Home » Armut

Lebensfalle Schulden – keine zweite Chance im Leben

Verfasst von: admin am Juli 14, 2010 Ein Kommentar

14.07.10

Sie treten nach dir, oft ein Leben lang, sie sorgen für ewige Narben in deiner Seele mit ihrer ausgelegten Bürokratie, mit ihren eigens erschaffenen Gesetzen –  nur ein einziges Mal finanziell gefallen, schon hast du kein Recht mehr auf ein selbstbestimmtes Leben, denn für einen primitiven Wert nehmen sie dir auch den letzten Rest, der dir als Schuldner im Leben geblieben ist. Einst Tabuthema, gehört die Armut, die Lebensfalle Schulden, inzwischen bereits zum Alltag. Wer einmal gefallen ist, muss zwar unter unmenschlichen Bedingungen seinen „Dienst“ erbringen, darf aber nicht frei sein Leben gestalten und für seine eigenen Ziele und Träume arbeiten. Man nimmt Menschen mit Schulden das Recht auf Selbstbestimmung, grenzt sie aus, hält sie in einem Käfig.


Erst locken Sie dich, dann läuft die Uhr gegen dich

Dies scheint das schlimmste Vergehen im Land zu sein: denn ein wirklich krimineller bekommt Hilfe, Mitmenschen haben Verständnis, Häftlinge aus Guantánamo erhalten sogar Hartz IV und eine Sozialversicherung, ein Schuldner aber, wird nur schleichend ein jeden Tag weiter in die Ecke gedrängt, man schenkt ihm kein Vertrauen, traut ihm kein alleiniges Aufstehen zu. Alles nur, weil es Menschen gibt, die im Leben nicht schnell genug ihr Kapital wieder bekommen können und sich nicht vorstellen können, dass es nicht immer über Nacht möglich ist, wieder aufzustehen. Alles muss man mit sich machen lassen, sich beugen. Viele Menschen zeigen mit dem Finger auf einen, man wird verspottet und ist 24 Stunden, ein jeden Tag, den Druck durch Behörden und Mitmenschen ausgesetzt, Menschen denen es morgen schon genauso gehen kann, doch daran denken sie selber zu keiner Sekunde.


Viele Schuldner sind durch Kreditverkäufer, auch Banker genannt, in dieser Lebensfalle gelandet – meist weil sie sich eine eigene Existenz aufbauen wollten. Kredite, die schon nach dem ersten Jahr getilgt werden müssen, zu überhöhten Zinsätzen. Zu dem Zeitpunkt hat man noch Träume und Visionen und ist voller Ehrgeiz, bevor man dann erkennen muss, dass es als neuer Unternehmer fast unmöglich ist, solche „Verbindlichkeiten“ bereits nach einem Jahr zu bedienen. Als Kleiner bekommst du aber keinen Aufschub, keine zweite Chance und wirst förmlich in die Insolvenz oder die endgültige Bankrotterklärung getrieben. Banken bekommen Milliarden als Sicherheit, aus den Geldern des Volkes, um ihr Zockersystem zu pflegen, der kleine Existenzgründer wird hingegen in die totale Abhängigkeit getrieben, bei dem kleinsten, finanziellen Aussetzer. Eine zweite Chance, ja gar nochmals Kapital, um ein Aufstehen zu ermöglichen? Fehlanzeige, denn sie haben dir ein Brandzeichen auf die Stirn gedrückt.


Ein Mensch ohne Arbeit in Hartz IV landend hat mit Sicherheit ein schweres Leben, doch ein Schuldner, der einfach nur noch eine Chance zur Eigenständigkeit erhalten möchte, ist mitunter innerlich noch schwerer belastet. Gar nicht erst daran zu denken, wenn man mit Schulden in Hartz IV landet. Schulden sind ein beliebtes Mittel, um einen Menschen zu jeder Arbeit zu zwingen. Freie Berufswahl, anständiger Lohn, eigene Existenz? Aber doch nicht als Schuldner oder Langzeitarbeitsloser – da muss man sich an ein gehorsames Sklavendasein gewöhnen.


