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Vorgelebt und nichts gelernt

Verfasst von: admin am August 8, 2010 Kein Kommentar

08.08.10

Das Leben hat einen bestimmten Kreislauf, durch die Natur bestimmt, andere mögen es Gott nennen.

Der Mensch hat dem Tier gegenüber einen Vorteil, dieser liegt allerdings auch im Auge des Betrachters, es ist unser Verstand. Ich möchte hier keine Diskussion anregen, ob Tiere nun „denken“ können oder nicht, ich möchte mich auf die Menschheit beziehen.


Vor einigen Jahren warf ich die Frage in den Raum, ob es möglich ist, dass sich Erziehung in den Genen festsetzt. Wenige Jahre später wurde meine Frage durch eine Studie von Wissenschaftlern beantwortet. Ein klares: Ja.

In der Anthropologie weiß man dies schon längst, es wurde nur nie mit den Genen in Verbindung gebracht, wie auch immer, ob in den Genen oder anderswo, es ist eine Tatsache, dass die Menschheit über Jahrhunderte geprägt wurde, sich hat prägen lassen durch eine Handvoll, die da meinten, sie müssten Macht über den Rest der Menschheit ausüben.


So kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen, vorausgesetzt man kann es auch erkennen, bzw. die Schlußfolgerung daraus ziehen, dass sich alle sogenannten Hochkulturen nicht am Leben halten konnten. Alle wie sie da waren, ob Chinesen (wobei diese noch am längsten aushielten), Ägypter, Römer oder die Griechen, aber auch die Maja, und wie sie da alle waren. Es gibt nur noch Überreste von längst vergangenen Hochkulturen. Alle hatten einen Fehler, denn sie waren gesellschaftlich pyramidenähnlich strukturiert.

Jesus von Nazareth lebte Leben vor. In seiner Gefolgschaft befanden sich auch Frauen, schlimm finde ich, dass das überhaupt erwähnt werden muss, es sollte doch selbstverständlich sein. Erst in den späteren Jahrhunderten wurde den Frauen das Predigen verboten, die urchristliche Kirche verschwand aufgrund ein paar Machthungriger. Das Patriarchat hatte wieder alles fest im Griff.


Wer sich mit der Geschichte befasst hat, wird erkennen, dass sich die Geschichte immer wiederholt. Man sollte doch annehmen, dass der Mensch, dank seines Verstandes dazu lernen würde, stattdessen werden immer wieder die selben Fehler gemacht. Und dies ist im Großen wie im Kleinen zu beobachten.

Kinder, die durch Prügel erzogen werden, werden auch später mal ihre eigenen Kinder schlagen. Sie werden es damit rechtfertigen, dass ihnen selbst eine Ohrfeige auch nicht geschadet hat…tatsächlich? Wäre es, um bei diesem Beispiel zu bleiben, nicht sinnvoller den Kreis zu durchbrechen und eben an seinen Kindern diese Demütigung, denn das ist es, Schläge tun nicht nur am Körper weh, sie hinterlassen auch übelste seelische Spuren, nicht zu wiederholen? Den Kreis zu durchbrechen?


Dass sich Krankheiten vererben, wissen wir dank der wissenschaftlichen Medizin. Wer in seiner Familie rückblickend immer wieder auf  Erkrankungen stößt, kann davon ausgehen, selbst davon betroffen zu werden. Eine genetisch bedingte Erkrankung muss nicht zwangsläufig auch zum Ausbruch kommen, aber sie kann. In den USA ließen sich Frauen vorbeugend die Brüste amputieren, aus Angst ebenfalls an Brustkrebs zu erkranken wie ihre Mütter oder Großmütter. Dies ist natürlich eine völlig überzogene Vorsichtsmaßnahme, welche hier in Deutschland undenkbar wäre. Gott sei Dank , kann ich da nur sagen.  Alkoholismus und Depressionen sind ebenfalls vererblich. Wer ein „Sucht-Gen“ in sich trägt, läuft Gefahr ebenfalls süchtig zu werden, muss es aber nicht zwangsläufig werden. Und es muss nicht der Alkohol sein, es kann ebenso die Sucht nach Kaufen sein oder Essstörungen, wobei es hier auch immer wieder darum geht die Auslöser zu finden, denn es ist zu einfach zu sagen: Ich habe das in den Genen, ich kann nicht anders. Hier machen es sich viele auch ein bißchen einfach, denn alles beginnt im Kopf! Und hier ist wieder unser Verstand gefordert.  Im Großen sieht man es an den immer wiederkehrenden, politischen Entwicklungen, egal um welche Form von „Volksvorsitzenden“ es sich hier auch handeln mag.


