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Missbrauchsskandale – Gesellschaft schweigt

Verfasst von: admin am Februar 12, 2010 Kein Kommentar

12.02.10

Es gibt Themen, bei denen muss man auch als Schreiber aufpassen, dass die Emotionen nicht Überhand gewinnen. Mit großer Sicherheit ist Kindesmissbrauch ein solches Thema. Nachdem im Jesuitenorden Fälle bekannt geworden sind, hat man sich mal wieder entschlossen darüber zu berichten. Man schlachtet diese Thematik aus und lässt sie danach wieder fallen. Ein Opfer wird mit Mitleid überhäuft, aber die Politik hat hier versagt, und auch die Gesellschaft übt sich im großen Schweigen. Wie kalt und herzlos muss eine Gesellschaft geworden sein, die so etwas ignoriert und zulässt? Von heiler Welt kann hier nicht mehr die Rede sein, und es wäre ein Hohn zu behaupten, dass doch gegen solche kranken Menschen etwas unternommen würde. Nun, Bewährungsstrafe, frühzeitige Haftentlassung und das Produzieren von Wiederholungstätern gehört sicherlich nicht zu den Dingen, die sich ein Opfer vom System wünscht.


Katholische Kirche – warum schweigt die Masse?

Gerade in katholischen Kirchengemeinden sind in letzter Zeit viele Fälle von Kindesmissbrauch bekannt geworden. In einem Interview berichtetet auch Norbert Denef, selbst Missbrauchsopfer, über die Machenschaften solcher Gemeinden. Er wandte sich an Papst Johannes Paul II, flehte ihn um Hilfe an, doch dieser reagierte eiskalt und redete Herrn Denef noch Schuldgefühle ein. Die systematische Zerstörung der Menschen, darin übt man sich wohl schon seit einiger Zeit, seitens mancher Gemeinden. Es wird dafür gesorgt, dass die Opfer schweigen, aber auch die Menschen innerhalb der Gemeinde, obwohl es alle wissen. Solch ein Verhalten ist nahezu unmenschlich und in keinster Weise nachvollziehbar. In der Tat mag es Dinge geben, über die man schweigen kann, aber sicherlich nicht wenn es um das Thema Missbrauch geht. Religionen besitzen einen hohen Stellenwert, weil sie Mitmenschlichkeit und Frieden unterstützen sollen, tun sie das nicht, muss man auch von den ausführenden Organen, in dem Fall die Kirche, ablassen können. Blinder Glauben darf nicht zum Schweigen führen, wenn es um Menschen geht oder gar um Kinder. Dies ist aber auch wieder ein Zeichen unserer so wohlerzogenen Gesellschaft und die Quittung der Ignoranz: keiner kümmert sich mehr um den Anderen, und das Schicksal seiner Mitmenschen oder gar Kinder ist egal, Hauptsache man ist selber nicht betroffen. In einer perverseren Lebensform könnten wir gar nicht leben, als es im Augenblick der Fall ist. Die katholische Kirche ist nicht erst seit gestern bekannt dafür, dass es immer wieder zu Übergriffen auf Kinder kommt. Viele Opfer können nicht mehr sprechen, weil man diese in den Suizid getrieben hat, denn die Narben der Seele verheilen nie mehr.


Was man ihnen genommen hat, können sie niemals wiederfinden

Was man diesen Kindern, diesen Menschen genommen hat, ist ihr Glück, die Möglichkeit das Leben zu entdecken und zu leben. Selbst wenn sie leben, sind sie durch diese Narben doch tot. Alles was in ihnen war, jede Emotion ist gestorben, denn diese verursachen zu tiefe Schmerzen. Damit nicht genug, denn man macht sie oftmals noch dafür verantwortlich und meidet sie im Gesellschaftsleben oder nimmt falsche Rücksicht. Menschen, denen so etwas passiert ist, brauchen kein Mitleid, sondern eine Gesellschaft, die handelt und unsere Kinder wieder schützt vor solchen kranken Bestien. Für einen normalen Menschen ist es nicht nachvollziehbar, was in solchen Köpfen nur vorgeht, und so sind solche Menschen auch nicht zu akzeptieren in der Gesellschaft. Andauernd spricht man über das „schwere“ Leben der Täter und macht sie zu Opfern, indes kümmert sich aber niemand um die wirklich Leidenden.


