Revolution im ZDF – wenn Sie wollen!

30.03.12

Buergerstimme-Journalist Jörg Gastmann kämpft als einer von 11 Kandidaten um den Platz des Publikumsfavoriten in der ZDF-Show „Ich kann Kanzler“. Als einziger Kandidat stellt er die Systemfrage und bietet mit dem „Bandbreitenmodell“ auch gleich ein revolutionäres System an, das die Wirtschaft den Menschen unterordnet. Mit Ihrem Voting für unseren Journalist haben Sie die Möglichkeit, dem Establishment einen Streich zu spielen und dem ZDF eine echte Alternative zur angeblichen Alternativlosigkeit ins Programm zu schmuggeln.

 

Kapitale Konstruktionsfehler

„Ich kann Kanzler“ ist die Neuauflage einer Show, die 2009 an ihrem Anspruch scheiterte, als anspruchsvolle Sendung gegen die allgemeine Politikverdrossenheit zu wirken. Warum sind Bürger politikverdrossen? Weil Politik u.a. aus ratlosem Durchwursteln, hohlen Phrasen, hektischem Aktionismus, Desinteresse an Details und immer den gleichen gebrochenen Versprechen besteht. Selbst wer gute Vorsätze hat und sinnvolle Dinge fordert, scheitert an der Frage, wie es sie umsetzen bzw. finanzieren will. Die Abscheu der Bürger vor Politik wird durch eine unerträgliche Floskel-Sprache abgerundet.

Das ZDF machte bei seiner Erstauflage 2009 (siehe Rückblick in der ZDF-Mediathek) fast alles falsch, was man falsch machen konnte, wenn man hohe Ziele hat:

  • Ausschluss aller Menschen über 35, also aller Menschen mit Lebenserfahrung und hohem Know How
  • Extremer Zeitdruck zur Vermittlung rudimentärer Botschaften, was zu entsprechender Oberflächlichkeit und Floskeln zwingt
  • Personenfixierung statt Inhalte
  • Kamera-Posieren statt Authentizität
  • Abwesenheit geistig herausfordernder neuer Ideen, die die großen Probleme unserer Zeit lösen könnten
  • Austoben auf einer Spielwiese banaler Themen, deren Niveau der Auffassungsgabe des dümmsten anzunehmenden Zuschauers angepasst ist. Damit wird die große Mehrheit der durchschnittlich intelligenten Zuschauer beleidigt und verkannt. Man darf den Menschen durchaus mehr geistige Herausforderung zutrauen
  • Angst vor schlechten Quoten und daher Unterhaltungsformat mit einer Mischung aus Spielen und Mitmach-Quizfragen

Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete die Sendung folgerichtig als die Suche nach „Germanys next Top-Streber“ und einen „Abend voller Floskeln“. Fernsehkritik.TV stellt fest: „Uns nerven Parteikarrieristen, die mit 18 Jahren in Anzug und Krawatte herum rennen und meinen, sie seien die Bundeskanzler von morgen. Und das Schlimme ist ja: Die machen auch Karriere in den Parteien… Und diejenigen, die Visionen und Ideen und Visionen haben für unser Land, kommen nicht nach oben…. Bei „Ich kann Kanzler“ sind Parteikarrieristen unter sich“.

Sieger wurde ein Kandidat, der die Jury und über 70 Prozent der Anrufer, aber weniger als 5 Prozent aller  Zuschauer (!) dadurch beeindruckte, daß er mit 18 Jahren Floskeln aus dem Ärmel schütteln und substanzlose Forderungs-Worthülsen in den Raum werfen kann wie ein alter Polit-Profi. Also jemand, der genau so ist, wie intelligente Bürger die Politiker nicht haben wollen – nur viel jünger. Konsequenterweise ist der Sieger heute ein kleines Rädchen im Getriebe der CDU.

Völlig auf der Strecke blieb, wie es in politischen Sendungen die Regel ist, der Erkenntnisgewinn, das Neue, das Riskante, das Spannende und wirklich Interessante.

 

Die gleichen Fehler 2012?

Die Jury aus der 2009er-Ausgabe wählte ins Finale u.a.

