Unzufriedenheit kein Ausweg – die Extremismusfalle
25.02.10
Unsere Politik macht Fehler und lässt ein ehemals gut aufgebautes Sozialsystem ineinander fallen. Folglich wächst daraus die Unzufriedenheit bei den Bürgern, denn wenn es um die eigene Existenz geht, wird auch das größte Schaf zu einer Kritikkeule. Anstatt effektiv zu handeln, vergraben sich die meisten Menschen in ihrer eigenen Panikwelle, in einer Welt der Hoffnungslosigkeit. Was einst noch eine kritische Meinung war, wird so ganz schnell zu einem Extremismus der Mitte. Ehemals konstruktive Gedanken haben sich durch weitere Negativerfahrungen zu Parolen gewandelt. Durchaus ein heißes Eisen, mit welchem man hier spielt. Da stellt sich einem die Frage: Was kommt morgen?
Bürgerinitiativen voller Wut
Nicht unberechtigt, guckt man sich einmal genauer an, von welchen Gedanken soziale Bürgerinitiativen inzwischen oftmals geprägt sind. Man fährt einen „harten“ Kurs gegen Politiker, wartet förmlich auf jeden Fehler dieser Damen und Herren, um dann voller Neid und Wut gegen diese „aktiv“ zu werden und sie zu beschimpfen. Richtig ist, dass unser politischer Kreislauf einfach nicht funktioniert und nicht mehr im Sinne des Volkes gearbeitet wird: doch den angestauten Frust in einem gesellschaftlichen „Gegeneinander“ auszuleben oder dauerhaft alle politischen Entscheidungsträger zu kritisieren, kann auch niemals zu einer Lösung führen, sondern schafft höchstens neue zwischenmenschliche Probleme. Um die Ursache zu ermitteln und die richtige Wirkung erzielen zu können, muss man stets das eigene Gesellschaftsbild vor Augen haben und sich fragen, warum der Staat als Ganzes diese Politik überhaupt so lange unterstützt hat? Anzeichen waren früh genug zu erkennen, so dass man schon vor rund 15 Jahren hätte reagieren müssen, aus der Bürgerschicht heraus. Immer wieder hört man Wörter der Klage von Bürgerinitiativen, dass sich nicht genug Menschen anschließen, wenn es darum geht, sich für die Interessen der Gemeinschaft einzusetzen. In der Tat mag es so manch einen Bürger geben, den man einfach nicht bewegen kann, aber die Regel ist das nicht. Vielmehr ist das Bild, welches viele Initiativen nach außen vermitteln, geprägt von Unruhen, Machtkampf, Uneinigkeit und Personen, die immer wieder nach einer Art „Führung“ greifen, um sich selber zu profilieren. So entsteht ungewollt ein Bild von vergangenen Tagen, vor dem die „Masse“ berechtigterweise große Angst hat. Ergänzend miteinander zu arbeiten kann Menschen wieder Mut machen, sie dazu motivieren ihre Maske fallen zu lassen und einen offenen Umgang zu pflegen, und genau das führt zu einem Weg der Lösungen.
Neue Regelungen verhindern und führen nicht zum Ziel
Besonders auffällig ist, dass dieser „Extremismus“ aus der Mitte heraus entsteht und sich aus allen radikalen Randgruppen ernährt, weil man auf Grund der massiven Medienlügen an den Wahrheitsgehalt jeglicher alternativen Nachrichtenquellen glaubt, egal von welcher politischen Richtung ausgehend: Hauptsache ist, es geht gegen das scheinbare Ausbeutersystem. Damit macht man es sich zu leicht, denn auch wir tragen eine gewisse Mitschuld, weil wir es nicht frühzeitig verhindert haben. Hätte das Gesellschaftskarussell stets die Verantwortung mitgetragen und die Politik von Anfang an beeinflusst, dann wäre es gar nicht erst so weit gekommen. Ignoranz ist ein Weg, der schon in Kriege geführt hat, und doch wird genau diese Art ganz massiv weiter gelebt. An jedem Tag werden wir von neuen Regeln, auch unsichtbarer Käfig genannt, überflutet, und doch versucht der Mensch sich nicht zu befreien und eine Lösung aus den unabhängigen Gedanken zu ermöglichen, sondern setzt auf neue und weitere Regelungen. Indes vergisst man aber, dass alles schon vorhanden ist und Konzepte nur entstehen können, wenn man Fesseln löst, die die Kreativität seit Jahrzehnten stark einschränken.
