10 Stufen Lehrsystem – Harmonische Bildung
25.06.10
Blickend auf das heutige Bildungssystem, stellt man schnell fest, dass wir uns verfangen haben in einem einseitigen Schul- bzw. Lehrsystem, und das bereits seit vielen Jahren. Anstatt die 10 Grundbildungsjahre für den humanen Wissens-, Handlungs- und Verständnisaufbau zu nutzen, setzt man heranwachsende Menschen unter Druck und verleitet sie dazu, nicht auf die Eigenerkenntnis zu setzen, sondern lediglich verschiedene Informationen im Verstand zu speichern. Mitunter kommt es sogar vor, dass die Gesamtheit des Lehrkörpers die Jugend in ein Schema hineindrängt, nur um nach dem Gleichschaltungsprinzip ihren Job zu erleichtern. Das dies gewaltfördernd sein kann, davon möchte man nichts wissen. Wundert es Sie wirklich noch, dass der Ehrgeiz immer weniger wird bei unseren Kindern? Das die Konzentrationsfähigkeit nachlässt? Das zwischenmenschliche Beziehungen und ganze Familien auseinanderbrechen? Die Ellenbogenmentalität lässt grüßen, kann man da nur sagen. Wie man das ganze Gesellschaftswesen reformieren könnte, fragen Sie sich? Wie wir politische, ja gar wirtschaftliche Probleme lösen und endlich zu einem wahrhaftigen System des Friedens gelangen? All dies kann nur über das Bildungssystem funktionieren, denn es hat ja auch den Menschen über Jahrzehnte negativ geprägt.
Wir haben ein grundsätzliches Schulsystem von 10 Jahren, in welchem Kinder und Jugendliche auf das Leben vorbereitet werden sollen. Leider wird in diesen 10 Jahren durchgehend nur nach einem stumpfen Lehrplan gearbeitet, nicht aber nach einem individuellen und flexiblen System, dass alle Lebensfaktoren berücksichtigt. Dies wäre aber nötig, denn nur aus der theoretischen Informationslehre lässt sich kein starkes, demokratisches System weiterentwickeln, schon gar nicht im Bezug auf humane Basiswerte. Deshalb stelle ich hier ein 10 Stufen System vor, welches im Prinzip ganz simpel ist und die besten Methoden aus mehreren Ländern beinhaltet, als auch vollkommen neue Ansätze. Sie werden bereits in der ersten Stufe erkennen, dass es ein System ist, welches in andere gesellschaftspolitische Bereiche hineinfließt.
1. Schuljahr
Das erste Schuljahr eines Kindes muss familiär ausgerichtet werden. Sicherlich soll ein Kind Selbstständigkeit erlernen, aber nicht in Form einer Ellenbogenmentalität, sondern im Sinne des Für- und Miteinanders. Familiensinn ist wichtig und prägend für das ganze Leben, und genau deshalb müssen sowohl Eltern als auch Kinder lernen den Zusammenhalt zu stärken und füreinander da zu sein. Eltern sollen im ersten Jahr in der Form eingebunden werden, dass sie zweimal in der Woche bis zu 5 Stunden an der neuen Unterrichtsform teilnehmen. Im Sport- und Kunstunterricht zum Beispiel oder bei gemeinsamen Waldspaziergängen. Naturkunde muss in jedem Fall ab dem ersten Jahr wieder mehr an Bedeutung erlangen im Lehrplan. Diese teilweise kreativen Entwicklungsfächer bieten dann die Möglichkeit, dass man mit den Eltern gemeinsam Ideen entwickelt, sich mit anderen Familien austauscht und auch Pädagogen wieder deutlich an ihre tatsächliche Pflicht erinnert werden. Eltern bekommen so ein ganz anderes Verständnis für ihre Kinder, bekommen mit, was diese erleben und können sich auch ein Bild machen von dem Lehrkörper, was besonders wichtig ist. Der Arbeitgeber muss eine staatliche Regelung auferlegt bekommen, die Rücksicht auf die familiäre Entwicklung nimmt und diesen Freiraum einräumt, um an diesem Konzept teilzunehmen. Der Unternehmer hat davon später auch einen Vorteil.
2. Schuljahr
Im folgenden Jahr spricht man im Unterricht auch über Familienerlebnisse, lernt aufeinander einzugehen und setzt das um, was bisher auch aus familiärer Sicht vermittelt wurde. Anstatt wie bisher darauf zu setzen, dass man besser sein muss als seine Mitschülerinnen- und Schüler, hilft man sich einander und unterstützt sich gegenseitig: Schüler lernt von Schüler. Zweimal die Woche wird jetzt keine Familiensitzung mehr umgesetzt, sondern man spricht über Wünsche, Ziele und Träume der Kinder und lässt sie auch ihre Fantasie ausleben, in Form kreativen Schaffens. Eltern sind auch hier in der Form gefragt, dass man alle 14 Tage gemeinsam mit dem Lehrkörper an einer Wanderung teilnimmt. Kommunikationsaufbau, Verständnis stehen in diesem Jahr an erster Stelle, denn es ist im Zusammenhang mit dem mathematischen Einmaleins und dem ABC zu betrachten. Ein Kind, das sich verstanden fühlt und reden darf, lernt leichter und kann sich besser konzentrieren. Die Disziplinarmethode der Ruhe schon in jüngsten Jahren unterbindet die Gefühle eines Menschen und ist daher gänzlich zu untersagen.
