Sauberes Holzbachtal – Es geht uns alle an

09.12.09

Dass man auf die Anliegen von uns Bürgern nicht mehr achtet und diese sogar mit Füßen tritt, ist ja nun schon lange kein Geheimnis mehr. Zwar gibt es noch immer eine große Masse, welche der Macht des demokratischen Wortgeflechtes erliegt, aber dennoch ist offensichtlich, dass humane Interessen schon lange denen der Wirtschaft weichen müssen: auch dann, wenn es um den letzten Lebensraum geht, der uns Menschen noch bleibt. So auch in der kleinen Ortschaft Raubach in Rheinland-Pfalz. Eigentlich ein ganz ruhiger, von der Natur geprägter Punkt, in Mitten dieser hektischen Welt, und doch liegt seit geraumer Zeit ein Schatten über die Einwohner dieser Region. „Sauberes Holzbachtal“ nennt sich der Verein, welcher sehr beherzt vorgeht, gegen den Bau einer Müllverbrennungsanlage in seiner Gemeinde.


Der Schutz der Natur und der Menschen ist unwichtig

Dass diese Anlagen nicht gerade menschen- und umweltfreundlich sind, sollte inzwischen auch dem letzten Bewohner dieser Erde klar geworden sein. Betrachtet man einmal wie viel Lebensraum schon aus kapitalistischem Interesse vernichtet wurde, so bekommt man es mit der Angst zu tun. Jener Lebensraum, welcher uns am leben hält, auch den Bossen der Wirtschaft, wird systematisch in einem solchen Tempo zerstört, dass man durchaus schon ausrechnen kann, wann es mit unserer Erde zu Ende gehen könnte. Was nach dunkler Theorie klingt, ist bereits Alltag geworden. Menschen einer Gemeinde scheinen keinen Wert mehr zu haben und müssen sich ohne Fragen zu stellen der privaten Wirtschaftsindustrie unterordnen. Man arbeitet ganz klar gegen die ökonomischen und gesundheitlichen Interessen der Bürger. Dabei ist es untragbar, dass ein derartiges Projekt in einer solchen Umgebung durchgesetzt wird: eine Negativentwicklung der Lebensbedingungen hätte das ohne Zweifel zur Folge. Auch ist der wahre Nutzen doch eher fraglich. Somit stellt sich die Frage: geht es hier nur um finanzielle Interessen?


Existenzen werden zerstört, Grundstückspreise fallen

Die Firma Scheffel, ein Industriebäcker, ist seit Jahren in der Region ansässig und hat sich hart hocharbeiten müssen. Nur durch den hohen persönlichen Einsatz gelang es dem Unternehmer Scheffel, sich ein solches Standbein aufzubauen. Ein Aufbau, mit und für die Bewohner dieser Region: denn neben der Qualität dieser Bäckerei, wurden hier feste und humane Arbeitsplätze geschaffen. All das soll jetzt nicht mehr von Bedeutung sein. Der Spielball soll an die Firma Metsä Tissue gehen, die sich durch ihre Müllverbrennungsanlage, ohne Rücksicht auf Verluste, weiter ausbreiten will. Diese Müllgerüche, würden laut Lebensmittelrecht, dass „Aus“ der Firma Scheffel bedeuten. Das Aus eines Unternehmens, in welchem der Inhaber sein ganzes Privat- und Firmenvermögen investiert hat, auch um die Arbeitsmarktstruktur der Region zu stärken. Damit nicht genug, auch die Grundstückspreise der Hausbesitzer in der Umgebung würden drastisch fallen, da diese Anlage die Lebensbedingungen der Region dramatisch verschlechtern würde. Sehr traurig, dass der Kapitalgewinn einiger weniger Herrschaften mehr Wert ist, als die Existenz vieler Bürger. Die Wurzel allen Übels ist hier immer in Regionalvorfällen zu finden, und genau deshalb darf man sie auch nicht nur regional betrachten.


Die Masken sind gefallen, Bürgermeister zeigt wahres Gesicht der Politik

Blickt man hier einmal auf die Gemeinderatssitzung in Raubach, welche am 17.11.09 stattfand, verabschiedete der Gemeinderat Raubach die korrigierte Veränderungssperre, die zumindest erst mal einen Aufschub des Vorhabens bewirkt hat. Für wie lange jedoch ist fraglich, denn in den 3 Jahren wird sicherlich noch eine ganze Menge passieren, um diese Sperre zu umgehen. Bürgermeister Hachenberg stimmte nämlich nicht zu, was weitere Unruhen vermuten lässt. Im Grunde jedoch sieht die Gemeindeverordnung vor, dass er die Entscheidungen des Rates mit zu tragen und umzusetzen hat. Herr Hachenberg hält aber mehr davon, sich über diese Entscheidungen hinwegzusetzen und wohl nach alter Manier der Geschichte zu leben. Immer öfter mag man vermuten, dass einige Personen wohl noch nie etwas von einer Demokratie gehört haben. Seltsam ist das schon, wo wir doch schon so lange in einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung leben. Dennoch ist Herr Hachenberg nur einer von vielen Ausführungsorganen, die ihre Maske der Humanität fallen lassen und das wahre Gesicht zum Vorschein bringen. Vor dem Volk hat man einfach keinen Respekt mehr und lebt streng nach dem Motto: ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich schlecht ungeniert.


