Andere Veränderungen

25.01.12

Zwei kleine Punkte über einem Buchstaben verändern völlig den Sinn. Absicht oder doch eher Zufall? Sind wir im deutschsprachigen Raum von Anfang an durch diese Wortähnlichkeit manipuliert, immer alles und jeden verändern zu wollen, was haben sich unsere Vorfahren nur dabei gedacht?

ändern: ersetzen, verbessern, wandeln

andere: andersartig, ähnlich

ändern: Verb

andere: Indefinitivpronomen, mit adjektivischer Deklination

ändern: ändern Vb. ‘umgestalten, anders machen’, mhd. endern, andern, mnd. anderen, enderen, mnl. anderen.

andere: ander Num.Ord. ‘der zweite’, (heute nur mit Flexionsendung der andere, ein anderer) Pron.adj. ‘einer (von zweien), nicht derselbe’. Ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. ander, als Ordnungszahlwort der Zweizahl wird ander im Nhd. durch die junge Bildung der zweite abgelöst.

Auszug aus dem „Projekt Digitales Wörterbuch (DWDS)“

Puh, da haben wir noch mal Glück gehabt, ändern kommt also von endern, enderen – sehr wahrscheinlich eher durch die Ableitung etwas zu beenden, Neues anfangen. Andere als Nummer bzw. Zahl „zwei“ bezieht sich auf das Gegenüber, bzw. miteinander. Änderungen, Veränderungen bestimmen unser Leben und sind ein wichtiger Bestandteil fürs „wachsen und gedeihen“, dem alle Geschöpfe unterworfen sind. Von der Befruchtung einer Eizelle bis zum erwachsenen Menschen, von der Bestäubung bis zur reifen Pflanze ist nicht nur der Größenwachstum die bestimmende Veränderung allen Seins. Menschen sind Phasen der geistigen Entwicklung unterworfen, die nur minimal von außen gesteuert werden können, Kindphase, Pubertät, Krise in der Lebensmitte und Alter, um nur die wichtigsten Veränderungen zu nennen, vollziehen sich bereits angelegt im Erbgut ohne unser Zutun.

Veränderungen sind Prozesse, die auch schon mal über Jahre dauern können, und Versuche gewisse Phasen zu beschleunigen, werden selten mit einem zufriedenen Ergebnis enden. Oft versuchen wir andere, das Kind, den Freund, den Ehepartner zu ändern, nach unserer Vorstellung wie er, sie, es zu sein haben und vergessen dabei, daß damit die Andersartigkeit, der Unterschied zu uns, verloren geht und damit auch unser Interesse am Gegenüber sinkt, weil die Person sich angepasst hat, aus Angst, aus vermeintlicher Liebe oder nur zum Schein, um uns wohlgesinnt zu stimmen.

Genauso verhält es sich auch auf allen Ebenen des menschlichen Miteinanders, sei es in der Politik, Wirtschaft, Schule, Beruf; wir werden nur vernünftige Änderungen erreichen, wenn wir im stetigen Austausch Meinungen und Ansichten vertreten und unserem Gegenüber das auch gestatten.

Dinge zu gestalten oder sie zu verändern, sich anpassen an veränderte Bedingungen in verschiedenen Lebensphasen oder Situationen, können dazu beitragen, unsere eigene Sicht auf Gegebenheiten völlig neu zu erfahren. Entweder durch eigenen Antrieb heraus oder mit Hilfe von außen, anderem, Fremdem gegenüber, erleben wir neue Eindrücke, empfinden wir neue Gefühle, und durch diese Eindrücke verändert sich auch die Einstellung zu Dingen und Menschen. Veränderungswünsche an den Anderen herantragen, Begründungen diskutieren, gehört zum zwischenmenschlichen Miteinander. Änderungen sind notwendig in Politik, Wirtschaft, Bildung, Arbeitswesen, Gesundheitssektor, etc., dafür brauchen wir andere, die mit uns diskutieren und handeln, damit Veränderungen umgesetzt werden können. Wir brauchen aber keine Innovationen, sondern Nova (in der Einzahl Novum). Den Mut neue Wege zu gehen, kostet Kraft, Ausdauer und Zeit, kein Kind lernt, indem man alles verbietet, keine Forschungsergebnisse ohne Experimente, keine Erfahrungen ohne Versuche.

Wo bleibt der Mut unserer gewählten Politiker und unserer Wirtschaftsverantwortlichen, endlich den seit langem als nicht sozial tragbar für die gesamte Menschheit eingeschlagenen Weg zu ändern – zu beenden? Konzeptvorlagen gibt es zuhauf.

Im Übrigen bin ich dafür, daß die anzugtragenden Männer endlich erkennen, daß auch sie Individuen sind.

Ihre

Columba

1 Kommentar zu Andere Veränderungen

  1. fredosan // 30. Januar 2012 um 10:22 //

    Das Anzugtragen verbieten, vielleicht fühlen sie sich dann gleicher und verzapfen, gelinde ausgedrückt…nicht nur scheiss.?
    Miteinander. Für uns. Warum geht das nicht, verdammt????

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*



drei + = 6