Volk wach auf und stell dich dem Schicksal entgegen

18.08.09

Langsam aber sicher ist es ein Trauerspiel sondergleichen, welches sich hierzulande ereignet. In keinem Land ist der Bürger arroganter, egoistischer oder zerstört sich so massiv durch das eigene Handeln als in der BRD. Zumindest in den Industriestaaten nicht. Es gibt Situationen im Leben, da ist die diplomatische Sprache von Vorteil, aber auch die sehr direkten Worte dürfen nicht ewig hinterm Zaun gehalten werden. Wenn Menschen, die einen Staat bilden sollen, sich dauerhaft im Tiefschlaf befinden, ist die Zeit reif für eine Sprache, die jeder versteht.


Auf die Politiker wird geschimpft – wo bleibt die Eigeninitiative

Manchmal wünscht man sich laute Kopfhörer auf den Ohren und eine schwarze Sonnenbrille: denn das ewige Jammern über unsere schlechten Politiker ist kaum noch zu ertragen. Meine lieben Freunde, wir sind die Politik und es geht alles bergab, weil wir uns aus Faulheit und falschen Stolz ein System aufzwingen lassen, welches nicht lebenswert ist, es aber zum Teil selber leben. Immer wieder beschweren sich Menschen, dass falsche politische Entscheidungen getroffen werden, dass unsere Politiker nicht im Sinne des Volkes handeln. Dies mag richtig sein: aber warum ist es überhaupt möglich? Ganz richtig, weil die Masse der Bürger es zulässt und unterstützt. Es gibt keinen Grund dazu sich darüber zu beschweren, dass Großkonzerne ihre Interessen schützen und Politiker ihre Machtstellung festigen, denn letztendlich sind wir alle die Masse und könnten eine positive Änderung in die Wege leiten. Das funktioniert aber nicht, wenn man auf der Couch liegen bleibt, wenn einem seine Mitmenschen egal sind, und wenn man sich an eine Existenz klammert, welche schon lange keine mehr ist. Keine Organisation, keine Vernetzung, kein Willen und kein Herz etwas verändern zu wollen. Es fehlt jeglicher spontaner Ehrgeiz, jegliche Eigeninitiative, als könnte kaum noch jemand eigenständig Denken und Handeln und dieses in eine ehrliche Gemeinschaft umsetzen. Lieber „ertrinken“ einige ihren Frust, gehen weiterhin ihrem Spaß nach ohne nur eine einzige Sekunde daran zu denken, dass morgen bereits alles vorbei sein kann, wenn der Wagen weiterhin so schnell bergab rollt.


Einige wenige Aktivisten – persönliche Streitereien verhindern den gemeinsamen Weg

Unter diesen ganzen passiven Menschen gibt es aber auch noch eine handvoll aktive Bürger, welche sich gegen Armut und soziale Kälte im Land wehren. Jene Kälte, welche so stark geworden ist, dass sie bereits im Jahr 2010 ihren Höhepunkt finden wird, und wir zum ersten Mal richtig spüren werden, was wir durch diese Lebensform für ein Monster erschaffen haben. Diese Menschen sind als Einzelaktivisten zum Teil unbestrittene Idealisten, die sich mit Herz und Verstand für eine bessere Zeit einsetzen. Gegen Armut, gegen den Zerfall des gesamten Sozialsystems und manche auch gegen die soziale Kälte. Diese ist die Hauptursache für unsere Probleme und scheint auch von den Personen, welche sich noch bewegen, unterschätzt zu werden. Jeder dieser Streiter versucht Menschen zu erwecken, sie zu mobilisieren, so das sie für ihre Rechte einstehen, und dann kommt der Punkt, wo jeder Läufer und Stratege merken muss, dass sich kaum jemand für ein gemeinschaftliches Handeln begeistern lässt und noch viel Kritik kommt, von den Pantoffelhelden. Sicherlich sitzt dieser Schmerz tief, und auch der Frust ist verständlich: die daraus resultierende Schlammschlacht jedoch nicht. Auf einmal stehen bei dem Einen die persönlichen Belange wieder im Vordergrund, der Andere fühlt sich in seinem Ego verletzt, oder man will aus Ungeduld resignieren. Es entstehen Gerüchte, es wird diskutiert, es wird wieder kritisiert, aber schlicht und einfach nicht mehr gehandelt. Wieder einmal hat das System ganz nach Funktionsschema der Berliner Industrie zugeschlagen.


