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Gesundheitsreform – Volk zur Kasse bitte

Verfasst von: admin am Juli 8, 2010 Kein Kommentar

08.07.10

In einem Sozialsystem sollte die Gesundheit der Bevölkerung stets an erster Stelle stehen, denn die Basis einer humanen Demokratie ist die Gesundheitsreform. Wenn diese jedoch nur noch aus dem finanziellen Gedanken heraus gesteuert wird, dann kann dies nur ein weiteres Armutszeugnis sein, ein Weg, auf welchem unser einst vorhandenes Sozialsystem endgültig zu Grabe getragen wird. Unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler hat schwarz-gelb sich nun im Bezug auf die neue Gesundheitsreform geeinigt. Endgültig steht also fest, dass die Reichen im Lande Vorteile genießen und die Armen wieder eher sterben dürfen: denn Gesundheit hat wieder einen Preis, und somit ist „Sozial“ jetzt bereits Geschichte.


Gesetzliche Krankenkassen können Zusatzbeiträge „open End“ erhöhen

Deutlich wird das unter anderem dadurch, dass gesetzliche Krankenversicherungen die Zusatzbeiträge ihrer Mitglieder beliebig erhöhen dürfen. Von unserem solidarischen Krankenkassensystem, unsere „soziale“ Gesundheitspolitik, können wir uns somit verabschieden: denn Gesundheit wird nicht nur unbezahlbar, nein, auch die ausgeglichene Verteilung der Lasten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird es nach diesem neuen Modell nicht mehr geben. Die Krankenversicherungsbeiträge steigen nämlich ebenfalls um 0,6 Prozentpunkte, was bedeutet, dass der Arbeitgeberanteil von 7,0 auf 7,3 Prozent des Bruttolohns steigt und der Arbeitnehmeranteil von 7,9 auf 8,2 Prozent. Tatsächlich entsteht aber eine Vorteilsposition des Arbeitgebers, denn hier wird die Beitragserhöhung auf diesem Niveau festgeschrieben, also lediglich nur noch dieses eine Mal erhöht. Hingegen ist der Arbeitnehmer der Behördenwillkür des Staates und der Krankenkassen dauerhaft ausgesetzt und muss jede Folgeerhöhung „gehorsam“ in Kauf nehmen. Bravo liebe Regierung, somit fördern sie Gewalt, Schwarzarbeit und eine Depression der Gesamtheit, bravo !


Das Phantom Sozialausgleich für Geringverdiener

Selbstverständlich ist dies noch nicht die Spitze des Eisberges, denn für Geringverdiener soll es einen Sozialausgleich geben, dessen „Gestalt“ nur bis heute noch niemand kennt. Auf der einen Seite legt man also deutlich fest, dass das einfache Volk bitter zur Kasse gebeten wird, regelt aber im selben Zug der Einigung noch nicht, wie Geringverdiener vor dieser harten Klassenmedizin geschützt werden. Schnell entsteht so der Eindruck, dass man tatsächlich nur eine Gesundheitsreform für die wohlhabende Oberschicht durchsetzen will.


