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Systemradikalismus – das Spiel Sozialstaat

Verfasst von: admin am April 15, 2010 Ein Kommentar

15.04.10

Inzwischen wird es immer offensichtlicher, dass radikale Ansichten nicht nur in “Rand-”Parteien zu finden sind. Längst hat eine antisoziale, radikale Denkweise auch im Kreise der Systemparteien Einzug gehalten. Was einst als geschichtliche Erfahrung gelehrt wurde, ist wieder zum Alltag geworden: soziale Ausgrenzung, Klassifizierungsdenken. Betrachtet man diesen dunklen Nebelvorhang, so wird deutlich, dass man aus der Geschichte scheinbar nichts gelernt hat. Man steckt in einem sozialen Tief, doch die Masse schweigt, fordert und wartet teilweise auf die große Lösung. Ein bereits bekanntes Phänomen, welches sich scheinbar immer wiederholt, da der Mensch manche künstlich angelernten Instinkte einfach nicht mehr ablegen kann.


Die Vergangenheit – gesellschaftliche Mitte im Nirwana?

Genau diese Instinkte gilt es genauer zu hinterfragen, die Wurzel dieser immer wiederkehrenden Entwicklung zur entlarven. Daher ist es unabkömmlich,  dieses komplexe Thema aus sämtlichen Sichtweisen zu betrachten – fangen wir einfach mal bei den grundlegenden Kernpunkten an. Einst hatten wir ein System, welches durch den letzten Weltkrieg geprägt war, ein auf die Gesellschaft ausgerichtetes Sozialsystem. Natürlich saß die Erinnerung in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch tief in den Köpfen der Menschen und alle waren sich einig darin, dass so etwas nie wieder passieren darf. Resultierend daraus, baute man Anfangs Hand in Hand mit der politischen Nachkriegsgeneration ein soziales und menschliches System auf. Aus der Angst heraus, dass es nochmals zu einem solchen Krieg kommen könnte, hielt sich auch die Politik mit Machtspielen zurück und sorgte für einen simplen, aber dennoch effektiven Ausgleich: schaffe Arbeitsplätze für das Volk, entlohne diese Arbeit vernünftig und entwickle ein soziales Netz, wo auch der Schwächste aufgefangen wird. Jene grundlegenden Elemente also, die einen nochmaligen radikalen und antihumanen Wandel verhindern sollten. So ging es Hand in Hand aufwärts und zwar deutlich schneller als erwartet. Mit dieser Geschwindigkeit konnten jedoch viele Menschen nicht umgehen, und so festigte sich quasi über Nacht ein Statusdenken. Auf einmal hatte man wieder alles, jeder war zufrieden, doch die Karriereleiter lockte. Kleinere Unternehmen, welche maßgeblich am Wiederaufbau beteiligt waren, gerieten schnell in Vergessenheit, denn man lockte die Arbeiter zu großen Konzernen, durch höhere Löhne, 13. Monatsgehalt etc.

