Freie Gedanken eines Buergers
06.02.10
Ein Volk, das ausgesogen wird, um das Fürchten zu lernen !
Es begab sich zu der Zeit anno 2009, als sich eine Frau aufmachte, um zum zweiten Mal einen Versuch zu starten: dem Volk mit Hingabe und Idealismus den Weg zu einem Land zu weisen, in dem Milch und Honig fließen sollte. Aber Vorsicht, Milch und Honig verschleimen einige Wege. Ihre ersten Maßnahmen: sie erklärte sich zum Wahlfänger und legte ihre Köder aus und siehe da, die ersten Bisse erfolgten in kürzester Zeit und nach einigen Wochen erkannte sie, das Handling mit diesem wundervollem großen Fang war für sie allein zu groß. So beschloss sie eine Mannschaft um sich zu scharen, die sich mit allerlei Instrumenten versehen an die Arbeit machten, die wertvollen Teile zu sezieren und nach Berlin zu bringen. Dort in dem Stall aus futuristischem Flair wurden die wertvollen Teile erst einmal begutachtet und bewertet. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, und so ging es an die Verteilung der Ämter, die jeder Anhänger sich verdient hatte.
Nach vielem Herumirren in dieser für einige ungewohnten Umgebung, bezog jeder sein elegantes Domizil. Man kam zu dem Ergebnis, dass man die Fänge doch noch ausweiten könnte; aber der Stamm des Fängerteams war begrenzt, und nun war guter Rat teuer. So beschloss man sich wieder in die Fanggründe zu begeben, um dort Ausschau nach einem „Wunder“ zu halten. Plötzlich zog ein Sturm auf und peitschte eine Welle aufs Deck und das Wunder geschah, die Welle zerstörte nicht das Boot, sondern spülte einen Schiffsbrüchigen, wohl der deutschen Sprache mächtig, an Bord. Dieser erzählte die traurige Geschichte, dass sein Boot schon wieder gekentert sei und er nun jemand brauchte der sein neues Boot finanzieren würde. Die Frau erkannte sehr schnell, dass dieser nicht besonders beherzte Mann für sie wie gerufen kam. Er bekam das Angebot seines Lebens: er sollte auf andere Kontinente reisen, um weitere Fanggründe ausfindig zu machen. Erleichtert fuhren sie in den Hafen der Selbstüberschätzung zurück. Dort angekommen fing man an zu überlegen, wie man nun dem Volk mit vielen Worten, aber ohne Inhalt, mitteilen sollte, wie man die wertvollen Teile des Fangs verteilen wolle. Bevor man aber etwas verteilte, musste man erst die Kosten abziehen, die so einen Fang ermöglicht hatten.
Aber wo sollte man anfangen, um nicht in Gefahr zu geraten, den gewonnenen Status zu verlieren. So beschloss man nach langen Beratungen dem Volk erst einmal klar zu machen, welche Hingabe und Einsatz es erfordern wird, um überhaupt noch einmal die Fanggründe zu erreichen: denn die bisherigen Fangergebnisse reichten bei Weitem nicht aus, um das Boot noch einmal zu starten. Außerdem bräuchte das Boot eine Generalinspektion. Denn im Laufe der Zeit war der Anker durch eine bleierne Gesundheitsreform so schwer geworden, dass er bald abzureißen drohte.
Das Ruderhaus war von der Staatsverschuldung überwuchert, es gab fast kein Durchkommen mehr. Der Anstrich bröckelte ab, weil man nur zerstörendes ALG 2 aufgetragen hatte. Die Netze waren zerfressen von der Sinnlosigkeit eines Afghanistandefekts. Die Navigationsanlage veränderte die Daten durch ein mangelndes Bildungssystems. Die Kojen der Mannschaft waren mit Armutspilz überzogen. Die Interaktionen, für das Zusammenwirken von Motorteilen, waren einem Kolbenfresser erlegen. Sogar der Zustand auf Deck war stumpf geworden, durch den Abbau für kommunale Hilfen. Der Rumpf war überzogen von Lobbyisten. Die Schraube war mit Tang und Algen der Steuerentlastung, die keiner richtig wollte, zum Stillstand gekommen und das Herzstück, der Motor, wurde von allen durch Gesellschaftskälte heruntergedrosselt. Sogar die Rettungsboote konnten nur heruntergelassen werden, wenn man Hehlerschmieröl verwendete. Als man dies alles dem Volk mitteilte, erhob sich zwar ein Murren, aber kein Handeln, und so verließ man die Stätte der Pandora und freute sich schon 100 Tage hinter sich gebracht zu haben. So geschehen im Jahre Anno Domini 2010.
Ihr
Wilfried Kohl

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