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Der Wolf – Wegweiser der Menschlichkeit

Verfasst von: admin am April 2, 2010 Kein Kommentar

02.04.10

Der Wolf, auch als Krafttier bekannt, ist das am meisten missverstandene Säugetier. Fälschlicherweise sehen viele Menschen in einem Wolf ein Tier von dem Gefahr, etwas böses ausgeht, doch dem ist nicht so – ganz im Gegenteil. Wir Menschen haben eine stärkere Affinität zu Wölfen, als den meisten von uns bewusst ist. Angemerkt sei an dieser Stelle auch, dass es allgemein immer häufiger zu Missverständnissen kommt, wenn es darum geht, dass der Mensch den natürlichen Kreislauf verinnerlichen soll, um mit diesem in Harmonie zu leben. Dies gestaltet sich auch daher so schwer, weil der Mainstream die Wolfsinstinkte begraben hat – Urinstinkte, die uns das Leben ungemein vereinfachen würden.

So ist der Wolf bekannt für seine feine Nase: er kann richtige Gefahr von einer illusionsbehafteten Gefahr unterscheiden und weiß sich dadurch dementsprechend richtig zu verhalten. Im Gegensatz zum Mensch, welcher da gerne Gefahren erschafft, die es nicht gibt und sich durch den Stress des Alltags immer mehr an Illusionen klammert, was zu einem Ungleichgewicht im humanen Kreislauf führt.  Ein Wolf hat einen starken Familiensinn, so dass er sein Territorium und seine Familie ohne Kompromisse schützt, sich aber nicht als Raufbold präsentiert und unnötigen Kämpfen lieber aus dem Weg geht. Auch bleibt er seinem gesuchten Weibchen ein Leben lang verbunden.  Hier treffen wir somit auch auf Charakterzüge, die manch ein menschliches Wesen zwar noch lebt, doch die von der großen Masse leider nicht mehr beherzigt werden. Andauernde Partnerwechsel, Scheidungen und ein Leben an der Oberfläche sind heute leider zur Tagesordnung geworden, es fehlt das Verständnis des aufrechten, ehrlichen und warmen Miteinanders, unter anderem auch, weil der Familiensinn im menschlichen Gebilde zerstört wurde, abgelöst durch einen reinen Status- und Machtgedanken, lediglich geleitet durch die schnell vergängliche, äußerliche Wirkung.

Im wahrsten Sinne des Wortes kann man bei einem Wolf auch von einem ruhigen Wesen des Friedens sprechen, denn kommt es mal zum Streit mit Artgenossen, so reicht meist ein Blick oder eine Geste, um die Differenzen beizulegen. In unserem Irrgarten hingegen steigern sich Personen in etwas hinein, bauen oftmals Hass auf, bringen andere Menschen aus Spaß in Gefahr und diskutieren in endlosen Wortgefechten ein kleines Problem aus. Von dem wesentlichen Fokus her betrachtet, also unnötige Energieverschwendung und eine primitive Handlung, auf Seiten des Menschen, nicht des Wolfes.

Genau betrachtet ist der Wolf unser wichtigster innerer Lehrer, ein Wegweiser, auf den wir hören sollten. Um von ihm zu lernen, muss man sich allerdings von der Gefühlsseite zeigen können, sich einlassen auf die Tiefen, die uns das Leben bietet. Viel zu oft verdrängen wir in dieser „modernen“ Welt das Wilde und Ungezügelte in uns, den mystischen Charakter, der uns doch so einzigartig macht. Durchaus kann man hier von einem Trauerspiel sprechen, denn wir unterdrücken Energien, die Seele, unser Herz, was wir so nötig haben, um ein gesundes Leben zu führen. Betrachten wir unsere innere Stimme als Wolf, so möchte uns dieser dazu auffordern, nicht gegen diese wertvollen Eigenschaften anzukämpfen, sondern diese zu akzeptieren. Sowohl gleichermaßen mit den Stärken und Schwächen im positiven Sinne umgehen zu können, diese zu wandeln und nicht zu verdrängen. Diese künstliche Zivilisation, in welcher wir leben, verbietet den Menschen scheinbar zu seinem Wesen und somit auch zu seinen Schwächen zu stehen – eine fatale Entwicklung, welche neue Krankheiten hervorgerufen hat. So hat der Mensch sich auch selber in einen Käfig gesperrt, ohne die Folgen seines monotonen Handelns zu bedenken.

Wölfe leben in einer hoch entwickelten, sozial organisierten Gemeinschaft, und so besteht aus dem Familiensinn resultierend ein Rudel aus 5-10 Tieren. Zwar gibt es das Alphapärchen, aber doch leben die Rudel nicht in einem reinen autokratischen System. Zwar auch nicht in einer Demokratie, aber genau deshalb liegt auch ein freiheitlicher Weg sehr nahe, der einfach auf einem wirklichen Sozialgedanken aufgebaut ist. Bei einem Rudel dürfen sich zwar nur die beiden höchsten Wölfe paaren, aber das ganze Rudel kümmert sich liebevoll um die Welpen. Wer kümmert sich noch um unseren Nachwuchs? Wo ist das große Miteinander? Oft scheitert es doch schon bei der elterlichen Fürsorge, da man Eltern in eine antihumane Existenzabhängigkeit gedrängt hat.

