Extremisten im Bundestag – Krieg in Afghanistan
17.08.10
Im Leben gibt es immer wieder Momente, in denen man an unbequemen Wahrheiten einfach nicht vorbei kommt, und spätestens wenn es um Menschenleben geht, sollte manch ein Berichterstatter endlich einmal seine gute, konforme „Erziehung“ vergessen und sich den wirklich wichtigen Themen zuwenden – frei und unabhängig. Nie wieder sollte von deutschem Boden Krieg ausgehen, doch jetzt beteiligt sich unser Staat inzwischen seit über 8 Jahren an einem Völkermord und unsere feine, wohlerzogene und gesittete Gesellschaft sieht weg und tut so, als würde uns das alles gar nichts angehen. Scheinbar denken Menschen hierzulande immer noch, dass es Menschen verschiedener „Klassen“ gibt – so viel zum Thema Menschlichkeit und Toleranz. Bereits in den ersten 6 Monaten im Jahr 2010 wurden offiziell 1.271 zivile Todesopfer gemeldet, wobei die inoffizielle Zahl wesentlich höher liegen dürfte. Wer sich schon einmal mit dem Thema Krieg beschäftigt hat weiß, dass es im Krieg nie genaue Zahlen gibt. Jeder Mensch, der durch Krieg zu Tode kommt in dieser Welt, ist einer zu viel.
Die Fakten – Frieden durch Krieg?
Wir erinnern uns an den 11.09.2001, als es zum unfassbaren Unglück kam und ein Teil des World Trade Center wie ein Kartenhaus durch einen „Angriff“ zusammenfiel. Um 9/11 wird vielfach diskutiert, und sicherlich ist manches in der Mediendarstellung nicht stimmig gewesen. Doch darum soll es uns jetzt nicht gehen, denn dieses Thema wurde bereits ausführlich von allen Seiten diskutiert und sorgt bis heute für so viel neue Erkenntnisse, dass es fast unmöglich ist, die tatsächliche Wahrheit zu ermitteln. Lediglich Augenzeugen können sich hier ein genaues Urteil erlauben. Fakt ist, dass bei diesem Angriff ebenfalls viele Zivilisten um ihr Leben kamen.
Wie fing alles an? Am 16. November 2001 beschloss der Bundestag unter rot-grün und dem Vorwand des Friedenseinsatzes und der Aufbauhilfe an diesem Anti-„Terror“ Einsatz teilzunehmen. Zum damaligen Zeitpunkt war jedem kritisch denkenden Menschen bereits klar, dass dieser Vorwand nur eine Floskel sein konnte, was sich dann auch von Beginn an bestätigte. Bereits am 22. Dezember 2001 erfolgte die zweite namentliche Abstimmung, wo knapp 93 aller Abgeordneten für den Einsatz in Afghanistan stimmten. Bei der ersten Abstimmung war die Opposition CDU/CSU und FDP noch zurückhaltend und verzögerten ihr „Ja“, aber nur aus dem Grunde, weil Gerhard Schröder als Kanzler damals die Abstimmung verbunden hatte mit der Vertrauensfrage zu rot-grün. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt: Warum wählt überhaupt noch ein Bürger die etablierten Parteien? Nur, um es nochmals ganz deutlich vor Augen zu halten: SPD schimpft sich sozial, hat den Kriegseinsatz in Windeseile befürwortet, die angeblichen Friedenbefürworter, die Grünen, taten dies ebenfalls und treten inzwischen zwar scheinbar kritisch auf, zögern ihre Entscheidung, sich von dieser Kriegspolitik zu trennen, aber gekonnt seit Jahren hinaus. CDU, CSU und FDP haben sich auch dem Kriegspiel angeschlossen. Lediglich die Linke, damals noch unter dem Namen PDS, stellte sich gegen den Kriegseinsatz. Trotzdem diskutieren heute Menschen darüber, ob sie der SPD wieder vertrauen können oder die Grünen wählen sollen. Über 60 Jahre regieren SPD oder CDU im Land, Zeit genug also zu lernen und sich für wirklich humane Interessen einzusetzen. Wer der Meinung ist, man müsste jetzt schwarz-gelb die „Rote Karte“ zeigen, indem man die SPD wählt, sollte sich auch mal vor Augen führen, dass die SPD auch als Opposition längst hätte etwas gegen diese Kriegspolitik unternehmen können, denn sie sind ebenfalls stark im Bundestag vertreten. Das allseits beliebte Wahlkampfmotto „Wirt sind gegen Krieg“ wäre also nur ein Farce, um weitere Wählerstimmen zu gewinnen.