Der dunkle Schleier – jede Zeit hat einen Wendepunkt

Sicherlich ist es sehr schwer diese Egozüge alle abzulegen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und es ist auch leicht gesagt, dass es nur um die Sache gehen soll: jeder Mensch hat schließlich täglich mit Ängsten und Nöten zu kämpfen. Doch auch wenn der Schleier noch so dunkel ist, und man nicht wissen kann, was einem dahinter erwartet, so lohnt es sich doch diesen steinigen Weg zu gehen. Zueinander finden bedeutet auch, einander wieder zu vertrauen, sich aufeinander einzulassen und Menschen, die mich umgeben zu einem gemeinsamen, menschlichen Weg zu bewegen. Menschlicher Zusammenhalt ist das Fundament, welches vorhanden sein muss, um effektiv gegen Ungerechtigkeit anzugehen. Jeder hat seinen Weg, und das muss sich auch in einer Gemeinschaft nicht ändern. Eine gute Freundin sagte mal folgendes: Jeder für sich und doch gemeinsam, gemeinsam und doch jeder für sich. Ein Beispiel: 5 Unternehmer haben unterschiedliche Geschäfte. Jeder arbeitet für sich, aber schickt den Kunden auch zu einem der anderen 5 Unternehmer, wenn dieser etwas davon benötigt. Ein Teil der Masse geht es schlecht, ein anderer kämpft jeden Tag um den Erhalt der Existenz. Gemeinsam ohne Fragen zu stellen Aktionen durchführen gegen diesen Sozialabbau, gemeinsam eine bessere Zeit aufbauen und erhalten, und doch arbeitet jeder auch für sich. Man kann also durchaus eigenes Ego und ehrlichen Gemeinschaftssinn unter einem Hut bekommen. Der krankhafte Konkurrenzwahn jedoch und den Drang anderen Menschen ihre Existenz zerstören zu wollen, haben im Gemeinschaftsbild nichts verloren. Dies sind Erziehungsmaßnahmen, die vom System umgesetzt wurden, um diese jetzt vorhandene Uneinigkeit zu erschaffen.


Freie Gedanken – das Ziel ist von Bedeutung

Jede noch so gute Aktion wird sich im Sande verlaufen, wenn das Prinzip der Menschlichkeit einfach nicht vorhanden ist, und dies fehlt schon seit geraumer Zeit. Misstrauen wurde untereinander geschürt, und keiner fragt nach der Ursache, sondern akzeptiert einfach dieses Leben. Aber genau da fängt es doch an, etwas zu hinterfragen, sich von den Fesseln zu lösen, welchem einen auferlegt wurden. Vorschnelles Urteilen hat noch nie zum Ziel geführt, und daran wird sich auch nichts ändern. Wie kann ich beurteilen ob die Idee eines Mitmenschen gut oder schlecht ist, wenn ich sie mir nicht bis ins Detail angehört habe? Und selbst dann kann sie gut sein, obwohl man sie persönlich als nicht so erfolgreich bewertet. In jeder selbstständigen Idee steckt etwas Positives, und mehrere Ideen und Möglichkeiten, welche sich vereinen, erschaffen ein positives Gesamtbild. Die Welt ist weder gut noch schlecht, erst unser Denken macht sie dazu. Worte von Shakespeare, die treffender nicht sein könnten. Darum geht es doch, um dieses positive Gesamtbild, welches den Ehrgeiz der großen Bevölkerung wieder weckt. Ein Lagerfeuer, wo sich jeder anschließen kann, und man bespricht was falsch läuft. Ein spontaner Spaziergang mit Plakaten durch Stadtzentren, wo Menschen sich einfach nur anschließen. All das und noch viel mehr ist möglich, aber nur wenn die wenigen aktiven Menschen auch eine Freundschaft, eine Einigkeit, einfach einen Zusammenhalt vorleben. Keine Meinungsverschiedenheit untereinander kann so groß sein, wie die Probleme welche auf uns zukommen, wenn wir nicht geschlossen handeln.

Heute möchte ich mit einem Zitat von William Shakespeare schließen, welches aus dem Buch Hamlet stammt.

„Die Entscheidungen die wir treffen, diktieren das Leben, was wir führen!“

Joachim Sondern

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