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Geld stinkt nicht

Verfasst von: admin am August 30, 2010 Kein Kommentar

30.08.10

Einst war der römische Kaiser Vespasian (69-79 n.Chr.) bei seinen Untertanen auf Kritik gestoßen, als er sogar Steuern auf Bedürfnisanstalten erhob. Den Einwand, das Geld aus dieser „Urinsteuer“ stinke, ließ er nicht gelten – „non olet“, es riecht nicht, war sein Fazit.


Geld stinkt nicht, das mag auf einen frisch gedruckten Geldschein zutreffen, auch auf einen zerknitterten oder Münzgeld, aber eigentlich will dieses Sprichwort nur aussagen, dass Geld selbst nichts Anrüchiges darstellt, egal woher es kommt. Tatsächlich? Ist das so?


Im übertragenen Sinn soll Geld also nichts Anrüchiges an sich haben und dann auch noch, „egal woher es kommt“. Das kann man mit einem gesunden Menschenverstand so gar nicht stehen lassen.

Demzufolge wäre es also nichts anrüchiges, falls diese Wortwahl hier überhaupt noch passt, wenn sich Menschen an anderen bereichern, sondern dies legitimieren mit dem Satz, dass Geld nicht stinkt.


Dabei hängt alles so unmittelbar im Ganzen zusammen, auch wenn man oft die Zusammenhänge nicht sieht, oder aber einfach nicht sehen will. Das beginnt bereits mit  der Schaffung von  Arbeitsplätzen. Schon immer ein sehr gutes Argument, um Menschen z.B. den Ausbau eines Flughafens schmackhafter zu machen. Dass dadurch die Lebensqualität gemindert wird, bleibt unerwähnt. Dass die Natur wieder mehr darunter zu leiden hat, wird ebenfalls nicht erwähnt.


Unerwähnt bleibt in unserer heutigen Zeit auch, für welche Löhne generell Arbeitsplätze geschaffen werden. Hauptsache Arbeit, egal wie und egal unter welchen Umständen, egal unter welchen Folgen für Mensch und Natur. Gleichgültig auch, inwieweit diese neu erschaffenen Arbeitsplätze so der Allgemeinheit dienlich sind. Meist bereichern sich wenige daran, und der Arbeitende selbst hat hier nur das Nachsehen. Wer einen Dumpinglohn verdient, kann auch nicht viel zum Allgemeinwohl beitragen, egal ob in Form von steuerlichen Abgaben oder die Wirtschaft durch Einkäufe anzukurbeln.


Ein weiteres, erwähnenswertes Kapitel wäre der Zusammenhang zwischen Natur und Mensch in folgendem Hinblick: Wer sich gegen Tierversuche ausspricht, wird wohl auch nicht bei einem Pharmaunternehmen oder einer Kosmetikherstellerfirma arbeiten (wollen), eben so wenig in einem Zuliefererbetrieb, es sei denn, die Firmen selbst sprechen sich gegen Tierversuche aus. Allerdings muss man diese Unternehmen suchen und um nicht zu vergessen: Gerade die Pharmaindustrie, sowie die wissenschaftliche Medizin profitiert bis heute von Versuchen, nicht an Tieren, sondern an Menschen. Ich erinnere hier an die qualvollen Versuche, die an Menschen in den Konzentrationslagern vorgenommen wurden. Nachdem man diesen Menschen erst einmal alles weggenommen hatte, sie enteignet hatte.


Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die Verbrennungsöfen, heute eher unter Krematorien bekannt. Die Verbrennungsöfen haben ihren Ursprung, so wie man sie heute hat, ebenfalls aus der Nazizeit. Nach Kriegsende ließen sich die Hersteller darauf ein Patent geben. Im übrigen profitierten sehr viele Firmen noch bis heute aus der Nazizeit, darauf angesprochen, wischen die meisten diese „lästige“ Vergangenheit einfach weg. Heil-igt der Zweck die Mittel…?

Steuern müssen sein, um einen Staat finanzieren zu können. So sehe ich das. Die Frage wäre jedoch , ob jede Steuer auch ihre Berechtigung hat, bzw. die Bürger sich dessen eigentlich bewusst sind, warum diese erhoben werden.  Nehmen wir einmal die Sozialabgaben, die jeder Arbeitnehmer sich mit den Arbeitgebern teilt. Die Beiträge, die in die Gemeinschaftskasse Staat fließen, wie Rentenbeiträge und Arbeitslosenversicherung , dienen nicht den Einzahlern selbst, sondern denjenigen, welche sich bereits im Ruhestand befinden (das Generationsprinzip)  oder aber arbeitslos sind. Wer darüber anders denkt, denkt falsch. Denn nur so, durch die steuerlichen Abgaben, kann ein sozialer Staat sich auch sozial finanzieren. Bei einem Großteil der Bürger scheint dies jedoch nicht ganz angekommen zu sein. Ein jeder, der noch Arbeit hat und seine Abgaben leistet, leistet so seinen Beitrag, Menschen zu helfen, zu unterstützen und zwar so, wie ein jeder selbst, den es früher oder später trifft (Rente) oder treffen kann (Arbeitslosigkeit), unterstützt werden möchte.


Also Steuern zahlen ist wichtig, was mit den Steuern dann passiert, steht jedoch auf einem ganz anderen Blatt. Steuern zu hinterziehen ist also keine Glanzleistung und wird zurecht verfolgt und bestraft. Ein jeder, der am Staat vorbeiwirtschaftet, bestiehlt sich im Grunde nur selbst und nimmt obendrein noch billigend in Kauf, dass dieses Geld wieder dort fehlt, wo es hilfreich ist, nämlich im Einsatz und im Interesse der Allgemeinheit. Wie bereits erwähnt, wie die zuständigen Stellen dieses Geld dann tatsächlich dorthin bringen, wo es eigentlich hin sollte, steht auf einem anderen Blatt.


Egal wie und egal was dahinter steckt, hinterfragen Sie eigentlich noch irgend etwas, oder ist es Ihnen egal, womit Sie Ihr Geld verdienen? Leben Sie nach dem Motto, dass Geld nicht stinkt?


Meines Erachtens hat dieses Sprichwort im eigentlichen Sinne, nämlich, dass Geld nichts anrüchiges an sich habe, die rote Karte verdient.


Geld stinkt nicht? Es stinkt und zwar gewaltig.


Vielen Dank für Ihr Interesse

Ihre

Petra Hanse

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