatten empor direkt ins Brunnenlicht hineintreiben; daher niemals verzagen, keinen Tyrannen Folge leisten, sondern selbstbestimmt mitwirken am Fluss harmonischer Quergedanken. Eines Tages dann werden sie geboren, neue, friedliche Legionen, ganz ohne Zorn, einzig dank stürmisch heißer Liebe zum freien Gestalten auserkoren.

Gesetze, Normen, Regeln – all das mag es tatsächlich geben. Nur welch Schande, wenn Millionen Menschen Jahrhunderte lang, ohne eigene Wertvorstellung, einzig nach stummen Vorschriften leben, denn so wird es Frieden, auch im Westen, niemals geben. Ihr meisterhaften Blender da draußen sprecht schon lange vom westlichen Frieden, klopft euch auf frohen Schultern, während Dutzende Generationen ihre Träume inmitten starrer Zwangsystemströmungen aufgeben mussten. Seelen voller Leid geschaffen von Mensch zu Mensch, weil dieser fernab neuer Gedanken, immer das Altbekannte in anderer Gestalt will verehren.

Götzenbilder von klirrend schleichenden Massen verehrt, rauben der Menschheit jedwede kreative Zeit. Schließlich muss das Spiel um unseren Lebensraum weiter gehen, an der Börse bestimmen einige wenige Familien das wahre Geschehen. Hochfinanzeliten pokern mit Grundnahrungsmitteln, lebenswichtigen natürlichen Ressourcen, als gehöre ihnen alles auf der Welt – auch jeder Neugeborene auf Mutter Erde. Wie konnte es nur soweit kommen? Ist der Geist der Bauern zu schwach, weil sie Stolz und Ehre im Herzen längst verloren haben?

Konsequent wird neuer Lebensraum unterbunden: Das System duldet keine Strategen, die erkannt, was anderen meist bleibt ein Leben lang verborgen. Wo neuer Freiraum entsteht, könnte mitunter Menschlichkeit gedeihen, oh was für Grausamkeit aus elitärer Sicht. Triebhaft sollen Sklaven handeln, betäubt, manipuliert denken, dem natürlichen Lebensinstinkt, der innern Stimme misstrauen. Ein Dasein ohne inneren Halt, den wahren Werten, das predigen sie, die falschen Propheten, dröhnend über alle Weltmarktplätze hinaus. Bombastisch diese Stimmung, doch bleibt das Gesellenlachen aus, rollen Panzer vereint im Chor über Zivilisten hinweg, als wären sie Dreck.

Vertrauen, die Verbundenheit aller Herzen könnte dem entgegenwirken, würden Wanderer in Hingabe zum Planeten leben, dem System durch unnötige Akkordarbeit indirekt nicht immer wieder zu neuer Energie verhelfen. Unwiderstehlich mag globaler Zorn, fern eigener Spiegelprojektionen sein, allerdings wird die Quittung unberechenbar erscheinen, außer Zärtlichkeit durchdringt Milliarden leblos gewordene Adern, erweckt zum Leben, was im Menschen stets geschlafen, über Jahrhunderte hinweg jeder die Berührung verweigerte: Sensibilität, emotional schwingende Wellen – nein, keine Schwäche, sondern Zeichen großer Zufriedenheit sowie Stärke.

Menschheit, vermag sie in mitfühlender, sensibler Haltung das Dasein neu gestalten, wird Macht keine Bedeutung mehr erlangen. Ja, die Politik, sie wurde menschenfeindlich, unantastbar – doch wollten viele Menschen es nicht genauso? Geldsystem, Karrieredrang, die schnelle Affäre am Wegesrand? Keine Verantwortung, daher keine wahre Liebe? Wo bleibt der Impuls, der dafür sorgt, dass der Mensch erwacht aus dem Jahrhundertschlaf? Systemprogrammierung, sie ist eindeutig fehlerhaft, der Code klar erkennbar im freien Herz, der einzigen wahren, menschlichen Errungenschaft.

Ihr

Joachim Sondern

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