Wann befreit der Mensch sich von seinen Fesseln?

10.03.12

Ein Klima des Mißtrauens hat sich längst etabliert in der Gesellschaft. Nun mag man ja noch krampfhaft versuchen, das Gute und Schöne im zwischenmenschlichen Dasein hochzuhalten, was wiederum den Willen zur Umkehr unterstreicht, dennoch muß man bedauerlicherweise feststellen, daß viel zu lang einfach „weggeschaut“ wurde, eine gewisse Ignoranz sich einschlich. Wir müssen uns daher die Fragen stellen, wieso es soweit kommen konnte und vor allem, warum wir nicht mit Nachdruck alles taten, um schlimmeres zu verhindern? Hat der Homo sapiens etwa gar keine Zeit gehabt, dieser rasanten Entwicklung Stand zu halten, alldieweil ein dramatisches Ereignis das nächste jagte? Bleibt auf diese Weise einfach der Schwächere auf der Strecke, während der Stärkere sich behauptet?

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Je länger man über diese bekannte Redewendung nachdenkt, desto härter offenbart sie ihren eigentlichen Sinn: Das Vertrauen wird mit einem Schlag weggewischt. Sie unterstellt genau jener Basis, die ein zwischenmenschliches Zusammenleben erst wirklich gewährleistet, einen unglaublichen Zweifel mit dem Vertrauensbruch. Ohne Vertrauen wird aber die Ehrlichkeit des Gegenübers zunichte gemacht. Darüber hinaus meint dann der vermeintlich Geprellte, per Kontrolle sich ein Stück Sicherheit zu verschaffen. Die weltweite Zunahme der Gefängnisse zeigt nur zu deutlich, in wie weit Vertrauensbrüche stattfanden und Mensch meint, mit der Kontrolle das Zusammenleben zu beherrschen. Anstatt alles zu tun, damit Menschen in friedlicher Koexistenz existieren können, beweist die Gesellschaft leider ihr Unvermögen durch eine völlig verkehrte Politik, in der nur der Profit, der Stärkere, egal mit welchen Mitteln, sich durchsetzt. Genau das sind die eigentlichen Ursachen einer menschenfeindlichen Welt, in der darüber hinaus auch die Natur selbst sich dem unterzuordnen hat. Es zählt nicht das Gebot der Harmonie im Einklang mit allem, sondern einzig und allein der eigene Vorteil.

 

Bedingungslose Liebe Vorraussetzung allen Seins

Die größte Kraft im Kosmos, die Liebe, kennt kein Mißtrauen, keine Gewalt. Das mag jetzt als Zielsetzung im täglichen Leben einer Illusion gleichkommen, genau das praktisch umzusetzen, dennoch sollten wir Menschen uns mit diesem Wissen schnellstens anfreunden, wollen wir nicht unsere Existenz endgültig aufs Spiel setzen. Nicht nur der Höchststand weltweit kriegerischer Auseinandersetzungen sollten Anlaß zur Sorge sein, sondern auch die weiterhin anhaltende Ignoranz unserer Umwelt gegenüber. Der Mensch vernichtet sein eigenes Paradies, welches er nur behutsam zu pflegen bräuchte. Er opfert die Liebe zugunsten des Hasses und der Zerstörung. Welch idiotische Handlungsweise! Wir werden alle in der Regel in Liebe geboren, sind unschuldige, unfertige, kleine Wesen, bereit, in der Welt unsere Spuren zu hinterlassen. Und doch prägt unser soziales Umfeld unser weiteres Handeln. Wäre dieses Umfeld friedlich und voller Liebe, erschufen wir ebenso diese selbst. Doch die Wirklichkeit bestraft den eigentlichen Keim der Schöpfung, um sie mit Füßen zu treten.

 

Teile und herrsche – in sich völlig unlogisch

Das Teilen wird stets die größte Herausforderung beim Menschen sein. Wenn er es nicht versteht, verbleibt stets der Mangel, der Unmut, die Armut und Gewalt. Ob nun Julius Cäsar es war oder König Ludwig der XVI., der das divide et impera ausgesprochen haben mag, sollte eigentlich egal sein. Herrscher waren sie beide, und das bekamen die Völker überdeutlich zu spüren. In sofern funktioniert diese Redewendung in der Praxis nicht im geringsten, weil Menschen letztlich nicht beherrscht werden wollen. Knechtschaft wird niemals eine Lösung darstellen, weil die Freiheit des Individuums sich immer Wege ersinnt, um sich ihrer Fesseln zu entledigen. Was die alten Herrscher schon ungestraft tun durften, setzt sich heute immer noch fort. Lediglich die Systeme wurden ausgetauscht, das Prinzip keineswegs. Heute werden wir von Schein-Demokratien, von der Wirtschaft und einigen wenigen Menschen beherrscht, die in ihrem grenzenlosen Machtbestreben dieselben Mittel einsetzen, wie schon früher dies geschah. Und obwohl wir heute weltumspannend mit weit mehr Wissen versorgt und besser informiert sind, lassen wir diese „Ordnung“ zu. Wann erwachen nicht nur einige Wenige, sondern so viele, die sich im Kollektiv zusammenschließen, um dem ein Ende zu setzen? Das geht nicht plötzlich vonstatten, aber es wird die einzige Chance sein, den Homo sapiens vor dem Aussterben zu bewahren.

Ihr

Lotar Martin Kamm

3 Kommentare zu Wann befreit der Mensch sich von seinen Fesseln?

  1. Das Teilen hier ist makroskopisch gesehen und negativ behaftet, weil der Herrschende die Beherrschten sich gegeneinander wenden lässt, um von seinem Herrschen abzulenken. Die Massen sind dumm genug, dem zu folgen.
    Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon schreibt in seinem neuen Buch “Keine Macht den Doofen” einen wichtigen frei nach Marx abgeleiteten Satz:
    “Die herrschende Dummheit ist auch immer die Dummheit der Herrschenden.”
    Womit die Massen nicht unbedingt freigesprochen sind. Aber wenn die Herrschenden sehenden Auges uns alle zusammen ins Verderben rennen lassen, sind sie nicht klüger als das dumme Volk, dass sich teilen lässt.
    Ich hatte kürzlich noch das teilen mikroskopisch und damit positiv betrachtet, geht es doch dabei um das Verschenken von etwas, was ich mehr habe als der Andere. Ich hatte gefragt: Hätte eine Schenkkultur nicht ein viel größeres Potenzial als eine Tauschkultur?
    LG Martin

  2. Die wenigen die uns beherrschen,denken “Es reicht wenn wir wenige überleben und die Erde ganz für uns alleine haben.” aber was machen sie, wenn die Erde von einer Kosmischen Katastrophe heimgesucht wird?

    Werden sie dann genug Menschen haben die mit helfen diese Katastrophe zu vermeiden oder die Folgen dieser Katastrophe zu lindern?

    :D

  3. Karlheinz // 10. März 2012 um 16:59 //

    So ist es. Mein ganzer Blog widmed sich dem Thema. Wir müssen weitermachen, bis es geschafft ist. Grüße von Karlheinz

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*



− 4 = drei