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Bildungsreform der Zukunft – der Mensch im Mittelpunkt

Verfasst von: admin am Mai 23, 2010 Kein Kommentar

23.05.10

Politik und Gesellschaft sind sich einig: um die Bildung im Land ist es schlecht bestellt. Nicht selten ist gar die Rede von einer maroden Bildungspolitik, welche in sich zusammenfällt. Andere Kritiker hingegen behaupten, dass die Probleme nur entstanden sind, weil Bildung zu einer Finanzfrage geworden ist. Eins haben sie alle jedoch gemeinsam: sie suchen nach Lösungen in einem Kreislauf, welcher keine Antworten haben kann auf die wichtigen Fragen der Bildung, da es sich hierbei um jenen stillen Sturm handelt, welcher als Auslöser für diese ganze Bildungsmisere zu betrachten ist. Bildung sollte als Form der freien, menschlichen Entwicklung betrachtet werden und nicht missbraucht werden, um Menschen zu manipulieren, sie gleichzuschalten. Ist es richtig, dass man bei der Bildung Finanzfragen stellen muss? Ist die zwanghafte, druckerzeugende und rein sachliche Wissensvermittlung der richtige Weg, um einen jungen Menschen auf das spätere Leben vorzubereiten? Sind Pädagogen nicht vielmals nur noch darum bemüht, ihren Beruf so angenehm wie möglich zu gestalten? Weshalb erhöht man den Druck auf seine Kinder, nicht aber auf Lehrkörper und Staat? Welche Rolle hat der Kleinunternehmer in dieser Bildungsreform? Wie wichtig ist die Natur im Bezug auf die Wissensvermittlung? Fragen, über die man nicht spricht, auf die kaum jemand antworten möchte, da man einfach nicht ablassen kann vom Denkmal der Ewigkeit.


Warum ist ihr Kind unruhig?

Fangen wir aber doch mal ganz vorne ab, bei dem Verhalten der heutigen Jugend. Immer häufiger trifft man auf ratlose Eltern, die nicht verstehen, warum ihr Kind Angst hat, warum es unruhig aus der Schule kommt, immer öfter erkrankt oder gar zur Gewalt neigt. Nicht selten fällt der Satz: Kind, das musst du aushalten, die Schule bereitet dich aufs Lebens vor, uns hat es auch nicht umgebracht dieser Druck, reiß dich zusammen. Entschuldigen Sie, aber da wundern Sie sich noch, dass Jugendliche immer wieder ausbrechen, sich flüchten in fatale Irrwege? Ehrlich gesagt ist das gar nicht verwunderlich, denn wenn man einen heranwachsenden Menschen aus einer so monotonen Sicht formen möchte,  dann kann dieser das nur selten verarbeiten. So ein Verhalten gleicht einer Abfertigung nach Schema F, und genau das darf es in der Erziehungsphase nicht geben. Sie wissen nicht mehr weiter, verstehen die Aussagen der Kinder in jungen Jahren nicht mehr? Schon mal darüber nachgedacht, dass Sie durch Ihre Haltung vielleicht mit dafür verantwortlich sind, dass junge Menschen ihre bunte und frohe Kindheit immer eher aufgeben mussten, sie eintauschen gegen diesen viel zu grauen Alltag? Sehen Sie in jungen Menschen doch auch mal eine Chance von ihnen zu lernen, von dem noch freien und unbefangenen Wesen gewisse Momente in sich aufzunehmen und die eigene Kindheit wieder zu entdecken in der Seele. Herzen ohne jegliche Kindheitsgefühle altern schneller, als wir das Leben in uns überhaupt realisieren können.  Warum hören Sie zum Teil mehr auf Pädagogen als auf Ihr eigenes Kind? Heranwachsende werden wegen einer kleinen Störung, wegen zu starker Aktivität gleich zu einem Psychiater geschickt, doch kaum ein Pädagoge landet dort. Mitunter sollte so manch ein Pädagoge darüber nachdenken, ob er diese Hilfe nicht selber benötigt, anstatt alles aufs Kind abzuwälzen. Tatendrang, Individualität und die eigene charakterliche Note sind schließlich keine Krankheiten, sondern natürliche Entwicklungszustände von Menschen in jungen Jahren, die es zu fördern und nicht zu unterdrücken gilt.


Keine Roboter – Mensch ist aus der Natur entsprungen

Immer schneller, höher und besser – das ist das Motto, welches die heutige Zeit dramatisch prägt. Schon ab der Grundschule bekommen Kinder heutzutage den eisigen Wind zu spüren, wie es ist, wenn man dauerhaft unter Druck steht und die Erwartungen täglich schlimmer werden, und die eigene Seele gar die Luft zum Atmen rauben. Schlimm genug, dass unsere Gesellschaft nur noch auf der Überholspur lebt, aber deswegen muss man noch lange nicht die heranwachsende Generation in dieses Muster hineindrängen, wo doch gerade dies eine Chance wäre, diesen dunklen Pfad endlich zu verlassen und wieder in einen natürlichen Lebenskreislauf zu finden. Unruhe im Menschen entsteht meistens daraus, dass er sich dem selbst auferlegtem Druck nicht mehr gewachsen fühlt und sich bereits so weit von der Natur entfernt hat, dass er durch diese keine Energie mehr in sich aufnehmen kann. In seinem eigenen Leben ist der Mensch also zu einem Fremdkörper geworden, da die Natur um einiges intensiver und um ein vielfaches größer ist, von der eigentlichen Dimension her betrachtet, als es der Mensch jemals sein wird. Aus dem Masseneffekt heraus wird es also niemals gelingen, die Naturgesetze zu verändern, und so gilt es hier einfach anzunehmen, was diese uns an jeden Tag schenken und genau daraus Wissen, Intelligenz und vor allem Lebensgefühl aufzubauen. Geht es darum für das Leben zu lernen, so gibt es keinen besseren Lehrweg als den der Natur und der daraus resultierenden Selbsterkenntnis.


