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Schwarzarbeit dank Perspektivlosigkeit

Verfasst von: admin am Januar 23, 2010 Kein Kommentar

23.01.10

Eigentlich sollte man meinen, dass Politiker Stillschweigen bewahren über das Thema Schwarzarbeit, doch gegenteiliges ist der Fall. Anstatt sich zu fragen, warum die Schwarzarbeit im Lande massiv zunimmt, gibt man dem Bürger wieder die Schuld und stellt alles in das passende Licht. Dass Politik so nicht funktionieren kann und keine Probleme löst, das ist auch bestens bekannt, dennoch praktiziert man diesen politischen Kreislauf, weil wir es zulassen. Wenn Menschen zur Schwarzarbeit übergehen müssen, kann auf dem Arbeitsmarkt und mit dem Steuersystem so einiges nicht in Ordnung sein.


Krise, Lohndumping und Arbeitslosigkeit

Unsere allseits beliebte Krise hat natürlich dafür Sorge getragen, dass Menschen immer mehr in Richtung Schwarzarbeit sich orientieren und sich nicht mehr auf andere Spiele einlassen. Man darf auch nicht vergessen, dass ein Steuerzahler sich betrogen fühlt, durch die Bankenrettungen des Staates. Den „Kleinen“ will man klar machen, dass wir alle den Gürtel enger schnallen müssen, während man am anderen Ende die Anlagezocker noch belohnt hat für ihren Risikowahn, in denen man ihnen eine Sicherheit gewährte, und zwar die Steuergelder des Volkes. Um unsere Probleme kümmert sich keiner, immer mehr Last haben wir alle zu tragen, nur damit die Großen weiter ihre Geschäfte machen können. Diese Großbanken stehen in keinem Verhältnis zu der einfachen Bevölkerung, da es meist Großanlegerbanken waren, die in den Genuss von Hilfen durch Volksgelder gekommen sind.

Zeitarbeitsverträge, Lohndumping und zunehmende Arbeitslosigkeit zeugen auch nicht gerade von gefestigten Arbeitsbedingungen. Der Beschäftigte fühlt sich nicht mehr sicher und wird ausgebeutet, also greift dieser nach „Schwarzarbeit“, um weiter zu überleben. Wir sprechen also von einem „Überlebens-Anker“: freiwillig macht dies sicherlich keiner, denn letztendlich ist auch das eine Möglichkeit ohne gefestigte Perspektive, die lediglich das Überleben für den Moment sichert und die Gesundheit nicht selten auf eine harte Probe stellt.

Einer aktuellen Studie zu Folge ist die Schattenwirtschaft im Jahr der Krise gegenüber 2008 um 5 Milliarden, auf 352 Milliarden Euro gestiegen. Im Jahr 2010 erwartet man sogar einen Anstieg von 7 – 9 Milliarden Euro, durch den massiven Einsatz von Kurzarbeitsverträgen und steigender Arbeitslosigkeit. Viele sind auch illegal beschäftigt und tragen eine schwere Last, auch nur um zu überleben, denn auf jeglichen sozialen Schutz müssen sie verzichten. Ein solch massiver Anstieg zeigt deutlich, wie schlecht es um unser Sozialsystem gestellt ist.