Mehr Bürokratie dient der Verwirrung – neue Demokratie

Diese neuen Regelungen, gerade auch in Bezug auf unsere Gesundheitsreform, dienen der Verwirrung und der Erzeugung eines „Mehrbürokratieaufwandes“, welcher zu Lasten des Steuerzahlers geht. Das Problem unserer Politik ist, dass wir die Verantwortung vollkommen auf unsere Abgeordneten übertragen haben. Bereits vor Jahrzehnten hätte man darauf achten müssen, dass zum Beispiel in den wichtigen, sozialpolitischen Bereichen, wie der Gesundheitspolitik, Bürgergremien das entscheidende Stimmrecht haben. Eine monotone, politische Form kann niemals demokratisch sein, denn die Macht liegt alleinig in den Händen unserer Minister. Vollkommen unabhängig, ob diese nun gute oder schlechte Arbeit leisten, so kann und darf es in einem demokratischen System niemals nur eine reine Parteienpolitik geben. Demokratie lebt vom Verantwortungsbewusstsein der Gesamtheit. Daher muss es stets auch in den einzelnen Bundesländern und im Bund ein freies Bürgersystem geben, dessen Stimmen entscheidend sind, wenn es um die soziale Absicherung von den Bürgern des Landes geht. Wo die Bürger Steuern zahlen und die Lasten zu tragen haben, muss ihnen also das endgültige Entscheidungsrecht ermöglicht werden, durch Volksabstimmungen über sogenannte Bürgergremien. Natürlich liegt darin nicht nur ein Recht, ein Anspruch, sondern auch eine Pflicht – die Pflicht sich mit dem System zu befassen, in welchem wir alle leben. Jeder Bürger müsste hier schon ab dem Schulalter ein gewisses Verständnis für die Vorgänge eines Staatssystems vermittelt bekommen, quasi als Bürgerbasisbildung. Gewählte Bürgergremien haben dann zudem regelmäßig Informationsveranstaltungen anzubieten, auch außerhalb von anstehenden Volksentscheidungen. Sie verpflichten sich also, eine freie und unabhängige politische Aufklärungsarbeit zu leisten, vollkommen transparent. Die Frage lautet doch: warum ist es so weit gekommen in unserem Land? Weil die Bürger seit Jahrzehnten nur nach dem Schema der Traditionswahl wählen gehen und Vorteile, aber keine gesellschaftlichen Pflichten übernehmen wollen. Humanität und Demokratie bedeuten aber nun einmal, dass einer für den Anderen da ist, und man als Einheit auch einer gewissen Regierungsverantwortung gewachsen ist.


Gesundheitsreform – Kosten können anders gespart werden

Dramatische Darstellungsformen und Langzeitdebatten sollen dafür sorgen, dass bei der Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass wir uns gegenwärtig in einer schwierigen Lage befinden. Natürlich wäre es boshaft der Politik zu unterstellen, dass diese hier mit Absicht so handelt, denn die meisten Abgeordneten kennen es nicht anders und halten sich an der vermittelten, komplexen Traditionslehre. Um etwas aber positiv zu beeinflussen, muss man auch andere Wege kennen und für diese aufgeschlossen sein. Hier fängt die Verantwortung aller „Bauern“ im Staate an: wir müssen es ihnen vorleben, selber offen sein für andere Wege.


Im Fall dieser neuen Gesundheitsreform zum Beispiel können die Krankenkassen jetzt zwar die Zusatzbeiträge nach eigenem Ermessen erhöhen, aber keinen Einfluss auf unseren gesundheitlichen Zustand nehmen. Sprich, wenn einer dem anderen hilft, wir uns gegenseitig nicht aus der Konkurrenzsicht betrachten, sondern im ergänzenden Miteinander leben und uns so den Druck nehmen, werden wir auch nicht mehr so häufig gewisser Krankheitsformen erliegen. Stress und Druck auf der Seele liegend, sind nämlich hauptsächlich für ein schwaches Immunsystem verantwortlich. Es geht um eine bewusste und entspannte Lebenshaltung der Gesellschaft. Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, gemeinsam Ausgleichssport machen, einen Blick auf Meditationen werfen, die Freude innerhalb der eigenen Familie genießen – so kleine Dinge sind es, die Veränderungen erwirken können. Was ist, wenn dadurch urplötzlich nämlich 40 bis 60% weniger Krankheitsfälle auftreten, wir das Gesundheitssystem durch bewusstes Leben nicht mehr so häufig in Anspruch nehmen müssen? Richtig, in dem Augenblick entziehen wir die Grundlage, ein solches Handeln betreffend der Gesundheitsreform zu begründen. Das Volk ist die Basis und hat es in allen Bereichen in der Hand. Das Rezept  ist bei allen Problemen das Gleiche und im Grunde ganz simpel: Menschlichkeit, Verständnis, Mitgefühl, Zusammenhalt und Leben im Einklang mit der Natur – fertig. Mehr benötigt man nicht, um eine Basis zu schaffen, aus der heraus man dann Lösungen entwickeln, bzw. ableiten kann.


Jeden Lebensdruck kann man entschärfen, und jeden Staatsbeamten auch vom „Glück“ überzeugen, wenn wir als Gemeinschaft diesen Weg auch vorleben. Jeder Mensch spiegelt gleichzeitig auch seine Mitmenschen wider !


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Das Herz einer demokratischen Lebensform ist die Gesamtheit und kann niemals nur von einem kleinen Kreis aufrecht erhalten, jedoch aber nur von einer einzigen Person vernichtet werden.


Ihr

Joachim Sondern

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