Wie seit Urzeiten üblich, hat die Schar der Statisten durch die Lockangebote schnell vergessen, wie sie diese schöne Zeit einst aufgebaut hat, denn da alles wieder sicher stand, konnte man sich vom Moment an nur noch auf die eigenen Interessen konzentrieren. Schnell entstand das erste Ungleichgewicht im Wirtschaftskreislauf: die kleinen Unternehmer, die Basis eines sozialen Systems, verschwanden größtenteils von der Bildfläche, und die großen Unternehmen verzeichneten einen massiven Zulauf. Dadurch hatten kleinere Unternehmer fortan nicht nur mit hohen Krediten zu kämpfen, sondern auch mit dem Preiskampf der Großen und der fehlenden Loyalität der einstigen Angestellten. Mag es auch in der heutigen Zeit unrealistisch klingen, so gab es durchaus eine Periode, in welcher kleinere Unternehmer einen Mangel an Arbeitskräften zu verzeichnen hatten, denn die Großindustrie beschäftigte sie fast alle. Hier ist auch der erste Wendepunkt zu sehen, wo Politiker anfingen, sich wieder kapitalistisch in Szene zu setzen und abzulassen, von dem einst prägenden Gedanken. Schnell wurde aus Industrie und Politik daher ein Bollwerk, in welchem man den Normalbürger als Werkzeug erfolgreich integrierte. Blitzartig entstand eine Gier nach Status und Vermögen, und so hat sich der Mensch für ein wenig mehr Gehalt versklaven lassen von der Raubritterindustrie; ungeachtet der Tatsache, dass  die Herren der Industrie diese scheinbaren humanen Gehaltszahlungen wiederholten, durch die Konsumentwicklung. Sprich die Unternehmen, die Mitarbeiter beschäftigten, machten sich diese auch zeitgleich wieder zu Konsumenten. Wer nicht die neusten Trends besaß, gehörte nicht mehr dazu, und so verdiente man an der Preispolitik und bei Angeboten an den Finanzierungssystemen, da die meisten Gesellen im System schon so viel erworben hatten, dass sie eine weitere Konsumbefriedigung nur noch über die Aufnahme von Krediten ermöglichen konnten. Nichts leichter als das, denn man bekam diese Kredite als Arbeiter ohne große Probleme. Das Tor zum Teufelkreislauf wurde damit geöffnet, denn durch diese Kredite konnte die Industrie einen mächtigen Gewinn verzeichnen. Außerdem geriet der Arbeitnehmer in eine Abhängigkeit, da diese aufgenommenen Lasten ja auch monatlich bedient werden mussten, und so blieben Arbeitskräfte auch dann im Unternehmen, wenn die Gehaltszahlung in den Keller ging. Alternativen für Konsum und Job gab es ja kaum noch, da die kleineren Unternehmer sich drastisch reduzierten, auch eben durch diese fehlende Loyalität der ehemaligen Mitarbeiter. Bei Großunternehmen wurde gekauft und gearbeitet – wozu also noch den kleinen Betrieb von nebenan Beachtung schenken? Im Grunde hat sich der Statist am Wegesrand also selber um seine Freiheit, seine Alternativen gebracht. Sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben wählte man scheinbar lieber die „Gefangenschaft“.

Damit aber nicht genug, denn es war lediglich die erste Wurzel, der Anfangspunkt dieser Negativentwicklung. In Großunternehmen nun also gefestigt, oft schon mit Schulden belastet, hat fast jeder Mitarbeiter um die Führungsposten gebuhlt. Die Zeit der Intrigen war also geboren und wieder heimgekehrt in den beruflichen Alltag. Jede Gelegenheit nutzten die Gesellen fortan, um Punkte zu sammeln bei den hohen Bossen: egal ob man Gerüchte in die Welt gesetzt hat über Mitarbeiter, mehr Überstunden unentgeltlich geleistet hat – jede sich bietende Gelegenheit haben sie genutzt, um befördert zu werden in einer Illusion der angeblichen Sicherheit. Jedoch hätte da schon den meisten Bürgern klar sein müssen, dass es keine Sicherheit im Kleinen gibt, wenn der Gesamtkomplex zerfällt. Unsere Geschichte sollte dies mehr als deutlich gemacht haben. Bedingt durch diesen Statuswahn und der Gier nach dem „Mehr“ im Leben, entstand ein Sortierungsprozess, eine Art Klassifizierung, ohne das Politik oder Wirtschaft noch etwas dazu beitragen mussten. Betrachten wir diesen weiteren Kernpunkt etwas genauer, so ist also zu erkennen, dass man nur „Brot und Spiele“ streuen musste und der Rest von alleine seinen Lauf nahm. Unmissverständlicherweise sind wir also an der zweiten Geburt, der Klassifizierung, angekommen – einem System, das nur Verlierer und Gewinner kennt, wo kein Platz für eine ausgeglichene und bürgerliche Mitte ist. Die Ursache ist in unserer menschlichen Eigenverantwortung zu suchen, denn an die Mitgestaltung des aktiven Lebensflusses hatte kaum jemand Interesse gezeigt und sich stattdessen lieber als Benzinkanister für den entstehenden Flächenbrand zur Verfügung gestellt. In der Politik ging es fortan auch nur noch um den Profit, und da Bürger und Staatsherren nach dem selben Muster lebten, sah keiner jene Entwicklung, die den Sozialstaat bis heute fast zu Grabe getragen hat.