Kreativität ist wichtig

Jungen Menschen darf man einfach nicht ihrer kreativen und visionären Gedanken berauben. Genau diese Gedankenentwicklungen gilt es zu fördern und daraus ein Bild, ja gar ein Fluss des Ehrgeizes zu entwickeln, der aber nicht auf dem Prinzip der Überholspur aufbaut, sondern das unterstützt, was dem Menschen hilfreich sein kann im Leben: ein Füreinander, ein Miteinander, Ehrlichkeit und ein Verständnis für die Natur und seine Mitmenschen. Aus einem Traum, gar aus einer Vision heraus sind schon viele großartige Impulse entstanden und deshalb auch nicht nachvollziehbar, warum dies in den letzten Jahrzehnten so unterbunden wurde.


Wissen nicht gleich Intelligenz

Massiv ging man dazu über, den Menschen ein Standardwissen zu vermitteln, bestehend aus fertigen Satzbausteinen und Zahlen. Wer dies in sich aufgenommen hatte, konnte es in den letzten Jahrzehnten ohne Gewissen nach oben schaffen, während Individualisten an den Rand der Gesellschaft gestellt wurden. Zu bedenken ist hierbei allerdings, dass keine Neuheit, keine Erfindung aus reinem Wissen entstanden ist, sondern aus der freien, sachlichen Intelligenz, welche wiederum aufbaut auf der emotionalen Intelligenz. Aus dem Kontext heraus ergibt sich also, dass bei einer neuen Bildungsreform das individuelle Verhalten des Menschen im Mittelpunkt steht – darauf muss eingegangen werden. Alles andere gleicht nur einer “Massenzucht”, nicht aber einem humanen und demokratischen Lehrsystem. Intelligenz oder besser gesagt natürliches Denken kann sich nur im Zusammenspiel von Verständnis, Mitgefühl und Natur entwickeln.


So könnte die neue Bildungsreform der Zukunft aussehen

Natürlich ist es nicht einfach eine solche Bildungsreform umzusetzen, da diese auf ein vollkommen neues, menschliches Bewusstsein aufbaut. Trotzdem ist es in relativ kurzer Zeit möglich, diesen Prozess so zu gestalten, dass er nicht in der Ewigkeit versinkt. Selbstverständlich nur, wenn die Schar der Narren endlich bereit dazu ist, sich für vollkommen neue Gedankengänge zu öffnen und diese selber auch in der Praxis umzusetzen.

 

Der Kleinunternehmer als zentraler Punkt der lebensnahen Lehre und Ausgangsbasis für die weitere Lebenslehre. Diese Unternehmen haben nämlich als Schnittstelle eine besondere Aufgabe: sie können wichtige Erfahrungswerte vermitteln, die Tücken des Handels aufzeigen und auch die Werthaltigkeit einer zwischenmenschlichen Verbindung deutlich machen.

Im nächsten Schritt wäre die theoretische Lehre umzustellen, wozu es erforderlich wäre, alle Pädagogen umzuschulen. Dahingehend, dass der Unterricht an sich deutlich farbenfroher gestaltet wird und viel auf Freiraum geachtet wird, auf die Entwicklung fernab der Kontrolle. Das bisherige “Klassendenken” ist gänzlich abzuschaffen, da es lediglich ein Kategoriensystem festigt und somit dem Klassifizierungsprinzip einer Diktatur gleichkommt. Unterrichtsfächer sind variabel zu halten, so dass neben der Grundlehre mehr Zeit eingeräumt wird für kreative Lerngebiete. Des weiteren ist auf Naturgänge zu achten. Jeden zweiten Tag eine halbe Stunde lang vor Unterrichtsbeginn einen kleinen Spaziergang, etwas Walking und bei Ganztagsschulen mittags auch nochmals. Im Sportunterricht sind Sportarten der Selbstdisziplin wie Tai Chi oder Karate zu berücksichtigen. Diese Sportarten sollen im täglichen Lehrplan berücksichtigt werden, da sie Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer auf eine gesunde Art und Weise fördern.

Sicherlich gibt es noch viele weitere Änderungspunkte, die sich daraus ergeben. Das hierarchische Schulsystem ist in der jetzigen Form zum Beispiel vollkommen zu unterbinden und der Lehrplan hat sich an einer gesunden und nicht vollkommen überzogenen Leistungsgrenze zu orientieren.


Diese Vorschläge dienen lediglich als Denkanstoß für einen neuen Moment des Lebens, in welchem es uns alle besser gehen würde.


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Wer als Lehrmeister in Erscheinung tritt, muss stets dazu bereit sein auch entgegen der Massenmeinung entschlossen zu handeln, und darf sich dem Wandel der natürlichen Energie nicht verwehren.


Ihr

Joachim Sondern

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