Die politische Strategie im Hintergrund
17.05.10
Seit Jahrzehnten setzt sich in Deutschland immer die gleiche etablierte Politik durch, und so manch ein Bürger wird sich sicherlich fragen, wie das möglich ist, obwohl unsere Politiker uns doch laufend enttäuschen. Schnell verläuft man sich in ein Gedankenspiel, ohne aber tatsächlich die Strategie dieser politischen Landschaft zu verstehen. Wer vermutet, dass hinter diesem Konzept nichts Neues steckt, der hat damit nicht ganz Unrecht, denn in der Tat verbirgt sich dahinter eine Taktik, die schon sehr alt ist. Einige Menschen wird es lediglich verwundern, aus welchen Sichtweisen man große Menschenmassen, dass einfache Volk, betrachtet. Nach langen Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, Ihnen eine bestimmte Lehre der politischen „Raubritter“ näher zu bringen: wollen wir als Gesellschaft etwas positiv beeinflussen und an Prozessen mitwirken, müssen wir schließlich auch das Grundgerüst hinter diesem scheinbar unüberwindbaren Bollwerk verstehen.
Lehrbuch „Sunzi – Die Kunst des Krieges“
Unsere antihumane Politik entwickelte sich durch „Sunzi – Die Kunst des Krieges“ ein zweieinhalbtausend Jahre altes Buch der chinesischen Kriegskunst, welches in einem ungewöhnlichen Kontrast den Weg des eigentlichen Friedens aufzeigen soll. Wie immer bei guten Absichten gibt es auch Gestalten, die sich diese „Kunst“ zu eigen machen, um sie im negativen Sinne zu missbrauchen. Gerade solche aufgezeigten Möglichkeiten sind prädestiniert für den Einsatz als eine Art Werkzeug, um den Machterhalt zu festigen. Umso wichtiger ist es, dass wir als Bürger uns mit dem auseinandersetzen, was uns im Alltag beeinflusst. Leider lässt es sich deshalb nicht umgehen, gewisse Inhalte aus Sunzi zu zitieren. Zum einen soll Ihnen die nachfolgende Erklärung und Vertiefung in die „Kriegskunst“ deutlich machen, wie das politische Systeme genau funktioniert, und zum anderen gleichzeitig auch darauf hinweisen, welche Möglichkeiten sich für uns alle auftun, wenn wir als Ganzes ebenfalls über das strategische Basiswissen verfügen. Im Laufe der folgenden Erklärungen werden Sie merken, dass es auch nur als Kernpunkt gesehen werden kann, in welchem jedoch unendlich viele Variationen möglich sind.
Einer der bekanntesten Sätze aus diesem Buch ist:
„Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen.“
Hier ist von List die Rede, von Täuschung und Intrigen. Um einen Menschen in die Knie zu zwingen, bedarf es keinen „offenen“ Kampf, denn dieser hat von allen Strategien immer am wenigsten Wirkung. In einem Krieg geht es darum, den Schaden auf der eigenen Seite sehr gering zu halten und auf die eigenen Leute zu achten, gleichzeitig aber auf der Anderen für große Unruhen und einen Selbstzerstörungsrhythmus zu sorgen: dadurch schont man die eigenen Kräfte und gewinnt an Ressourcen, ohne das man selber ein großes Risiko eingehen muss. Politisch betrachtet, auf unsere jetzige Zeit, dienen hierzu „Brot und Spiele“. Bürger, welche ihre freie Meinung äußern und ihre Erkenntnisse an andere Menschen weiter geben möchten, müssen nicht selten mit Job- oder gar Existenzverlust rechnen. Der restliche Teil der Gesellschaft kommt erst gar nicht auf die Idee, etwas gegen Ungerechtigkeit unternehmen zu wollen, denn durch die Spaßgesellschaft der Realitysoaps, ewigen Discos und Ignoranz, ist der freie Geist gelähmt. Schon im Ansatz wird der Widerstand verhindert, so das man den humanen Schein wahren kann und es keinen Kampf bedarf. Ein solcher könnte ja auch die herrschende Politik aus dem Gleichgewicht bringen und doch für frischen Wind sorgen, in der vermoderten Landschaft: das jedoch will man unter allen Umständen verhindern.
