Turbokapitalsystem – Volk sagt nein
20.08.10
Unlängst ist bekannt, dass ein Großteil der Bevölkerung nur aus Existenzangst schweigt. Des öfteren habe ich in meinen Artikeln daher schon darauf verwiesen, dass es Träume und Hoffnungen in der Seele eines Menschen gibt, die man zwar unterdrücken, nicht aber verbannen kann. Daher ist es immer wieder von Bedeutung, aufzuklären, wenn es um das „Leben auf der Überholspur“ geht und aufzuzeigen, wie sehr sich der Mensch damit selber schadet, nicht nur gesundheitlich. Einer Emnid-Studie (März 2010) zufolge, sind 80% der Ostdeutschen und 72% aller Westdeutschen gegen dieses Turbokapitalsystem. Das Problem ist, dass die Masse sich diesem Turbokapitalsystem trotzdem beugen muss, denn sie fühlen sich hilflos gegenüber dem großen Bollwerk. Kein Wunder, denn die Rechnung geht auf, und während man früher noch von politischer Trägheit sprechen konnte, müssen wir heute von einer Volksdepression reden, quasi von einer Krankheitslinie, die sich aus diesem schnellen Leben heraus ergeben hat.
Abhängigkeit, Handelswahnsinn, Status und Gier
Für eine kurze Zeit lockte dieses Turbokapitalsystem mit hohen Gehältern, mit einer sicheren Zukunft, so lange man dieses Tempo mitging und zum Denunziant seines Nächsten wurde. Das gute Leben vor Augen, greifbar nah, hinterfragte die Masse dieses System anfänglich nicht und nahm es viele Jahre für den scheinbaren, aber wie inzwischen bestens bekannten, schnell vergänglichen Wohlstand in Kauf, sich immer mehr in eine Abhängigkeit zu begeben. Akkordarbeit war zur Mode geworden, die Urlaubsgelder und das 13. Gehalt lockten. Alles nur für einen kurzen Moment, doch getragen wurde dieses System bis in die Krise hinein. Aber warum? Ganz einfach, man hat sich erpressbar gemacht. Vom Strahl des Erfolges geblendet, lebte man ausschließlich ein Leben für den Status, und lebt es noch immer, trotz Ablehnung des Turbokapitalsystems, denn der Mensch lebt seit Jahrhunderten danach. So lange dieser Gedanke im Kern der Gesellschaft verankert ist, macht es keinen Sinn von einer humanen Demokratie zu sprechen, denn diese ist durch unsere gelebte Hierarchie nicht umsetzbar. Vielleicht sollte man sich hier einfach an König Arthurs Tafelrunde erinnern: „Man macht uns nur eine Weile stark, damit wir uns einander helfen können.“ Es war ein runder Kreis, in welchem der König nicht mehr wert war als seine Soldaten und Bürger. Natürlich muss man im Berufsleben eine gewisse Ordnung haben und auch „Rangordnungen“ sind vertretbar, wenn auch nicht gerade klug. Hier besteht aber die Möglichkeit, dass sich ein Vorgesetzter genauso verhält wie jeder Arbeiter auch und seine Macht nicht ausspielt. Außerdem dürfte es nicht möglich sein, sich auf Knochen anderer maßlos zu bereichern und durch gezielte Intrigen aufzusteigen. Fair Play und Menschlichkeit müssten ausschlaggebend sein, denn nur ein Erfolg, der resultierend darauf aufbaut, kann einen Mehrwert für alle Menschen haben. Langfristigen Erfolg realisiert man nur, wenn man durch seine Handlung stets zu einer Verbesserung des Lebens der Gesamtheit auf diesem Planeten beiträgt.
Um dieses menschenverachtende Kapitalsystem, was im übrigen auch jeden Millionär schwer schadet, zu beenden, muss man vom Giergeschäft, dem Schuldensystem, endgültig ablassen. Warum mussten sich Bürger auf einmal alles bieten lassen? Lohnkürzungen in Kauf nehmen, Einschnitte im Gesundheitssystem und auf einmal unentgeltlich Überstunden ableisten, um ihre Arbeitsstelle zu behalten? Weil man als einfacher Angestellter oder Arbeiter seinen Status nur noch über Schulden finanzieren konnte. Der Wahnsinn, immer mehr haben zu müssen als Nachbarn nahm seinen Lauf, und so wurde es alltäglich, den Konsumrausch auf Schuldenbasis zu finanzieren, anstatt sich Unabhängigkeit durch sinnvolle Kleininvestitionen aufzubauen und daraus dann sich etwas zu leisten. Dient das Gehalt jeden Monat zur Ratentilgung, muss man auch wie ein moderner Sklave sehr viel in Kauf nehmen, und so kann jeder betroffen werden von der Armut: Denn wer heute noch Denunziant war, kann morgen schon zum Leidtragenden werden. Wie man es in den Wald hineinbrüllt, so schallt es schließlich auch wieder hinaus.