Sie glauben trotzdem noch an einen Friedenseinsatz. Nun, alleine im Vergleich zu 2009 ist die Anzahl der zivilen Opfer um 31% angestiegen. 8 Jahre Friedenseinsatz und doch erhöht sich die Zahl der zivilen Opfer und kranken Menschen? Den Nato-Soldaten werden 386 zivile Todesopfer zur Last gelegt, auch das ist eher ein Deckmantel als die Realität. Seltsamerweise kommen auch viele Kinder mit Behinderungen zur Welt und Soldaten, welche zurückkehrten und Kinder zeugten, mussten zum Teil auch mit dem Schicksal leben, dass ihr Kind entstellt zur Welt kam. Zufall oder vielleicht doch Urangeschosse in Afghanistan? Wenn so Frieden aussieht, dann möchte ich als Mensch nicht wissen, was man als „Krieg“ bezeichnet.
Frieden durch Menschlichkeit
Kriegsgefahr besteht in der ganzen Welt, denn der Mensch lebt nach dem Motto: immer höher, schneller und weiter, und das kann auf Dauer nicht gut gehen. Ein System, das Gewinner und Verlierer kennt, wird eines Tages als Gesamtheit der eigenen Unvernunft unterliegen, spätestens wenn die Natur Gerechtigkeit einfordert, wie es jetzt bereits im Ansatz zu erkennen ist, dennoch aber übergangen wird. Wie oft wird in dieser feinen Gesellschaft ein Mensch des nächsten Denunziant nur aus Neid oder Gier? All das ist Benzin, für das brennende Feuer der Menschheit, und voller Stolz rüstet sich der Mensch damit, mit diesem Feuer umgehen zu können. Mit „Feuer“ wird man nie umgehen können, denn es ist unberechenbar. Afghanistan sollte uns zeigen, welch Politik man als Bürger niemals unterstützen darf, denn keiner von ihnen möchte sicherlich ein Kind in einer verseuchten Welt zur Welt bringen oder ewig nach Essbaren suchen müssen, was nicht vergiftet ist. Waffen, Chemie, etc. wurde alles durch Menschenhand erschaffen und wofür? Warum müssen Menschen sterben, werden umgebracht, auch in Ländern, wo kein Krieg herrscht? Aus Gier und Statuswahn, um Macht zu demonstrieren. Einer schießt und der andere nimmt diesen Weg an und schießt zurück, anstatt sich infolgedessen eher dafür einzusetzen, dass alle Waffen in der Welt vernichtet werden. Von Natur aus ist der Mensch nicht von gewaltsamen Gedanken geprägt, sondern entwickelte diese, weil er fernab seines eigentlichen Lebens lebt, für welches er bestimmt ist.
Was ist besser? Ein kalkulierbares Risiko einzugehen und mal einer vollkommen neuen, politischen Struktur eine Chance einzuräumen und sich als Bürger endlich verantwortungsvoll in die Politik einzumischen, oder ewig, vielleicht nochmals 60 Jahre die gleiche Politik nach alter Tradition weiter zu wählen und zuzusehen, wie das Unglück in allen Bereichen täglich größer wird? Denken Sie mal in aller Ruhe darüber nach, denn es ist immer möglich die Richtung zu ändern, wenn wir als Mensch bereit sind, uns selbst ein wenig zu ändern – was uns mit großer Sicherheit gut tun würde.
NIE WIEDER KRIEG – NIE WIEDER GIER, HASS und NEID !!!
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Zerstörung kann niemals ein Weg des Friedens sein, denn im Herzen des Menschen ist kein Platz für Krieg, warum also zwingen wir unsere Seele jeden Tag Leid zu ertragen? Krieg beginnt nicht erst bei den Soldaten, sondern im täglichen Leben der Unachtsamkeit.
Ihr
Joachim Sondern
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