Soziale Kälte kann nicht durch monotonen Lebensweg verhindert werden
Genau da sind wir doch an einem Punkt angelangt, wo es darum geht, dass Feuer in eine Welt der Narren hineinzutragen und eine gesunde Menschlichkeit zu erzeugen. Der Gedanke der Rebellion ist eine geistige Haltung, die besagt, immer an einen Prozess mitzuwirken, der die Welt zu einer Besseren macht: irrtümlicherweise denken viele im System verankerte Personen, dass es um Kritik geht, um Zerstörung oder um massive, neue Formen der Parolen, doch genau darum geht es in der eigentlichen Rebellion nicht. Von monumentaler Wichtigkeit ist auch, dass man die Ideen aller beteiligten Personen berücksichtigt und Vorschläge nicht nur immer von den gleichen Personen anerkannt werden. Extremismus entsteht auch immer daraus, dass nur ein Weg als der „Optimale“ dargestellt wird. In einer menschlich „dunklen“ Zeit gilt es, alle kreative Wege anzuerkennen: der eine hilft in der Nachbarschaft, der andere kämpft darum seine Familie über die Runden zu bringen und gibt Tipps an andere Familien weiter, und wieder andere geben alles in der freien Berichterstattung oder gehen für menschliche Werte auf die Straße, um gewaltfrei zur Vorsicht zu mahnen. Hier gibt es keine Ebenen, keine Form der Unterschiede, denn all das ist wichtig und ergibt als Ganzes ein Bild der realen Hoffnung, der Möglichkeiten, die wir haben, um die Gegenwart und Zukunft zu verbessern. Von Vorurteilen gilt es sich zu lösen, denn diese fördern oft Stumpfsinn, Hass, Konkurrenzdenken und Neid, also all das, wogegen wir eigentlich angehen wollen.
Individualität kann die Seele erwecken und ist die größte Motivation
Politik ist Gesellschaftsleben und Gesellschaftsleben ist Politik, so einfach ist das. Als Gemeinschaft braucht man also immer nur auf die eigene Lebensweise zu achten, und schon erkennt man die Ursache hinter dem ganzen Komplex. Nur durch den eigenen Spiegel kann man erkennen, wo man beginnen muss mit der eigentlichen Fehlerkorrektur. Wie soll man etwas für die Gemeinschaft zum Positiven wenden, wenn man sich selbst nicht erkennt? Genau hier liegt nämlich der „Wendepunkt“ des Ganzen: die Masse bewegt sich nicht, weil immer wieder fertige Wege vorgegeben werden, anstatt auf humaner Linie zu ermutigen, den Mensch aus sich rauskommen zu lassen, ihm ermöglichen eine Wärme zu spüren, dass er sich sicher und verstanden fühlt: darum geht es, und nur wenn man das endlich begreift, ist es möglich, als eine Gemeinschaft von Freunden den gesunden politischen Ausgleich zu ermöglichen. Die individuelle Sehnsucht steckt in Vielen, und so ist es nicht die Aufgabe aus Unzufriedenheit einen Extremismus aufzubauen, sondern die Form der Kreativität freizulegen, die in der Lage ist, ohne extreme Gedanken Schwierigkeiten zu meistern. Radikalität, bzw. Extremismus führt stets nur zu neuen Unruhen, nicht aber in eine vernünftige Zukunft. Wenn wir heute gegen Unrecht angehen, so geht es aber auch darum endlich zu begreifen, dass wir etwas aufbauen, was auf lange Sicht von Bestand ist: eine Welt der freien Seelen.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Lasst uns erkennen, welch Sonnenstrahl aus unserer Seele entstehen kann, wenn wir uns von Neid, Hass und Gier lösen !
Ihr
Joachim Sondern
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