Home » Rohstoffe

Falklandinseln: geplante Ölbohrungen sorgen für erneuten Konflikt

Verfasst von: admin am Februar 3, 2012 4 Kommentare

03.02.12

Wenn es um Rohstoffe geht, waren kriegerische Auseinandersetzungen erst recht vorprogrammiert bzw. fanden sie statt. Ganz besonders beim Schwarzen Gold, wie das Rohöl auch genannt wird, oder müssen wir vom „roten Gold“ sprechen angesichts der vielen Opfer der Kriege ums Öl?

Jetzt schickt Großbritannien die “HMS Dauntless”, eines seiner neuesten und modernsten Kriegsschiffe zu den Falklandinseln, wie man hier nachlesen kann. Jedoch sollte stets ein viel umfassenderer Blick auf diesen alten Konflikt geworfen werden, um nachvollziehen zu können, was da im Argen sich verbirgt.

 

Wer darf die Falklandinseln sein eigen nennen?

Eigentlich der Stamm der Yámana. Dieses Seenomadenvolk besiedelte zwar Feuerland, hatte aber im Zuge seiner Seereisen auch die Falklandinseln gelegentlich aufgesucht. In sofern kann man davon ausgehen, daß sie die ersten Bewohner im Rahmen ihrer Besuche waren, die die Inselgruppe lange vor den Europäern für sich entdeckt hatten, allerdings ohne staatliche Gebietsansprüche, solche Gedanken und Machtansprüche existierten damals einfach nicht. Die letzte dieses Volkes verstarb übrigens 1983. Höchstwahrscheinlich war es der Kaufmann und Seefahrer Amerigo Vespucci, nach dessen Vornamen auch Amerika benannt wurde, der im Jahre 1501 als erster Europäer im Namen des portugiesischen Königs Emanuel dem Ersten bei einer Erkundungsfahrt  unter Gonçalo Coelho die Falklandinseln gesichtet haben wird, auch wenn das offiziell nie bestätigt werden konnte. Erst 91 Jahre später gilt als gesicherte Sichtung die Fahrt des Briten John Davis auf der Desire, und 1594 gab der Engländer Richard Hawkins ihr zunächst den Namen Hawkins’ Maidenland. Jedoch setzte sich die moderne Bezeichnung „Falkland“ erst aufgrund von John Strong durch, der die Meeresenge Falksund entdeckt hatte, die die beiden heute benannten Inselgruppen West- und Ostfalkland voneinander trennt, und ihr diesen Namen gab.

Der weitere Verlauf der Historie um die Inseln, die fast der Fläche Schleswig-Holsteins entsprechen, zeigt nur zu deutlich, was dem Wesen der Kolonialmächte entspricht: Es ging ihnen nur um Macht und Einfluß ohne irgendwelche Rücksichtnahme um die in der Nähe lebenden Völker. Es obsiegte derjenige, der eine bessere militärische Präsenz hatte, um sein Recht per Waffengewalt durchzusetzen. In sofern darf und sollte man schon im völkerrechtlich gerechten Sinn, Argentinien die Falklandinseln zusprechen, sie befinden sich 395 km östlich von Südargentinien im Atlantik. Doch Großbritannien beansprucht weiterhin diese als sein Überseeisches Staatsgebiet. Vergessen sei in diesen Zusammenhang nicht, daß mit der Unabhängigkeit 1816 Argentinien die Falklandinseln erneut ihr eigen nannte, die USA aber 1831 sie zum Niemandsland erklärten, die Argentinier sie räumen mußten. Schon zwei Jahre später kehrten die Briten zurück und erklärten sie kurzerhand wieder zu ihrem Besitz, während die US-Amerikaner dies einfach zuließen.

 

Steht ein zweiter Falklandkrieg bevor?

