Die Bildungspolitik hat versagt – Bildung eine Finanzfrage
06.09.09
Immer wieder hört man die großen Reden der Politiker, wenn sie über Ratlosigkeit in der Pisastudie sprechen und verzweifelt nach Konzepten suchen, um den Lernwillen im Land wieder zu stärken. Also ganz nach alter Manier wieder leere Phrasen, die ohne Sinn und Verstand geäußert werden. Besonders schwer haben es unsere Politiker hier auch nicht, denn keiner hinterfragt tatsächlich was hinter der Bildungspolitik steckt, und kaum einer macht sich die Mühe eine Lösung zu erarbeiten. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle für den doch so traurigen Bildungsstand in unserem Land. Hier nur die Politik zu Verantwortung zu ziehen, wäre viel zu einfach und führt nur in ein weiteres endloses Nirwana. Wir müssen nicht fragen, wo das Potenzial ist, sondern wie man das Potenzial auch nutzen kann.
Geistige Trägheit durch Staatshand
Fangen wir doch hier einmal mit dem eigentlichen Phänomen an, welches nun seit Jahrzehnten praktiziert wird. Auf der einen Seite zeigt sich die herrschende Klasse betroffen und auf der anderen Seite wissen sie genau, dass der elitäre Kreis weiterhin die beste Ausbildung genießt und der Normalbürger kaum noch Bildungschancen erhält. Dies festigt natürlich die Machtposition und ermöglicht eine weitgehende Vetternwirtschaft. Natürlich sind sich jene Drahtzieher einig, dass sie im Grunde gar keine Bildungschancen für die Normalschicht ermöglichen wollen und bedienen sich daher am Werkzeugkasten Multimedia. Über die vorgefertigte Meinungsmaschine wird mittels TV, Radio und Internet all das verbreitet, was zu einer geistigen Lähmung führt. Immer wieder wird vermittelt, dass man nicht eigenständig denken oder handeln muss, da alles bestens funktioniert. Zur Not setzt man hier auch schon mal Sendungen mit dummen Inhalten ein, die sich durch die Hintertür festsetzen gerade im Kopf der Nachwuchsgeneration. Nicht der freie Geist bestimmt was erlaubt ist und wie man sein darf, sondern die multimedialen Inhalte der Berliner Raubritterindustrie. Hinter diesem Vorhang steckt also ein lang entwickeltes Konzept, welches verhindern soll, dass Menschen mit weniger Geld aufsteigen. So wird auch vermittelt, dass Menschen die wenig Geld haben gar keine Chance haben auf ganz hohe Posten und sich mit dem zufrieden geben sollen, was sie tagtäglich umgibt und ihnen das freie Recht der Selbstbestimmung entzieht. Wirklich eine schöne Demokratie in welcher wir leben.
Potenzial ist da – Bildung wird von den Finanzen abhängig gemacht
Es geht doch gar nicht mehr um Individualität oder um Ehrgeiz etwas erreichen zu wollen. Auch geht es schon lange nicht mehr um Talente. In der heutigen Zeit geht es nur noch darum, zu funktionieren. Der elitäre Kreis wird geschult andere Menschen zu unterdrücken und den Machterhalt zu ermöglichen, und die untere Schicht lernt zu gehorchen und wie man den Ehrgeiz etwas erreichen zu wollen verliert. Schafft es aus diesem Kreise doch ein Mensch nach oben, dann wird er schnellstmöglich eingegliedert. Eine Fehlfunktion ist im Bildungssystem nicht gestattet, und somit gibt es keine wirkliche Förderung der eigentlichen menschlichen Intelligenz. Das Kapital regiert uns und bestimmt unseren täglichen Lebensablauf, gerade auch in Bildungsfragen. HartzIV und andere Armutsgesetze sind dafür verantwortlich, das begabte Kinder aus armen Familien keine Chance erhalten ihrer Entwicklung freien Lauf zu lassen. Die Wissensgier wird durch staatliche Gesetze gestoppt, und das kann es nicht sein. In der Sendung „Hart aber Fair“ ging es um eine Familie, dessen Tochter mit 15 den Ehrgeiz entwickelt hatte, die chinesische Sprache zu lernen. Unterstützung erhielt sie von keiner Seite, da die Mutter unverschuldet zur HartzIV-Empfängerin wurde. Wieder ein individuelles Talent, welchem man durch Staatshand das Recht und freie Bildungsentwicklung genommen hat. Dieses junge Mädchen suchte sich daraufhin ein günstiges Hobby und wollte sich musikalisch betätigen, was auch noch eine Art geistige Entwicklung ist. Sie ging in den Ferien arbeiten um sich das Instrument leisten zu können. Danach erhielt die Mutter ein Schreiben der ARGE, das dieser Verdienst angerechnet wird und sie weniger HartzIV beziehe. Welch ein grausames, gesetzliches Vorgehen, mit dem man jeden Menschen den Mut nimmt, etwas bewegen zu wollen oder sich zu entwickeln. Alles aber absolut alles, was mit freier geistiger Entwicklung zu tun hat, wird durch die Berliner Schauspieler untersagt, wenn man die finanziellen Mittel nicht besitzt. Erarbeiten sich daraufhin junge Menschen ihre Perspektive haut die Gesetzeskeule oben drauf. Gerade bei individueller und eigenständiger geistiger Entwicklung legt man vom System wohl immer gerne Steine in den Weg. Guckt man sich die Schulen an, so wundert es einem nicht: hier wird nur gelehrt wie man sich einordnet und zu funktionieren hat. Dies nennt man dann Teamfähigkeit. Freie Denker werden als nicht teamfähig eingestuft und an den Rand der Gesellschaft gestellt. Erinnert mich an einen Sortierprozess, welcher mit Menschlichkeit nichts mehr gemein hat. Man fragt sich doch inzwischen immer öfter, in was für einer Zeit wir eigentlich leben.
