Das Geschäft mit der Umwelt: bis der Gewinn die Erde zerstört

01.06.11

Dass die Menschheit an ihrer Erhabenheit zu ersticken droht, ist keineswegs neu; viele Bürger schweigen, manche beschweren sich, fordern Veränderungen, doch im Grunde erliegen wir Menschen als Ganzes dem sogenannten Zeitgeist. Zu diesem gehört zweifelsohne auch ein enormer, unbewusster Energieverbrauch. Handy, Computer, Fernseher, Haushaltsgeräte, alles läuft, oftmals sogar dann, wenn es nicht benötigt wird. Elektronik soll das menschliche Leben erleichtern, denn sie entfaltet auf den ersten Blick eine angenehme, psychologische Wirkung. An den Elektrosmog, welcher sowohl dem Menschen als auch der Natur schadet, vermag indes ein jeder Weggefährte höchstens im Unterbewusstsein zu denken. Das Zusammenspiel zwischen Konsummanipulation sowie ausgelöstem Elektrorausch verhindert klare Bewusstseinstrukturen innerhalb unserer Gesellschaft, erzeugt eine massive Energieabhängigkeit.

 

Seit dem Erdbeben in Japan und dem damit verbundenen atomaren Super-Gau des Kraftwerks Fukuschima reden Millionen Menschen von einer Energiewende. Politiker debattieren, Bürger fürchten um den Planeten, doch im selben Atemzug lebt die Masse weiter wie bisher in der Hoffnung, allein durch Diskussionen alle Probleme über Nacht lösen zu können. Tatsächlich entstehen auf diesem Wege aber noch viel größere Hürden, denn je länger Diskussionen anhalten, desto mehr rücken effektive Handlungen in den Hintergrund.

 

Anfänglich, wo die Katastrophe in Fukuschima bekannt wurde, waren alle Seiten in Deutschland um einen scheinbar schnellen Atomausstieg bemüht. Nur einige Tage später redete die Regierungskoalition Schwarz-Gelb jedoch schlecht über die eigene Energiewende. Maßgeschneiderte Inszenierung, wo vordergründig über Kosten debattiert wird, um durch die Hintertür allem Anschein nach der Atomlobby den rentablen Umstieg in regenerative Energiequellen zu ermöglichen. Man suggeriert allen Bürgern, wie „teuer“ eine schnelle Energiewende werden kann und hat somit erreicht, dass sie entweder aus Angst vor den Kosten von ihrer Forderung abweichen oder aber diese akzeptieren – Gewinner in beiden Fällen, die Atomlobby. Hinter dem Nebelschleier offenbart sich hingegen ein ganz anderes Bild, was verdeutlicht, dass Energiewenden, bei richtiger Handhabung unserer politischen Industrie, nicht zwangsläufig höhere Mehrkosten verursachen.

 

Die Atomlobby fordert uns also weiterhin wie ein Klotz am Bein, weil die Menschheit in Energieabhängigkeit lebt. Solange regenerative Energieversorgung als Anlagemodell missbraucht wird, kommt es konsequent betrachtet immer wieder zu Vorfällen wie in Spanien, wo 350 Solarparks von der Förderung ausgesetzt wurden, da Betreiber die Anlagen wohl zu spät am Netz hatten. In Europa wurden viele Solarparks einzig aus dem Renditegedanken heraus errichtet, was bis heute grundsätzlich sämtliche Umwelt- und Klimaschutzvorhaben blockiert. Verzicht, kann Gewinn bedeuten, weshalb wir lernen müssen, mit Energie bewusst umzugehen.

 

Was im Großen Zeit erfordert, sollte im Kleinen schnellstmöglich effektiv umgesetzt werden. Regenerative Energiequellen bieten die Basis für ein neues Bewusstsein. Energiewenden entstehen nicht, wie oftmals fälschlicherweise angenommen, durch das Verhalten unserer Politiker, sondern stets aus den Impulsen der Gesamtheit. Neben einem bewussten Umgang mit Energieressourcen gilt es, ergo Unabhängigkeit durch Gemeinschaft zu ermöglichen. Wir müssen uns selber mit Themen wie alternative Energiequellen auseinandersetzen, bestmögliche Technologien ermitteln, um infolgedessen dem industriellen „Energiemissbrauch“ entgegenzuwirken.

 

Ihr

Joachim Sondern

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