Klassifizierungsdenken unter Bürgern – Benzin für das Feuer

Maßgeblich mitverantwortlich für diesen Trend ist das Konkurrenzdenken, welches sich schon lange auch auf das Privatleben übertragen hat. Eltern sortieren Kinder nach ihren Stärken, schenken bei mehreren Kindern oft dem Zuwendung, der sich behauptet und durchsetzt, während der Ruhigere nicht selten als „Verlierer“ dargestellt wird. Lehranstalten sind da nicht besser, denn viele Pädagogen fördern ganz massiv den „Gegen“-Gedanken, spielen Kinder und Jugendliche gegeneinander aus, denn es geht nur um das „Bestehen nach Norm“ und um nichts anderes. Totalitäre Gleichschaltung also, wo man schon mit einer sehr guten Lupe nach der humanen Demokratie suchen muss. Diese Zündschnur zieht sich dann weiter durch Ausbildung, Berufsleben bis hin zu der Erziehung der nächsten heranwachsenden Generation, wo es mitunter dann sogar noch verstärkt wird, gleichwohl man die Erfahrung der vorhergehenden Generation hätte positiv nutzen können. Es scheint, als könne sich der Mensch nicht von dem Schubladendenken, von der Einordnung in Kategorien lösen, und so lange sich diese Tatsache nicht ändert, brauchen wir von einer Demokratie nicht zu sprechen und können von einem humanen System der menschlichen Gleichberechtigung nur träumen.


Sie lehnen die Diktatur ab, obwohl sie in einer solchen Leben

Ironie wohin man blickt – ein Kreislauf ohne Ende und ohne Anfang. So kommt es zum Gespräch zwischen Eltern und Kind. Das Kind fragt: Liebe Eltern, wo kann ich die Freiheit finden? Meine Seele ist so eingeengt, mein Weg vorbestimmt, meine Kreativität in einen Käfig gesperrt worden, weil sie keinem nützt, und mir darf diese nicht von Nutzen sein. Wo also ist diese Freiheit? Die Eltern erstarren, wissen darauf keine Antwort und signalisieren dem Kind mit ernster Mine, dass es jetzt wichtigere, andere Themen zu besprechen gibt. Natürlich muss ihr Kind „schwach“ sein, denn es hat ja eine schlechte Note geschrieben. Seltsam nur, dass Riesentalente sogar streckenweise als unfähig gelten. Zugegeben, dies ist eine etwas hart dargestellte Szene, aber sie trifft es auf den Punkt. Wo ist dieses System demokratisch oder gar menschlich? Nach und nach wird doch selbst die Illusion der Freiheit eingedämmt, so zum Beispiel durch das Gesetz der Todesstrafe im Vertrag von Lissabon, nachdem jede Art des Aufstandes auch mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Bedenke man, dass man eine unangemeldete Demo schon als Aufstand betrachten könnte oder eine andere Meinung, siehe ehemalige DDR. Bürger stellen sich gegen Rechtsradikalismus, gegen eine fremdenfeindliche Meinung und verachten die Diktatur, leben aber genau in diesem Kreislauf der Ausgrenzung, der Klassifizierung und auch der Ablehnung: von einem Miteinander ist man sehr weit entfernt, und genau darin liegt die Gefahr.


Frustrierte Bürger entwickeln oftmals Sympathie für radikales Gedankengut

Näher betrachtet sprechen wir hier von einem offenen Nerv, von der Anfälligkeit der Bürger für Themen der radikalen Theorien. Vielfältige Sichtweisen und Meinungen sind das Herzstück einer Demokratie, so lange diese nicht dazu dienen, Menschen für eine Ideologie zu manipulieren. Doch die Wölfe im Schafspelz versuchen den Nerv der Leute genau für diese Ideologien zu nutzen. Doch wie kommt dieser offene Nerv zu Stande? Ganz einfach: durch die Ignoranz und das Warten auf eine leichte Lösung. Vorstellen kann man sich das wie ein Überschneidungspunkt, aus der kaufmännischen Sicht betrachtet auch der „Break- Even-Point“  genannt. Sprich der Moment, an dem die Einnahmen zum ersten Mal über den tatsächlichen Ausgaben liegen. Für unser Leben kennzeichnet dieser Punkt den Moment, an dem die Negativereignisse das positive Lebensgefühl deutlich mit einem dunklen Schatten überziehen. Sie sind etwas verwirrt? Richtig, hier wurde die Perspektive dieses „Break-Even- Points“ einfach gewandelt, denn alles ist aus der Sichtweise heraus relativ. Gehen wir etwas tiefer in die Materie, so könnte man also sogar behaupten, dass der Relativitätsfaktor eine wirkliche Demokratie unmöglich „erscheinen“ lässt. Jedoch kann man diese Ausrede nicht einfach geltend machen, denn der Mensch an sich besitzt aus anderen Generationen heraus Erfahrungswerte, so das man in der Lage sein sollte, dass Positive aus jeden relativen Moment zu ziehen. So entzieht man Hass und Gewalt ganz automatisch den Nährboden. Ein System der Verlierer und Gewinner hingegen sät diesen Nährboden massiv.