Aber auch für das einfache Volk ist diese Erkenntnis von Bedeutung, denn was im negativen Gedanken funktioniert, kann man auch auf positiver Ebene anwenden, so wie auch eigentlich angedacht. Prinzipiell brauchen wir nicht auf diesen politischen Kreislauf zu schimpfen und dürfen schon gar nicht zulassen, dass Gier, Hass und Neid noch größer werden im Gesellschaftsleben. Alle Probleme in unserem Land sind entstanden, weil wir als Gesamtheit diese mit getragen haben und der menschliche, verständnisvolle Umgang vollkommen verloren gegangen ist. Simpel ausgedrückt: man verbaut für die Kleinen das Wirtschaftssystem, man erschwert uns durch den Bürokratenwahnsinn das Leben, und wir verschwenden unsere Kraft, in dem wir dagegen angehen und erreichen letztendlich kaum etwas. In diesem Moment hat sich der Bürger auf einen Kampf eingelassen, ohne das man offensichtlich gegen ihn kämpft. Genau auf diese Weise zwingt man im System lebende Menschen dazu, ihre Energie sinnlos zu verschwenden. Wenn man uns die Wirtschaft kaputt macht, so lasst uns in diesem Kreislauf einen eigenen neuen Kreislauf aufbauen, unabhängig von dem schon vorhandenen System. Es wird ineinander fallen, wenn man keine „Masse“ mehr hat. Im Konkurrenzwahn hetzt man uns gegeneinander auf und verhindert so, dass wir konstruktiv, in Form einer gegenseitigen Hilfe unsere Gegenwart retten und unsere Zukunft aufbauen. Lasst uns doch einfach voller Freude Vertrauen zueinander aufbauen, nicht im Konkurrenzgedanken leben, sondern in der ergänzenden Art und Weise des Lebens. Alles liegt in diesem Zusammenhang nur an uns.
Weiter heißt es in Sunzi:
„Wenn du ein Gesetz erlässt, dann achte darauf, daß es nicht gebrochen wird; wenn es aber gebrochen wird, dann muß der Schuldige mit dem Tode bestraft werden.“
Hier kommen wir gezielt auf die Justiz zu sprechen. Dieser Satz lässt deutlich erkennen, warum es noch immer die Todesstrafe gibt in anderen Ländern, und warum diese auch wieder in Europa von Bedeutung ist, durch den Vertrag von Lissabon. Je mehr die schweigende Masse über Hintergründe nachdenkt und diese hinterfragt, desto mehr Gesetze werden verabschiedet, welche die Freiheit der Gesamtheit einschränken und ehemals gegebene Rechte wieder aufhebt. Paragrafendschungel nennt man das Ganze auch im Volksmund und bezeichnet nichts anderes, als ein komplexes Gerüst verschiedener in sich aufhebender Gesetze, die alles aber auch nichts besagen. Über die letzten Jahrzehnte haben Gesetze einen Bürokratenstaat aufgebaut, der die Menschlichkeit unterdrückt hat, und so konnte man ohne Todesstrafe auf die Einhaltung der Gesetze achten.
Um den Alltag von uns Bürgern zu regeln und alles in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen, bedarf es einiger Regelungen und Gesetze, die die Freiheit und Menschenwürde wahren. Gegenwärtig bestimmen Gesetze aber unseren täglichen Lebensablauf, und dass ist in keinem Fall gesund. Die Fülle an Gesetzen zwingt uns indirekt ein Leben auf, und genau dazu dienen Gesetze nicht. Vielmehr geht es doch darum ein gegenseitiges Verständnis aufzubauen, ein friedliches und harmonisches Miteinander zu ermöglichen, und das ist nur aus der Vernunft der Einzelnen heraus möglich. Durch ein offenes und faires Miteinander verhindern wir, dass Gewalt überhaupt entstehen kann, und das sich Menschen gegen das Gesetz auflehnen. Wo keine Angriffsfläche ist, ergeben Gesetze keinen Sinn mehr, und nur über diesen Weg lassen sich diese letzten Endes auch reduzieren.
