Krise in Europa geht weiter: Medienwerkzeug Griechenland
07.05.10
Die Wirtschaftskrise stagnierte in Europa länger als erwartet. Nun aber erleben wir eine schnelle Talfahrt, eine Fahrt, bei der keiner mehr einen wirklichen Überblick behalten kann. Seit geraumer Zeit ist Griechenland als Pleitekandidat in aller Munde: doch trotz der deutlich sichtbaren Gefahr für die Eurozone, unterstützt man Griechenland seitens der Europäischen Union, im Schnellverfahren. Ohne Zweifel hat Griechenland schon lange ein wirtschaftliches Wachstumsproblem und ist selbst für die drohende Staatspleite verantwortlich, da Staatsbilanzen gefälscht wurden. Nach aktuellen Prognosen benötigt Griechenland 110 Milliarden Euro Nothilfe, wovon alleine 22,4 Milliarden von Deutschland zur Verfügung gestellt werden sollen. Und zwar in Form eines Dreijahresplan, wobei im ersten Jahr 8,5 Milliarden Euro fließen sollen. Innerhalb dieses Dunstkreises haben sich die Verantwortlichen quasi in Luft aufgelöst, so das man durch die „Rettungspresse“ ablenkt vom Auslöser, der Ursache dieser Griechenlandpleite. Als großer Staat kann man sich so etwas ganz offensichtlich jedoch erlauben und erhält trotzdem noch Hilfe, während sich ein Bürger schon rechtfertigen muss, wenn er wegen eines Berechnungsfehlers vielleicht mal 10 Euro zu wenig Steuer gezahlt hat. Das Ungleichgewicht ist deutlich zu erkennen, und so stellt sich die Frage, warum der Mensch nicht in der Lage dazu ist, diesem europäischen Wirtschaftschaos Einhalt zu gebieten. Gerade in solch einer Zeit sollten sich die Bürger aller europäischer Länder auf die gemeinsamen Stärken konzentrieren. Hier sprechen wir von einer menschlichen Verbundenheit, den Informationsfluss der unabhängigen, freien Gedankenwelt und die darauf aufbauende Kooperation. Viele klagen, betroffene Völker wehren sich gegen Sparmaßnahmen, weil sie die Krise nicht zu verantworten haben, doch von einem Miteinander, ein Europa der Menschen will keiner etwas wissen. Eigentlich traurig, denn gerade wenn die Kette der Statisten keine anderen Möglichkeiten mehr hat, ist das mitunter die Lösung, der einzigste Weg der noch bleibt.
Portugal, Irland und Spanien sind nächste Pleitekandidaten
Viele Chancen wird es gewiss nicht mehr geben für Europa, denn Portugal, Spanien und Irland stehen bereits in der Warteschlange. Damit nicht genug, denn Italien und Deutschland haben ebenfalls hohe Staatsschulden. Im Fall Italien sprechen wir von etwa 1,8 Billionen Euro, eine Summe, die auch Deutschland bald erreicht hat – aktuell mit einer Schuldensumme von über 1,7 Billionen. Jenes Land, welches im Moment überall helfen soll, sitzt also selber im Zentrum der drohenden Armut. Hinter dem Humanitätsvorhang hat man hier ein Pokerspiel begonnen, dessen Ausgang nicht kalkulierbar ist. Griechenland dient doch nur noch als „Medienwerkzeug“, um über die Gesamtsituation der Europäischen Union hinweg zu täuschen. An allen Ecken wackelt es, doch in einem Informationssturm der 1000 „Fakten“, hat man mal wieder nach alter Manier ein „Opfer“ erzeugt, welches sich in den Köpfen der Leute verankert hat. Der Blick der Masse wurde unbemerkt fixiert auf ein Land.
Frust der Völker verständlich – doch wo bleibt der Zusammenhalt?