4-Klassen-System – Analyse der Gegenwart

Wer hier noch behauptet, dass diese Zeichen nicht deutlich zu erkennen waren, scheint sich der Realität bereits entzogen zu haben oder lebt im vorgegebenen Gedankenkäfig. Man hat der radikalen Entwicklung den größten Nährboden ermöglicht, nämlich das zusammenfallende Sozialsystem. Seit Anfang der 1990er Jahre wurde das Sozialsystem in mehreren Instanzen abgebaut, anfangs durch die Hintertür und heute offensichtlich sogar im Wahlkampf. Das Ganze habe ich hier mal auf ein 4-Klassen-System beschränkt, wobei wir inzwischen eher bei einem 12-Klassen-System des Alltags angelangt sind. Wobei diese Ausführung und Erklärung jeglichen Rahmen sprengen würde. Deshalb besinnen wir uns auf die Gegebenheiten, die Ihnen hier auch geläufig und im Wesentlichen auch vollkommen ausreichend sind.  Anfangs gab es die Arbeiter, Angestellten und Kleinunternehmer, die sich in Normal- und Mittelschicht gliederten, aber als eine Klasse gesehen wurden. Diese Menschen hatten ein gesichertes Auskommen, konnten normal leben, und auch der Versicherungsschutz stimmte. Dann gab es Beamte, Politiker, Manager und Konzernchefs, die deutlich mehr Luxus genießen konnten. Alles im allen war aber ein relatives Gleichgewicht gegeben. Heute haben wir die Reichen, dann der ausgewählte Mittelstand, der sich als Ableger der Reichen bezeichnen lässt, die arme Arbeiterschicht und die totale Armutszone, in welcher sich Hartz-IV Empfänger, arme Rentner und Niedriglöhner befinden. Tafeln werden eingerichtet, das Krankenkassensystem wackelt, so dass es nur noch eine dürftige Behandlung gibt für das einfache Volk im Krankheitsfall, und auch die Aufstiegschancen sind ohne „Vitamin B“ nicht mehr gegeben. Viele Menschen arbeiten inzwischen im Niedriglohnsektor und können davon nicht leben, andere sind seit Jahren arbeitslos und werden als Sozialschmarotzer bezeichnet. Sie suchen die Normalbürgerschicht von früher, die da besagt wer arbeitet, hat auch sein Auskommen, und auch in der Arbeitslosigkeit muss keiner hungern? Sie werden lange nach dieser Schicht suchen, denn es gibt sie nicht mehr, und so kommen wir zu einem System, in dem es nur arm und reich gibt. Dennoch ist es wichtig dieses Klassensystem in allen Klassen zu unterscheiden, denn überall findet man andere Ursachen und Beweggründe, eine andere Unzufriedenheit oder eine andere Strategie, und nur wenn man diese erzeugten Klassen unterscheiden kann, ist es möglich, wieder zu einer lebenswerteren Gemeinschaft zu finden.


Ist ein radikaler Wandel gewollt?

