Der Wahnsinn geht weiter – Bundesbank für Rente ab 69 plus
21.07.09
Man ist es ja gewohnt, dass Meldungen aus der Presse jeden Tag für einen neuen Schock gut sind. Doch dass dieses Mediensystem in der Lage ist, jeden Tag einen neuen Gesellschaftsskandal zu verursachen, dass lässt selbst den schärfsten Kritiker erstaunen. Da redet man über HartzIV welches es eigentlich gar nicht geben dürfte, da wird der Bürger schon mal sanft auf eine erneute Steuererhöhung vorbereitet, und auch anhand anderer Themen ist das politische Chaos nicht mehr zu übersehen. Wer hier als „Spielfigur” noch ruhig schlafen kann, hat entweder kein Gewissen oder befindet sich längst auf der sicheren Seite. Wie jene Manager unserer Banken, welche erst mit vollem Risiko zocken und dann das Risiko abwälzen auf die Steuerzahler, und der wird mit seinen Lasten und Sorgen stets alleine gelassen. Ein Bauernopfer mehr oder weniger spielt doch keine Rolle. Kaum meint man wieder einen Lichtblick in der Weltwirtschaftskrise zu sehen, eröffnen die Banker schon wieder das Casino. Man hat ja den modernen Sklaven als Sicherheit, und so spielt es keine Rolle was passiert, denn dieser ist ja produktiv.
Sind Sie alt – bitte lassen Sie uns mit ihren Ansprüchen in Ruhe
Da ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet die Bundesbank nach einem Renteneintrittsalter ab 69 Jahren schreit. Man geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert, dass man das Renteneintrittsalter individuell festlegen sollte. Als Grundlage für dessen Berechnung soll die Lebenserwartung des jeweiligen Menschen dienen. Es ist eine Frechheit, die man so bisher kaum erlebt hat. Gerade diese Damen und Herren sollten sich geschlossen halten und dankbar sein, dass die Bürger noch jeden Fehler geduldig hingenommen haben. Es kann und darf nicht sein, dass solche Äußerungen gemacht werden und zeigt wieder deutlich, wie unmenschlich diese Gesellschaft geworden ist. Man könnte die Rentenhöhe nicht halten, wenn man das Eintrittsalter nicht anheben würde. Welche Höhe bitte? Die der Beamten und ehemaligen Manager? Wohl kaum, denn wir reden hier von dem kleinen Mann, von dem einfachen Menschen. Hier haben jetzt bereits viele Rentner keine ausreichende Absicherung im Alter und müssen an Tafeln anstehen. Viele ältere Menschen kommen vor Sorge nicht mehr in den Schlaf und das ist nahezu pervers. Ein System, dass solche Machenschaften fördert, verdient nur Gegenwind der stärksten und härtesten Sorte. Muss man doch voller Ironie laut lachen, wenn jene Berliner Schauspieler behaupten würden, es wäre kein Geld für die Altersabsicherung da.