3. - 4. Schuljahr
Die beiden letzten Grundschuljahre dienen dann der Vertiefung dieser Basiswerte. In unserem aktuellen Bildungssystem trennt man Eltern von den Kindern ab dem ersten Schuljahr, bildet sie zu Einzelkämpfern aus, und die Schwachen bleiben auf der Strecke. So manches Mal üben sogar Pädagogen Mobbing aus auf jene Schüler, die sich nicht dem Tempo anpassen können. Im Jahr 3 und 4 gilt es zudem den Wissensdurst zu wecken, und die Kinder langsam an die Wissensvermittlung heranzuführen. Allerdings unter dem Aspekt, dass sie nichts so hinnehmen müssen, sondern selber alles weiter entwickeln können, wenn es der innere Impuls sagt. Diese beiden Jahre sind besonders prägend und bereiten auf die nächste Basisebene vor, und genau deshalb ist ein System aus Asien zu übernehmen, um intensiv zu vermitteln, dass Gewalt keine Lösung ist, und Korruption das Leben zerstören kann. Im Einzelnen geht es um die Lehre Buddhas, um das Prinzip Tai Chi und Kata. Abgeleitet aus der Kampfsportkunst sollte ein jeden Tag 30 Minuten lang Wert gelegt werden, auf Bewegungstraining in Form von Kata und Meditation. So lernen Menschen in sich zu gehen, auf ihre Emotionen zu achten, auf die Bedürfnisse seiner Mitmenschen und auch die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich. Zudem entwickelt sich ein beständiges, positives Verhältnis zur Natur und anderen Lebewesen. Zum Abschluss des Unterrichtstages ist daher auch ein kleiner Spaziergang sinnvoll.
In den ersten 4 Schuljahren ist grundsätzlich zu verzichten auf klassische Hausaufgaben und auch auf eine Statuslehre. Aufgaben für zu Hause sollten sein: den Eltern beim Einkauf zu helfen, in der Natur sich zu bewegen oder eine kleine eigene Erfindung, wie ein Vogelhäuschen zu bauen. Das wäre dann Praxismathematik, Training der Sprachfähigkeit, etc. Wie viele junge Menschen haben heute Probleme laut vorzulesen, weil sie in sich verschlossen sind durch unser Lehrsystem und einfach nur die Praxis fehlt, da nicht auf zwischenmenschliche Kommunikation, ohne Angst geachtet wurde? Wenn man einem Kind in der Schule oder zu Hause immer sagt, dass es ruhig sein soll, es davon noch keine Ahnung hat oder es immer wieder vertröstet wird, sich mit Dauerstress auseinander zusetzen hat, dann ist es nicht verwunderlich, dass Verhaltensstörungen auftreten, denn in einem Käfig möchte kein Mensch aufwachsen. Denken Sie darüber einmal genauer nach, über diesen Käfig.
5. – 8. Schuljahr
Während in den ersten 4 Jahren massiv auf die Wesensentwicklung eingegangen und eine Basis für die Wissensvermittlung geschaffen wurde, dienen diese 3 Jahre nun dazu im klassischen Sinne Wissen zu vermitteln, aber den Schülern auch die Möglichkeit zu bieten, vieles selber zu erfinden und sich verstärkt auch der Natur zu widmen, denn das ist besonders wichtig in Zeiten der Pubertät. In der Ist-Situation wird der Schüler ab dem ersten Jahr bombardiert, dass er etwas erreichen muss, weil er sonst ein Verlierer sein könnte. Wissen über Wissen, aber keine Basis, die das verarbeiten kann. Verstehen Sie nun, warum es so wichtig ist, gerade die ersten 4 Jahre vollkommen anders zu gestalten? Unsere Gegenwart zeigt, dass wir keine Funktionsroboter oder skrupellose Manager benötigen, sondern kreative Menschen, offene Herzen und freie Seelen, die immer das Beste erreichen wollen, nicht im Sinne des Kapitals, sondern im natürlichen Sinne der Menschlichkeit.
