Posttraumatische Belastungsstörung – Leben mit der Angst

29.07.10

Viele Menschen in unserem Land leiden unter einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung. Es fällt ihnen schwer mit Problemen umzugehen, die andere Menschen mit einem Schulterzucken erwidern ohne sich davon gedanklich auffressen zu lassen. Menschen jedoch, die unter diesem Syndrom leiden, leiden noch zusätzlich unter einem depressiven Syndrom. Die Ursachen einer posttraumatischen Belastungsstörung sind vielfältig, kommen die Betroffenen jedoch in eine Auslöser Situation, auch Trigger genannt, kann unter Umständen ihr Leben davon bedroht sein.


Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Menschen, die in ihrer Vergangenheit schlimme Erlebnisse hatten, z.B. Missbrauch in Form von wiederkehrenden Demütigungen oder auch sexuellem Missbrauch, schwere Verkehrsunfälle, Kriegserlebnisse, Naturkatastrophen, Tod eines geliebten Menschen, Trennung, Scheidung, Trennung der Eltern kann bei Kindern zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen.


In allen genannten Fällen ist es ratsam sich professionelle Hilfe zu holen, denn die meisten der Betroffenen kommen kaum alleine mit dem Erlebten zurecht. Die Realität sieht hier jedoch meist anders aus. Viele Menschen sprechen nicht darüber, meist sind sie sich nicht einmal bewusst, was ihnen das Leben so schwer macht. Gerade Kinder, die in jungen Jahren solche Erfahrungen gemacht haben und nicht behandelt werden, werden ihr Leben lang darunter leiden; aber auch Jugendliche und junge Erwachsene. Allerdings lernen Erwachsene, die sich solchen traumatisierenden Situationen gegenübergestellt sehen, schneller mit dem Erlebtem umzugehen, da sie die Möglichkeit haben, eher darüber zu sprechen als Kinder oder Jugendliche.


Es handelt sich in allen Fällen um traumatische Erlebnisse, um tief greifende Einschnitte in die Persönlichkeit eines jungen Menschen. Je nachdem wie ein Mensch lernt damit umzugehen, gibt es drei verschiedene Kategorien: die einen, die damit ohne Hilfe klar kommen, die anderen die hin und wieder Hilfe benötigen, und die dritte Kategorie sind Menschen, die ständig Hilfe benötigen, sich öfters in Kliniken aufhalten.

Ob die erste Kategorie nun die Menschen sind, die es wegstecken, möchte ich an dieser Stelle bezweifeln, es sind wohl eher die Menschen, die nicht darüber sprechen können oder aber erst Jahrzehnte später, wenn das Trauma durch einen Auslöser wieder aufflammt.


Auslöser oder auch Trigger:

Die Auslöser können unterschiedlich sein. Bei manchen Menschen reicht bereits eine Berührung, ein Blick oder eine Begebenheit, die mit dem ursprünglichen Erlebnis überhaupt nichts zu tun hat, wie z.B. Existenzangst, oft in unserer heutigen Zeit ausgelöst durch ALGII, jedoch dieselbe Angst der Hilflosigkeit hochkommen lässt. Die Betroffenen fühlen sich in die Enge getrieben, wie gelähmt, sehen keinen Ausweg aus ihrer Situation, die Angst hält sie fest im Griff. Es ist ein Gefühl für das es kein Wort gibt; Menschen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, wissen jedoch was gemeint ist.


Ausdrücken kann man es auch so: man hat Angst vor der Angst, also Angst vor einer auslösenden Situation, diese nicht zu überleben, aber wenn die Situation da ist, die Angst einen erfasst, hat man Angst es zu überleben, weil man aus seiner Not, seinem Trauma keinen Ausweg sieht und weiß, dass es einen immer wieder einholen kann, einfach so. Es ist ein Teufelskreislauf über die Jahre, wenn man sich dessen bewusst ist, was da mit einem los ist, kann man allmählich lernen damit umzugehen. Die Abstände werden länger, dennoch bleibt die Belastungsstörung. Wie bereits erwähnt, die kleinsten oder aber auch wirklich bedrohlichen Situationen führen wieder in die Angst: ein  Teufelskreislauf.


Die Betroffenen:

Viele Betroffene sind arbeitsunfähig auf Grund dieser Erkrankung. Mir persönlich fällt es schwer hier von einer Erkrankung zu schreiben, denn die Ursachen liegen in den allermeisten Fällen im menschlichen Versagen, ausgenommen Naturkatastrophen. Die Betroffenen haben aber ihr Leben lang darunter zu leiden.

Man findet gerade Menschen, die traumatische Erlebnisse in ihrer Vergangenheit hatten, oft schon bald in Frührente oder aber unter den ALGII Beziehern. Hier wird ihnen erneut das Leben schwer gemacht. Durch die ständigen Gängelungen seitens des Amtes, werden Betroffene noch unnötig getriggert. Sie finden keine Ruhe, außer im Gang zum Arzt, um sich in eine Klinik einweisen zu lassen oder aber, um sich weitere Psychopharmaka verschreiben zu lassen, welche süchtig machen.


