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Digitale Revolution 2012 – Anonymous, Wikileaks und das freie Internet

Verfasst von: admin am Januar 22, 2012 Ein Kommentar

22.01.12

In den letzten Jahren ist eine neue Protestkultur entstanden, welche vorwiegend das Internet nutzt, um für die humane Wahrheit einzustehen. Ganz gleich ob Anonymous oder Wikileaks, beide Initiativen haben verdeutlicht, wie wichtig die Onlinewelt in Bezug auf Menschenwürde sowie Selbstbestimmung sein kann. Initiativen dieser Art besetzten eine wichtige Schlüsselposition, welche anfänglich von den weltweiten Regierungsverflechtungen kaum wahrgenommen wurde, da Gruppierungen wie Anonymous sämtlichen staatlichen Informatikexperten überlegen waren.

Als Regierungen bemerkten, was Wikileaks mit seinen Veröffentlichungen erreichte, wie Anonymous Menschen global vereinte, mitunter sogar deren Freiheitsdrang weckte, mussten sie natürlich vehement reagieren. Infolgedessen entstand quasi über Nacht eine inszenierte Urheberrechtsdebatte, die bis dato einzig dem Zwecke der Bevölkerungskontrolle dient. Verantwortliche wollen das Internet kontrollieren, die Meinungsfreiheit einschränken, um wie in der Fernsehwelt ein manipuliertes Freizeitmedium zu erschaffen, welches lediglich unterhalten soll.

Dabei steht das Internet eigentlich für freies Wissen, zum Zwecke einer bewussten, freien Entwicklung des Homo sapiens. Leider können viele Bürger jedoch das Internet noch immer nicht effektiv einsetzen, nutzen es tatsächlich nur als Zeitvertreib. Damit das auch so bleibt, der Mensch generell keine Fragen stellt und weiterhin Politiker mittels Wahlen delegiert, anstatt selber Entscheidungen herbeizuführen, mussten jene Interessenlobbyisten natürlich ein Exempel statuieren, damit sämtliche Völker dem Irrgedanken der Kriminalität verfallen, jeden Hacker gleich mit Ängsten assoziieren.

 

Der Fall Megaupload

Diverse Raubkopierervereinigungen und Verteilernetzwerke kamen imperialen Ordnungshütern also gerade recht. Ob The Pirate Bay, kino.to oder das neueste Verfahren gegen den Initiator von Megaupload, Kim Schmitz, zeigen wie nervös Globalplayer geworden sind. Sie merken, dass Onlinestrukturen eigenen Gesetzen unterliegen, jede Kontrolle im Nirwana mündet, wenn erfahrene Anwender ins Spiel kommen. Selbst das Skandalverfahren gegen Julian Assange von Wikileaks konnte keinesfalls abschrecken, sondern sorgt bis heute weltweit für massive Proteste.

Unweigerlich drängt sich einem hier die Frage auf: Warum muss Megaupload gerade jetzt dran glauben? Der Grund lautet: Online Piracy Act (SOPA) und Protect Intellectual Property Act (PIPA). Beide Gesetzesentwürfe mussten auf unbestimmte Zeit im US-Senat verschoben werden, infolge massiver Bürgerprotestwellen. Mittels Megaupload möchte man nun wohl neue Angstwellen auslösen, das Bild vom suspekten Raubkopierer als Staatsverbrecher projizieren. Relevant an diesem Schachzug ist die Tatsache, dass bei Erfolg evtl. sämtliche Protestbürger ihre gerade gewonnene Freiheit wieder gegen Sicherheit eintauschen und Online Piracy Act (SOPA) sowie Protect Intellectual Property Act (PIPA) im kommenden Jahr, nach dem US-Wahljahr, auf konspirativem Wege umgesetzt werden.

Ergo, umso wichtiger den Begriff Internetpiraterie ein wenig genauer zu hinterfragen. Buergerstimme sprach mit vielen Usern, welche größtenteils selber Filme oder Musik herunterladen, diese bei Gefallen allerdings auch kaufen. In gewisser Hinsicht wird so die freie Entscheidung gefördert, der Mensch kauft weiterhin, was ihm gefällt. Müssen Schauspieler teilweise Millionen pro Film verdienen? Müssen Institute wie die GEMA solch enorm hohe Gebühren verlangen? Freie Marktwirtschaft basiert auf einem ausgeglichenen, fairen Handelsprinzip. Anonymous bzw. Wikileaks sind ebenfalls Produkte unserer Gesellschaft. Wären Systeme freiheitlich human, wären entsprechende Bewegungen unnötig.

 

Das Internet lässt sich nicht kontrollieren

Egal wie drastisch Verantwortliche vorgehen, sie werden das Internet niemals komplett zensieren können. Sämtliche entstandene Netzwerke verfügen über enormes Fachwissen, wodurch ein zyklisch dynamischer Prozess sich aufbaut. Unkalkulierbar agieren Onlinenetzwerke, wie der Moment es fordert. Was wollen Verantwortliche dagegen machen? Seiten blockieren? Hauptserver wie die von Facebook deaktivieren? Kein Problem, versierte Nutzer setzen eigene Server ein, schaffen über Nacht neue Communitys, wo Leute den Austausch fortsetzen können. Alle Leitungen abstellen? Undenkbar aufgrund diverser Konzerninteressen. Milliarden verschwendet dieses Lobbyistensystem niemals, also lassen sie das Internet laufen, verbreiten zwischendurch immer mal wieder etwas Angst und kontrollieren dadurch das Internet wesentlich effektiver, denn die Welt sammelt sich in sozialen Netzwerken. Menschen stellen freiwillig ihr Privatleben zur Show. Anonymous verdeutlicht hingegen, wie man Weltnetzwerke anders nutzt, wodurch die Hoffnung bleibt, dass mithilfe der Digitalität dennoch positive Veränderungen erwirkt werden.

 

Ihr

Joachim Sondern

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Eine Antwort zu “Digitale Revolution 2012 – Anonymous, Wikileaks und das freie Internet”

  1. Wanderer sagt am: 22 Januar 2012 um 23:33

    …also nur mal nebenbei bemerkt, das Internet läßt sich sogar sehr gut kontrollieren. Aus technischer Sicht ist das überhaupt kein Problem. Etwas aufwendiger ist da schon die Zuordnung, wer, welche Daten abgerufen hat. Aber für die Auswertung gibt es ja Software.

    Stichworte: Proxy-Server, DNS aber auch Cookies, Browsercache, eMail etc.

    …und reglementieren kann man es (leider) auch.

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