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Verschwörungstheorien – Wahrheitssuche, Aberglaube oder nur vorschnelle Urteile?

Verfasst von: admin am März 1, 2012 3 Kommentare

01.03.12

Der Weg der Wahrheit wird stets steinig sein, weil niemand ernsthaft behaupten kann, die ganze Wahrheit in komplexen Themen zu kennen, denn es verbleiben stets ungelöste Fragen und vor allem Geschehnisse, die eben unaufgeklärt neue Probleme offenbaren. Genau dort, wo Verschwörungen vermutet werden, entstehen Theorien über sie, was eine völlig menschlich normale Reaktion mit sich bringt, die Neugier dient darüber hinaus dem Zweck des Lebens, ja sogar des Überlebens, wenn Gefahr im Verzug erahnt wird.

Die niederen Absichten sind es doch, die eine Verschwörung ausmacht, erst recht wenn Geheimdienste involviert sind, vergessen wir dabei nicht, daß selbst in demokratischen Rechtsstaaten sie sich einer parlamentarischen Kontrolle entziehen können, denken wir nur an die jüngsten rechtsradikalen Vorkommnisse. Und genau deshalb bieten Verschwörungen den Raum für unterschiedliche Theorien, wobei im Umkehrschluß einige „Verschwörungstheoretiker“ selbst ihre Vorwürfe und sogenannten „Aufdeckungen“  für die eigenen Zwecke mißbrauchen können.

 

Wo beginnt es irreal zu werden – manche Theorie dennoch nah an der Realität?

Das riesengroße Potential aller Verschwörungstheorien beruht in der allgemeinen Vermutung, daß das Böse in allen Dingen stecken muß, Mensch selbst folglich von Niedertracht beseelt nur eines im Sinne hat: seine eigenen Vorteile durchsetzen, egal welche Mittel dabei angewandt werden. Und da dienen besonders gut religiöse Vorstellungen, der Glauben selbst paßt ins Muster der Theorien, der Glaube an den Teufel dann doch eine geistesgeschichtliche Wurzel sämtlicher Verschwörungsideologen, wie auch der Historiker Wolfgang Wippermann vermutet? Einmal den Schuldigen über ein einfaches Schwarz-Weiß-Denken ausgemacht, hat die Verschwörungstheorie ihr Feindbild entwickelt und kann sie nach Belieben ausbauen, eine wachsende Anhängerschaft rekrutieren. Doch ganz so einfach gestaltet sich dieses komplexe Thema eben nicht, auch wenn Forscher des Fachmagazins “Social Psychological & Personality Science” meinen, sie wüßten wie Verschwörungstheoretiker ticken. Einerseits haben sie natürlich nicht ganz unrecht, daß bei manchen Verschwörungstheorien die Logik mal eben so ausgeblendet wird, dienen sie doch besonders dem Zweck einer Entlarvung um jeden Preis, Hauptsache sie unterscheiden sich von der offiziellen Bekanntgabe gewisser Geschehen.

Während die seriöse Wissenschaft mit fundiert wissenschaftlichen Hypothesen und somit auch mit Modellen arbeitet, um auf diese Weise ihre Theorien aufzubauen, fehlt den „Verschwörungstheoretikern“ insofern die Präskription (wissenschaftliche Methode zur Herausbildung einer These, wobei im Anschluß an der Thesenbildung mittels empirischer Beobachtung oder einem Experiment diese abgesichert werden muß). Manche „Verschwörungstheoretiker“ machen es sich somit ziemlich leicht, verschanzen sich hinter wagen Vermutungen, die besonders dann die Menschen in den Bann ziehen können, wenn gleichzeitig Regierungen es vermeiden, die Öffentlichkeit ehrlich und umfassend zu informieren! Genau in dieser Dialektik müssen wir von Gradwanderung sprechen: Was ist irreale Verschwörungstheorie, und wo beginnt die berechtigte, neugierig skeptische Hinterfragung von Menschen, die eben nicht alles „schlucken“, was offizielle Stellen ihnen weismachen wollen?  Heißt das etwa im Umkehrschluß, daß Regierungen und „geheime  Bünde“, die es zweifellos geben wird, tun und lassen können, was sie wollen, weil inzwischen die in Verruf geratenen Verschwörungstheoretiker ohnehin nicht mehr ernst genommen werden? Ja und Nein, muß die Antwort lauten.