Sie wollen wissen, warum dieses System auch für Millionäre schädlich ist? Früher haben Millionäre gezockt, um schnell unermesslichen Reichtum aufzubauen, aber gewisse Rohstoffwerte waren tabu und galten als letzte Sicherheit. Erinnern wir uns hier zudem an die Zeit vor dem letzten Weltkrieg: Vieles gab es noch nicht, und so konnte man noch auf Neuerfindungen setzen, und trotzdem schaffte man es nur durch Krieg wieder Geld in die Staatskassen zu spülen und zerstörte alles. Heute könnte alles noch viel schlimmer enden, denn neue Erfindungen sind in einer so fortgeschrittenen Welt kaum möglich, was wiederum bedeutet, dass der neue Krieg unweigerlich an der Tür klopft und dieser viel schlimmer werden kann als der letzte Weltkrieg, denn wenn die Gier merkt, dass nichts mehr zu holen ist im erneuten Aufbau, dann kann der Wahnsinn, der in der Gier steckt, bis zum Untergang dieser Erde führen. Selbst Rohstoffe wie Gold und Silber, die letzte Sicherheit im Kapitalhandel, werden inzwischen durch ungedeckte Leerverkäufe aufs Spiel gesetzt.
Gesundheit leidet – diese kann man nicht erkaufen
Doch auch der Gesundheitszustand der Masse hat schwer leiden müssen in diesem schnellen System. Immer wieder entstehen neue Krankheiten, das Volk leidet unter immer stärkeren Depressionen, sieht keine Fröhlichkeit mehr, denn ein Leben auf der Autobahn verhindert den intensiven Lebensmoment, das natürliche Gefühl im Mensch ist nicht mehr vorhanden. Gefährlich ist auch die Entwicklung, dass immer mehr Menschen an Krebs erkranken, oftmals jene, die dauerhaft unter Stress standen in ihrem Leben. Viel zu lange hat man der Menschheit eingeredet, dass hier Pillen und Medikamente oftmals reichen, womit wir unseren Körper aber im Grunde nur weiteren Gefahren aussetzen. Sicherlich kommt man manchmal nicht umhin, Medizin einzunehmen, und manch ein Mittel ist auch wirklich eine Errungenschaft in unserer Zeit, aber dennoch sollte man sich bewusst machen, dass vieles auch nicht „gesund“ macht. Wichtig ist, den Körper durch ein bewusstes Leben gesund zu erhalten und dazu gehört, dass man bei Kopfschmerzen den ruhigen Moment sucht, in sich geht und nicht eine Tablette einnimmt und im gleichen Tempo weitermacht. Das ist das Gefährliche in einem System, wo die Wirtschaft über den Menschen steht, denn dort ist kein Platz für eine Minute der Schwäche. Viele Schmerzen sind ein Anzeichen, dass der Körper Ruhe benötigt, und die Seele sich entspannen muss, also sollten sie dem auch nachkommen, denn ansonsten entstehen daraus oft ernsthafte Krankheiten, und das ist es nicht wert, kein Geld der Welt ist dies wert !
Neue Wirtschaftsordnung erwünscht – aber wie ?
Immer mehr Menschen fordern daher eine neue Wirtschaftsordnung. Endlich scheint man also zu erkennen, dass man dieses alte Wirtschaftsmodell nicht mehr korrigieren kann und fordert etwas Neues. Doch was könnte tatsächlich gelingen? Was gibt es für Alternativen, die zum Beispiel den Mindestlohn, etc. einschließen, aber auch ansonsten das komplette Wirtschaftssystem neu strukturieren könnte?
