Kriegstreiber – wo bleiben die Menschenrechte?

27.02.10

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert – so scheinen es auch die etablierten Politiker zu sehen, denn auf Menschlichkeit und Demokratie legt man scheinbar keinen Wert mehr. Da entscheidet der Bundestag über das Afghanistan-Mandat, darüber zur “Herstellung” des Friedens noch mehr Soldaten in die Kriegsgebiete zu schicken und legt gleichzeitig den Mantel der Meinungsfreiheit ab. Über die Linke mag jeder denken was er möchte, aber es war von besonderer Wichtigkeit und eine menschlich wunderbare Aktion, dass man auf die Opfer hingewiesen hat, durch eine kleine “Demo”, welche man einfach auch als massiven Einspruch  gegen diesen Einsatz deuten kann. Eine Sicherung des Friedens kann niemals durch einen militärischen Dauereinsatz erfolgen, sondern lediglich durch die Vermittlung von friedlichen Werten, durch das Aufzeigen eines Lebens fern von Gewalt. Verantwortlichen sollte bewusst sein, dass der optische Eindruck eines Menschen mit Waffe keine Ruhe erzeugen kann.


Scheinbar attraktive Angebote als Köder

Besonders schlimm ist ja noch, dass es nicht selten als attraktives Jobangebot für junge Leute präsentiert wird, wenn man sich für Auslandseinsätze verpflichtet. Hier macht man indirekt also berufliche Geschäfte mit dem Krieg und stellt eine Art der Zerstörung als Perspektive dar. Das so etwas fern jeder humanen Weltanschauung ist, braucht man nicht erst gesondert zu erwähnen. Dennoch gehen auf Grund der aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt immer mehr junge Menschen diesen Pakt ein und fühlen sich sogar wohl dabei. In einer “heilen” Welt aufgewachsen sollen sie auf einmal dort klar kommen, wie Menschen seit Jahrzehnten im Krieg leben: eine viel zu kurze Vorbereitungszeit macht dies oft unmöglich. Hier zählt Erfahrung und nicht nur Ausbildung. Kriegseinsätze haben nichts mit der menschlichen Entwicklung gemein oder sind gar fördernd für den späteren Berufsverlauf in der Zivilwelt, denn die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass dort Erlebtes nie mehr aus den Köpfen der beteiligten Soldaten verschwindet. Gelockt mit dem sicheren Leben und schnellen Verdienst kommen sie im Sarg wieder oder mit ewig seelischen Narben. Einseitig wird das “Angebot” von der interessanten und doch so “friedlichen” Seite vorgestellt, aber dahinter verbirgt sich ein ganz anderes Konstrukt jedweder Grausamkeiten, die wir längst im Denkprozess überwunden haben sollten.


Arbeitslos oder Bundeswehr

Damit aber längst noch nicht genug, denn wer glaubt, dass dies schon die Krönung des Ganzen sei, irrt gewaltig. ARGE und Bundeswehr arbeiten vielerorts Hand in Hand und bereiten diese Einsätze als Stellenangebote auf, dass Menschen sogar sanktioniert werden, wenn sie nicht zumindest zur Informationsveranstaltung gehen. Wieder ein klarer Verstoß gegen unser märchenhaftes Grundgesetz, in welchem steht, dass niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf. Auch zu so einer Informationsveranstaltung dürfte keiner gezwungen werden, denn das menschliche Gewissen muss bewahrt werden, und es gibt Menschen, die wollen mit militärischen Themen rein gar nichts zu tun haben. Solche Handlungen machen nur zu deutlich, dass wir es der gesellschaftlichen Gier zu verdanken haben, dass es immer wieder zu Kriegen kommt, denn der Mensch muss als einzigstes Wesen auf diesen Planeten immer alles haben und über jede Situation und Lebensform herrschen. Herrschaft ist der Untergang von uns Menschen, denn seit es den Drang des Herrschens gibt, gibt es auch Kriege, und das dieser komplexe Hintergrundprozess noch von der ARGE unterstützt wird, lässt wiederum deutlich erkennen, dass dieses System von Grund auf neu aufgebaut werden muss.


Natürliches Leben verhindert Kriege

Auch wir alle leben in einer Welt, die von Gewalt geprägt ist: materieller Gewalt, ein Leben ohne Seele, Worte der Oberflächlichkeit und viele Masken, hinter denen man kaum noch eine Chance hat den eigentlichen Mensch zu erkennen, das dieser oft schon sehr lange durch das Tragen einer solchen Maske gezeichnet ist. Im Prinzip ist auch das eine Form des gesellschaftlichen Krieges, welcher so viel Neid und Unzufriedenheit erzeugen kann, dass es ausufert in einem tatsächlichen, menschlichen Krieg. Wir leben in einem herzlosen Vakuum, nah der Gefahr einer moralischen Verwahrlosung, in dem es nur noch um Karriere und Status geht. So setzt man sich als Mensch nicht nur einer Gefahr aus, sondern zerstört unbewusst, aber umso effektiver, die Natur und alle uns umgebenden Lebewesen. Die Gesellschaft hat verlernt im natürlichen Kreislauf zu leben, in einer Gegenseitigkeit untereinander und in Bezug auf die uns eigentlich prägende Umwelt. Wie soll man Menschen Frieden vermitteln, wenn wir selber unsicher und voller Neid sind?  Betrachtet aus dem realistischen Tatsachenwinkel heraus, ist das nahezu unmöglich, denn die Haltung einer Friedensgesellschaft wie die unsere ist keine andere, wie die von “Kriegstreibern”, nur hat es noch eine andere Gestalt. Frieden ist etwas, was man aus dem menschlichen Bewusstsein begreifen, und wo sich der Mensch ganz neu entwickeln muss. Jahrhunderte wurde ein “Stream” gelebt der nur geprägt war vom Statuswahn. In dem Augenblick, wo ich Menschen “sortiere”, bewege ich mich in einem menschverachtenden und brandgefährlichen Prozess. Genau dies ist auch der Fall, und so kann man sich fragen, ob die damalige Schreckensdiktatur überhaupt jemals ein Ende gefunden hat oder bis heute weiter existiert, nur in Gestalt einer neuen Maske?


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Wenn der letzte Mensch getötet und das letzte Lebewesen fliehen musste, vielleicht begreift man dann endlich, dass Kriege unsinnig, dumm, grauenhaft und sagenhaft primitiv sind !


Ihr

Joachim Sondern

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