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Die Ölpest macht deutlich: Wandel oder Niedergang?

Verfasst von: admin am Juni 9, 2010 Kein Kommentar

09.06.10

Täglich berichtet die Presse über die Ölpest im Golf von Mexiko, ausgelöst durch die ehemalige Bohrinsel Deeppwater Horizon. Man spricht von einer Katastrophe, die viele Menschen in der Golfküstenregion schwer trifft, doch von dem tatsächlichen Ausmaß dieser Katastrophe spricht man bisher nur im Hintergrund.  Inzwischen sind schon 150 Millionen Liter Öl ausgelaufen und niemand weiß, wann dieser Wahnsinn ein Ende finden wird, nachdem die Aktion „To Kill“ bereits gescheitert ist. Zwar versucht man nun durch weitere Maßnahmen die Katastrophe zu beenden, aber dennoch muss der Mensch sich bereits jetzt eingestehen, dass er machtlos ist und die Gesetze der Natur nicht ändern kann. Keiner der Verantwortlichen ist sich zur Zeit nämlich sicher, ob die nächsten Aktionen erfolgreich verlaufen werden.


Das Meer – unergründlich und unberechenbar, aber unser Lebenselixier

Verwundern sollte es uns Menschen nicht, denn das Meer ist bis heute nicht komplett erforscht und in seinem Element unergründlich. Im Prinzip kann man sogar behaupten, dass das Meer das mächtigste Element dieser Erde ist. Unsere Erde besteht zum größten Teil aus Wasser, der menschliche Körper ebenfalls. Alle Meere besitzen eine Kraft, die der Mensch nichts entgegenzusetzen hat. Schon morgen könnte die Erde nur durch das Meer Geschichte sein. Gerade deshalb sollte man in den Weltozeanen einen Energiequell sehen, ein Element, das der Mensch zu respektieren und zu pflegen hat, denn es ist unser Elixier zum Überleben. Der menschliche Körper kann zum Beispiel tagelang ohne Nahrung auskommen, aber nicht ohne Trinkwasser. Die Ozeane sind eine Art Ausgleich, ein Strom der Beruhigung und Gesundheit in uns.


Nur der Profit zählt – BP spielt mit Menschenleben

Deshalb sollte man auch nicht mit einer solchen Macht pokern und sich im Klaren darüber sein, dass man aus reiner Profitgier die Menschheit zerstören kann. BP scheint genau diese Gewissenlosigkeit verinnerlicht zu haben, denn unlängst ist bekannt geworden, dass man es bei dem Ölkonzern BP mit der Sicherheit, im Fall Deeppwater Horizon  nicht so genau genommen hat. Man entschied sich für den „best economic case“, als es darum ging das Bohrloch zu ummanteln – also die billigste und riskanteste Variante. Hier stellt sich die Frage, warum ein solcher Konzern politisch gesehen überhaupt soviel Spielraum besitzt. Diese Katastrophe macht deutlich, dass man sich an einen gewissen Qualitätsstandard zu halten hat, und die Sicherheit mehr zählt als jeder Gewinn. Konsequent betrachtet kann man nämlich durch ein Fehlverhalten die gesamte Meerestierwelt, aber letzten Endes auch den Mensch auslöschen. Genau aus diesem Grunde bedarf es auch strenger Kontrollen und gesetzlichen Verordnungen, die ein solches Handeln, wie das von BP, unmöglich machen.


Bereits im Juni 2009 äußerten Firmeningenieure ihre Bedenken, dass der Metallschutz unter hohem Druck kollabieren könnte. Einige Wochen vor der Katastrophe, im März, kam es außerdem zu einem Kontrollverlust am Bohrschacht. Mehr als genug Hinweise, bzw. sogar Beweise waren vorhanden, um diese Bohrinsel genauer zu kontrollieren, und dennoch ließ man BP ungehindert gewähren.


Auf einen toten Planeten können selbst Lobbyisten nicht leben

Dabei sollte man im Grunde doch annehmen, dass gerade ein reicher Mensch diesen Planeten erhalten will, um sein Leben zu genießen. Mitunter scheint man vollends vergessen zu haben, dass auch der wohlhabendste Lobbyist nicht mehr auf diesen Planeten leben kann, wenn dieser verseucht wurde durch die gefährlichste Unvernunft des Menschen, die Gier. Stellen Sie sich einmal vor, dass der Sauerstoff knapp wird, weil keine Pflanze mehr blühen kann, dass Sie nur noch von kranken Menschen umgeben sind und isoliert leben müssen, um nicht auch infiziert zu werden, immer unter Angst – kein Lächeln mehr, keine Fröhlichkeit und keine Farbe in der Welt. Bei allem Respekt, sehr geehrte Lobbyisten, ich appelliere an Herz, Verstand und Seele und frage Sie: wollen Sie, dass es so endet? Wollen Sie in einer solchen Welt leben und zusehen, wie Ihre Kinder in einer solchen Welt eingeschlossen im Vakuum aufwachsen müssen? Unermessliche Gier bringt für jeden Dunkelheit, und kein Reichtum der Welt kann dann noch Freude ermöglichen. Wenn man schon in Meeren Ölbohrungen durchführt, dann nach Richtlinien maximaler Sicherheitsstandards, einem Höchstgrad an menschlicher Vernunft.


Leben an der Oberfläche – Mensch zerstört sich im Schnellverfahren

Wir alle sollten uns aber fragen, warum wir über einen Monat hinweg einfach nur zusehen? Mittlerweile hat das Öl bereits den Atlantik erreicht und wenn erst mal alle Weltmeere verseucht sind, droht der Menschheit ein qualvolles Schicksal, ein Elend, das man nicht in Worte fassen kann. Viele Bürger beschweren sich über das Verhalten der BP in dieser Situation, doch auf die Idee einer Millionen-Menschen-Demo kommt niemand. Wenn es um das Schicksal von diesem Planeten geht, um alle Lebewesen, dann darf kein Weg zu weit erscheinen, kein Schritt zu schwer. Viel zu lange schon leben wir in einem allgemeinen, selbstzerstörerischen Rhythmus, so dass die Gedanken sich bei vielen eher um den evtl. gefährdeten Urlaub drehen, als um die Möglichkeiten diese Erde zu erhalten. Häufig kritisiert man Politik oder in diesem Falle die BP, aber vom Grundmuster her verhält sich die Masse ähnlich. Ändern wir uns als Gesamtheit, würden auch solche Menschen keine Chance mehr haben so gewissenlos zu handeln. Wie immer im Leben, liegt es also an uns als Gesamtheit !


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Unsere Welt ist viel zu schön, als dass man sich der Raffgier jemals geschlagen geben dürfte. Denn im Geiste, als auch im Herzen sind wir Menschen in der Lebensvernunft des Moments vereint.


Ihr

Joachim Sondern

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