Weltweite Proteste: Solidaritätsbekundungen der Parteien nur eine Farce?

18.10.11

Noch vor einigen Wochen stimmten Politiker in den angeschlagenen Mitgliedsstaaten der EU über neue Sparpakete ab, gewährten laut einem Rott und Meyer Interview mit Dirk Müller alias Mr. Dax zwei europäischen Banken heimlich Nothilfen. Jene politische Landschaft steht nun scheinbar hinter dem Volk, möchte sich für das Wohlergehen aller Bürger einsetzen und  den Banken Einhalt gebieten.

 

Ganz offensichtlich werden Europas Politiker inzwischen von Protestängsten geplagt, denn selbst im sonst so ruhigen Deutschland gehen immer mehr Bürger auf die Straße, um ihren Unmut kundzutun. Leider geht die politische Strategie zumindest in Deutschland ansatzweise auf, denn immer wenn sich Politiker in der Vergangenheit mit dem Volk solidarisiert haben, vertraute dieses wieder auf ihre repräsentativen Entscheidungsträger. Nur so war es überhaupt möglich, über 60 Jahre zwei Großparteien an der Spitze zu etablieren.

 

Parteien auf Wählerstimmenfang

Das konspirative Kontrollkonzept funktioniert bestens. Politiker verkünden Hoffnung, setzen auf betäubende Versprechen, um eine trügerische Nähe zum Volk aufzubauen. Jenes strategische Vorgehen erinnert zweifelsohne an bestimmte Passagen aus dem „Sunzi – die Kunst des Krieges“:

 

„Säe Zwietracht zwischen deinen Feinden“

Genau dies passiert gegenwärtig. Politiker verbünden sich mit vereinzelten, großen Protestgruppen, wodurch diese sich mitunter „geschmeichelt“ fühlen und wachsame Stimmen gleich zu Beginn wieder verstummen, weil die einstigen Weggefährten dem politischen Wort verfallen. Infolgedessen herrscht Uneinigkeit, keiner vertraut mehr dem Anderen. Zwischen Bürgern entsteht also keine standhafte Basis, weshalb der Protest nicht in konstruktive Handlungen münden wird, sondern auf eine altneue Anordnung aller Wählerstimmen.

 

Weiter heißt es im Sunzi:

Richtig angewendete indirekte Taktiken sind unerschöpflich wie Himmel und Erde, endlos wie das Gleiten von Flüssen und Strömen“

Politische Solidaritätsbekundungen beziehen sich auf dieses Taktikmuster. Der Wahlbürger wird unsicher, hinterfragt seine eigene Handlungsweise, achtet im weiteren Verlauf sämtlicher Proteste immer weniger auf politische Entscheidungen, weil sein Gewissen geweckt wurde, durch kurzweilige, vertrauenserweckende Auftritte einiger Politiker. Mache aus einem Feindbild eine Götzenstatue, und das Volk lehnt Gemeinschaftsgedanken kategorisch ab.

 

Provokateure ermöglichen neue Überwachungsgesetze

Verantwortliche können so nach Belieben alle dynamischen Prozesse, welche aus den Protesten heraus entstehen, im eigenen Interesse nutzen. Dazu übertragen sie lediglich Verantwortung auf das schwächste Glied, welches Dank Teilnahme an den Protesten sehr leicht ermittelt werden kann. Zeitgleich werden auf Demonstrationen Provokateure eingesetzt, damit politische Entscheidungsträger ihre neuen Bevölkerungskontrollmaßnahmen darauf stützen können, zum Schutz der Verfassung, denn eingesetzte Provokateure werden meist nicht erkannt. Ein ähnliches Szenario gab es bereits in jüngster Vergangenheit; dort wurden, nachdem angebliche „Feinde“ den Reichstag anzündeten, alle 3 Staatsgewalten in einer Person vereint. Das Ergebnis kennen wir alle. Ist das nicht Warnung genug?

 

Um dem Ganzen noch mehr Ausdruck zu verleihen, darf natürlich auch die Systempresse nicht fehlen, welche die Protestbewegung instrumentalisiert. Sie spielen teilweise mit wichtigen Anliegen, setzen eingesetzte Provokateure sowie Unruhen nach Dramaturgenhandbuch passend in Szene.

 

Protestbewegung, der neue Trend

Aufgrund dieses „Rezepts“ entsteht schleichend ein Protesttrend, eine neue Feierkultur. Somit haben Verantwortliche wichtige Anliegen entschärft, diese sogar förmlich in die bestehende Spaßkultur eingegliedert.  Ganzheitliche Betrachtungsweisen sind daher unvermeidlich, wenn man wirklich Veränderungen erwirken will.

 

Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Die größte positive Veränderung entsteht aus dem Hinterzimmergeist, welcher trägt den Gedanken einer neuen Zeit in die Gemeinschaft hinein, so ganz ohne Gewalt und Reibereien.

 

Ihr

Joachim Sondern

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