Egal wie man es sieht, die Leidtragenden sind die einfachen Bürger und zwar in allen europäischen Ländern, nicht nur in Griechenland, Spanien, Deutschland, Portugal, Island, Italien oder Irland. Inzwischen wird in Griechenland protestiert und leider auch randaliert, wegen der Sparpolitik, die mal wieder gänzlich zu Lasten der griechischen Bürger geht. Im Grunde verständlich, denn nicht die „Kleinen“ haben die Krise zu verantworten, sondern jene Zocker, die den Hals einfach nicht voll bekommen und für die das Risikogeschäft eine Art Rausch ist. Doch im Irrgarten des ewigen Nebels gibt es kein Verständnis unter den Völkern Europas für die Situation des Anderen. Im Gegenteil, alle lassen sich gegeneinander ausspielen: die Deutschen sind sauer, dass sie wieder für Griechenland zahlen müssen und wollen nicht mehr für die Fehler der Anderen bluten, sie sind wütend darüber, dass die griechischen Bürger Randale machen und Deutschland sogar noch angefeindet wird. Sind die Mentalitäten des Anderen so schwer zu verstehen, in einem Kreislauf der Akzeptanz und Toleranz? Selten bleibt ein Volk so ruhig wie Deutschland, wenn es so sehr leiden muss. Nur weil sie sich intensiver zu Wehr setzen, sind es noch lange keine schlechten Menschen. Keiner von uns hat diese Krise zu verantworten, denn wir als Gesamtheit haben eine Leistung erbracht, wodurch ein starker Sozialstaat entstehen konnte und noch immer hätten wir große Reserven, wenn wir massiv dafür eintreten würden, dass Anleger und Banken für ihre Fehler alleine die Verantwortung zu tragen haben und nicht das Volk. Wenn sie dennoch Steuergelder benötigen, sollen sie diese bekommen, müssen dem Volk aber Sicherheiten bieten können und einen ordentlichen Zinssatz zahlen, der sich anhand der Bonität errechnet. Schließlich erhält ein kleiner Unternehmer nach einem wirtschaftlichen Fall ja auch nicht einfach so einen Zweitkredit, bzw. bekommt gar keinen mehr und wird so in die endgültige Armut getrieben. Somit können Banker und Anlegerpublikum sich glücklich schätzen, wenn die Gesamtheit des Staates überhaupt noch Verständnis für dieses katastrophale „Fehlverhalten“ aufbringen kann.
Wir dürfen gerade in dieser Zeit keinen Hass oder Neid aufeinander entwickeln, sondern müssen über Grenzen hinweg den bürgerlichen Zusammenhalt aufbauen, festigen und auch über lange Zeit hinweg pflegen. Die Bürger aller EU Länder sind im Prinzip gleichermaßen betroffen und müssen sich mit der EU Politik auch gleichermaßen auseinandersetzen. Ja, es gibt Zeiten, da muss der Ton schärfer werden, doch das geht nur miteinander. Einige wollten dieses Europa mit Sicherheit nicht, doch jetzt ist es da, und es liegt an uns, daraus ein Europa der Menschlichkeit zu formen und es anschließend zu gestalten. Vorbild könnten wir sein in der Welt, zeigen wie es funktionieren kann. Völkerzusammenhalt stuft, bedingt durch das sich aufbauende Verständnis füreinander, zeitgleich den Geldwert herab, entzieht diesem Tauschwerkzeug den Stellenwert, was wiederum zu einer Beruhigung und Gesundung der Gesamtlage führen würde, auch in Bezug auf den natürlichen Lebenskreislauf.
Banken dürfen keine Plattform sein für Las Vegas Zocker
Da geht es um menschliche Schicksale, um alle europäischen Nationen, und die Anleger haben nichts besseres zu tun, als auf Staatspleiten zu setzen und damit noch Kapital zu erwirtschaften. Ungeachtet der Tatsache, dass auch ihr angehäuftes Vermögen nichts mehr Wert ist, wenn rundherum um sie alles zusammenbricht. Was nach außen hin auf den ersten Blick scheinbar nur eine Wirtschaftsfrage sein kann, ist in Wirklichkeit eine Belastung des natürlichen Kreislaufs. Durch die Gier der heutigen Zeit wird die Natur ausgebeutet, gefordert und die Regeln, die uns ab Geburt für ein harmonisches Miteinander mit auf den Weg gegeben wurden, in jeglichen Belangen missachtet. Anleger scheinen nur noch den Moment zu sehen, den Augenblick; nicht mal mehr ihren eigenen Vorteil betrachten sie mit Weitblick, denn dann müssten auch diese Damen und Herren erkennen, dass sie ebenso von allem getroffen werden können und das weniger oft mehr ist.
Raus aus dem Sumpf
Besonders ironisch wird der Windzug, wenn Staatsoberhäupter behaupten, dass es aktuell keinen Weg gibt, der konstant aus diesem tiefen Tal führt. Fangen wir doch einfach mal mit der Umverteilung an und staatlichen Gesetzen, die einen Sinn hätten. Warum darf zum Beispiel auf Staatspleiten gesetzt werden? Ein Geschäft mit der Armut von Millionen Menschen ist hier zu erkennen, und genau das gilt es zu unterbinden. Spekulationen dieser Art sind zu untersagen, genau wie jegliche Leerverkäufe, die nur zu gern getätigt werden. Des Weiteren haben bei einer Staatspleite erst jene Damen und Herren für diesen Fehler gerade zu stehen, die ihn auch zu verantworten haben. Es bedeutet, dass hier das Privatvermögen oft in Milliardenhöhe nicht mehr geschützt ist, sondern eingezogen wird, um das Finanzloch im Staatshaushalt zu füllen.