Einer der wichtigsten Lehren aus Sunzi lauten wie folgt:
„Jede Kriegführung gründet auf Täuschung. Wenn wir also fähig sind anzugreifen, müssen wir unfähig erscheinen; wenn wir unsere Streitkräfte einsetzen, müssen wir inaktiv scheinen; wenn wir nahe sind, müssen wir den Feind glauben machen, daß wir weit entfernt sind; wenn wir weit entfernt sind, müssen wir ihn glauben machen, daß wir nahe sind.“
Genau auf dieser Grundlage ist unser politisches System aufgebaut. Vieles ist einfach nur noch eine Illusion, eine Täuschung der Zeit. Wenn Parteien fähig sind zu handeln, müssen sie unfähig erscheinen, um sich ein leichtes Leben zu machen. Ähnlich sieht es aus, wenn es um den Einsatz ausführender Organe wie Militär oder Polizei geht, auch Streitkräfte genannt. Diese werden heute oft zu Unrecht gegen Bürger eingesetzt, die einfach nur Missstände anprangern, und doch wird der „Schein“ erweckt, dass man inaktiv sei und im Rahmen der Demokratie so einiges zulässt. Durchaus sind auch manche Menschen weit von uns entfernt, doch im Lebenskreislauf der Gesellschaft täuschen sie uns mit trügerischen, warmen Worten eine gewisse Nähe vor, wie auch unsere Politiker vor der Wahl. Andere wiederum, die uns wirklich nahe stehen, gehen auf Distanz, aus Angst verletzt zu werden.
Bezugnehmend auf diesen Komplex kann es so nur funktionieren, weil auch wieder das menschliche Miteinander stark zu wünschen übrig lässt. Ehrliche Worte zählen, und dass man sich für andere nicht verstellen muss. Aktuell leben wir in Form eines ewigen Maskenballs, denn man passt sich meist so an, wie es von einem verlangt wird. So etwas stellt die Welt in ein monotones Licht und beraubt uns jeglicher kreativer und individueller Lebensform. Dabei ist es gerade der kreative Lebensfluss, welcher die Täuschung verhindern kann.
So lautet eine weitere wichtige Lehre wie folgt:
„Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“
Dieser kurze und doch effektvolle Lehrsatz beinhaltet eine der wichtigsten Punkte, um im Leben zu bestehen: halte deinen inneren Ehrgeiz aufrecht und sei immer bereit neue Dinge zu lernen, ohne dich dabei jedoch endgültig zu verausgaben. Tatsächlich können wir davon ausgehen, dass eines der größten Probleme unseres heutigen Gesellschaftslebens darin besteht, dass der Mensch immer weniger Selbstachtung in sich trägt. Jeder verbiegt sich, passt sich an, um seinem Statuswunsch ein Stück näher zu kommen. Dass man sich dadurch aber weiter von seinen eigenen Träumen und Zielen entfernt und innerlich leblos wird, will kaum jemand erkennen. Im politischen Handbuch wird natürlich konsequent nach dieser Methodik vorgegangen, denn auch das Überwachungsprinzip beruht auf diese Weisheit Sunzi’s. Egal in welchem Fokus wir die Kernthematik betrachten: fest steht, dass jegliche Eigenschaften der Bürger aufgezeichnet werden. Sei es für statistische Zwecke, um zielgruppenorientiertes Marketing zu betreiben oder einfach, um uns als Gesamtgesellschaft auf vorgegebenen Kurs zu halten. Das ist keine demokratische Freiheit, denken Sie? Richtig, denn eine solche wird zwar propagiert, ist aber bis heute nur eine schleierhafte Utopiewolke geblieben.
Besonders achten sollten man auch auf diesen Inhalt Sunzi’s:
„Richtig angewendete indirekte Taktiken sind unerschöpflich wie Himmel und Erde, endlos wie das Gleiten von Flüssen und Strömen; wie die Bahnen von Sonne und Mond enden sie, um von Neuem zu beginnen; wie die vier Jahreszeiten vergehen sie und kehren wieder.“
Hier müssen wir an der Stelle ansetzen, wo der Stratege sein Gegenüber einschätzen kann, auf Grund der Daten und Fakten, welche ihm vorliegen, und was aus den eigenen Beobachtungen bekannt geworden ist, in Bezug auf die Charaktermerkmale. Im täglichen Leben offenbaren sich immer Charaktereigenschaften, auch wenn man diese versucht zu verbergen. Demnach ist die Beobachtung die effektivste und beste Möglichkeit, um sich auf zukünftige Ereignisse vorzubereiten. Umgesetzt wird das Ganze dann, je nach Anliegen, durch den Mantel der indirekten Taktik. Eine indirekte Taktik gleicht einer Intrige und ist somit eines der schlimmsten Werkzeuge im ewigen Machtspiel, da man diese Taktiken nicht erkennen oder gar einschätzen kann, und so kann ein und der selbe Schachzug in verschiedenen Masken über Jahrzehnte hinweg immer wieder zum Einsatz kommen. So kann man Menschen das Gefühl vermitteln, dass sie ja dazugelernt haben und solche Machenschaften nicht mehr dulden, und auf der anderen Seite kann man genau diese unbemerkt auf gleichem Wege also wieder ausüben. Diese Lehre ist variabel, im gewissen Sinne kreativ, aber unser Gesellschaftsleben ist es nicht mehr, und somit gibt es kein Patentrezept gegen diese Taktiken.