  • einen extrem jungen Floskel-Schmied
  • ein niedliches junges Mädchen
  • einen lockeren Typ mit verwegenem Bart
  • einen konservativen bayerischen Unternehmer (Autohaus)

Die Jury aus der aktuellen Ausgabe wählte ins Finale

  • einen extrem jungen Floskel-Schmied
  • ein niedliches junges Mädchen
  • einen lockeren Typ mit verwegenem Bart
  • einen konservativen bayerischen Unternehmer (diesmal: Zeitarbeitsunternehmer)

Inhalte? Neues? Riskantes? Spannendes? Interessantes? Eine Lösung für die großen Probleme unserer Zeit? Nicht dabei.

Zeit, um Ideen gründlich zu analysieren? Bei 15 Kandidaten an 1 Tag wohl eher wenig.

Das Einzige, was das ZDF bisher dazu gelernt hat, ist die Aufhebung der unsinnigen Altersbegrenzung, und so waren die 3 ältesten Kandidaten auch die kompetentesten, fielen aber alle bei der Jury durch. Da würde man gern in die Köpfe der Jury schauen, warum sie gerade diese Finalisten wählten. Machen wir den Finalisten-Check:

 

Finalistencheck – Teil 1: der Jungliberale

Einem jungen Menschen, der sich für die marktradikale FDP entscheidet, fehlt per Definition die Reife, um zu erkennen, welcher menschenverachtenden Ideologie er folgt. Über Leslie P. schreibt das ZDF, er „überzeugte die Jury mit seinen liberalen Ideen. Freiheit, Toleranz und Eigenverantwortung stehen für ihn ganz oben.“ Als politisches Vorbild nennt er Guido Westerwelle (!)…… Äußerlich, in Habitus und Floskel-Technik ähnelt er dermaßen Philipp Rösler, daß der Verdacht aufkommt, es gebe irgendwo eine geheime FDP-Androiden-Fabrik. In seiner Forderung, unbedingt die Bildungsverlierer-Hauptschulen zu erhalten, sieht er keinen Widerspruch zur Bildungsgerechtigkeit. Seine „Idee für Deutschland“: Markt und Wettbewerb bei Schulen, mehr Wettbewerb im öffentlichen Personenverkehr, mehr marktwirtschaftlichen Wettbewerb überall, und alles wird gut. Daß die Realität täglich und überall beweist, weil die Märkte versagen, ist in der Welt des FDP-Juniors noch nicht angekommen. Große Themen wie Niedriglöhne, Armut, Staatsschuldenkrise usw.: Fehlanzeige. Dafür reichlich Piratenpartei-Bashing. Damit empfiehlt er sich natürlich gründlich bei vielen jungen Menschen, die die Piratenpartei wählen.

Parallelen zum Sieger der 2009er-Ausgabe: Extrem jung, extremes Floskel-Talent, keine nennenswerten Inhalte. Also ein klarer Favorit auf den Gesamtsieg.

Die weiteren 3 Finalisten checken wir in kommenden Buergerstimme-Artikeln.

 

Revolution im ZDF – wenn Sie es wollen

Die großen Themen, die wirklich neuen Ideen, die spannende Vision, die Lösung für die großen Probleme unserer Zeit hat Buergerstimme-Kollege Jörg Gastmann angeboten. Wie man allerdings das Bandbreitenmodell, ein grundlegend neues Steuersystem, einen neuen Arbeitsmarkt, der sich an den  Wünschen der Arbeitnehmer orientiert, ein neues Gesundheitssystem, ein neues Rentensystem, die Maßnahmen zur Abschaffung von Spekulationen am Finanzmarkt und so viel mehr  in wenigen Minuten einer Jury vermitteln sollte, ist mir ein Rätsel.

Einen ersten Eindruck vermitteln diese 2-Minuten-Videos:

Teil 1: Einleitung

Teil 2: Die Vision

Teil 3: Staatsentschuldung

Teil 4: Arbeitsmarkt

Teil 5: Familienpolitik

Teil 6: Parteienentmachtung

Passt das in eine Zackzack-Casting-Show? Natürlich nicht. Und genau deshalb ist der Gedanke so reizvoll, das ZDF mit den geballten Ideen des Kollegen Gastmann unter Stress zu setzen.

Zugegeben, es ist ein wenig gemein, das Format dieser ZDF-Sendung in derart konstruktiver Weise zu sprengen, aber mal ehrlich:  Wollen Sie etwas ändern? Wollen Sie eine spannend-elektrisierende oder eine quotenkonforme Sendung mit Einschlafgarantie? Wollen Sie ersteres, dann haben Sie nicht nur eine im Ergebnis bessere Sendung mit (zum ersten Mal im Fernsehen) echten Lösungen, sondern darüber hinaus auch noch richtig Spaß! Den gönne ich Ihnen von ganzem Herzen!

