Die Zukunft unserer Kinder
18.11.09
Man kann nur noch staunen, was für neue Schreckensmeldungen täglich auftauchen. Dass man sich in einem Freifall befindet, bezüglich der Bankenpolitik, ist ja nun kein Geheimnis mehr, und auch ist sich inzwischen so ziemlich jeder im Klaren darüber, dass diese Politik nicht mehr nachvollziehbar ist für uns Bürger. Dass man nun aber offenbar auch noch die Frechheit besitzt, Bildungseinrichtungen massiv zu benachteiligen, ist die Höhe. Man hat keine Probleme zu behaupten, dass Gelder, welche für Schulen vorgesehen waren, nicht zu diesem Zwecke verwendet wurden. Schon seit einer ganzen Weile kann man beobachten, dass für unseren Nachwuchs gar nichts mehr getan wird. Solch eine extreme Benachteilung erschafft allerdings eine ganz neue und ungeahnte Dimension.
Wiesbaden – Comenius Förderschule vergessen
Um diese neuen, dunklen Wege einmal deutlich darstellen zu können, muss man nur mal den Blick auf einen Fall in Wiesbaden richten. Dort wurde für die Comenius Förderschule eine Summe von 1,4 Millionen veranschlagt, um die dringend nötige Sanierung des Schulgebäudes durchzuführen. Dank dem Bericht der Hessenschau vom 13.11.2009 konnte man einen Einblick bekommen, wie nötig hier eine Sanierung ist, und dass man über 200 Schülerinnen und Schüler in vollkommen unzumutbare Räumlichkeiten unterrichten muss. Kaputte Fenster, Feuchtigkeit und Schimmel in allen Räumen, sind nur ein geringer Teil, welcher deutlich machen soll, in welch einem Zustand sich dieses Gebäude befindet. Man setzt diese Kinder also bewusst gesundheitlichen Risiken aus und entzieht ihnen jede Freude am Lernen. Wo doch gerade diese Kinder wieder die Freude am Lernen entdecken sollen, um möglichst auch wieder andere Schulen besuchen zu können. Wer jedoch einmal unten angekommen ist, bekommt vom System keine Möglichkeit mehr eingeräumt, wieder aufzustehen: und man nimmt diesen Menschen zur Not auch noch die letzte humane Würde. Jeder Bürger, der eine solche Theaterpolitik noch unterstützt, sollte mal darüber nachdenken, ob er nicht schon morgen selber ein Betroffener dieser irrationalen Herrschaft sein kann. Sage bitte keiner, dass dies Unsinn sei. Hin und wieder muss man einfach nur mal genau zuhören, was manche Politiker von sich geben. Im Fall der Comenius Schule in Wiesbaden, z.B. die Schuldezernentin Frau Rose-Lore Scholz von der CDU. Rhetorisch wohl noch nicht so gefestigt vor der Kamera, hat sie sich schnell in einen Strudel von Widersprüchen begeben. So äußerte sie in der Hessenschau, dass die Gelder erst zum Fertigbau von solchen „Dingen“ eingesetzt werden und revidierte dann ihre Aussage, auf nochmaligem Nachfragen der Reporter, ob es anderen Schulen zu Gute käme, dass die Gelder „verschoben“ werden. Mal wieder erfährt der Steuerzahler nicht genau, was mit seinen Geldern passiert. Herrlich, was für eine 3-Klassen-Gesellschaft sich hier inzwischen entwickelt hat. Irgendwie scheint man aus der Geschichte nichts lernen zu wollen und verschlimmert stur die alten Pfade. Die Schule wirkte nicht wie eine Einrichtung einer Wirtschaftsnation. Was für ein Armutszeugnis sich Regierung und Gesellschaft hier ausstellen, dass jetzt bereits schon nicht mehr die besten Möglichkeiten für den Nachwuchs umgesetzt werden können.
System das Menschen in Kategorien aufteilt
Der Wahnsinn nimmt ungehindert seinen Lauf, und es ist traurig mit ansehen zu müssen, wie man Menschen klassifiziert. Kind ist Kind und hat gleichermaßen Aufmerksamkeit verdient, egal auf welcher Schule dieses geht. Es kann und darf nicht sein, dass für ein Gymnasium unter Umständen noch Geld da ist, und für Menschen, welche etwas mehr Zeit zum lernen brauchen, nicht mal das Notwendigste zur Verfügung steht. Trotzdem lacht man in der Gesellschaft noch und hält sich fest an einem Weg auf der glatten Oberfläche, der noch einige Quittungen für uns parat haben wird. Aber wir scheinen sie ja auch gerne in Kauf zu nehmen und leben ungehindert an der Realität vorbei. Wer bei so einer Meldung noch ruhig bleibt und denkt, es sei ein Ausnahmefall, dem sollte man wirklich wieder aus der Märchenwelt holen, in welche man uns hineingedrängt hat. Bilder wie man sie aus Armutsländern kennt, kommen jetzt direkt aus einer Landeshauptstadt wie Wiesbaden. Sagenhafte Ironie hat sich über das Land gelegt, denn man spricht von Akzeptanz, Toleranz und Menschlichkeit: lebt aber in einer neuen „Diktatur“, die sich an vergangene Tage anlehnt. Im Märchenwald möchte man aber wohl den dauerhaften Winterschlaf weiter fortsetzen und interessiert sich nicht im Geringsten dafür, ob es noch eine Zukunft gibt für Menschen, welche in dieser schwierigen Zeit zur Welt gekommen sind.
Menschen können etwas bewegen, Roboter nicht
Wie vielen Schulen muss noch so etwas passieren, wieviel Familien müssen noch unter Brücken schlafen und wieviel Menschen müssen noch zu Grunde gehen an dieser Kälte, bevor die große Masse endlich begreift, dass man mit Gier und mit einem Status nichts erreichen kann, außer pure Zerstörung. Alles was wir zum Leben brauchen zerstören wir. Wir berauben uns unseres eigenen Lebens und lachen noch laut dabei. Sarkasmus könnte schlimmer nicht wirken in der Realität, als es im Moment der Fall ist. Noch vor einigen Jahren hätte man über Menschen gelacht, die prophezeit hätten, dass es mal so kommen würde. Heute, nur einige Jahre später, sind diese Bilder alltäglich geworden, und wir spielen mit der Hilflosigkeit, als sei es das normalste der Welt, einfach nichts zu tun und nur auf eine Art der Erlösung zu warten. Die Erde, dieser Planet ist viel zu wertvoll, als das man ihn so einfach aufgeben darf, als das wir das einfach so hergeben sollten, was über Jahre hart erschaffen wurde. Es sind unsere Kinder, die Zukunft dieses Planeten, und wenn diese nicht mehr das Beste bekommen können, spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir verpflichtet sind zu handeln, ganz egal wie schwer der Augenblick auch scheinen mag. Viel zu lange schon hat man sich im modernen Leben der Verantwortung entzogen, und das führt immer nur zum Ende!
Derjenige, welcher glaubt am Ende zu sein, gibt nicht nur sich auf, sondern auch die Zukunft seiner Kinder!
Ihr
Joachim Sondern



