Im weiteren Verlauf gilt es eine Kapitalobergrenze per Gesetz festzulegen. Es kann und darf nicht angehen, dass der Kreis der „Eliten“ Milliarden bunkert, während das Volk immer ärmer wird. Natürlich geht es nicht darum Reichtum zu untersagen, sondern lediglich diesen zu begrenzen. Zum Beispiel kann man eine Kapitalobergrenze von 3 Millionen Euro setzen. Welcher Mensch gibt auf normalen Wege 3 Millionen in seinem Leben aus? Die meisten Menschen werden so viel Geld nie besitzen. Ein Multimillionär, welcher z.B. 30 Millionen Euro besitzt, müsste dann 27 Millionen Euro in den staatlichen Sektor investieren, z.B. in Kindergärten, Schulen, in Firmen, die Arbeitsplätze schaffen, etc. Wobei es ganz allein in seinen Händen liegt, die Kapitalobergrenze für sich zu erhöhen, berechnet nach dem Menschlichkeitsfaktor. Wenn dieser von diesem Mehrbetrag eine eigene Firma gründet, mit sagen wir einmal 300 Angestellten, dann dürfte er als Privatvermögen, z.B. 4 Millionen Euro besitzen. Aber nicht nur die Zahl der Angestellten darf bei dieser Berechnung relevant sein, sondern auch die Bedingungen, unter welche diese beschäftigt sind: vernünftige Löhne, kreativer Entwicklungsraum, ermöglichte Familienfreizeit – all das muss berücksichtigt werden im Humanitätsfaktor.
Des Weiteren sind Sozialfonds der Banken aufzubauen, die gestrandeten Personen eine zweite und wenn nötig auch mal eine dritte Chance einräumen. Das Bankensystem hat in der Not den Bürger, und so muss die Bank in fruchtbaren Zeiten auch direkte Volksarbeit an der Basis leisten, denn anders kann ein System nicht ausgeglichen funktionieren. Jene Sozialfonds dürfen natürlich nicht verzinst werden, und je nach Unternehmungen sollten daraus auch nicht rückzahlbare Unterstützungen gewährt werden. Gehen wir mal davon aus, dass alleine eine einzige Privatbank ein Sozialfond in Höhe von 30 Millionen Euro im Jahr aufbauen kann, und das wir im Umkreis dieser Bank 1000 Kleinunternehmer damit beleben, so stehen für jedes Unternehmen allein 30.000 Euro zu Verfügung. Wird hingegen direkt eine Mittelstandbasis aufgebaut, um mehr Menschen zu beschäftigen, so gehen wir von 100 Mittelstandsunternehmen aus, die man je mit 300.000 Euro unterstützen könnte. Schnell wird ersichtlich, welch enorm große Wirkung das hätte im Bezug auf die tragende Realwirtschaft. Genau betrachtet, haben wir hier nur mit einem Minimalsatz gerechnet, bedenkt man, was die Privatbanken für Summen an jedem Tag umsetzen.
Im letzten Schritt sind dann wir alle gefragt, denn wer fordert, muss selber auch geben können. Kleinunternehmer müssten sich fortan so strukturieren, dass sie ergänzend in Form des Miteinanders arbeiten und nicht mehr den Konkurrenzkampf frönen. Schließlich wollen wir ja auch nicht das Börsianer zocken und mit dem Risiko spielen. Allgemein muss zudem das Geld an Wert verlieren, wenn es um unser aller Leben geht. Als Tauschmittel zu zahlen ist es somit zwar weiterhin geeignet, aber man könnte mit Geld weder totale Macht erlangen noch sich einen großen Vorteil verschaffen. In der Tat wäre es also zwar noch immer ein Konsumelement, aber kein Werkzeug, welches einzig und allein oftmals den ganzen Lebensablauf bestimmt. Durch die neue Art der Umverteilung in Verbindung mit dem Wegfall des jetzigen Steuersystems wäre eine Sicherung vorhanden, die zwar für alle Bürger mehr Verantwortung mit sich bringt, aber auch totale Manipulation aller Märkte verhindern würde.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Im Moment der Vordergrunddarstellung möchte der Hauptakteur die wahre Ursache im Verborgenen hüllen, um auf ewig seinem eigenen Interessenhintergrund treu zu bleiben und seinen Status zu erhalten.
Ihr
Joachim Sondern
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