Generationen haben eingezahlt – wo sind unsere Gelder
Wo sind die Gelder, die über Generationen hinweg erwirtschaftet wurden und die von den älteren Menschen eingezahlt wurden in Staatskassen? Soll hier bitte kein Politiker oder Banker behaupten, dass diese nicht da wären. Die Umsatzzahlen der Großen zeigen ein ganz anderes Bild. Diese Umsätze konnten nur durch die kontinuierliche Leistung des kleinen Mannes ermöglicht werden. Der Staat hat über lange Zeit genug finanzielle Mittel zu Verfügung gehabt, um eine gute Altersabsicherung zu gewährleisten. Hierzu sind diese sogar verpflichtet. Man hätte das Renteneintrittsalter auf 60 Jahre herabsetzen sollen, und die Renten noch erhöhen. Es sind nämlich Gelder aus dem Volk, und diese wurden durch den glanzvollen Einsatz der Generationen in der Arbeitswelt überhaupt erst ermöglicht. Ein Mensch, der hart arbeitet, soll auch seine alten Tage noch genießen können und was vom Leben haben. Da wir in einer schnelllebigen und stressigen Zeit leben, ist es daher sehr zu begrüßen das Rentenalter herabzusetzen und nicht anzuheben. Krebs ist einer der intensivsten Gesellschaftskrankheiten geworden und entsteht meist durch Stress und Belastung. Ein System muss stets immer um des Menschen Wohlergehen besorgt sein, und das muss an erster Stelle stehen, vor allem anderen. Allerdings zeigt man nun doch sehr öffentlich, dass der einzelne Bürger nur noch eine Zahl im Rechensystem ist. So lange alles funktioniert, wird im Leben gewehrt, und so bald die Kraft aus dem natürlichen Kreislauf heraus nachlässt, sollte man am besten über eine Entsorgung nachdenken. So scheint wohl das Wunschdenken mancher „Staatsmathematiker” zu sein. Da sehen wir, wo uns diese Massenlogik der ewigen Schweigsamkeit, resultierend aus dem Gesamtbild, hingebracht hat. Nach unendlicher Perfektion zu streben, kann viel Schaden anrichten und verbrannte Erde hinterlassen. Man zerstört systematisch den menschlichen Kreislauf und bedenkt dabei nicht, dass jene die mit dem Finger auf uns zeigen, morgen die Personen sein können, die von ihren eigenen Aussagen und Gesetzen genauso betroffen sind.
Freie Gedanken – Worte die man nicht verschweigen darf
Dieses Verhalten ist nur ein Beispiel, welches deutlich werden lässt, in was für einer abgrundtiefen und dunklen Zeit wir uns befinden. Das hier noch viele das Majestätslachen auf den Lippen haben, kann man kaum nachvollziehen. Verwunderlich ist es auf der anderen Seite jedoch nicht, denn das Leben ohne Gewissen gegenüber seinen Mitmenschen zu führen, zieht sich durch alle gesellschaftlichen Roboterschichten. Anders kann man dieses bildliche Gefüge nicht mehr bezeichnen. Kein Dichter und kein Denker kann hier noch Zeilen finden, die ein Herz so erreichen könnten, dass sich das Bild der ehrlichen Gesamtheit wieder erhellen würde. Nun blickt man immer wieder auf dieses dunkle Tal, und es macht einem Angst, welche Wolken dort über das Land ziehen. Die Geschichte war grausam, aber die Gegenwart steht dem nichts nach, und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Der „Hofnarr” unterstützt den Tyrannen und folgt blind: nichts passiert. Die alten haben zum Teil keine Kraft mehr, um etwas zu verändern, und die jungen Menschen wollen es nicht mehr, denn sie haben es nie gelernt, anders zu sein, als es ihnen auferlegt wurde. Schnell verläuft man sich in einem Gedankenkreislauf, fühlt sich selber gefangen und will die Realität nicht mehr sehen, weil man sie als Einzelner nicht mehr ertragen kann. Wir alle können sie aber ertragen, denn wir konnten ja auch die „Tyrannen” unterstützen. Die Bewältigung solcher Schwierigkeiten und der Weg aus der Dunkelheit, all das muss nicht schwer sein, wenn wir uns nicht selber im Wege stehen. Verhaltensmuster wie das der Bundesbank darf man verachten, denn es hat mit Menschlichkeit nichts mehr zu tun.
Heute möchte ich mit einem Zitat von Jean-Jacques Rousseau und einem von mir schließen und gerade den jungen Menschen deutlich machen, dass wir über Generationen hinweg füreinander einstehen müssen.
“Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft.”
Joachim Sondern:
„Freiheit ist die Basis, die es uns ermöglicht, so zu leben, wie es uns vom natürlichen Kreislauf her ermöglicht wurde. Die Kunst besteht darin, diesen Kreislauf mit Herz und Verstand zu leben”



