In einer starken Wirtschaftsnation haben wir an erster Stelle zu stehen

Deutschland ist eine Wirtschaftsnation, wir helfen in sämtlichen Ländern und hatten ein vorbildliches Sozialsystem. Jeder Mensch, der einer Arbeit nachging, konnte davon leben und sich auch mal den kleinen Luxus erlauben. Die Seele braucht eine Form der Entspannung, nur dann ist eine gesunde Wirtschaftsstruktur möglich. Diese steht und fällt stets mit dem Gesundheitszustand aller Beschäftigten im System. Dass wir Exportweltmeister waren, zeigt nur überdeutlich, dass die Leistung im Lande immer noch deutlich höher ist, als in manch einem anderen Land. Es liegt also nicht allein an uns Bürgern, dieses System wieder aufzubauen, denn wir haben es auch nicht zerstört. Nicht immer war es nötig auf Schwarzarbeit zurückzugreifen, und man war erfüllt und zufrieden mit seinem Job, kümmerte sich lieber um die Familie. Heute hingegen müssen Eltern teilweise 3-4 Jobs ausüben, um die Familie zu ernähren. Dass da jegliche Harmonie verloren geht, sollte nun keinen mehr wundern. Während die USA sich ein Vorbild an unser Sozialsystem genommen hat, orientieren wir uns an dem alten Problemsystem in den USA. Wir übernehmen, was diese ablegen wollen, und das kann und darf es einfach nicht sein. Die USA selber merkt wie schwer es ist, ein vernünftiges Sozialsystem aufzubauen. Wir hatten ein solches und lassen nun zu, dass man es sinnlos zerstört und jegliche Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit, im Alter, im Familienleben, bei Krankheit oder der Arbeitslosigkeit verloren geht. Wo Leistung erbracht wird, besteht ein Anspruch auf Sicherheit: ist dies nicht mehr der Fall, braucht man von einem Sozialsystem nicht mehr zu sprechen.


Schwarzarbeit keine Lösung – wir Bürger müssen umdenken

Dennoch ist es natürlich keine Lösung, wenn wir auf der Stelle stehen bleiben oder massiv auf Schwarzarbeit setzen. Letztendlich begeben wir uns damit auch mehr und mehr in eine moderne Ausbeutung, und genau das darf man nicht zulassen. Das Leistungsprinzip alleine greift nicht mehr: in der Politik hört man kaum auf unser Anliegen, das ganze soziale System bricht ein, jegliche Sicherheiten auch. Der einzige Weg aus diesem Dilemma kann sein, dass wir auf humaner Richtlinie ergänzend miteinander arbeiten. Sprich, man baut einen Wirtschaftskreislauf im eigentlichen Kreislauf auf und gestaltet diesen so unabhängig wie möglich. Dazu muss man einfach nur anfangen, sich Aufträge unter kleinen Leuten wieder gegenseitig zukommen zu lassen. Weg vom Konkurrenzdenken und hin zu einem miteinander auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene. Kleinunternehmer könnten sich auch gegenseitig unterstützen, würden so Arbeitsplätze schaffen und wären etwas weniger abhängig vom Kreditsystem der Banken. Man muss sich gegenseitig humane Privatkredite einräumen. Dies bedeutet zwangsläufig, dass wir erst wieder die ehrliche Kommunikation untereinander aufbauen müssen, lernen müssen uns zu verstehen. Ohne Harmonie von Körper, Geist und Seele werden wir nicht alt, und genau diese Harmonie kann es auch sein, die uns rettet, wo normalerweise kaum noch eine Rettung möglich ist. Wir als Gesellschaft müssen lediglich den alten Becher leeren, damit dieser sich mit ganz neuen Gedanken füllen kann, ansonsten drohen wir in diesem zu ertrinken. Bis heute ist alles auf eine gewisse Hierarchie ausgelegt, und genau das ist der verkehrte Weg. Blickt man gleichermaßen auf Vergangenheit und Gegenwart, so wird einem schwindelig, denn man muss feststellen, dass der Kreislauf der Menschen in vielen Belangen nichts dazugelernt hat und Fehler stets wiederholt werden. Konzepte, gerade im Steuersystem, gibt es genug, und alles kann auf dem Prinzip der Menschlichkeit aufbauen, wenn wir es nur zulassen. Sie glauben daran nicht? Nun, wie sind wir Menschen entstanden? Wodurch werden wir am Leben erhalten? Dieses neue Modell wäre zu komplex, um es Ihnen in einem Artikel verständlich zu machen, daher verweise ich auf mein in Kürze erhältliches Buch „Die Menschliche Welle – zwischen Politik, Menschlichkeit und neuem Bewusstsein“.


Ihr

Joachim Sondern

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