Einer der wichtigsten Lehren, die man vermitteln will, ist folgende:
„Der kluge Kämpfer achtet auf die Wirkung der kombinierten Energie und verlangt nicht zu viel vom Einzelnen. Er zieht individuelle Talente in Rechnung und benutzt jeden Mann, seinen Fähigkeiten entsprechend.“
Tatsächlich sind wir nun an einem „Wendepunkt“ angelangt, wo der heutige politische Kreislauf seine Schwächen zeigt, und genau darin liegt aber die Stärke der Bürger, die für Menschlichkeit einstehen, nur muss diese erkannt werden. Wir leben in einer monotonen Gesellschaft, einem Leben, das nach Normen geführt werden muss, denn sonst bekommt man mitunter auch so manches Mal seine Existenz abgesprochen und gilt als nicht fähig. Individualität, Kreativität und eigenen Gedankenströme sind bedeutungslos geworden im Mainstream, denn auch als Talent wird nur anerkannt, was in Listen geführt wird. Kein kluger Schachzug also, und genau daraus bieten sich Möglichkeiten. Als Bürger muss man nicht immer durch Demos auf Unrecht aufmerksam machen oder aus dem Rahmen fallen, denn wenn sich in einer Monotonie wirkliche kreative Gemeinschaften entwickeln, ist das schon der Weg zum Ziel, auf welchem man keine Energie verliert als Einzelner, sondern diese bündelt. Friedlicher lässt sich eine lebenswertere Welt nicht aufbauen und bewahren. An dieser Stelle kann man nur immer wieder betonen, dass das Wissen einer Kriegstrategie, dem wahren Frieden sehr dienlich sein kann.
Gehen wir noch einen Schritt weiter im Sunzi
„Wenn er sich sammeln will, dann lasse ihm keine Ruhe. Wenn seine Streitkräfte vereint sind, dann zersplittere sie. Greife ihn an, wo er unvorbereitet ist, tauche auf, wo du nicht erwartet wirst.“
Denken wir an Bürgeransammlungen von mehr als 7 Personen, die unter anderem auch als Demo angesehen werden. Nicht selten taucht der verlängerte Arm des Gesetzes auf, um sich sofort zu erkundigen, ob hier evtl. ein bürgerlicher Protest entstehen könnte. Unsere Einigkeit wurde durch den Karrierewahn, durch die pure Sachgier schon längst zerstört. Man hat eine künstliche Plastikwelt erschaffen, und genau in diesem Käfig bewegen sich brav alle Einwohner. Wir waren unvorbereitet auf einen schnellen Einbruch des Sozialsystems, und genau hier wurde eine Armut etabliert, und wir im Moment für diese sensibilisiert. Doch auch wir können diese Erkenntnis im Sinne der Menschlichkeit nutzen. Wo unmenschlich gehandelt wird, müssen wir uns zum Netz der Freundschaft vereinen, dürfen der Unvernunft keine Ruhe lassen, keine Möglichkeit sich zu entwickeln.
Das können wir daraus lernen und nutzen
Wir können aus Sunzi sehr viel lernen und genau daraus auch ein Konzept entwickeln, welches realistisch anwendbar ist auf unsere heutige Lebensform. Wenn uns diese „Kunst des Krieges“ aber eines ganz gewiss lernen sollte, dann den menschlichen Frieden. Dieser beginnt niemals im Großen, sondern in kleinen Zellen, die sich auf das Gesamtbild übertragen. Eben deshalb ist Sunzi auch von so monumentaler Bedeutung.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Im Leben kann nur eine Strategie von Bedeutung sein – jene die den Mensch in den Mittelpunkt stellt und das Miteinander der tragenden Welle ermöglicht.
Ihr
Joachim Sondern
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