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Altersarmut – alle Generationen betroffen

Verfasst von: admin am November 4, 2009 Kein Kommentar

04.11.09

Dass diese marode Märchenweltpolitik nicht lange mit neuen Schwarzmeldungen auf sich warten lässt, war klar. Nun müssen wieder Menschen dran glauben, welche unter der Welle der falschen Entscheidungen bereits genug gelitten haben: die Rede ist von den älteren Damen und Herren der Gesellschaft, unseren Rentnerinnen und Rentnern. Eigentlich Menschen, welchen man mit Hochachtung begegnen sollte und welche den gleichen Schutzanspruch haben, wie Heranwachsende auch. Schaut man aber hier mal über den Tellerrand, so kann man wunderbar erkennen, das für beide Seiten nichts getan wird. Worte alleine haben noch nie dafür sorgen können, dass die Sonne wieder scheint. Natürlich mag dies in Märchen so sein, aber man sollte in politischen Fragen doch den Bezug zur realen Welt suchen.


Bereits in der Vergangenheit belogen und betrogen

Real und ehrlich scheint diese Welt aber schon lange nicht mehr zu sein, und ganz deutlich wird einem das bei der Frage der Altersabsicherung. Hat man doch noch vor einigen Jahren groß getönt, wie viel Wert man auf die Absicherung der Bürger im Alter legt, so scheint dies längst in Vergessenheit geraten zu sein. Immer wieder hatte man in der Vergangenheit von einem ruhigen und sicherem Leben im Alter gesprochen, ohne bereits zu erkennen, dass diese Versprechungen dort schon nicht mehr greifen konnten: denn Armut im Alter war bereits lange vor den anderen Armutsformen im Land existent. Leider hat man jedoch nicht auf das Mahnen der alten Generation gehört und ist immer davon ausgegangen, dass es sich um Menschen handelt, welche nicht mit der Zeit gegangen sind. Nun, einen größeren Fehler konnte unsere Komagesellschaft nicht machen, denn diese erfahrenen Säulen der Gemeinschaft haben die Vorboten der Verschlechterung einer Gesamtsituation bereits anhand ihrer eigenen Lage erkennen können.  Durchaus war also Gelegenheit gegeben, etwas daraus zu lernen. Eine Entwicklung fängt immer erst in einem kleinen Kreis an und weitet sich dann nach und nach aus, ernährt sich aus dem Koma eines Volkes. Seit Jahren werden Rentnerinnen und Rentner schlecht behandelt, müssen mit Kürzungen leben, werden an den Rand der Gesellschaft gestellt, und bekommen zum Teil vom ersten Tag an eine Minirente, obwohl die Leistung oft eine deutlich höhere war. Dieses Rentensystem wackelt also schon lange, nur wollte es keiner erkennen.


2010 keine Erhöhung in Sicht – ältere Menschen sollen für Krise herhalten

Überraschend ist es daher auch nicht, dass nach Meldungen der Presse, die Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2010 nicht mit einer Erhöhung zu rechnen haben. Man betont, dass es durch die Rentengarantie zum Glück nicht zu einer Kürzung kommt, die Rentenversicherungen hier aber mit einer Belastung in Milliardenhöhe rechnen. In diesem Zusammenhang stellt man sie mitten in das Krisenbild, auch als Betroffene. Nicht schlecht, wie man hier wieder mit einer Gruppe ein neues Spiel spielt, diese an etwas beteiligt, was diese nicht zu verantworten haben. Man drängt hier bewusst in eine Opferrolle und hat auch gleich Mitleid im Gepäck, nur keine Menschlichkeit.

Über Jahrzehnte wurden hohe Summen eingezahlt und die Menschen im Lande haben hohe Leistungen erbracht, auch weil sie auf die Ruhe im Alter gebaut haben. So kam eine starke Wirtschaft zu Stande, welcher ohne weiteres auch eine gute Altersabsicherung gewährleisten konnte. Eine Mindestrente von 1.200 Euro wäre für jeden älteren Menschen möglich gewesen. Auch die Krise hatte im Ursprung nicht solche Auswirkungen, um dieses einst aufgebaute Wirtschaftssystem zu sprengen: und doch ist es dem Schein nach passiert.


Junge Generationen ohne Altersabsicherung

Während aber die aktuelle Rentnergeneration wenigstens noch eine Rente vom Staat bezieht, so müssen die nachfolgenden Generationen bereits um diese bangen. Immer mehr geht man zielorientiert in die Richtung der Privatisierung, zieht sich als Staat aus der Verantwortung und möchte diese Last scheinbar nicht mehr tragen. Verständlich ist dies nicht, denn die Gesamtheit des Staates hat stets die Last auf ihren Schultern getragen, und nicht die Märchenerzähler des Berliner Geschichtenhauses. Einerseits lässt man den Bürger weiter für staatliche Absicherung in die Kassen einzahlen und anderseits weist man sie aber bereits darauf hin, dass sie doch bitte auch an die private Absicherung denken sollen. Was simpel und einfach wäre, macht man stets kompliziert und unlösbar: wie bitte soll bei der jetzigen Entwicklung eine Privatisierung greifen, bzw. umgesetzt werden? Müsste nicht gerade in solchen Zeiten die staatliche Absicherung wie ein Fels in der Brandung stehen? Sollte man doch wohl annehmen, dass ein Sozialsystem ja gerade für harte Zeiten ausgelegt ist, um die Bürger genau in diesen Zeiten zu schützen. In guten Zeiten zahlen Bürger ein, bringen ihre Leistung und bauen eine Sicherheit für ihr Leben auf, welche sie dem System zur Verwaltung anvertrauen. Wie stark dieses Vertrauen missbraucht wurde, kann man am Thema der Altersabsicherung nur zu gut erkennen. Gar unmöglich ist es, dass die Menschen in diesen verrückten Zeiten noch eine zusätzliche private Absicherung aufbauen können. Hier muss das staatliche Sozialsystem verstärkt werden, und gerade Menschen im Alter auffangen und eine ruhige Altersruhe ermöglichen.


Der freie Gedanke – Leistung nicht genug gewürdigt vom System

Immer deutlicher wird in diesem Zusammenhang, wie stark wir schon in eine antihumane Lebensform gefallen sind, und das es kaum noch einen Ausweg daraus gibt. Privatisierung zerstört ein Sozialsystem und wirkt sich besonders tragisch auf die Altervorsorge aus. Zieht man dennoch einen solchen Weg in Betracht, so müsste der Bürger hier von staatlicher Seite deutlich entlastet werden, so das finanzieller Spielraum da ist, um die private Altersvorsorge realisieren zu können. Jedoch ist dies nie so sicher, wie eine staatliche Absicherung im Alter. Wir hatten für Jedermann eine gut greifende Altervorsorge, welche man gerade im letzten Jahrzehnt einfach verspielt hat. Dies wäre ja auch gar nicht unser einziges Problem: auch die vielen Kleinunternehmer, welche sich gar keine Versicherungsform mehr leisten können, fallen dem überholten System und den unverantwortlichen „Auswegen“ zum Opfer. Dies bedeutet, dass die Altersarmut schon in Kürze drastisch zunehmen wird. Umso wichtiger ist es, dass Generationen lernen in Harmonie miteinander zu leben und sich unterstützen, auf einer humanen Ebene. Eine Systemunabhängigkeit muss aufgebaut werden, und man darf als Bürger dieses Staates nicht mehr mit sich spielen lassen.


Ich möchte mit einem eigenen Zitat schließen:

Wer glaubt das Ziel erreicht zu haben, wird niemals erkennen, welche Wege es noch gibt!

Ihr

Joachim Sondern

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