Ganz ohne Frage, ist es das Bandbreitenmodell des Herrn Jörg Gastmann. Herr Gastmann hat sich vor einigen Jahren die Mühe gemacht, ein Buch zu verfassen unter dem Titel „Die Geldlawine“. Dort geht er auf politische Themen ein die mit der Wirtschaft zu tun haben, schildert, warum wir so tief gefallen sind und liefert mit dem Bandbreitenmodell eine Lösung, eine komplett neue Wirtschaftsordnung. Auf der Seite http://www.bandbreitenmodell.de schildert Herr Gastmann sehr ausführlich, wie die Probleme entstanden sind, und wie man diese löst. Besonderes interessant ist, dass diese Wirtschaftsordnung tatsächlich wieder den Menschen über die Wirtschaft stellt, was bedeutet, dass die Industrie nur einen Gewinn erzielen kann, wenn sie massiv dazu beiträgt, die Lebensbedingungen der Gesamtheit zu verbessern, also viele neue Arbeitsplätze schafft. Der Personalfaktor rückt also wieder in den Vordergrund und erhöht eine reale Produktivität und nicht die automatisierte Produktion, welche nur sehr kurzfristig „Gewinn“ erwirtschaftet, wie uns diese anhaltende Wirtschaftkrise bereits deutlich gezeigt haben sollte. Ist die Kaufkraft nicht gegeben, und kann die Bevölkerung nicht mehr für die Zukunft planen und sich human entwickeln, bringt eine Produktionssteigerung auf Dauer gar nichts, denn was heute neu scheinbar durch den Export revidiert wird, kann morgen schon wertlos sein, da auch in anderen Ländern die Menschen der Wirtschaft untergeordnet sind. Egal, ob nationale Wirtschaft order internationaler Handel, geht es den Menschen im Land nicht gut und sichert man nicht die berufliche Zukunft aller im System lebender Menschen ab, kann man mit keinem Wirtschaftszweig langfristig jene Sicherheit erwirtschaften, die nötig ist, um diesen Planeten zu erhalten. Somit verbirgt sich im Bandbreitenmodell auch noch ein ökologischer Mehrwert, der sehr wichtig ist, denn Wirtschaft muss sich auch an der Natur orientieren, am Gesamtkreislauf, da der Weg des Menschen damit verbunden ist. Wichtig ist auch, dass durch dieses Modell die Gesetzesflut ein Ende hätte im Wirtschaftssektor. Die Umsatzsteuer wäre die einzigste Steuer, die alle weiteren Steuern ersetzt und somit die Balance im System wieder herstellt. Das jetzige Steuersystem ist geprägt von einem viel zu hohen bürokratischen Aufwand, einer unübersichtlichen Struktur und dadurch viel zu hohen Belastungen, die dem Steuerzahler entstehen. Blicken wir auf die nötige Struktur, so benötigt man zur Umsetzung des Bandbreitenmodells nur 2 simple Gesetze: Das Umsatzsteuergesetz und das Arbeitsmarktprämiengesetz ( http://bandbreitenmodell.de/gesetze.html ), wobei das Arbeitsmarktprämiengesetz dieses Modell abbildet und das Umsatzsteuergesetz hierbei als Grundlage nutzt.
Teilweise mag dieses Modell etwas utopisch klingen, aber das ist es nicht, sondern nur einfach. Wirtschaft muss nicht kompliziert sein, denn ein komplexes Konstrukt dient meist der Verwirrung und der künstlichen Erzeugung des bürokratischen Mehraufwandes. Immer wieder gibt es Bürger, die sagen, es ist nicht möglich ein solches System umzusetzen, was einem doch etwas verwundert, denn das Bandbreitenmodell stellt den Menschen an erste Stelle, nur muss dieser auch bereit sein, es anzunehmen und sich von falschen Gedanken, die gesät wurden, zu lösen. Das Bandbreitenmodell wäre ein revolutionärer Umbruch, welcher aber nötig ist, um den Menschen wieder zu entlasten, und die Welt wieder lebenswerter zu gestalten, und genau das muss das primäre Interesse jener Menschen sein, die das Turbokapitalsystem berechtigt ablehnen.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Ein jedes Modell ist nur dann umsetzbar, wenn der Mensch bereit ist den neuen Weg zu akzeptieren, sich ohne Angst zu lösen vom Gelehrten und dadurch die Fähigkeit entwickelt, Leichtigkeit anzunehmen und nicht das als Utopie zu deuten, was aus dem natürlichen Fluss heraus eigentlich unser Lebensweg ist.
Ihr
Joachim Sondern



















