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Das Erwachen nach der Bundestagswahl

Verfasst von: admin am September 15, 2009 Kein Kommentar

15.09.09

Egal über welche Tageszeitung man stolpert, man findet immer wieder Berichte über den doch so spannenden Wahlkampf der „Schicksalswahl 2009“ in Deutschland. Schnell stellt man fest, dass sich der Vorhang der Theaterbühne wieder geöffnet hat, und man den Bürger nach alter Manier jenes Spiel vorspielt, mit welchem man schon seit Jahrzehnten Erfolg hat. Immer wieder fragt man sich daher, in wie weit noch ein freies und eigenständiges Denken vorhanden ist in unserer heutigen Gesellschaft. Es ist wohl die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen, und daher macht es auch gar keinen Sinn über einen Wahlkampf oder eine Wahl zu sprechen, dessen Ausgang bereits deutlich zu erkennen ist. Die etablierte Kraft wird sich weiter festigen, denn das Verhalten der Gesamtgesellschaft lässt keinen Wandel zu.


Eine Wahl ist nur eine Wahl wenn der Bürger frei und unabhängig denkt

Fakt ist, dass keine Wahl auf Erden etwas verändern kann, wenn die Gesamtheit des Volkes nicht frei denkt und anfängt das System zu hinterfragen, in welchem es lebt. Bei einer Wahl kann man eine positive Wandlung erwirken, aber dazu muss man als Einzelner eine gewisse Grundverantwortung auf seinen Schultern tragen können und darf sich dieser nicht entziehen. Genau dies passiert aber: immer wieder versucht man mit aller Gewalt die Verantwortung von sich zu weisen und auf andere Mitmenschen abzuwälzen oder eben auf unsere Politiker. Nur will  keiner mehr die Verantwortung für einen Teil seiner Mitmenschen und seiner Umwelt mittragen, und das führt unweigerlich zu einem gesellschaftlichen Chaos. Zwar gibt es vereinzelt noch Menschen, die diese Grundverantwortung tragen können, doch brechen diese verständlicherweise unter der Last der Gesamtverantwortung zusammen. Es ist ein Spiel, dass kein Ende kennt, und so ist es schwer in einem Kreislauf voller Scheinargumente die Ursache für dieses Verhalten festzustellen. Nach Außen hin kann der Bürger demokratische Werkzeuge nutzen, aber genau diese Nutzung wird im Vorhinein so gesteuert, dass keine Fehlfunktion möglich ist. Damit hat man zumindest die freie, humane demokratische Grundbasis gelähmt. Natürlich gibt es viele Formen der Demokratie, aber Humanität und Freiheit sind die beiden Hauptsäulen, durch welche die Geburt der Demokratie überhaupt erst möglich wurde. Die Nebendarsteller haben die Möglichkeit sich neue Hauptdarsteller zu suchen, und doch lassen sie sich blenden vom goldenen Luxuskäfig. Dann gibt es noch einige „Sklaven“ welche abhängig gemacht werden, da man ihnen nur das Minimum zum Leben lässt und ihnen dauernd klar macht, dass sie morgen gar nichts mehr haben, wenn sie ihre Meinung frei und direkt äußern. Ja, es weht uns ein Wind der „Sozialen Kälte“ entgegen, aber gesät haben wir diesen Wind selber. So darf man sich nicht wundern: denn wer den Wind säht, erntet den Sturm.