Letzten Endes stellt sich hier nur die Frage: ist diese Radikalwandlung gewollt, um neues Kapital in die Kasse zu bekommen? Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass wir alle auf einem Schuldensystem leben, welches unter anderem durch die Konsumvermarktung ins Leben gerufen wurde. Natürlich ist alles im Leben nur begrenzt und die Ware „Geld“ erst recht. Resultierend daraus sollte man dieses Mittel auch nur mit Bedacht wählen und konsequent dort einsetzen, wo es der Menschheit als Ganzes von Nutzen ist, denn dann müsste keiner in Armut leben. Dies wird aber wohl leider nur ein Wunschtraum bleiben. Blickt auf die unendliche Gier, die hinter diesem Krisenvorhang zu finden ist, so wird einem gar Angst und Bange, denn wieder einmal zockt man mit Staatspleiten und geht ebenfalls wohl wissend um die Folgen, das Risiko einer Inflation ein, obwohl dies gar nicht nötig wäre. Ist die Industrie wieder an einem Punkt angelangt, an dem es nicht weiter geht, weil mehr mit der fiktiven Wirtschaft gespielt wurde, als sich effektiv um die Realwirtschaft zu kümmern? Sieht man wieder nur eine Lösung in Zerstörung? Ob man so weit gehen sollte von einem Krieg zu sprechen, bleibt sicherlich fraglich, aber konsequent betrachtet sollte die Kette der Gesellschaft zumindest eine Zerstörung des bürgerlichen Lebens erkennen können und des gesamten Sozialsystems. Somit wird es zu Unruhen kommen, die zweifelsohne dazu führen könnten, dass man auf ein ganz neues Wirtschaftssystem setzen muss. Wichtig ist hier in jedem Fall, die deutliche Reduzierung des Wirtschaftsbürokratismus, aber auch die Vereinfachung des gesamten Steuersystems.


So kann die Zukunft aussehen

In jedem Fall darf sich der Mensch nicht nochmals missbrauchen lassen, um die Fehler einiger weniger Hauptdarsteller zu korrigieren. Vom System her hatten wir einst eine wunderbare Ausgangsbasis für ein friedliches und harmonische Miteinander, ohne finanzielle Probleme. Selbst die große Industriewirtschaft hätte weiterhin profitieren können ohne Einschnitte, wenn man einfach nur erkennt, dass es wirtschaftliche Wege gibt, die beiden Seiten Vorteile bringen könnten. Nicht alles außerhalb der alten und längst überholten Wirtschaftstheorien ist schlecht, ganz im Gegenteil. Will man auf Dauer friedlich und im normalen Wohlstand leben, sind humanitäre Werte unabkömmlich, auch wenn genau DAS nicht erkannt wird, und es kaum jemand verinnerlichen möchte. Es ist eine Gesellschaft, eine Politik erkennbar, die gleichermaßen am Denkmal der Ewigkeit hängt und vom neuen menschlichen Wirtschaftsbewusstsein nichts wissen will. Schade eigentlich, denn es bieten sich interessante, neue Möglichkeiten, wie das Bandbreitenmodell, entwickelt von Herrn Gastmann. Sicherlich nicht das einzigste Konzept und auch noch entwicklungsfähig, aber der Ansatz ist da und auch schon eine Grundbasis, die man gemeinsam nutzen kann und sollte.

Wir sind an einem Wendepunkt, wo es weiter nach unten gehen kann und das rapide, aber längst nicht muss. Hier liegt es alleine an uns, endlich die individuellen und kreativen Fähigkeiten des Einzelnen anzuerkennen – ein neues, humanitäres Denken und Handeln zuzulassen. Während das Bandbreitenmodell zum Beispiel Niedriglöhne und Arbeitslosigkeit beseitigt, kann man mit einem 10-Stufen-Bürgerfinanzsystem (noch in der Entwicklung) eine humanitäre Sicherung ermöglichen, die ein erneutes Ausufern der Verantwortlichen in der Wirtschaft verhindert, diese aber trotzdem Vorteile genießen können.  Die einzigste Grundvoraussetzung ist hierfür das menschliche Verständnis füreinander und die Vernunft, sich endlich gegen diese soziale Kälte zu wehren. Hat man diese Basis geschaffen, lässt sich vielfach darauf aufbauen.


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Radikalismus entsteht aus der Unfähigkeit des Menschen, bewusst und verständnisvoll mit der Eigenverantwortung umzugehen. Daher liegt im Für- und Miteinander nicht das Entbehren, sondern der Erhalt unseres Planeten und unseres Lebens. Wer dies verinnerlicht hat, der hat die Wurzel erkannt und löst das Problem aus dem Dasein.


Ihr

Joachim Sondern


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Eine Antwort zu “Systemradikalismus – das Spiel Sozialstaat”

  1. udotschorn sagt am: 16 April 2010 um 06:17

    vieln dank für diese ausführungen. jeder bürger in deutschland sollte diese zeilen in seiner morgenzeitung liegen haben. hier wird endlich einmal offen und ehrlich über die probleme unserer gesellschaft aufgeklärt…und das schonungslos….danke

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