Das endlose Gesellschaftsspiel
02.07.09
Langsam aber sicher ist es an der Zeit wieder das Kapitel “Gesellschaft” aufzuschlagen und sich auf eine besondere Reise zu begeben. Viel zu viel ist auf Grund der falschen Menschlichkeit passiert, als das man darüber weiter schweigen dürfte. Manchmal gibt es Momente, in denen steht man vor einer Bühne, und der Vorhang will einfach nicht fallen. Voller Spannung wartet man darauf, was sich dort verbirgt, doch immer wenn es so aussieht als würde er sich öffnen, verdeckt ein weiterer unscheinbarer Vorhang den Alten. Doch nach einiger Zeit wird die Last zu schwer, und so offenbart sich dann doch das Gesicht der ewigen Lüge auf der Bühne einer toten Gesellschaft. Ein künstlich erschaffenes Bild kann niemals auf Dauer bestehen und wird sich so häufig verändern, dass man selber nicht mehr weiß wer man ist, wenn man dieses Märchenbild der angeblich guten Zeit betrachtet. Falsche Schönheit blendet auf einer solchen Bühne den Verstand mehr, als jene natürliche Wahrheit, welche mitunter aber deutlich mehr von Bedeutung ist: denn sie ist die Quelle unserer eigentlichen Existenz.
Ein Haus der falschen Moral
Tritt erst einmal ins Bewusstsein, was lange unterdrückt wurde, so kann es für eine positive Wandlung bereits längst zu spät sein. Immer wieder entsteht ein falsches Lachen der Gesellschaft, welches deutlich werden lässt, in welch einer Moral sich die breite Masse tummelt. Nach idealen Werten und realen Zielen wird man hier lange suchen müssen, denn der Nebelschleier der falschen Worte zieht sich durch das gesamte Bild, welches künstlich erschaffen wurde und sich auf der Basis einer großen Lüge stützt. Langsam vergeht der helle Schein der Bühne, und wer etwas weiter hinter die einzelnen Gestalten blickt und sie lange genug ansieht, wird dahinter eine dunkle Wolke entdecken, eine Landschaft ohne Wert, ohne Farbe und ohne Hoffnung: all das, was man vorne sieht, offenbart sich im Hintergrund als ein reiner Alptraum. Doch die Gemeinschaft tanzt weiter und glaubt an das ewige Märchen, welches nie geschrieben wurde. Auf der Suche nach den Zeilen des wirklichen Lebens gibt es immer nur jene Hürden, welche man sich selber aufbaut, und darin ist man in der heutigen Zeit wohl Weltmeister geworden. Der klare Verstand hat der falschen Moral wohl auf Dauer Platz gemacht.
Immer funktioniert – nie gelebt und schon gestorben
Hat sich schon mal jemand gefragt, ob er tatsächlich noch lebt in diesem Haus der falschen Moral, oder ob er nur noch vegetiert und wartet, dass seine Lebenszeit schnell um ist? Nun, mir kommt es mitunter häufiger so vor, als möchten viele das Leben nicht annehmen, sondern es in eine Bahn lenken, welche man auf dem langen Weg der ewigen Ironie nicht mehr revidieren kann. Tatsächlich ist die Angst innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft so groß geworden, dass man alles eigenständige ablehnt oder totschweigt. Würde der Baum sich Gedanken darum machen wie er wächst und seine Eigenständigkeit aufgeben, wie könnten wir dann noch leben? Ja, der Mensch erlaubt sich sehr häufig die Gesetze der Natur neu zu schreiben und bedenkt dabei nicht, dass es im Leben immer Mächte geben wird, die sich durch Falschheit nicht beeinflussen lassen. Bloß nicht auffallen, denn was sollen meine Mitmenschen von mir denken: dass ist der Leitsatz der großen Bevölkerung und hat viele so sehr verändert, dass vom effektiven, menschlichen Handeln nichts mehr zu erkennen ist. Man versteckt sich hinter einer neuen Fassade und sieht über Jahre hinweg, vielleicht auch nie sein eigenes ich. Entschuldigung, aber wo bitte hat man da wirklich gelebt? Welche eigenen Ziele wurden wirklich erreicht? Auf welche Taten kann man mit Stolz zurückblicken? Ein sehr armseliges Leben ohne jegliche Bedeutung und ohne festen Halt führen viele Menschen, denn es wurde ihnen vermittelt, wie die Programmierung einer Maschine. Doch selbst eine Maschine rebelliert mitunter mehr und sucht mehr nach dem eigenen Weg. Allein diese Tatsache sollte doch eine gewisse Klarheit in die Angelegenheit bringen. Wie soll man erwarten, dass Armut, Krieg und andere Probleme gelöst werden, wenn es keine individuelle Welt mehr gibt.
Das Wort Gesellschaft entschleiert
Mal ehrlich, die Handschellen legen sich viele Menschen doch selber an. Ein Ja-Wort ist auf Papier mehr Wert, als das tatsächliche Gefühl, welches man für einen Menschen hat. Tag für Tag werden Versicherungen abgeschlossen, denn die Angst wurde gestreut, eine Angst gegen das natürliche Leben. Blind werden die Verträge unterzeichnet, um sich vor etwas zu schützen, was gar keine Gefahr darstellt. Es macht jeder, also muss ich es auch machen: was viele Menschen machen kann ja nicht verkehrt sein. Nun, Zeilen sind geduldig und warten bis sich auch die letzte menschliche Seele verkauft hat. Die meisten Menschen waren immer höflich zu ihren Vorgesetzen, auch dann wenn sie geknechtet wurden. Immer pünktlich und alles gegeben und dann doch einen Tritt in den Allerwertesten kassiert. Es macht immer Spaß dabei zuzusehen, denn erwachen wird diese funktionierende Gesellschaft wohl so schnell nicht.
Ehrliche Worte und kein falsches Spiel
Es sollte mal darüber nachgedacht werden, warum es Menschen gibt die aus der Reihe tanzen und nicht in einem Gleichschritt marschieren. Wofür haben wir der Diktatur entsagt und gegen ein Unheil gekämpft, wenn genau das aber weiter gelebt wird? Manchmal sollte man sich gegen den Wind stellen, anstatt nur zu funktionieren. Das sind ehrliche Worte und keine verlogenen Systemblender, um Menschen zu manipulieren. In dieser Art der eigenen Haltung steckt das echte Leben, die Kraft um etwas zu verändern, etwas völlig neu zu gestalten. Dort ist auch die Basis für eine ehrliche Gemeinschaft zu finden. Wege gibt es, und sie zu gehen ist leichter als man denkt: nur der Wille muss vorhanden sein. Viele reden davon, dass es in der heutigen Zeit keine Zukunft mehr gibt, doch im Grunde hat es für uns nie eine gegeben. Nun gibt es keine Alternative und eine Rückkehr auch nicht mehr, dafür sind wir zu weit entfernt vom eigentlichen Ziel, und so müssen wir das Beste daraus machen. Es wird alles hingenommen aus Angst etwas zu verlieren, was gar nicht mehr vorhanden ist.
Wenn Ihr leben wollt, fangt an und löst Euch von den Fesseln einer erschaffenen, falschen Gesellschaft!
Joachim Sondern



















