Sozialsystem Ade – warum lassen wir es zu?

12.10.09

Seit dem Wahlerfolg der FDP bei der Bundestagswahl in diesem Jahr, ist die Aufregung vieler Bürger groß, denn sie fürchten um das Sozialsystem, welches sie über Jahrzehnte durch ihr Schaffen mit aufgebaut haben. Manchmal fragt man sich wie die FDP ein solches Wahlergebnis erzielen konnte, bei einem so großen Aufschrei. Selbst Menschen, welche behaupten die FDP gewählt zu haben, sind bereits einige Tage nach der Wahl schon wieder unzufrieden mit dieser Partei. Zeigt dies doch nur, wie verwirrt der Bürger doch ist und das politische Aufklärung nötig wäre. Viel zu lange schon befasst sich die Masse nicht mehr ausgiebig mit politischen Fragen und überlässt alles den gewählten Politikern. Da verwundert es auch nicht, dass vor dem anstehenden Regierungswechsel die SPD noch ganz schnell dem Bund seinen Anteil an Kosten der Unterkunft senken will.


Der Bürger nur noch Mittel zum Zweck

Dies ist aber nur ein Beispiel für den systematischen Abbau unseres Sozialstaates. Der Bürger dient doch nur noch als Werkzeug der etablierten Macht und hat einfach nur zu funktionieren. Betreffende Personen lassen es einfach über sich ergehen, obwohl sie diesen Sozialstaat mit aufgebaut haben. Da kommt ein Herr Westerwelle und stellt einen Sozialstaat als ein Staat der Faulen da und beschimpft Menschen, die soziale Leistungen in Anspruch nehmen müssen, als Sozialschmarotzer. Guckt man sich unsere Politiker mit ihren viel zu hohen Staatsgehältern an, die wir alle finanzieren, dann sieht man die wirklichen “Schmarotzer” und wundert sich, warum diese noch immer im Amt sind. Anscheinend geht es der Bürgerschicht noch nicht schlecht genug, so dass diese sich weiter als Werkzeug instrumentalisieren lässt und noch lieb lächelt, wenn die große Kanzlerin ihre Tournee ankündigt. Viel Schall und Rauch, aber keine positiven Ergebnisse werden dem Volk präsentiert.


Bürgergeld – Arbeitszwang der zum weiteren Lohndumping führt

Eine Forderung der FDP ist das beste Beispiel für diesen ganzen Hohn. Man will Hartz-IV abschaffen und das Bürgergeld einführen. Nun, Hartz-IV abzuschaffen, dagegen spricht nichts, aber bitte gegen eine bedingungslose Grundsicherung, von der Menschen auch leben können. Herr Westerwelle hingegen scheint mehr von “Zwangsarbeit” zu halten, welche so gar nicht im Sinne eines Sozialstaates ist. Er spricht von Sozialschmarotzern und übersieht wie klein der Anteil dieser schwarzen Schafe doch im Grunde ist und das hier auch vernünftige Kontrollen reichen würden. Im Grunde ist es nur ein Schachzug seiner Wirtschaftspolitik. Mit dem Bürgergeldmodell müsste jeder der Geld bekommt, eine soziale Absicherung hat, arbeiten gehen. Ein solcher Zwang führt unweigerlich zu einem weiteren Lohndumping. Die hohen Industrieherren wissen, dass die Menschen arbeiten gehen müssen, egal zu welchen Bedingungen, also gehen sie mit den Gehaltszahlungen weiter nach unten, denn die Regierung unterstützt sie ja dabei. Bitte, wenn das im Sinne der Regierenden ist, dann sollen sie auch mit den unweigerlichen Folgen leben. Zunahme von Krankmeldungen, hoher Arbeiterverschleiß, im Produktionsbereich wird die Qualität nachlassen und die Unzufriedenheit des Volkes wird wachsen.