Soziales Handeln vom Staat gefordert – doch fängt es bei dem eigenen Handeln an

Der Frust vieler Bürger ist daher verständlich, wenn es um die derzeitigen sozialen Strukturen im Land geht. Doch wie so vieles in der heutigen Zeit, fängt auch diese Struktur bei uns an. Sozial zu handeln setzt Menschlichkeit voraus, und genau da beginnt das größte Problem unserer nach „Konzept“ funktionierenden Gesellschaft. Man darf nicht erwarten, dass Politiker der Gesamtheit des Staates ein goldenes Geschenk machen. Keiner fühlt sich für etwas verantwortlich, und man hält untereinander nicht zusammen. Warum also sollte die Politik soziale Geschenke machen? Was man selbst nicht bereit ist zu zeigen, dass darf man auch nicht von anderen verlangen. Bürger suchen nach Bürgern, die sozial noch schwächer sind als sie selbst, um nach ihnen zu treten und sich an deren Not aufzubauen. Es ist, glaube ich, nicht zu hart formuliert, wenn man hier von einer perversen Gesellschaftshaltung spricht. Keiner verbietet dem kleinen Mann, sich untereinander zu ergänzen und den Zusammenhalt untereinander zu pflegen. Soziale Verantwortung baut auf das Prinzip der Gegenseitigkeit auf und nicht darauf, dass man auf einen großen Erlöser wartet. Die Geschichte hat bereits gezeigt, wozu ein solches Verhalten führt. Nur wer selber bereit ist sich am Gemeinschaftswesen zu beteiligen, hat auch ein Recht dazu, diese Politik zu kritisieren. Kritik üben sollte nur die Person, die bereit ist diese Tatsache auch durch das eigene Zutun positiv zu beeinflussen. Soziale Haltung beginnt bereits in der Familie. Sich selbst zu akzeptieren, für seine Kinder da zu sein und den Menschen in seiner Umgebung zu helfen. Sei es einfach auch nur durch ein Lächeln, was ich meinen Mitmenschen ins Gesicht zaubere. Wir brauchen nicht über Sozialpolitik sprechen, wenn man die simpelsten Dinge nicht selber beherzigt.


Die Quittung kommt nach der Wahl

Wer glaubt, dass es nach der Wahl so weiterläuft wie bisher, dass alles irgendwie funktioniert, der wird sich schnell eines besseren belehren lassen müssen. Was man Jahrzehnte versäumt hat, kann man nicht ewig weiter in die Länge ziehen. Selbst mit einem totalen Wandel könnte man diesen Prozess erst mal nur stoppen. Eine Korrektur der politischen Fehler ist nur mit dem beherzten Einsatz der gesamten Gesellschaft über Jahre hinweg möglich. Nach der Wahl besteht die Möglichkeit, dass wir zum ersten Mal erleben, dass eine Ellenbogengesellschaft auf lange Sicht keine positive Entwicklung ist. Humanität und Gemeinschaft beruhen auf Gegenseitigkeit und müssen von Grund auf neu vermittelt werden. Genau diese Werte sind es nämlich, die unsere „Narrengemeinschaft“ nicht mehr kennt und nicht mehr empfinden kann. So kann der elitäre Kreis ungehindert weiter machen und auch das letzte Beutekonzept umsetzen, bevor aus dem Volk nichts mehr zu pressen ist. Was uns dann erwartet, steht im Wind geschrieben, und wenn man ganz genau hin hört, kann man es erahnen, und dies ist sicherlich kein Sonnenschein.


Der Freie Gedanke – Politik nur durch Menschlichkeit

Immer wieder sucht man nach Konzepten und Möglichkeiten die Politik positiv zu beeinflussen, und immer wieder schreit das Volk nach Änderungen. Ohne jedoch die Basiselemente zu beachten, kann man in der Politik überhaupt nichts bewegen, denn sie sind die Träger unseres Daseins. Man macht vieles kompliziert, damit die Masse der „Narren“ nicht erkennt, dass es doch so simpel ist. Politik ist nichts anderes wie die Ordnung unseres alltäglichen Lebens und gewisse Regeln, um ein Chaos zu verhindern. Dass die scheinbaren Regelungen der herrschenden Klasse jedoch ein gewolltes Chaos und in Angst leben provozieren, möchte man nicht erkennen. Zu stolz ist man auf das, was einmal war und erkennt nicht, was jetzt aktuell ist!


Manchmal bedarf es einem reinen Herzen, um an eine bessere Zeit zu glauben, aber gewiss einem Wunder, um diese Zeit zu erreichen!

Joachim Sondern

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