Und es ist niemals eine Entschuldigung zu sagen: Meine Eltern haben das auch schon so praktiziert, ich mache es halt auch so. Man hat immer die Wahl, die Wahl sich zu entscheiden.

Wir leben mit aufgedrückten Mustern, die uns über Jahrhunderte so vorgelebt wurden, vorgelebt von unseren Ahnen. Aber müssen wir es deswegen genauso machen?

Der Mensch mag an oberster Stelle in der Nahrungskette stehen, aber damit hat er auch eine Verantwortung all dem gegenüber, was sich nicht zur Wehr setzen kann. Heute wird keine Verantwortung mehr übernommen, jeder schiebt sie von sich weg, warum? Zeugt es nicht von Größe, sich einer Sache anzunehmen, dazu zu stehen, sie zu bereinigen und somit aus der Welt zu schaffen? Der Mensch nimmt sich das Recht, sich über alles stellen zu wollen, vergisst aber zusehendst seine Verantwortung, die zwangsläufig damit verbunden ist!


Viele Menschen klagen darüber, immer wieder an die falschen Menschen zu geraten. Ausgenutzt zu werden, wieder an einen Schlägertypen geraten zu sein, wieder an einen/eine Alkoholiker/in gekommen zu sein und so weiter. Tatsache jedoch ist, wer sich selbst nicht ändert, wird immer wieder in die selbe Falle tappen. Es wird sich nichts ändern. Wer etwas verändern will, der muss bei sich selbst anfangen.


Und dies gilt im Kleinen wie im Großen.


In Deutschland spaltet sich gerade mal wieder die Gesellschaft. Das liegt zum einen daran, dass sich jeder selbst der Nächste ist, es liegt aber auch daran, dass wir längst vergessen haben im Miteinander zu denken und zu leben. Wir, die Menschheit hat verlernt mit der Natur zu leben. Der Mensch ist auch nur ein Teil vom Ganzen, aber er spielt sich als Übertier auf, und wie die Menschheit mit der Natur (und somit auch mit seiner eigenen) umgeht, so geht er auch mit seinen Mitmenschen um. Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Natur aber lebt in sich selbst, hier fließt eines ins andere, die Menschheit aber hat über die Jahrhunderte von Gewalt und Machtausübung verlernt, in seiner eigenen Natur, dem Stück Natur selbst zu leben, in sich selbst. Es sind zu wenige, die da immer warnen, es sind zu viele, die die Ohren und Augen verschließen, es sind aber nur ganz wenige, die davon profitieren. Und so war es schon immer.


Ändern kann nur jeder für sich selbst etwas, wer sich selbst ändern kann, erkennt worauf es ankommt im Leben, wird plötzlich erfahren, dass das Leben wunderschön ist. Wann waren Sie zuletzt mal wieder bei sich selbst? Was stört Sie? Und warum ändern Sie es nicht? Es gibt Dinge, die lassen sich nicht ändern, mit denen kann man nur leben oder sich selbst ändern. Es gibt Dinge, die kann man ändern, und hier sollten wir alle endlich anfangen. Jeder bei sich selbst. Übernehmen wir endlich wieder Verantwortung!


Werden wir uns bewusst, dass wir einen Verstand haben, den wir aber nicht über unser Gefühl stellen wollen, sondern beides ausbalancieren. Und das geht nicht, indem wir uns jeden Tag aufs Neue berieseln lassen und uns sagen lassen, wie wir auszusehen haben, wie wir zu sein haben, wie wir sein müssen, was wir zu leisten haben, wie wir zu leben haben, was wir drunter zu tragen haben, was drüber, wie unsere Wohnungen aussehen müssen, welchen Haarschnitt wir brauchen, was wir essen sollen, was wir trinken müssen, wie oft wir Sex haben müssen, welche Stellungen die besten sind, wie ein weiblicher Körper auszusehen hat, wie ein männlicher Körper auszusehen hat, welche Filme man gesehen haben muss, welche Partei man zu wählen hat oder auch nicht, welches Auto das Beste ist, welchen Hund man zu haben hat, wohin man in den Urlaub fahren muss, welches Geschirr im Schrank stehen muss, welchen Freizeitpark man unbedingt gesehen haben muss, wie das Wetter sein muss… und und und….


…und …leben Sie eigentlich noch sich selbst? Leben Sie wirklich Ihr Leben…?


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Ihre

Petra Hanse

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