Krankenversorgung zweiter Klasse – auch Rente gibt’s bald nicht mehr

Neben der Existenzversorgung befinden wir uns schon lange in einer Zweiklassenmedizin, welche uns weiter in eine Abhängigkeit treiben soll. Es werden Medikamente verschrieben, welche den Körper zum Teil ruinieren und nicht helfen. Es geht hier nur um den Preis, nicht um die eigentliche Wirkung. Schon lange gibt es viele alternative Medikamente und Methoden der Heilung: in dessen Genuss ein sozial schwacher Mensch nur leider nie kommen wird. Man behandelt solche Patienten wie Abschaum und lässt sie zum Teil wochenlang auf einen Termin warten, wenn es um wichtige Krebsvorsorgeuntersuchungen etc. geht. Ganz bewusst nimmt man in Kauf, dass ein Teil dieser Gesellschaft also deutlich kränker ist, als jener, welcher sich “Gesundheit” leisten kann. Obwohl gerade der sozial schwache Teil, durch diese enorme Belastung stärker gefährdet ist und mehr Unterstützung benötigen würde. Sehr seltsam, dass man nicht möchte, dass diese Menschen wieder nach Oben kommen und die Wirtschaft stärken. Ein gesundes und gutes Volk erbringt größere Leistungen, und das hatte die Politik in der Vergangenheit auch gemerkt. Man nimmt also mit der Gesundheitsfrage auch den Staatsbankrott in Kauf, aus Angst, dass ein energiegeladenes Volk  diese Politik doch abwählen könnte und anfangen würde selber zu denken. Also dann lieber billige Schmerzbetäubung, anstatt wirklich Pflege und Erhalt der Gesundheit. Immer wieder interessant, diese Zusammenhänge. Da kann man gar nicht verstehen, dass solche spannenden Zusammenhänge nicht gerne von der Masse erkannt werden, wo diese doch auf “Action” stehen.

Spannung ist auch bei unserem Rentensystem gewiss. Haben Rentner so schon kaum oft etwas von ihrem Rentengeld, da das Eintrittsalter mit 65 viel zu hoch angesetzt ist, so kommt es jetzt noch härter. Bereits in der heutigen Zeit können viele Rentner kaum noch von ihrer Rente leben, obwohl sie immer Leistung erbracht haben. Dadurch werden sie gesellschaftlich ausgegrenzt und das obwohl vieles durch sie aufgebaut wurde. Ein Zeichen der sozialen Kälte und des kaputten Rentensystems. Man bekommt aber nie genug und so setzt man dem ganzen noch die Krone auf. Rente soll es jetzt erst ab 67 Jahren gezahlt werden, bzw. mit 68 Jahren, und wieder sagt kaum einer etwas dagegen. Der Staat hat schon genug Gelder sinnlos verbraucht, und es wurden genug Gelder für die Altersabsicherung erwirtschaftet, so dass jeder Rentner mindestens 1.500 Euro bekommen müsste und das Renteneintrittsalter bei 58 Jahren liegen sollte. Alle Zeichen deuten daraufhin, dass es auch in einigen Jahren für die nachfolgenden Generationen keine staatliche Altersvorsorge mehr geben wird. Auch hier wird also zerstört, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde.


Freie Gedanken – handeln und nicht reden

An all dieser Ungerechtigkeit tragen wir eine Mitschuld, denn wir haben es als Gemeinschaft zugelassen. Immer wieder wurde es gern gesehen, wenn man schluckt, und es gehörte zum guten Ton sich nicht gegen die Regierungsstimme zu wehren: auch dann nicht, wenn man die Ungerechtigkeit direkt erkennen konnte. So wurde über Jahrzehnte eine vollkommen falsche Philosophie vermittelt, welche zwar auf unmenschliche Härte baut, aber nicht auf gesunden Menschenverstand. Die Gesellschaf sollte begreifen, dass es nicht um Härte und Ellenbogen geht in einem sozial-menschlichen System. Wie soll man ein Sozialsystem aufrecht erhalten und verbessern, wenn man die Politik direkt oder indirekt bei der Vernichtung dieses ehemals guten Sozialsystems unterstützt? Richtig, es ist nicht möglich. Die hier angesprochenen Fakten sind nur einige Bestandteile unsere Sozialsystems, und doch sollten sie ausreichen, um “wach” zu werden.


Ich schließe mit einem eigenen Zitat:

Derjenige, welcher glaubt, in Sicherheit zu leben, trägt die größte Gefahr!

Ihr

Joachim Sondern

Kommentare (1)

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Brat Hering. Brat Hering said: RT @Buergerstimme: Die Regierung trägt das Sozialsystem zu Grabe http://bit.ly/uzRoP #fdp #wahl09 [...]

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