Der Schein der Demokratie – Menschlichkeit beerdigt

20.07.09

Es gibt Zeiten in denen man durch „Berichte” innerlich förmlich in die Ecke getrieben wird. Dies führt unweigerlich zu  einer Welle von Gedanken, denn man möchte sich lösen von den Fesseln dieser Scheinwelt. Was einem dann oft erwartet ist nicht als Paradies zu bezeichnen, aber es ist das, was uns zum klaren Denken ermutigt. So ist es ein viel größeres Geschenk einen so rauen Weg entdecken zu dürfen: dieser lässt uns nicht nur die Probleme erkennen, sondern die Lösungen ermöglichen. Schaut man sich das aktuelle Spiel zwischen Politiker und Bürger an, kommen einem jedoch Zweifel, ob wir hier wirklich in einer Demokratie leben. Haben wir die Menschlichkeit unlängst zu Grabe getragen, so konnte man doch zumindest von einem regulierenden Gesetz sprechen, welches für ein gewisses Gleichgewicht sorgte.


Wohin führt dieser Weg

Dieses Gleichgewicht ist nicht mehr gegeben, und so steuern wir unweigerlich auf einen abgrundtiefen Weg zu. Mögen einige auch daran geglaubt haben, dass wir aus der Geschichte gelernt haben, so zeigt die Gegenwart ein ganz anders Bild, und dieses wird immer eintöniger. Da wird gesucht, da wird der Ellenbogen ausgefahren, und da wird diskutiert über mögliche Wege, welche man gehen kann, um Probleme zu lösen. Das seltsame ist, dass Politik und Bevölkerung hier nach gleichem Muster handeln. Einfache Wege verbaut man sich, komplizierte Möglichkeiten werden ignoriert, und es wird über alles so lange diskutiert, bis einfach kein Lösungskonzept mehr greifen kann. Ja, es gibt schon einige Strategien der Statisten und Regisseure, um sich das Leben zu erleichtern. Dass wir dadurch aber auch unseren gesellschaftlichen Lebensraum zerstören, davon will niemand etwas wissen. Mich dürstet es, mich dürstet es, hört man überall, gerade abends, wenn das Licht der Großstadt einen „Schein” über alle Menschen legt. Zu verstehen ist es nicht, denn alles was sie suchen und wollen ist vorhanden: es wird nur nicht genutzt. Ein Irrgedanke der sich verläuft in eine kontrollierte Welt. Der „diktatorische Gedanke” hat sich weiterentwickelt und sich rasant verbreitet. Anscheinend war die Geschichte noch nicht grausam genug. Das kontrollierende Handeln wurde alltäglich, und individuelle Menschen über Jahre ins soziale Abseits gedrängt. Meiner Meinung nach hatten wir dies alles schon mal, nur zieht es sich jetzt bereits deutlich länger durch die gesamte Gesellschaftsstruktur.


Leben in einer Demokratie – wer träumt noch davon?

Viele Masken hat dieses Gesicht der Welt, welche viele Menschen beherrschen wollen. Doch erkennen sie nicht, dass wir diese Welt im Grunde niemals unser eigen nennen können, und wer dies tut, begeht eine Sünde und respektiert nicht die Gesetze der Natur. Sind es doch die einzigen Gesetze, die seit jeher nicht verändert wurden, denn man kann diese einfach nicht umschreiben. Ein Eingriff in diese natürlichen Lebensregeln hat immer eine weitere Zerstörung zu Folge gehabt. Sehr komisch, dass der Mensch sich so gerne selber ruiniert: aber dies ist wohl die ewige Melodie eines primitiven Schicksals. Gerade diese auf Eigenverantwortung entstandene Lebensregel ist auf Individualität aufgebaut. Davon möchte erst recht niemand etwas hören. Die Medien werden manipuliert, die Politik vereinigt die Gewalten, der kleine Mann unterdrückt sich gegenseitig, und einer zieht den Anderen in eine zwanghafte Lebensform hinein. Man gleicht sich der Masse an, man funktioniert wie es verlangt wird, und man stellt sich gegen alle Lebewesen, welche anders fühlen, denken und handeln und tritt diese noch mit Füßen. Eine perversere Lebensform hätte sich kaum entwickeln können, und so kann man sich wirklich Fragen, ob eine menschliche Demokratie für ewig nur ein großer Traum bleibt!


