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Laura Dekker: schon als Kind auf den Meeren der Welt, hat sie diese jetzt umsegelt

Verfasst von: admin am Januar 22, 2012 Kein Kommentar

22.01.12

Wenn es um Sensationslust geht, stürzen sich ganz besonders gern die Medien auf bestimmte Ereignisse, die genau diese befriedigen. Doch wer hat überhaupt den Auftrag gegeben, sich dermaßen unsensibel zu verhalten? Ganz einfach: gaffende, ewig neugierige Menschen, die sich obendrein darin bestätigt fühlen, wenn alle ihre Vorurteile eintreten, in dramatischen Höhepunkten. Gleichzeitig darf nicht sein, was eine selbstgefällige Norm Außenseitern vorzuschreiben wagt. Menschen wie Laura Dekker können sich erst recht nicht in solchen Systemen fügen, geschweige denn wohlfühlen. Kein Wunder also, daß sie vehement ausbrach, um ihren Weg zu gehen.

 

Fragwürdige Behörden unterstreichen ihre Autorität

Einerseits sollten wir eine wachsame Gesellschaft loben, der das Wohl ihrer Kinder so wichtig erscheint, daß sie genauer hinschaut und entsprechend rechtzeitig reagiert, bevor schlimmeres geschieht. Genau dieser Idealvorstellung werden aber andererseits weder Jugendämter noch gar Schulen gerecht, weil viel zu wenig ernsthafte Kommunikation zwischen den Betroffenen und deren Eltern stattfindet. Hinzu kommt, daß sowohl Personalmangel bei den Behörden herrscht, als auch viel Inkompetenz größeren Schaden anrichtet bis hin zu dem bekannten Kinderklau, Buergerstimme berichtete darüber.

Die in Whangarei, Neuseeland geborene Laura Dekker, aufgrund ihres Vaters mit niederländischer und ihrer Mutter mit deutscher Staatsangehörigkeit, verbrachte fast ihr ganzes Leben auf dem Meer. Und wieder einmal wird auch hier in diesem Fall sehr deutlich, wie schwierig es für Kinder sich gestaltet, wenn ihre Eltern sich trennen. Schön, wenn es im gegenseitigem Einvernehmen geschieht, das klingt so herrlich wohlüberlegt, nüchtern und verantwortungsvoll. Doch das innere Seelen- und Gefühlsleben können eben nicht alle beteiligten Erwachsenen wirklich nachvollziehen und erst recht keine Behörden wie Jugendämter! Naheliegend, daß es Laura Dekker nach draußen in die Welt trieb, sie lebte nach der Trennung der Eltern bei ihrem Vater, der als segelbegeisterter Bootsbauer ein Vorbild für sie sicherlich darstellte.

 

Schon im Alter von dreizehn plante sie den Segeltörn um die Welt

Und genau das wurde ihr zum Verhängnis, weil die Behörden, allen voran das zuständige Jugendamt mithilfe der Justiz sich dagegen entschieden. Sie meinten, eine hinzugezogene Kinderpsychologin könne beurteilen, ob sie in der Lage wäre, eine solche Segelweltreise zu bewältigen. Merkwürdig, daß plötzlich Psychologen zu Segelexperten werden, um den ohnehin schwer zugänglichen Weg in die Psyche einer Jugendlichen interpretieren zu können, sich ein Urteil erlauben. Per Gerichtsbeschluß erfolgte prompt die Auflage,  daß Laura frühestens im Sommer 2010 in See stechen dürfe. Der Staat übte seine Sorgfaltspflicht, in dem er den Eltern die Erziehungsberechtigung nahm, diese somit einschränkte und Laura einen Vormund anwies, ihr Wohlergehen zu überwachen. Daß sie dennoch es schaffte, kurz vor Weihnachten 2009 zu entfliehen, um doch noch zu segeln, sie wurde kurze Zeit später in Sint Maarten in der niederländischen Karibik aufgegriffen, unterstrich ihr Vorhaben. Bedenken wir, ihr war zuvor angedroht worden, daß das Jugendamt sie in ein Heim stecken wolle.

 

Medienspektakel mögen „Lady Gagas“ lieben, Laura Dekker lehnt dies aber zurecht ab

Eigentlich wurde Laura Dekker vielfach bestraft, wenn man sich mal für einen Moment dazu bereit erklärt, in die Seele eines Menschen mit entsprechender Sensibilität zu versetzen. Mehrfach hat sie unverblümt kundgetan, eben nicht begleitet zu werden von sensationslüsternen Medien während und nach ihrer Weltsegelreise, die am 21.August 2010 begonnen hatte. Naheliegend sollte man aber schon festhalten, daß Sponsorierung so ganz ohne Öffentlichkeit eben nicht fruchten wird. Laura hat dennoch unterstrichen, nicht irgendwelche „Expertenmeinungen“ in den Medien berichtet zu bekommen, die tatsächlich glauben, ihr Seelenheil beurteilen zu können. Verständlich ihre Reaktion nach all den bisherigen Geschehnissen.

Wie ein Damoklesschwert tauchen mit der jetzigen Ankunft nach der Segelumrundung wieder die behördlichen Anmahnungen auf. Während dem Reisen auf den Weltmeeren hatten sie keinen Zugriff, doch jetzt muß wieder die Norm, das Schulprozedere, das Angepaßtsein streng autoritär staatlicherseits angewandt werden, meinen die Behörden. Und der betroffene Mensch Laura Dekker? Wird sie auch gefragt? Obendrein die Eltern als verantwortungslos in der Öffentlichkeit bloßgestellt, um sich selbst das „Normgewissen“ als Maßstab anmaßend wie einen Orden ans Revers zu stecken? Was für eine nüchterne, eiskalte Welt! Laßt sie doch ihr Leben leben, keine Schule kann ihr das aufzeigen, was sie da draußen auf dem Meere erleben durfte. Die See kann wesentlich mehr vermitteln, nur daß dies selbstgerechte Pädagogen und Psychologen nicht wahrhaben wollen, zumal diese sich einer staatlichen Willkür unterordnen.

 

Ihr

Lotar Martin Kamm

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