Wirtschaftskrise 2010 – Europa am Wendepunkt
24.05.10
Inzwischen überschlagen sich die Meldungen betreffend der Wirtschaftskrise und der daraus entstehenden Armut im Stundenrhythmus. Auf der einen Seite gibt es die merkwürdigsten Thesen, Warnungen und Vermutungen, und auf der anderen Seite versucht man auch das größte Unheil noch zu relativieren. Ein Kreislauf also, der vieles nährt, aber keine vernünftige Lösung ermöglicht. Noch sind die Würfel jedoch nicht gefallen, und auch das heraufbeschworene Ende ist noch in weiter Ferne, zumindest wenn dieser entstandene “Wendepunkt” als solcher erkannt wird, und man dementsprechend, im Sinne der gesamt menschlichen Verantwortung, handelt. Bisher jedoch waren Verantwortliche nur sehr selten dazu bereit, sich ihre gemachten Fehler der letzten Jahrzehnte einzugestehen – dies ist allerdings zwingende Voraussetzung, um die Wirtschaft im Lande zu retten und Europa wieder zu festigen.
Staatspleiten in Europa – Angst vor dem Euroeinbruch
Was aktuell in Europa vor sich geht, ist ein Trauerspiel sondergleichen. Erst muss Island sich mit einem Staatsbankrott auseinandersetzen, jetzt Griechenland und auch Spanien, Portugal und Irland stehen in der Eurozone schon in der Warteschlange. Genauer betrachtet hat auch Italien mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen, und ebenso um Deutschland steht es nicht gut, obwohl man sich überall an Staatsrettungen beteiligt. Alles nur, weil man an einem Europa festhält, was auf diese Weise niemals funktionieren kann. Damit nicht genug, denn nun versucht man auch noch die Währung zu retten, in dem sich sämtliche Staaten endgültig verausgaben. Man investiert in einen “fiktiven” Wert anstatt in das real menschliche Wirtschaftssystem, und genau diese Handlung könnte zu einem endgültigen Aus des Euro führen und letzten Endes auch zu einem Zusammenbruch der Europäischen Union.
Und ewig lockt die Börse
Und warum das ganze Wirtschaftschaos? Ganz einfach, weil gewissen Damen und Herren auf hohe Risikowetten, ja gar auf das Geschäft mit der Armut setzen, um ihren Reichtum weiter ins Unermessliche zu steigern. Fleißig wird auf Staatspleiten gesetzt, und auch das Geschäft der Leerverkäufe läuft weiter auf Hochtouren. Endlich versucht man nun aber zumindest in Deutschland ungedeckte Leerverkäufe von Staatsanleihen zu unterbinden, bzw. diese stark einzuschränken, was ein ganz kleiner Schritt in die annährend revidierende Richtung sein kann. Der Rest Europas ist jedoch mal wieder empört darüber, dass Deutschland hier schnell in Eigenverantwortung gehandelt hat. Lediglich Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero steht mit Spanien hinter dieser Entscheidung von Frau Bundeskanzlerin Merkel. Hier wird offensichtlich, dass die Finanzindustrie der Börse sofort aufschreit, wenn auch nur kleinste Anzeichen zu erkennen sind, wo Politiker vielleicht doch mal minimal im Sinne des Volkes handeln könnten. Leider bricht die Politik unter diesem Druck auch immer wieder zusammen, denn die Lobby lässt sich nicht in die Karten gucken. Offensichtlich hat man vergessen, dass die Bürger jetzt für den Wahnsinn an der Börse bluten müssen. Wenn sie zocken wollen, sollen sie dies tun, aber nur immer bis zu jenen Rahmen, den die Zocker selber als Verlust tragen können. Zockersysteme, welche aber unter Umständen die Gegenwart und Zukunft des ganzen Volkes zerstören können, sind ohne Kompromisse ganzheitlich zu unterbinden.
Das Spiel an der Börse lässt eins überdeutlich erkennen: die Gier ist der Sarg der Menschheit. Warum ist ein Mensch nicht mit Millionen zufrieden und muss daraus Milliarden machen? Warum ist es überhaupt möglich, dass einzelne Menschen unnötig viel Reichtum anhäufen können? Sollen sie ihren Reichtum doch haben, aber in einem gesunden und realem Maße. Für alles gibt es Regelungen und Begrenzungen, ja sogar schon einen Käfig, in welchem wir leben müssen – aber für Millionäre gibt es kaum Regeln und für Reichtum keine konsequente Maximalgrenze.