Fesseln halten nicht ewig – der Wille entscheidet

Doch sieht man sich die ganzen Schafe einmal genauer an, so besteht doch noch Hoffnung. Hinter verschlossenen Türen, an besonderen Tagen hört man sie doch noch ab und an vom Herzen lachen, man merkt wie sie die Freiheit genießen, sie leben für Momente, so wie sie wirklich sind, zumindest bis sie ihr Heim wieder verlassen. Ist dieser Funke auch noch so klein und das Feuer der Herzen fast erloschen, so muss man genau an diesen einen Funken festhalten und darauf aufbauen, denn nur so kann eine Lösung ermöglicht werden. Man hat der ehrlichen Gemeinschaft Fesseln angelegt, aber diese halten nicht ewig. Zwar ist im Moment der Einfluss jener noch zu groß, die immer wieder gern mit dem freien Willen spielen, aber dennoch machen auch diese Magier einmal Fehler, und dieser Fehler macht sie menschlich. Viele Masken verdecken das Gesicht, aber auch sie können die Menschlichkeit nicht verbergen, und so gilt es den Moment abzuwarten, wo sich dieses Gesicht wieder zeigt und die Chance zu ergreifen.


Kontrolle über alles – die Regierungsmacht zeigt das wahre Gesicht

Aber selbst wenn die Gemeinschaft ihre Fesseln gelöst hat, und das Denken mit klarem Verstand und klarem Herzen wieder an der Tagesordnung ist, so ist jene Gefahr noch lange nicht gebannt. Ich rede von der Gefahr, die unsere Banken kontrollieren, unsere Konten einsieht ohne das wir es erfahren und die uns abhört, nur um zu wissen, was wir denken, und ob wir noch funktionieren. Immer wieder höre ich Personen darüber sprechen, dass wir uns von einem diktatorischen Gedanken gelöst haben: nur ist dies nirgends zu erkennen. Im Gegenteil, dieser Gedanke hat sich entwickelt und wurde weiter verschärft und gefestigt. Wo kann ein Mensch noch in dem Beruf arbeiten, den er sich eigentlich ausgesucht hatte? Wo kann ein Mensch sich auch mal um die Familie kümmern, ohne gleich im Armenhaus zu landen? Wo kann man seine Meinung noch richtig frei sagen, ohne Angst um Job, Existenz, etc. haben zu müssen? Wo akzeptieren Mitmenschen einen so wie man ist? Wo ist noch die Rede von einer freien, nicht manipulierten Wahl? Ja richtig, ich vergaß, dass ist ja alles im positiven Sinne gegeben. Was bin ich doch für ein unverbesserlich Querdenker, wenn ich doch denke, dass es nicht mehr gegeben ist, dass wir in Freiheit leben und genau diese Verhaltensmuster einer Diktatur gleichen. Alle reden von demokratischen Grundrechten, und doch fördert die eine Seite die gesellschaftliche Diktatur und die andere Seite die gesetzliche, bzw. staatliche Diktatur. Heute gibt es halt keinen einzelnen Diktator sondern gleich eine ganze Gruppe und genug Masken um sich darunter zu verstecken. Viel schlimmer könnte es gar nicht kommen.

Ändert die gesellschaftliche Diktatur in eine menschliche Demokratie, und wir haben eine Chance uns weiterhin zu entwickeln und miteinander „glücklich” zu leben.

Heute möchte ich mit einem Zitat von George Bernard Shaw schließen:


Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.


Joachim Sondern

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