Diese Sucht ist jedoch auch wieder so zu verstehen, dass Trauma Patienten zwar mit den Medikamenten ein besseres Leben führen können, jedoch nach absetzen der Medikamente, die eigentliche Persönlichkeit wieder zum Vorschein kommt, eben ein Mensch, der unter den Folgen eines schlimmen eingreifendem Erlebnisses aus der Vergangenheit leidet. Man kann es also drehen und wenden wie man will: Posttraumatische Belastungsstörungen scheinen ganz offensichtlich nicht heilbar zu sein. Wie kann man auch ein Verbrechen heilen? – die Todesangst beim Überleben einer Naturkatastrophe hier einmal ausgenommen, hier handelt es sich jedoch um die selbe (Todes-) Angst.


Menschen mit diesem Syndrom finden sich schwerer in der Gesellschaft zurecht, in einer Leistungsgesellschaft, wo es noch immer heißt: weiter, besser, schneller, höher. Diese Umstände machen bereits Nichtbetroffene zu schaffen, wie schwer ist es für Menschen, die unter dieser Erkrankung zu leiden haben? Für Nichtbetroffene wohl kaum vorstellbar.

Aber nicht nur, dass sich Betroffene schon alleine durch ihr durchlebtes Trauma verändert haben, sie bekommen auch noch zusätzlich das Leben schwer gemacht. Leiden sie darunter, und wollen es für sich selbst in den Griff bekommen, so fehlt ihnen, ist es dann mal wieder soweit, dass sich ein Auslöser einstellt, schwierig es bei einem Amt, wie zum Beispiel als ALGII Empfänger, glaubhaft zu machen. Dies geht wiederum nur, wenn sich die Betroffenen einem Arzt anvertrauen, der ihnen dann entweder Psychopharmaka empfiehlt; ein guter Arzt wird jedoch zu einer intensiven Therapie oder einem Klinikaufenthalt raten. Schon alleine deswegen, dass die Betroffenen sich in ihrer Situation nicht ganz alleine fühlen. Aber auch, im Fall des ALGII Bezugs, es dort „leichter“ zu haben.


Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist so gut wie nicht heilbar. Und es liegt auch nicht am guten Willen der Betroffenen, sondern schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass hier irgendwann einmal ein Verbrechen verübt wurde oder ein großes emotionales Ereignis einen Menschen sprichwörtlich aus der Bahn geworfen hat, schlimmstenfalls mehrere traumatische Ereignisse durchlebt wurden.


Wurde man aus der Bahn geworfen und findet keinen Halt, keine Unterstützung, kein Mitgefühl und kein Verständnis, wird es sehr schwer sich wieder in diese Leistungsgesellschaft einzugliedern. Also sortiert man sich entweder selbst aus, durch Suizid, oder man nimmt Psychopharmaka und wird so süchtig, oder geht in Therapien oder eine Klinik. Letzteres kann dazu führen, dass man arbeitsunfähig gesprochen wird und in Rente gehen „darf“. Betrifft es hier jüngere Menschen, ist vorprogrammiert, dass die Rente nur gering ausfällt, und der Betroffene für den Rest seines Lebens ein Sozialfall bleibt.

Es gibt nicht wenige Menschen, die so leiden, ein Leid, dass für viele Menschen unsichtbar ist, da sich die Betroffenen über kurz oder lang anfangen selbst weg zu schließen, weil sie sich den Anforderungen des ganz normalen Alltags nicht mehr gewachsen fühlen.

Ein weiteres, erschreckendes Ergebnis ist, dass sich durch traumatische Erlebnisse über die Jahre Erkrankungen entwickeln, die sich nicht auf die eigentliche Ursprungserfahrung zurück führen lassen. Hier gibt es bereits Initiativen, welche sich dafür stark machen, dass dies erkannt und somit auch anerkannt wird. Gerade was sexuellen Missbrauch anbetrifft. Wer sich hier weiter informieren möchte, empfehle ich folgenden link: http://www.traumaaufruf.de/ Petition Traumaaufruf ins Leben gerufen von Christina  Rößler.


Vielleicht würde es schon ausreichen diesen Menschen mehr Verständnis entgegenzubringen, mehr Verständnis und Mitgefühl. Mehr Unterstützung seitens der Politik, der Ärzte und ganz besonders in ihrem persönlichem Umfeld. Ein Mensch, der so leben muss, wieder und wieder konfrontiert wird, der wird zusammenbrechen, wenn er keinen Halt mehr findet. Hier sind wir alle gefordert, denn es kann jeden treffen. Achten Sie besonders auf Ihre Kinder, die kleinste Veränderung kann ein Anzeichen sein. Achten Sie auch darauf, falls Sie vorhaben, sich trennen zu wollen, gehen Sie behutsam mit Ihren Kindern um.

Bei sexuellem Missbrauch verhalten sich Kinder oft in Form von Rückzug, manche sprechen es auch an, schenken Sie Ihrem Kind hier unbedingt Aufmerksamkeit! Aber noch wichtiger ist: achten Sie auf Verhaltensveränderungen, auch gemalte Bilder sprechen ihre eigene Sprache. Gerade wenn Kinder oft in dunklen Farben malen, ist dies ein Zeichen für innere Not. Hier muss nicht gleich das allerschlimmste vorgefallen sein, aber es ist ein Zeichen.


Ich würde mich freuen, wenn Sie liebe Leserin, lieber Leser den Traumaaufruf unterstützen würden.


Ihre

Petra Hanse

Kommentar verfassen

Du musst Eingeloggt sein um ein Kommentar zu verfassen.

Video News

Journalismus
Blogverzeichnis und Webkatalog PS3 Spiele kostenlos
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Animated Tag Cloud

LiveRank.org
Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes