Gesetzesflut – der regulierte Staat
11.08.10
In einem Staat sind gewisse Grundregelungen unabkömmlich, denn diese dienen mitunter der Organisation unseres täglichen Lebensablaufs. Wenn Gesetze jedoch überhand nehmen, und jeder Atemzug einer Norm unterliegt, dann ist dies ein bedrohender Impuls, in welchem wir alle leben. Deutschland ist ohne Frage ein Bürokratenstaat und hat in den letzten 60 Jahren 7000 Gesetze im Bundestag verabschiedet. Alleine zwischen 2005 bis 2009 verabschiedete man 600 neue Gesetze. Das Bundesrecht umfasste nach Angaben der Bundesregierung am 7. Juli 2009 1729 Gesetze mit 45.801 Einzelnormen und 2656 Rechtsverordnungen mit 37.364 Einzelnormen. Jede menschliche Handlung, jede Art des Lebens scheint also per Gesetz geregelt zu sein.
Gesetze nicht mehr im Sinne einer gesellschaftlichen Regelung
Unlängst ist bekannt, dass sich die meisten gesetzlichen Verordnungen nicht mehr positiv auf unser Leben auswirken, denn sie wurden nicht in Abstimmung mit dem Volk verabschiedet und dienen eher der totalen Kontrolle, der Lebensüberwachung der Bevölkerung. Gesetze sollten immer Regelungen der Zeit sein und müssen daher stets den Lebensumständen angepasst werden. Auch ist die Fülle der Gesetze zu hinterfragen, denn mit zu vielen Gesetzen hebt man das Recht der Gleichheit aller Bürger in einem Staat auf. Eine Regelung kann nämlich die Andere umgehen, und so entstehen rechtliche Schlupflöcher, die wiederum von Menschen mit Kapital gerne ausgenutzt werden, was somit einen antihumanen Lebenskreislauf zur Folge hat.
Weder benötigt die Menschheit laufend neue Gesetze, noch eine solche Fülle an staatlichen Regelungen. Grundlegende Abläufe gilt es zu regeln, und der Rest muss aus der menschlichen Vernunft heraus entstehen, die deutlich stärker ausgeprägt wäre, wenn der Mensch nicht immer unter einem so massiven Normdruck stehen würde. Einer verwaltet den anderen und zwängt ihn in eine gesetzliche Norm. Menschen zeigen sich an, beschuldigen sich und ziehen sich gegenseitig nur immer weiter runter. Durch diesen Paragraphendschungel wird der Mensch an sich so sehr beansprucht, so dass er verlernt glücklich zu leben, aufeinander zuzugehen und in der Harmonie miteinander zu leben, einfach natürlich zu kommunizieren.
Eine Gesetzesflut kann niemals human wirken
Traurig ist, dass gegenwärtig fast jeder Mensch meint, er müsse mit Hilfe von Gesetzen über andere Mitmenschen stehen. Die kleinsten „Fehler“ werden heute oft nur noch direkt im Gerichtssaal ausdiskutiert, man will herrschen und urteilen und ist sich nicht im Klaren darüber, dass sich der heutige „Sieg“ morgen schon gegen einen selbst richten kann, denn irgendwer ist immer „stärker“ im Leben. Hier wird deutlich, wie wichtig Harmonie, Verständnis und Mitgefühl im Leben des Menschen wirklich sind. Nimmt man sich als Gesamtheit die Luft zum Atmen, kann man nicht erwarten, dass sich irgendwas positiv verändert.
Immer wieder wird geschimpft auf unsere Politik, aber wir sind diejenigen, die es tragen und leben müssen und stehen uns mit so großem Misstrauen und Neid gegenüber, dass wir eher einzeln untergehen, als nur ein einziges Mal als Gemeinschaft zu sagen, dass wir gewisse Gesetze einfach nicht weiter hinnehmen. Vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht, dass Gesetze nur dann zur Anwendung kommen können, wenn wir es zulassen: Wo es keinen Grund gibt, kann es nicht angewendet werden, was zur Folge hätte, dass wir freiheitlich etwas gegen Ungerechtigkeit unternehmen könnten.
Alles im Leben haben wir als Gesellschaft zu verantworten, denn es liegt an unserer Lebenshaltung, ob wir die Unvernunft dauerhaft weiter tragen wollen oder diese endlich ablegen. Die Lebensverantwortung können wir nicht in die Hände der Politik legen, aber genau das haben wir jahrzehntelang getan.
Ich schließe mit folgenden Zeilen:
Der Nachbar sagt: Ich bestehe auf mein Recht, Sie werden das jetzt zu verantworten haben. Darauf dieser: Welches Recht? Sind Sie über Gott erhaben? Wir haben eine Pflicht: In Gemeinschaft zu leben und füreinander da zu sein. Wer die Vernunft lebt, muss resultierend daraus nicht in einem Käfig der Gesetze leben.
Ihr
Joachim Sondern
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