Die Gesellschaftsillusion – Buerger und Medien
07.11.09
Immer häufiger kommt es inzwischen vor, dass etablierte Medien das Konzept eines neuen Gesellschaftsspiels umsetzen und dabei noch weniger auf die Humanität achten, als es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Die Zahlen müssen stimmen, und dafür wird dann auch schon mal der „arme“ Mensch in den Mittelpunkt gestellt. Je schlimmer das Schicksal, desto höher sind die Einschaltquoten. So kann das Theaterspiel seinen Lauf nehmen, und Menschen lassen sich von Schicksalsgeschichten unterhalten, obwohl sie selber davon betroffen sind. Im Anschluss solcher Sendungen wird dann wieder diskutiert und sich zum Teil auch noch aufgeregt, über diese Ausstrahlung: nur merkt kaum jemand, dass er trotzdem eine unterstützende Basis dieser Sendung war, denn er hat diese ja ebenfalls gesehen und somit die Quote nach oben getrieben. Das Ganze erinnert immer mehr an einen dunklen Schleier, welcher sich so tief über die Bühne der Narren gelegt hat, dass man nicht mehr erkennen kann, wer sich hinter diesen ganzen Masken eigentlich verbirgt. Es würde auch kaum ein Mensch sehen wollen, denn dann müsste dieser erkennen, was für ein Illusionsmärchen um ihn herum existierte, und das man ihn zum ungewollten Darsteller dieses Märchens gemacht hat.
Etablierte Medien – der Bürger vertraut und hat Hoffnung
Eine solche Erkenntnis würde in der Tat bei vielen Menschen einen Schock auslösen. Ab einen gewissen Zeitpunkt würde man nämlich aufwachen müssen und die Zusammenhänge erkennen, die man selber in Kauf genommen hat. Dabei ist es doch schon lange offensichtlich, dass sich Medienkonzerne durch Umfragen und Statistiken immer ein Bild machen von der Stimmungslage der Bevölkerung und ihr Konzept dann darauf abstimmen. Schließlich spart man so ein und kann Personen zu Darstellern machen, welche kein Honorar fordern und keine Ansprüche an das Drehbuch stellen. Gleichzeitig animiert man, durch die nach außen scheinbare Volksnähe, die Menschen dazu, diese Sendung zu gucken. Hier bildet sich also ein Kreislauf, welcher lukrativ ist, von Kernpunkten ablenkt und die Statisten dazu ermutigt, oberflächliche und völlig unnötige Diskussionen zu führen. Gerade aus diesen Gründen setzen sozial frustrierte Personen wohl auch immer wieder Hoffnung in solche Illusionssendungen und erhoffen sich Menschlichkeit von den Medien. Immer wieder wird sich an kleinen Wahrheiten festgehalten, man Lobt die Presse, obwohl es nur ein Weg ist, um den Unmut in Grenzen zu halten und den Druck aus dem entstehenden Frust vieler Menschen zu besänftigen und wieder in die richtige Spur zu bringen. Diese Methode geht vollkommen auf, und so setzt man auch weiterhin auf Volksthematiken, mit welchen sich der Bürger identifizieren kann: wohl wissend, dass der Zuschauer am Ende zwar gereizt ist, sich im Unterbewusstsein jedoch trotzdem das Gefühl festigt, dass er sich verstanden fühlt von den großen Damen und Herren der oberen Schicht. So führt das Unterbewusstsein letztlich auch dazu, dass die Hoffnung auf eine Wandlung der bekannten Presse immer größer wird und keiner daran denkt, dass man selber Alternativen schaffen könnte. Allerdings wäre das mit Arbeit und Verantwortung verbunden, und die weist man in dieser modernen Welt ja gerne von sich. Jeder will haben, keiner will geben oder mitdenken.
Der Mensch ist abhängig von einer selbsterschaffenen Illusion
Aus diesem ganzen Konstrukt wird deutlich, in was für einer künstlichen Welt wir im Grunde schon leben, und das es nicht mehr lange dauert, bis auch die letzte emotionale Intelligenz ausgestorben ist. Somit wäre aber auch die Grundlage entzogen, um die rein fachliche Intelligenz weiter zu entwickeln. Der Mensch begibt sich immer mehr in eine Illusion, in eine neue Form des Wunschdenkens. Daraus resultierend entsteht dann eine Fantasiewelt, in welcher man sich zwar für einen kurzen Moment Luft zum atmen verschaffen und sich von dem Druck der Realität lösen kann, aber sich die Probleme verschlimmern. So mag man im ersten Moment zwar denken, dass man Luft hat und sich die Seele frei bewegen kann, doch befindet man sich tatsächlich in einem Vakuum der geistigen Verwirrung. Aus der einst offenen Welle der Gesellschaft sind ein Sturm der Verwirrung und ein Feuer des Verbergens geworden. Ganz sicher auch durch den großen Einfluss der Medien auf unseren Alltag ist es so weit gekommen.
Der offene Gedanke – keine Angst vor dem Schein
Wir leben in einer neuen Zeit, und dazu gehört mit Sicherheit auch die Medienwelt. Abspannen kann man sich mit Sicherheit ab und an durch die neuen Formen der Technologie, doch sollte man sich nicht davon abhängig machen und seinen kritischen Verstand aufrecht erhalten. Egal wohin wir blicken, überall greift eine Massenbetäubung um sich, und die Masse lacht noch, als sei die Welt in einem Zustand der Glückseligkeit. Anstatt sich eine wahre anhaltende Freude und eine wirkliche innere Zufriedenheit aufzubauen, flüchtet man immer wieder schnell in eine künstliche Freude, auf welche oft sehr schnell eine schwere Depression folgt. Alles fordert seinen Preis, und gerade wenn man dauernd den leichten Weg wählt, muss man damit rechnen, dass man zur Kasse gebeten wird. Ehrliche Freude, eine freie Welt, wirkliche Zufriedenheit und Perspektiven muss man sich selber als GEMEINSCHAFT aufbauen und darf hier nicht gegeneinander arbeiten, sondern stets miteinander. Das Leben ist vom Grundgedanken her nicht kompliziert, sondern wir machen es erst schwierig. Für alles muss eine Regelung her, nichts möchte man mehr selber erreichen. Es hat mehr den Anschein, als leben wir in einer Zeit der anhaltenden Momentaufnahme. Das Leben aller Menschen ist so gleich geworden, es funktioniert wie nach einem Drehbuch. Kaum ein Mensch sagt offen, was er denkt, immer wieder setzt man doch wieder Hoffnung in alte Wege, in etablierte Politiker und bereits bekannte Medien. Alles Neue kann nicht gut sein oder ist den Menschen zu unbekannt, und so wird bestenfalls gestarrt, aber nicht genutzt, was sich am Wegesrand so für Möglichkeiten bieten. Warum setzen Menschen mehr Hoffnung in eine Sendung, welche sich mit Hartz-IV befasst, als in Menschen, die ganze neuartige Konzepte entwickelt haben gegen die Gesamtarmut? Warum arbeitet man in eine Illusion hinein und immer für sich, anstatt mit Menschen offen, fröhlich und ehrlich als Gemeinschaft in die Realität hinein? Wir erleben nur das immer wieder, was wir selber auch durch unser Handeln direkt oder indirekt unterstützen.
Ich schließe mit einem eigenen Zitat:
Wer glaubt, dass alles was ihm umgibt, real ist, der hat sich der Wirklichkeit bereits entzogen.
Ihr
Joachim Sondern



