Immer öfter erlebt man auch, dass Menschen, die nach diesen Instinkten leben, als Außenseiter betrachtet werden. Hierfür gibt es einen ganz bestimmten Grund: wir leben in einer Scheinwelt, in welcher sich Menschen gegenseitig etwas vormachen und grundsätzlich nach dem Verlierer- und Gewinnerprinzip ihr Leben führen. Ein Wolfsmensch kommt genau diesem Mainstream in die Quere, denn ein Wolf warnt vor schlechter Gesellschaft und unangenehme Gegner, einfach vor Menschen die eine Maske tragen und anderen durch Intrigen etwas Schlechtes wollen. Da unsere Welt bestimmt wird von Hass, Neid, Lügen und einer allgemeinen Kälte, hat man Angst vor diesem Feuer des Wolfes. Genau deshalb sieht die Masse ja auch eine Gefahr im Wolf, man hat den Wächter bewusst zum Feindbild erklärt, konsequent im Sinne dieses doch teilweise sehr ironischen Lebenskreislaufs.

Körpersprache und stimmliche Sprache sind sehr ausgeprägt, so dass der Wolf über ein großes Kommunikationsspektrum verfügt. Wir erinnern uns an dieser Stelle nochmals daran, dass der Wolf nur durch Körpersprache Differenzen klären kann, ohne es zu einem Streit kommen zu lassen. Am Ausgeprägtesten ist ohne Zweifel der angesprochene Geruchssinn, und da dieser nicht nur zwischen realer und falscher Gefahr unterscheiden kann, sondern auch Gefahren bereits im Unterbewusstsein des Gegenüber erkennen kann, ist anzunehmen, dass auch deswegen „falsche“ Charaktere oft um die Fähigkeiten des Wolfes fürchten.

Sprechen wir vom Wolf und seinen Instinkten, welche auch in uns Menschen tief verankert, gleichwohl auch unterdrückt sind, so sind die grundlegenden Basispunkte als Ganzes zu nennen: Intuition wie kein anderes Wesen, Kennen lernen der Schatten ohne sich in der Angst zu hüllen, Wächter der sozialen Wesenswerte, Loyalität gegenüber seiner Herde, Tapferkeit im Sinne des gesamten, natürlichen Kreislaufs. Was wird davon in der Zivilisation gelebt? Ist es tapfer, wenn man Menschen im sozialen Abseits keine Chance gibt, wieder in ein normales Leben zu finden und auf diese noch eingetreten wird von Statisten, denen es selber nicht viel besser geht? Ist es tapfer immer in einer künstlichen Modewelt zu leben? Wo findet man noch Loyalität? Wo pflegen wir andere Lebewesen und erkennen den Weg der Natur an? Stellen wir uns eigene Schatten ohne in Panik zu verfallen? Spüren wir noch die eigene Intuition oder ist diese bereits abgestumpft und überzogen von der Welle des Funktionsmechanismus?

Wer den Wolf und dessen Weg akzeptiert, ist niemals alleine und wird in der Lage sein, sein eigenes Leben gesund zu kontrollieren im Sinne der moralischen Verantwortung. Mut erreichen wir durch seinen Geist und werden dann in der Lage dazu sein, Wissen und Kraft an unsere Mitmenschen weiterzugeben, eine Kraft, die zur Wärme des Miteinanders führt, wo keiner mehr alleine stehen muss, und niemand mit dem Finger auf einen zeigt. Im gewissen Sinne ergibt sich auch eine Treue, die man übertragen kann auf das Schloss der aufgehenden Sonne. Unser moderner Kreislauf lehnt die Geborgenheit immer mehr ab und gibt sich dem materiellen Wahn hin, der Wolf hingegen liebt und schützt die Quelle der Geborgenheit.

Selbstverständlich steckt im Wolf auch der Weg der Friedenswahrung, denn er zeigt dir wie du ohne Kampf ein Problem löst. Zwar ist er ein wilder Geist, der sich nicht zähmen lässt, und doch lehrt er, dass wirkliche Freiheit eine besondere Disziplin erfordert. Die Kunst des Ganzen ist es hierbei, eine gesunde Balance herzustellen zwischen Autorität und Demokratie.

All das sollte uns deutlich zeigen, dass der Mensch an sich in der Entwicklung weit zurück ist, weil er jene Instinkte in sich absterben lässt, die eigentlich den für alle Seiten lebenswerten Kreislauf ermöglichen würden.


Als freiheitlicher Wolf blicke ich oft mit Charme auf den menschlichen Stursinn, auf die Erhabenheit unserer Art, und wenn nicht endlich ein neues Bewusstsein entsteht, lebt der Mensch für alle Ewigkeit in einem Käfig der selbst auferlegten Diktatur.


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Wer seiner Kraft vertraut, auf seine Seele hört und im natürlichen Kreislauf lebt, wird niemals ein Neidgedanken zu tragen haben – denn diese Last ist jenen vorbehalten, die sich des wahren Lebens verwehren.


Ihr Freiheitswolf

Joachim Sondern

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