Wachsende Arbeitslosigkeit, weniger Verdienst, keine Sparreserven mehr
Stetig wächst die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Ältere Menschen bekommen oft gar keine Chance mehr auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben, junge Erwachsene haben immer öfter nur noch die Zukunft “ARGE” vor Augen, und viele Rentner müssen in Armut leben, sich sorgen um den nächsten Tag, obwohl sie sich ihre ruhigen Tage im Alter verdient haben. Selbstverständlich sind wir nicht am Ende, denn dann gibt es noch die Menschen, die von Zeitarbeit leben, wieder andere, die ihre Sparreserven aufbrauchen müssen und die, die bereits in dieser Zeit schon unter Brücken schlafen müssen. So etwas nennt sich soziales Europa? Sanft darf ich erinnern, dass wir uns gegenwärtig im “Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung” befinden. Natürlich, wie in der ewigen Schwingung des erzeugten Irrtums üblich, auch dieses Mal wieder nur eine illusionsbehaftete leere Phrase.
Europa muss Vorbild sein in Bezug auf ein humanes Sozialsystem. Derzeit jedoch geht alles in die Richtung des prägenden Sprichworts: “Bist Du arm, so musst Du eher sterben”. Zu groß sind einfach auch noch die Unterschiede der sozialen Standards in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU. So gilt es, endlich ein einheitliches, starkes und humanes europäisches Sozialsystem zu ermöglichen oder sich von dem Traum dieses EU-Systems zu verabschieden.
Notbremse damit ein neues Bewusstsein greifen kann
Von einem schnellen positiven Wandel zu sprechen, wäre nahezu töricht. Momentan bleibt nur noch die Möglichkeit, die Notbremse zu ziehen und diesen Negativprozess in einem direkten Prozess zu stoppen. Mitunter mag dies zu einem harten Augenblick führen, ist aber aus mittelfristiger Sicht deutlich weniger gefährlich, als alles in die Länge zu ziehen und somit den Kreislauf der Unvernunft weiterhin zu nähren. Europas Politiker äußern sich sehr eloquent, verhalten sich aber in keinster Weise so. Angesichts der Tatsache, dass wir schon 5 nach 12 haben, ist diese “Bremsung” auf dem gesamten Kapitalmarkt und in der Politik erforderlich, um “Freiraum” zu schaffen für die Entwicklung neuer Wege.
Lösung liegt in der neuen Generation und im Europa der Menschen
Neues Bildungssystem auf humaner Ebene in ganz Europa, dass kann und muss einzig und allein die Zielsetzung sein. Alte Generationen sind zu gefestigt, um sich vollkommen aus diesem Funktionskreislauf zu lösen. Der neuen Generation könnte man wieder Verständnis und Menschlichkeit vermitteln, Werte, die in diesem System immer weniger eine Chance haben zu überleben. Diese heranwachsende Generation würde dann vom Kern her ganz anders handeln und denken, und man würde deutlich mehr bewegen können, als wenn man krampfhaft versucht die gesamte alte Generation davon zu überzeugen, dass die bisher gelebte Art des “Strebens” total ungesund war. Simpel ausgedrückt geht es um natürliche Schaffenskraft und nicht um die künstliche Statuswelt, in welcher wir uns gegenwärtig befinden.
In der Tat wäre eine weitere Basissäule, auch ein Europa der Menschen zu erschaffen. Unter Europa wurden viele Kulturen vereint, viele verschiedene Probleme und Ansichten. Kläglicherweise überlassen wir als Ganzes es aber den Politikern der jeweiligen Länder etwas zu verändern, und nehmen es nicht selber in die Hand. Mag der ein oder andere auch Freunde im europäischen Ausland haben, so ist man dennoch weit davon entfernt, dies auch in Form einer gesamten Völkerkommunikation zu ermöglichen. Aus Berührungsangst entstehen noch immer viel zu häufig Vorurteile, Neid und Hass.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Wer da klammert, am Denkmal der Ewigkeit, folgt niemals dem klaren Weg der eigenen Ehrlichkeit. Drum reicht Euch die Hand in Freundschaft, so mag daraus entstehen, eine lebendige und fröhliche Leidenschaft.
Ihr
Joachim Sondern
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