Keine faule Ausreden – Konzepte sind vorhanden
Ein Hauptdarsteller aus der Berliner Industrie würde nicht dort sitzen, wenn er nicht das Lexikon der Ausreden beherrschen würde. Auch mit den Märchenbüchern kennt er sich aus, denn nur so kann man den Bürger immer wieder ruhig halten. In Wahrheit jedoch kann man nur noch ironisch lachen, wenn man die Sätze der Industriewächter hört, welche man als Querdenker bereits erahnen kann, bevor sie gesprochen wurden. Da ist die Rede von Ratlosigkeit, von einer kaputten Jugend, von falscher Erziehung und unfähigem Lehrpersonal. Letzteres eigentlich unlogisch, da sie doch vom System geimpft werden. Trotzdem muss für die Scheinkritik zur Not auch mal das eigene „Personal“ herhalten. Fakt ist jedenfalls, dass die freie Wirtschaft, das Unternehmertum immer auch verantwortungsvoller Träger der Bildung sein sollte. So müsste man Großkonzerne und Mittelstand einen Steuervorteil einräumen und diese verpflichten in einen Bildungsfond einzuzahlen, welcher mit kontrolliert wird von freien und unabhängigen Bürgerinitiativen. Durch diesen Fond müssen individuelle Talente und ehrgeizige Schüler im guten Maße gefördert werden. Auch deren Familien sind zu unterstützen, wenn diese durch das Familienklima die Kinder immer unterstützen auf ihren Bildungsweg. In Notlagen ist auch hier helfend einzugreifen und nicht wie es bisher der Fall ist, zerstörend. Sollten die Regierenden solche Wege nicht gehen, müssten Unternehmen solche Wege fordern und notfalls Eigeninitiative zeigen. Das Gejammer der Unternehmer, dass es kaum noch fähige Arbeitskräfte gibt, ist nämlich auch nicht mehr zu ertragen. Jeder will von jedem was, aber keiner möchte etwas geben, bzw. leisten, und so kann ein System einfach nicht funktionieren. Dies ist nur eine von sehr vielen Möglichkeiten, welche man als Industriestaat hat. Dies würde dann auch die Wirtschaft positiv beeinflussen. So kommt in einem doch wieder der Verdacht auf, dass man es einfach gar nicht zulassen will und das Ganze nach System steuert. Merkwürdig, dass man in allen politischen Bereichen immer zu demselben Entschluss kommt. Oh, ich bitte um Entschuldigung: schon wieder eine Tür geöffnet, die man nicht öffnen darf.
Der Gedanke – kein Wunder was hier passiert
Dass immer mehr junge Menschen anfangen zu trinken oder der Hilflosigkeit verfallen ist kein Wunder. Eltern wehren sich nicht mehr, leben den Kindern Hilflosigkeit vor, der Staat untergräbt jegliche Individualität und lenkt das freie Denken, und wenn man sich selber eine Perspektive aufbauen will, zeigt man wer der Stärkere ist. Wer hier noch eine Zukunft erkennt, der ist ein Fantast.
Ich möchte schließen mit einem Satz von Konfuzius:
„Beim Lehren gibt es keine Standesunterschiede“
Joachim Sondern
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