Möglich ist alles, wenn es ums Öl geht, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird Argentinien es nicht riskieren, auch wenn heute die Briten keine wirklich schlagkräftige, militärische Präsenz dort haben, um im Ernstfall diesmal einen erneuten Krieg zu gewinnen. Hinzu kommt, daß Großbritannien seinen Anspruch nun mal völkerrechtlich abgesegnet bekam, die Argentinier somit als Aggressor wahrgenommen werden würden in der Weltöffentlichkeit. Die Wut und die Enttäuschung der Südamerikaner kann man dennoch nachvollziehen und erst recht, wenn es ums Öl geht. Interessant dabei, daß ausgerechnet eines der größten ehemaligen Kolonialmächte, nämlich Großbritannien, den Argentiniern Kolonialismus vorwirft, wie dies jüngst der britische Premier David Cameron tat. Blanker Zynismus muß herhalten, um die eigenen Verfehlungen zu rechtfertigen, Hauptsache man ist im Recht! Selbst die Resolution 3160 der UN vom 14. Dezember 1973 über die „Frage der Falklandinseln (Malwinen)“ bringt noch lange keine Klarheit über diesen alten Konflikt. Vergessen werden darf dabei auch nicht, daß es die Franzosen waren, die damals als erste die Falklandinseln besiedelt hatten. Es bleibt zu hoffen, daß am Ende die Einsicht siegt, diesen Konflikt mit friedlichen Mitteln zu lösen, auch wenn die Fronten nach wie vor festgefahren sind.

 

Ihr

Lotar Martin Kamm

Be Sociable, Share!
Digg this!Add to del.icio.us!Stumble this!Add to Techorati!Share on Facebook!Seed Newsvine!Reddit!Add to Yahoo!

4 Antworten zu “Falklandinseln: geplante Ölbohrungen sorgen für erneuten Konflikt”

  1. Lotar Martin Kamm sagt am: 5 Februar 2012 um 09:02

    Natürlich spielt es keine Rolle. Ich sage Ihnen auch warum, obwohl die Antwort in meinem Artikel eigentlich längst ausgesprochen: Die Kolonialmacht Großbritannien hatte sich durchgesetzt und ihren eigenen Landsleuten daher die Möglichkeit gegeben, sich auf den Falklandlinseln anzusiedeln. Den Argentiniern wurde dies somit verwehrt! Wir sollten aus diesem Grund nicht die Mehrheit der Bevölkerung der Falklandinseln als Argumentation benutzen. Sie sehen daher: Es setzte sich damals die Rolle des “Stärkeren” durch.

  2. hans sagt am: 5 Februar 2012 um 01:18

    Die Argentinier kommen auch aus Europa.Europäer streiten sich also um eine Insel auf der nur Bewohner Leben die zu GB gehören wollen.Einfache Entscheidung,oder?

  3. Johann Hartl sagt am: 4 Februar 2012 um 18:40

    Trifft es zu, dass die Bevölkerung der Falklandinseln mehrheitlich nicht zu Argentinien gehören will sondern zu Großbritannien? Spielt das auch eine Rolle?

  4. Jürgen Weller sagt am: 3 Februar 2012 um 19:12

    Das Verhalten ist die typische Kolonialmanier von GB. Dieser ehemaligen Seemacht verdanken wir unter W. Churchill die beiden Weltkriege. Durch das gesamte 20. Jahrhundert hindurch überzogen die anglo-amerikanischen Mächte die Welt mit blutigen Kriegen, bei denen es in der Hauptsache um die Absicherung strategischer Interessen- und Ausbeutung der reichen Recourcen wie Erdöl und sonstiger Bodenschätze ging! Das war beim provozierten Angriffskrieg der Nato, dem verlängerten Arm der USA gegen Libyen so und vermutlich wird das böse Spielchen auch beim längst geplanten militärischen Konflikt gegen Syrien und Iran seine Fortsetzung finden. Es bleibt aber zu vermuten, daß sich diese Kriegstreiber nun die Finger verbrennen und dabei die ganze Welt in einen mörderischen Abgrund stürzen!

Kommentar verfassen:

Get Adobe Flash player
  Copyright © 2011 Buergerstimme, All rights reserved.| Powered by WordPress| Indy Premium theme by Techblissonline.com