Narben, die bleiben – ein ewiger Kampf

Jahre, vielleicht sogar ohne Versicherungsschutz, jeden Tag arbeitend und doch einem Druck ausgesetzt, einer Leere, kein Geld zum Leben, ein ewiger Kampf, der scheinbar nicht enden will, obwohl man Tag und Nacht bemüht ist, seinen Weg zu gehen, in seiner eigenen Existenz zu leben, mancher vielleicht sogar für humane Werte arbeitet. In dieser kalten Welt wollen viele einfach nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die nur innere Kraft entwickeln können, wenn sie ihre eigenen Ideen umsetzen. Manchmal wird dies sogar als „gesellschaftsunfähig“ deklariert. Was bitte ist daran „gesellschaftsunfähig“? Der Eine arbeitet gern als Angestellter ein Leben lang und möchte von Selbstständigkeit nichts wissen, und der Andere lebt halt ein Leben lang für seine Ideen, den kreativen Impulsen – in einem gesunden System sollte beides gleichermaßen anerkannt werden. Leider zeigt die Realität ein ganz anderes Bild: Kleinunternehmer werden mit hohen Steuern, Zinszahlungen, etc. belastet, und Schuldner, die weiterhin oder wieder ihre Selbstständigkeit realisieren wollen, erhalten dazu keine Chance mehr und erst recht keine Möglichkeit auf ordentliche, finanzielle Hilfe. Banken erhalten zur Not Milliarden, um einen Neustart zu ermöglichen, zu Top-Konditionen, doch dem einfachen Menschen sind Minisummen nicht mehr gegönnt, wenn er einmal Schulden hat, obwohl damit vielleicht genau diese Altschulden dadurch getilgt werden könnten, dass er die zweite Berufsexistenz erfolgreich umsetzt.


Nächte, die man nicht mehr schlafen kann, ein ganzer Körper, der zittert innerlich vor Angst, ein Kopf, der schmerzt, ein tägliches auf und ab, wo man den letzten Tropfen Energie in sich sucht, um weiter zu machen, um einfach den Weg weiter zu gehen. Kaputte Kleidung, Schuhe, die zu einem Luxusartikel werden, jeder Tag wiederholt sich, drückende Monotonie, abstumpfende, innere Emotionen – nur noch Leere, weil keine Lücke da ist, obwohl man seine Leistung erbringt.


Jeder Mensch hat das Recht von seinem Weg leben zu können

Das Problem ist einfach, dass nicht jede erbrachte Leistung gleich viel wert ist in diesem System, was gerade auch Leistungen im humanen Sinne betrifft. Sehr traurig, denn gerade wenn wir von einer Demokratie sprechen, so sollte jeder Mensch das Recht haben, von seiner Leistung, seinem Weg leben zu können. Für jeden Unsinn hat man Kapital, nicht aber mal dafür, die Berufsvielfalt und Kreativität durch eine Lebensgrundsicherung aufrecht zu erhalten. Wenn ich als Staat die totale Armut durch Investitionen verhindere, wird in der Realwirtschaft immer genug Leistung erbracht, um so ein soziales System zu finanzieren – doch einen solchen Weitblick darf man wohl nicht erwarten.


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Armut ist das Produkt der menschlichen Unvernunft, entstanden aus der Gier, ernährt aus der Illusion und zerstörend wirkend auf die menschliche Seele.


Ihr

Joachim Sondern

Weitere Artikel:

  1. Leben in einer Illusion – Die Matrix ist Wirklichkeit!
  2. Warum Deutschland keine Demokratie ist
  3. Erziehung ist keine Angelegenheit des Staates
  4. Einmal unten immer unten?
  5. Gebt Gewalt keine Chance
Digg this!Add to del.icio.us!Stumble this!Add to Techorati!Share on Facebook!Seed Newsvine!Reddit!Add to Yahoo!

Eine Antwort zu “Lebensfalle Schulden – keine zweite Chance im Leben”

  1. peter.schmidt sagt am: 20 Juli 2010 um 11:53

    Schulden sind kein Problem (zumind. wenn man kein Hartz-4 empfängt):
    - Einfach für 6 Monate ins Ausland ziehen (z.b. Frankreich)
    - Dann dort die private Insolvenz anmelden
    - Nun 1 Jahr mit weniger Geld auskommen

    Und schon ist man draussen aus den Schulden.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Tweets that mention Lebensfalle Schulden – keine zweite Chance im Leben | Buergerstimme - Journalismus Direkt und Ehrlich -- Topsy.com
  2. • Lebensfalle Schulden ? keine zweite Chance im Leben | Buergerstimme » rollkon-portal.eu

Kommentar verfassen:

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes
  Copyright © 2011 Buergerstimme, All rights reserved.| Powered by WordPress| Indy Premium theme by Techblissonline.com