Helfen Sie mit! Geben Sie unter Jörg Gastmann Ihre Stimme, und legen Sie dem ZDF ein Osterei der Überforderung ins Nest!

Ihr

Roland Kahl

15 Kommentare zu Revolution im ZDF – wenn Sie wollen!

  1. Reiner Ahlgrimm // 14. April 2012 um 22:50 //

    Leider muss man für das Voting einen Facebook-Account haben. Habe ich nicht und werde ich auch nicht anlegen. Somit bin ich nicht wahlberechtigt.

  2. Aber lieber Frank Ulrich- es sind doch nicht die Politiker verdrossen, die fühlen sich ganz wohl als “Maden im Speck”….viel eher trifft es den Kern der Sache, wenn es lautet: Parteipolitikverdrossenheit, oder?

  3. El Narizon // 12. April 2012 um 22:45 //

    Also mir ist bei der Durchsicht der von der Jury vorgegebenen Kandidaten etwas aufgefallen: die verordnete Political-Correctness-Doktrin.

    Finalist Hans Bulach scheint der Quotenkandidat zu sein.
    Allison Jones und Leslie Pumm haben, bitte seid ehrlich, etwas gemeinsam und wurden political correct ausgewählt.

    Vor 20 Jahren wären die beiden die Quotenkandidaten gewesen und Hans Bulach “normal”, heute ist es umgekehrt.

    Das ist psychologische Kriegsführung gegen alle Zuschauer und Besucher der Website in Reinform.

    Der “normale”, indoktrinierte Gutbürger wird unbewußt ebenso für einen der beiden letztgenannten Political-Correctness-Kandidaten stimmen.

    Davon bin ich überzeugt.

  4. Am 1. Mai um 22 Uhr im ZDF. Onlinevoting endet am 15.04.2012!

  5. chraema // 12. April 2012 um 21:24 //

    Wann ist die Show?

  6. Ich beobachte seit Tagen das Abstimmungsprocedere beim ZDF.
    Dort sind ein paar Querulanten unterwegs, die scheinbar nicht damit klar kommen, das Jörg Gastmann das Potential zum Sieger hat. Dauernd gibt es da Unterstellungen seine Stimmen wären gefakte.

    Wir sollten alle nochmal unsere Bekannten und Freunde mobilisieren, die noch nicht abgestimmt haben, um dem Treiben dort paroli zu bieten.

  7. Andreas // 1. April 2012 um 12:08 //

    Ein tolles Konzept mit Potential, hoffentlich erfahren die Leute davon =)

  8. Unser “System” wird gerade an die Wand gefahren, und alle sind ratlos! Meine Stimme hat er gerade bekommen.

    LG aus Köln,
    Sascha

  9. frank ulrich // 31. März 2012 um 13:49 //

    Es wird immer von Politikverdrossenheit geredet. An anderer Stelle im Internet formulierte es jemand endlich mal richtig: Politikerverdrossenheit

  10. Mike Moore // 30. März 2012 um 23:43 //

    So und nicht anders! Die Wirtschaft gehört dem Menschen untergeordent! Bedingungsloses Grundeinkommen! Endlich ein logisch denkender Mensch einer von sehr wenigen!Die Piraten werden nur gewählt und haben solche Erfolge wegen der Hoffnung zum Systemwechsel.

  11. Gabriele Fiola // 30. März 2012 um 22:00 //

    Jörg Gastman hat meine Stimme!
    Lg Gabriele

  12. Nein, da haben Sie etwas falsch verstanden. 4 Finalisten wurden von der Jury ausgewählt und ein Kandidat wird mittels Internetvoting ermittelt. Der Kandidat mit den meisten Onlinestimmen, ist also ebenfalls bei der Sendung dabei.

  13. Habe gerade das Kreuzchen gemacht. Aber wenn die Finalisten jetzt schon feststehen, was hat das jetzt für einen Sinn? Dass das ZDF sieht, dass die Zuschauer anderer Meinung sind als die Jury?

  14. Abstimmung war für kurze Zeit nicht Verfügbar. Jetzt geht es wieder. Einfach Jörg Gastmann auf der Seite auswählen und dann oben rechts auf den Kreis klicken neben “jetzt wählen”.

  15. Fragesteller // 30. März 2012 um 17:04 //

    …Wie kann ich für Ihn stimmen? Komme mit der ZDF-Seite irgendwie nicht klar.
    Danke

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