 

Verschwörungstheorien beschäftigten schon immer die Menschen

Der Historiker Dieter Groh bezeichnet sie als „anthropologische Konstante“, und das völlig zurecht, wenn wir uns die historischen Verschwörungstheorien betrachten. Ob die catilinarische, die pisonische Verschwörung, die Erkrankung des römischen Feldherren Nero Claudius Germanicus, die mittelalterliche Pest, wobei dort gern den Juden Brunnenvergiftungen angedichtet wurden, die Jesuitenverschwörung mit dem Höhepunkt der Papisten-Verschwörung, die Hinrichtung angeblich radikaler Jakobiner in den Zeiten der Französischen Revolution, die Freimaurer oder Illuminaten, bis hin zu den Gerüchten eines Weltjudentums, was wiederum die Hamas-Ideologie befürchtet sowie die katholische Piusbrüderschaft oder vom Kennedy-Mord bis hin zur Mondlandung: Verschwörungstheorien haben schon immer eine gewisse Hochkonjunktur. Die Anhängerschaft wächst somit zunehmend genau dann, wenn Regierungen vieles unternehmen, um das Vertrauen ihrer Bürger zu enttäuschen, diese nicht ernst nehmen, weil sie sich anderen Interessen verpflichtet fühlen. Um so schwieriger wird es für all jene, die eben nicht den Verschwörungstheorien blindlings Glauben schenken wollen, sondern es vorziehen, mit ganz viel gesundem Menschverstand möglichst neutral und gewissenhaft sich ein eigenes Bild von der Wirklichkeit zu machen. Das gelingt nur schwerlich, auch wenn im Internet sehr viele Informationen tagtäglich zu finden sind. So bleibt dem informierten Bürger letzten Endes nichts anderes übrig, als gewisse Theorien zu berücksichtigen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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3 Antworten zu “Verschwörungstheorien – Wahrheitssuche, Aberglaube oder nur vorschnelle Urteile?”

  1. Phoenix sagt am: 1 März 2012 um 11:36

    Ein interessanter Beitrag :) Ich selber beschäftige mich recht viel mit Verschwörungstheorien und bin von vielen überzeugt. Und ganz ehrlich, je mehr Mensch sich damit beschäftigt, umso offensichtlicher wird eigentlich, dass vieles halt keine Theorien sind, sondern Wahrheiten. Aber letzten Endes glaubt eh jeder, was er möchte ^^
    Es stimmt auf jeden Fall, dass wenn die Regierungen und Militärs einfach mal ihre Handlungen und “Geheimnisse” offen legen würden, wir alle unsere Ahnungslosigkeit verlieren würden. Aber das tun sie nunmal nicht. Und da stellt sich schon die Frage nach dem Warum. Warum halten sie es denn für nötig uns im Ungewissen zu lassen? Und so entsteht natürlich das Misstrauen gegenüber den “hohen” Instanzen und daraus werden wir Verschwörungstheoretiker geboren ;)

  2. Habnix sagt am: 1 März 2012 um 09:09

    Was ist das?

    Man wählt eine von mehreren Farben,bekommt aber eine andere Farbe mit einer anderen Farb Umrandung.

    Antwort: Die andere Farbe ist die Farbe des Faschismus und die Umrandung ist der Farbanstrich der Partei die gewonnen hat.

    Das ist die Wahlfreiheit der BRDGmbH.

    Wir hatten nie eine freie Wahl.

    http://iknews.de/

    Wirtschaft ist Krieg im Frieden,erst wird der Konkurrent und der mögliche Konkurrent(Arbeitnehmer) bekämpft und falls das Ziel erreicht und es nichts mehr zu Gewinnen gibt,folgt der Satz “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”

    M.f.G

    Habnix

  3. Habnix sagt am: 1 März 2012 um 09:06

    Ja da war doch mal eine Verschwörung bei der ein ganzes Volk mit machte und es nicht mal gemerkt hat,das sie an einer Verschwörung mit machte.

    Das ganze ging 12 Jahre lang von 1933 bis 1945.

    Manchmal werden die Menschen mit Autobahn bauen und sonstigen Dingen so sehr beschäftigt,das sie nicht einmal merken das Propaganda sie in eine Verschwörung gelenkt haben an der sie wenn sie in Ruhe sind,niemals teilnehmen würden.

    Soll mir keiner sagen,dass das von 1933 bis 1945 keine Verschwörung war.

    Und wenn ich an den 11.09.2001 denke,dann hätte ich gerne gewusst in unseren heutigen schnelllebigen Zeit,wie viele Menschen mit Absicht allzu sehr beschäftigt worden sind,damit sie nicht merken das sie an einer Verschwörung teil genommen haben.

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