Verbandsgemeinde Puderbach legt keinen Wert auf Demokratie

Eigentlich hätte der Verein „Sauberes Holzbachtal“ ja einen Anspruch darauf, dass öffentliche Mitteilungsblatt zu nutzen; nur nicht in der Verbandsgemeinde Puderbach. Ähnlich wie Kollege Bürgermeister Hachenberg legt man Wert auf alte Bräuche und bestimmt in Selbstjustiz über gut und böse. So fasst man mal eben ganz schnell den Entschluss, dass man diesen Verein als Partei definiert und somit kein Anrecht auf Veröffentlichungen im Mittelungsblatt besteht. Auch das hatten wir in der Geschichte schon mal, und es ist ein Trauerspiel, dass gerade im Umgang mit unserer Natur ein solches Gesicht auch zur Tagesordnung der heutigen kommunalen Politik gehört. Weit gedacht wird hier von den Verantwortlichen in keinster Weise, denn sonst würden sie erkennen, dass sie auch ihren Lebensraum zerstören und da kein Geld der Welt mehr hilft, um diesen Folgen zu entkommen. Soviel vorausschauenden Verstand kann man wohl nicht mehr erwarten, wenn es um bedrucktes Papier geht.

Auch die Gemeinderatssitzung vom 17. November 2009 in Raubach lässt nicht gerade auf eine demokratische Haltung schließen. Hier kommt es zu einem Polizeieinsatz, da man auf Grund der angespannten Lage um die Sicherheit fürchtete. Nun, es bestand jedoch nie eine Gefahr der Unruhe, denn alle beteiligten Bürger verhielten sich vorbildhaft und sachlich. Dennoch setzte man dieses Schikanemittel ein und nutzte ein ausführendes Organ für eigene elitäre Interessen. Gewaltenteilung war auch hier wieder nicht zu erkennen, sondern nur der Einsatz aller möglichen Werkzeuge gegen friedliche Bürger.


Regionale Presse- „Kern Punkt“ unterstützt demokratisches und humanes Anliegen

Nun, immerhin gibt es noch Regionalblätter, die sich dem wirklichen, unabhängigen Journalismus verschrieben haben und Seite an Seite mit allen Bürgern kämpfen. So das Blatt „Kern Punkt“, welches regelmäßig offen, fair und ehrlich über alles berichtet, was mit dieser Müllverbrennungsanlage zu tun hat. Immer wieder ist es erfreulich zu sehen, dass es doch noch Menschen gibt, die humane, demokratische Grundrechte schützen wollen, die das versuchen zu retten, was uns alle am Leben hält und was uns überhaupt erst die Möglichkeit gegeben hat, auf so einem Planeten zu existieren. Man kann nur hoffen, dass auch überregional das Interesse an solchen regionalen Vorfällen geweckt wird und dieses Blatt Unterstützung erhält von größeren Tageszeitungen, dessen Wirkungsgrad auch über die Region hinaus geht. Viel wichtiger ist aber, dass man den bundesweiten Zusammenhalt gegen solche Pläne weiter aufbaut. Nur eine menschliche Gemeinschaft der Freundschaft kann etwas bewirken. Man darf solche Vorhaben nicht regional betrachten, denn um unseren Lebensraum gibt es ja auch keinen Käfig oder eine Grenze. Wenn man bei regionalen Machenschaften weg sieht, löst man einen Flächenbrand aus. Das muss uns allen ins Bewusstsein rücken, wenn es um solch lebenswichtige Angelegenheiten geht.


Der freie Gedanke – die Natur ist unser Leben

Sprechen wir von der Natur, so sprechen wir von allen Lebewesen, zu denen auch der Mensch zählt. Hier geht es nicht darum Pro und Kontra abzuwägen, denn die Natur ist kein Spielplatz der menschliche Unvernunft auf Dauer duldet. Langsam aber sicher muss man begreifen, dass wir durch diese massive Zerstörung unseren natürlichen Lebensraum bereits deutlich verkleinert haben und wir auch mit sehr vielen schweren Krankheiten zu kämpfen haben, nur weil wir nicht achten, was uns eigentlich erschaffen hat. Die Angelegenheit Holzbachtal bedarf unser aller Aufmerksamkeit, und dauerhafte, solidarische Unterstützung darf hier kein Fremdwort sein. Auch wir werden weiterhin berichten.


Aktuelle Infos bekommen Sie auf der Seite des Vereins Sauberes Holzbachtal. Zu erreichen unter www.sauberes-holzbachtal.de

Ihr

Joachim Sondern

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