9. – 10. Schuljahr
Die letzten beiden Jahren gehen wieder auf die Wünsche und Ziele der Jugend ein und befassen sich mit dem individuellen Berufsgedanken. Eltern waren gefordert in den ersten Schuljahren, und nun hat die Jugend eine Möglichkeit sich in den Berufsebenen zu erkundigen und zwar durch Befragungen der Eltern zu ihrem Berufsleben. Außerdem sind mehrere Betriebserkundungen anzusetzen. Die Idee des Schulpraktikums ist aus dem alten System zu übernehmen, da dieser Ansatz ausnahmsweise mal wirklich gut ist. Im letzten Schuljahr sollen die Klassen dann in mehrere kleine Lerngruppen aufgeteilt werden, damit man jetzt an den Fähigkeiten des einzelnen Schülers arbeiten kann, gemeinsam nach seinen eigenen, emotionalen Auffassungen. Schüler sollen sich untereinander ergänzen und sich helfen und verstehen lernen, dass Geld ein Tauschmittel ist, aber niemals als Machtinstrument missbraucht werden darf. In diesem Alter haben Jugendliche die Reife sich mit den wirklichen Hintergründen von Kriegen, etc. zu befassen, und hier hat der Pädagoge die Pflicht, auf die tatsächliche Wahrheit einzugehen und nicht auf Märchen. Auch der Einsatz von grauenhaften Kriegsbildern ist zulässig, da man nicht oft genug verdeutlichen kann, wie grausam ein Krieg ist, und das ein Mensch niemals dazu berechtigt ist, einen anderen Menschen das Leben zu rauben – sei es nun im Alltag oder im Krieg, völlig egal. Gewalt kann man über diesen Bildungsweg verhindern, denken wir nochmals gerade an die ersten 4 Jahre. Die Meditation zieht sich durch alle Schuljahre und dient als Basis der inneren Verständigung.
Sie sagen, das bringt doch alles nichts? Dann sei mir die Frage gestattet: wo hat uns das alte Bildungssystem hingeführt? Die Kriege haben nie aufgehört, es wurde immer mehr Unheil erschaffen, wir sind einander fremd geworden, zerstören unsere Natur und achten auf gar nichts mehr, nicht mal mehr auf uns selber. Alles nur, weil man Roboter erschaffen musste, die gehorchen und ausführen, nicht aber hinterfragen und ein Leben lang in der gegenseitigen Hilfe leben können.
Dies war nur ein Auszug aus einem Bildungskonzept, welches ich derzeit entwickle. Probleme lösen kann man meiner Ansicht nach nämlich nur, wenn man bereit ist selber alles daran zu setzen, neue Konzepte zu ermöglichen. Ein solches Konzept hier nun aber im Detail vorzustellen, würde jeglichen Rahmen sprengen.
Ich schließe auch hier mit einem eigenen Zitat:
Wer sich verwehrt der neuen Prinzipien, wird sich den Herausforderungen des Lebens nicht stellen können, denn nur im Denkmal der Ewigkeit wird eine Seele niemals leben können.
Ihr
Joachim Sondern




















Du denkst Dir hier ein System aus. Es sind aber Systeme, die Kinder zerstören und unsere Kinder sind wirklich so unglaublich unterschiedlich und verschieden in ihren Bedürfnissen, daß ein “System” immer an diesen vorbeigehen – und darüberhinaus Disziplinarmaßnahmen erfordern würde. Darüber hinaus kenne ich auch keine Lehrer mehr, die dazu in der Lage wären, aus der Vielfalt einer Gruppe Kinder wirklich eine Klasse zu formen. Man kann übrigens Kindern auch keine Moral und auch kein Wissen beibringen. Wie es so schön auf der Seite des BVNL (Bundesverband für natürliches Lernen) sinngemäß heißt: Kinder sind keine Gefäße, die gefüllt, sondern Feuer, die entzündet werden wollen.
Mein Vorschlag ist da ganz einfach: Schulen gehören abgeschafft.
Wer das nicht denken kann, der möge doch einfach den Wissensstand der heutigen Jugend einmal vergleichen mit dem seiner Großeltern, die nur wenige Stunden Grundschulunterricht hatten oder mit den großen Wissenschaftlern und Künstlern des 18./19. Jahrhunderts, die meist vom Elternhaus weg studieren gingen.
Ich habe meine Kinder mehrere Jahre zu Hause unterrichtet und weiß, das ein Kind in wenigen Tagen perfekt lesen lernt, mit kaum einer Stunde Hausunterricht am Tag, wenn denn der richtige Zeitpunkt da ist.
Ich sehe hier fast bildlich vor mir die ganzen bei dem geneigten Leser aufsteigenden Gründe, wozu der Nazi-Schulzwang von 1938 denn doch gut sein soll. Da kann ich nur dazu anraten, sich an der Quelle zu informieren bei Menschen, die Zuhause oder gar nicht unterrichtet wurden. Nur ein Beispiel: Ein Experiment in England ergab, daß eine Gruppe Kinder, die nicht unterrichtet wurden, ab der 8. Klasse mit Schulkindern zusammen lernen sollten. Dieses Experiment mußte abgebrochen werden, weil die unbeschulten Kinder ihren Altersgenossen hoffnungslos überlegen waren.
Mit liebem Gruß
Christian Böttgenbach
@ Infoliner
Das satzt aber vorraus, dass Eltern grundsätzlich dazu in der Lage sind ihren Kindern alles beizubringen, was total unrealistisch ist.
Außerdem würde es dazu führen, dass sich wieder eine Art Klassensystem etablieren würde, sowie zu Zeiten als Latein die Sprache der Gelehreten war.
Schulen abzuschaffen wäre das Dümmste was man tun kann. Überarbeitung des Schulsystems aber gerne.
PS Ich weiß das der Beitrag alt ist, aber das kann man so nicht stehn lassen