Nicht unter Menschen, aber auch nicht alleine sein

Personen, die so etwas erleiden mussten, können nicht unter Menschen sein, aber auch nicht alleine, da dann in ihnen eine Panik ausbricht. Sie werden zu einem Schatten ihrer Selbst und finden bis heute kein Gehör. Fragen Sie mal eine Frau oder ein vergewaltigtes Kind, was noch schön ist, oder worin noch eine Schönheit erkannt wird. Ja, auch Farbenwelten wurden zerstört und die Seele auseinandergerissen. Kein Urteil der Welt kann das beheben, denn es geht darum zu erkennen, wie man solche Taten im Ansatz, in der eigentlichen Entstehung verhindern kann, doch das scheint dieser Spaßgesellschaft zu lästig geworden zu sein. Ursachen gilt es zu erkennen, denn das wertvollste Gut auf dieser Erde sind unsere Kinder, und wenn wir nicht in der Lage sind, sie vor diesem Schattendasein zu schützen, dann sollten wir uns fragen, was wir Menschen überhaupt Positives bewirken können.


Frauen stempelt man als Täter ab

Besonders schwer haben es Frauen. Diese werden nicht selten als aufreizend dargestellt und sehr schnell in die Täterecke gedrängt. Täglich werden sehr viele Frauen vergewaltigt, sogar in Ehen, und das ist ein Thema, über das niemand spricht. Demütigung tagein und tagaus, doch jeder sieht weg. Frauen werden verantwortlich gemacht, wenn sie sich zu „sexy“ anziehen oder mal ein wenig flirten. Dass es niemals im Leben aber einen Grund gibt, einen Mensch zu vergewaltigen, dies erwähnt man dann vor Gericht oft nicht mehr. Gleichberechtigung bedeutet auch, dass eine Frau sich kleiden darf, wie sie möchte und dadurch nicht gleich zu Freiwild wird. Geht es um dieses Thema, so ist wunderbar zu erkennen, dass wir noch weit von einer fairen und gleichberechtigten Gesellschaft entfernt sind. Urteile, die in solchen Zusammenhängen gesprochen werden, sind oftmals ein Witz, da man Tatsachen verdreht. Auch muss man erwähnen, dass Vergewaltigungsopfer oftmals unscheinbar sind, denn an wirklich aufreizende Frauen trauen sich die Täter nicht ran, da diese viel zu selbstbewusst auftreten. Trotzdem müssen diese Frauen es sich vor Gericht oftmals gefallen lassen, dass sie als aufreizend dargestellt werden.


Gesetze versagen völlig

Da wo Gesetze greifen sollten und nötig sind, versagen diese. Eine alte Weisheit und zutreffend, wenn es um das Thema Missbrauch geht. Sehr elegant löst man solche Fälle vor Gericht: meist bekommen Täter einige Jahre und kommen auf Grund guter Führung früher raus. Seltsam ist auch, dass es eine Verjährungsfrist gibt, denn Opfer sind oft erst viele Jahre später dazu in der Lage, ihren Peiniger anzuzeigen. Hinzu kommt, dass im Falle einer frühzeitigen Haftentlassung inzwischen die psychologischen Gutachten in Frage zu stellen sind und immer wieder von Menschenrechten gesprochen wird, die diese Täter haben. Sie haben sich nicht wie Menschen verhalten, sondern wie unkontrollierte Bestien, also haben sie auch keine Rechte. Weit über 50% werden zu Wiederholungstätern, doch die reale Statistik ist nicht von Bedeutung. So dürfen entlassene Vergewaltiger sogar wieder in die Nähe des Opfers ziehen oder allgemein in die Nähe von Kindern. Unverantwortlich, wie man sich hier von staatlicher Seite verhält, denn es kann nicht angehen, dass ein Raubkopierer über 10 Jahre Haft bekommt und ein Kinderschänder oft nach maximal 3 Jahren wieder auf freien Fuß ist. Da darf sich die Justiz nicht wundern, wenn Bürger diese Gesetze nicht mehr akzeptieren und für voll nehmen. Wenn man erreichen möchte, dass Gesetze beherzigt werden von allen Bürgern, dann hat man vor echten Gefahren zu schützen und bei kleinen Angelegenheiten wie Finanzsachen oder Strafzettel nicht unsinnig hart zu verurteilen. So etwas gehört nicht mal vors Gericht, Missbrauch allerdings vor das höchste Gericht: der menschlichen Vernunft ! Hier geht es nicht um Verurteilung, sondern um die Verhinderung solcher Taten.


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Wenn die Ungerechtigkeit und die Perversität Überhand gewinnen, spätestens dann ist es an der Zeit, im menschlichen Sinne zu handeln.


Ihr

Joachim Sondern

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