Missbrauchswahnsinn – Kein Ende in Sicht
10.03.10
Alles fing in der Medienlandschaft damit an, dass an einer Berliner Eliteschule der Jesuiten Missbrauchsvorfälle an die Öffentlichkeit gelangten. Anfangs noch weit in der Vergangenheit liegend, stellte sich im weiteren Verlauf heraus, dass diese Schreckenstaten bis in die heutige Zeit reichen. Schnell entwickelte sich daraus ein übergreifendes “Feuer”, und es kam ans Tageslicht, dass es auch an anderen Schulen Hunderte solcher Vorfälle gegeben haben soll. Allein im bayrischen Kloster Ettal sollen über hundert Kinder körperlich misshandelt und sexuell missbraucht worden sein. Worauf ist diese Entwicklung zurückzuführen? Lebt die Menschheit allgemein in einer künstlichen, emotionsleeren Welt? Wurden Gefahren bewusst ignoriert?
Weitere Eliteschulen betroffen – was kommt noch ans Licht?
Auch an der Odenwaldschule, eine Eliteschule in Hessenland, sollen über Jahre weit über 100 Kinder missbraucht worden sein. Man soll diese sogar nach sexuellen “Dienstplan” eingeteilt haben. Schlimmer geht es nun wirklich nicht, und man darf gespannt sein, wo noch Vorfälle ans Licht kommen während dieses Flächenbrandes, ganz zu schweigen von den vielen Tausenden Opfern jährlich, die auf offener Straße diesen kranken “Bestien” zum Opfer fallen. Erschreckend ist die Beobachtung, dass die Zahl der Missbrauchstäter weiter steigt, in dieser sexuell orientierten Welt. Viel zu sehr hat man sich dem Konsum, der neuen “Lust” wie es so schön heißt, hingegeben und nie beachtet, in welche Gefahr wir uns alle begeben. Dass dieser “Brand” nun schon seit Jahrzehnten seinen Lauf nimmt, ist an den Vorfällen der katholischen Kirche bestens zu erkennen. Unfassbar, wie viel Opfer es in diesem doch so hochgelobten, “humanen” Lebenskreislauf tatsächlich gibt. Klar, auch ein Zeichen dafür, dass eine reine Spaßgesellschaft ohne Moral und Ideale nicht der Weg sein kann und darf. Jedes Opfer ist eines zu viel, und doch werden es täglich mehr, dazu zählen auch Eltern, die ihre Kinder entsorgen. Keiner will mehr Verantwortung tragen, und die Wenigsten denken noch in klaren Bahnen. Wenn ein Kind gezeugt wird, hat man es zu schützen und sich mit aller Kraft darum zu kümmern und nicht eine Welt der Opferproduktion zu unterstützen – doch nichts anderes geschieht und das seit Jahrzehnten.
Folge unseres kalten Staates – keiner traut sich mehr zu sprechen
Verwunderlich ist es nicht, dass diese Taten über einen so langen Zeitraum im Verborgenen lagen, denn die heutige Gesellschaftsform fordert von einem immer nur ein hartes und kaltes Auftreten und ermöglich es kaum noch, dass ein Mensch mit solchen Narben noch offen und direkt sprechen kann: oftmals werden Menschen, die ein solches Schicksal zu tragen haben, sogar als schwach oder krank dargestellt, und auch als „notorische Lügner“ mussten sich so manche Opfer schon beleidigen lassen. An diesem Beispiel ist wunderbar zu erkennen, wo uns dieser graue Lebensweg hinführt: in ein endloses Nirwana der anhaltenden Kälte. Wenn man im kreativen Sinne nicht füreinander da ist, und jeder gegen jeden lebt, kann man nicht erwarten, dass diese grauenhafte Entwicklung endlich ein Ende findet. Missbrauch ist ganz klar auch ein gesellschaftliches Problem, denn immer mehr hat sich der Mensch in das Verlierer- und Gewinnerdenken verankert, in eine Schublade der ewigen Kategorien. Es ist durchaus nicht übertrieben, wenn wir sogar von einer “Klassifizierung” der Menschen sprechen, denn diese ist gerade im Berufsleben, aber auch schon im Schulalltag ganz klar zu erkennen. Wo man Funktionsroboter erzieht, muss man damit rechnen, dass herzlose Bestien daraus entstehen können. Manch menschliche Werte sind einfach zeitlos und sollten stets vermittelt werden: Mitmenschlichkeit, ruhige Kommunikation, gewaltfreie Erziehung.
Politik und Gesellschaft gefragt
Hier sind schnellstens Politik und Gesellschaft gefragt. Es kann nicht angehen, dass man einen Riesenaufstand macht, wenn es um das Raubkopiergesetz geht, und man schon um die Gesetzeshand fürchten muss, wenn man vergisst einen Strafzettel zu zahlen, während Sexualstraftäter mit frühzeitiger Haftentlassung rechnen können und diese noch als Opfer ihrer Selbst dargestellt werden. Zu bedenken ist auch, in wie vielen Familien es wohl zu Missbrauchsfällen kommt, die bis heute nicht bekannt sind und manche auch nie aufgedeckt werden. Gerade hier hat die Gefahr massiv zugelegt und alle sehen in eine andere Richtung, wenn man von Misshandlungen und sexuellen Missbrauch innerhalb von Familien spricht. Solange eine menschliche Gesellschaft immer nur an der Oberfläche lebt und jegliche emotionale Bewegung verloren geht, so wie es aktuell der Fall ist, wird man solche kranken Ausbrüche von “Bestien” auch nicht in den Griff bekommen.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Wenn Staat und Gesellschaft nicht in der Lage dazu sind, die Schwächsten und unsere Kinder zu schützen, spätestens dann ist deutlich erkennbar, das wir Menschen als Bild des Ganzen versagt haben.
Ihr
Joachim Sondern
