Was bedeutet die S&P-Herabstufung, wenn Frankreich höher als die Vereinigten Staaten bewertet wird?

11.08.11

von  Marian Wang

ProPublica, 08. August 2011

 

Die Entscheidung von der Kredit-Ratingagentur Standard & Poor’s, die Vereinigten Staaten herabzustufen, nachdem am Freitag die Märkte schlossen, mag politische Fassungslosigkeit aufgewirbelt und einen Börsensturz ausgelöst haben, es wirft ebenso wichtige Fragen über die Zuverläßlichkeit der Ratingagenturen auf und eigentlich die Unternehmen, die ihnen spenden.

 

Knapp über ein Dutzend Länder haben zurzeit einen AAA – oder kleinstes Risiko – bewertet von den drei Haupt-Ratingagenturen: Moody’s, Fitch, und Standard & Poor’s. Bis zu diesem Wochenende waren die Vereinigten Staaten unter ihnen. (Sie sind jetzt annähernd auf einer Stufe mit Australien, welches ebenso zwei AAAs und ein AA+ hat.)

 

Also, welche Länder sind unter den glücklich Wenigen, die noch perfekte Ratings von allen drei Unternehmen haben? Das Vereinigte Königreich und Frankreich, um gerade ein Pärchen zu nennen. S&P denkt offensichtlich, daß beide, das Vereinigte Königreich und Frankreich sichere Investitionen seien als die Vereinigten Staaten.

 

Die Vereinigten Staaten haben noch ein höheres pro Kopf BIP als die meisten Länder, einschließlich beide, das Vereinigte Königreich und Frankreich. Letztes Jahr nahm das US-BIP 2,9 Prozent zu – beinahe das Doppelte des Vereinigten Königreichs 1,4 Prozent und des Frankreichs 1,5 Prozent. Zwischen April und Juni dieses Jahres nahm das US-BIP um 1,3 Prozent zu, während die Konjunktur des Vereinigten Königreiches um 0,2 Prozent stieg. Eine Juni Vorhersage von der Bank von Frankreich bewertete, daß die Konjunktur der Länder im zweiten Vierteljahr 0,4 Prozent zunehmen würde (das US-Wachstum, zugegebenermaßen, ist noch langsamer als es zu sein pflegte).

 

Obgleich ein Prozentsatz des BIP, beide, das Vereinigte Königreich und Frankreich, haben einen höheren Prozent der Auslandsschuld oder haben die Verschuldung betriebsfremder Obligationäre zu verdanken. Im Jahre 2010 – das letzte Jahr, für welches die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Zahlen hat – betrug die US-Auslandsschuld 61 Prozent des BIPs, verglichen mit Frankreichs 67 Prozent und des Vereinigten Königreichs 86 Prozent. Österreich hält ebenso ein Kleinst-risiko-Rating vor den drei Unternehmen aufrecht und seine Auslandsschuld betrug letztes Jahr 66 Prozent des BIP.

 

Laßt uns nicht die Arbeitslosigkeit vergessen. Unsere Arbeitslosenquote betrug im Juli 9,1 Prozent. Das war höher als die des Vereinigten Königreichs, welche sich um 7,7 Prozent herumgetrieben hat, aber sie ist geringer als Frankreich, welches im Juni 9,7 Prozent Arbeitslosigkeit hatte.

 

S&P, die das historische Gefälle erklärt – das erste in der Geschichte der Vereinigten Staaten – zitierte beide, die Schuldenlast der Vereinigten Staaten und die politisch waghalsige Politik über die Kreditgrenze als Gründe, es mindere die Bonität der Vereinigten Staaten zu AA+, mit einer negativen Aussicht.

 

Also, was meinen die Bewertungen wirklich? Es scheint ein Problem zu sein, daß Wirtschaftler und Investoren auch fragen.

“Frankreich ist nicht aus meiner Sicht ein AAA-Land”, erzählte ein UBS-Ökonom Bloomberg. Und da gibt es sogar keine Anzeichen, daß Frankreich einem Gefälle entgegensieht, berichtet das Wall Street Journal. Tatsächlich bestätigten neulich alle drei der Ratingagenturen Frankreichs AAA.

 

Kredit-Ratingagenturen haben einen gemeinsamen Erfolg für ihren Ruf nach eingebenden unsoliden AAA-Kreditgrenzen an Sicherheiten, die kollabierten und den finanziellen Crash halfen auszulösen. Anfang des Jahres bezeichnete eine Senatsuntersuchung die Unternehmen als “eine Schlüsselursache” der Finanzkrisen. Von Kongress-Ermittlern veröffentlichte Dokumente deuteten auch auf seriöse Interessenkonflikte, die einige Rating-Unternehmen veranlassten, sich den Wünschen der Banken zu beugen, die für ihre Bewertungen zahlten.

 

Wie wir beschrieben, haben einige der selben Probleme mit der Firmenkultur und ungenauen Bewertungen angedauert. Währenddessen war eben das Büro der Kreditbewertungen, – ein Büro erschaffen von Dodd-Frank, dem Finanzreformgesetz, um diese Unternehmen zu beaufsichtigen  – nicht gegründet worden, weil der Kongress für sie nicht Geldmittel bereitstellte. Andere verfassten Bemühungen in die Maßnahme, um das US-Vertrauen in die Bewertungen abzumildern und den Unternehmen mehr Verantwortlichkeit zu eröffnen, war ihnen insgesamt nachgelassen und hingehalten worden.

 

Die Hinweise Kreditbewertungen plattzumachen, ist im US-Gesetz eine “härtere Aufgabe als die Gesetzgebung annehmen”, sagte Barbara Roper, Direktorin der Anlegerabsicherung für den Konsumverband von Amerika. Die Herabstufung, denkt sie, mag gerade genug Antrieb liefern, damit jene  Bemühungen weitgehen.

 

Übersetzt von Ihrem

Lotar Martin Kamm

 

Link zum Originalartikel:

http://www.propublica.org/blog/item/what-does-the-sp-downgrade-mean-if-france-is-rated-higher-than-the-u.s

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