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HRE erhält Milliardenbürgschaft ohne Prüfung

Verfasst von: admin am Juni 8, 2009 Kein Kommentar

08.06.09

Die Unfähigkeit des Staates kennt keine Grenzen

Würde die HRE durch negative Schlagzeilen Kapital erwirtschaften, wären sie gemeinsam mit der Regierung auf Platz 1 des Wirtschaftsmarktes. Da kommt es nun seit September 2008 das erste Mal zu einer „vertraulichen Sitzung”, und schon wird jener Hintergrund deutlich, welcher einigen Herrschaften schon lange bewusst ist. Die HRE hat ohne jegliche Prüfung der Bundesaufsichtsbehörde für Finanzen (BAFIN) 35 Milliarden Euro Bürgschaft bekommen. Vom 26.09.08 bis zum 29.09.08 handelte dieses System verantwortungsloser als je zuvor und brachte durch eigene Unfähigkeit die Wirtschaftskrise erst richtig ins Rollen. Man musste den Giganten HRE retten, denn man war sich einig, dass man das Kapital  der „Großen Fische” retten muss: schließlich gehörte man ja als Entscheidungsrat zum Teil selber dazu. So kam es, dass auch das Bundesfinanzministerium keine Prüfung für nötig gehalten hat, in jener Nacht. Jeder der Beteiligten an dieser sehr fragwürdigen Rettung wusste, dass nachts um zwei Uhr am 29.09.08 die Stunde geschlagen hat. Genau zu dieser Stunde öffnete nämlich die Tokioter Börse.


Die Verantwortlichen

Es ist erschreckend, wenn man mal genau durchleuchtet, wer an dieser Aktion beteiligt war. Experten der Europäischen Zentralbank, der Bundesbank, der Finanzaufsicht, das Kanzleramt, das Finanzministerium sowie weitere Aufsichts- und Koordinationsorgane. Die Lobby vereint und voller Sorge um ihren großen Giganten HRE. So kommt es dann auch schon mal zu einer schnellen, angeblich unbewussten Handlung, in welcher man auf jegliche Werthaltigkeitsprüfungen verzichtet. Es werden hier ja lediglich Steuergelder des Volkes verzockt. Wozu braucht die Bürgerschicht schon 35 Milliarden, wenn die hohen Schauspieler diese doch viel schneller unsinnig ausgeben können.


Wozu den Bürger fragen

Es hat doch alles wunderbar funktioniert, denn erst Monate später kommt es zum Vorschein, und das stört die Regierenden wenig. Das Volk als Marionette kann mit solchen Großbeträgen nichts anfangen, versetzt sich aus Bequemlichkeit nicht in solche Abläufe, und so bleiben unbequeme Fragen erspart. Oppositionspolitiker werden zwar für einige Tage die Stimme erheben, wie es jetzt der Fall ist, reihen sich dann aber auch wieder ein, denn letztendlich sitzen sie alle in einem Boot, und so wird auch gehandelt im Schauspielhaus Berlin. Man klopft sich gegenseitig auf die Schulter und lobt sich für die meisterhafte Schauspielleistung: wohl wissend, dass der kleine Mann sich nicht wehrt, denn er ist bestens programmierbar. Während sich Großkonzerne und Politiker gegenseitig Rückendeckung geben, zerfleischt sich die einfache Bürgerschicht. Gegenseitige Kritik, Misstrauen, Ignoranz und mangelnde Solidarität machen einen starken Zusammenhalt unmöglich. Einige Verantwortliche haben diese Entwicklung mit gefördert und handeln dementsprechend zu ihrem Vorteil.


Keine Hilfe für Kleinunternehmer und Mittelstand

Hilfe für den Mittelstand und Kleinunternehmer zieht man auf Grund dieser Tatsache erst gar nicht in Betracht. Wozu etwas ansprechen, was die hörigen Spielfiguren gar nicht erst fordern. Unkoordinierte, vereinzelte Kritik entsteht, Freidenker finden kaum Gehör, und so fährt der Zug weiter Berg ab. Dabei wäre zu Handeln, wozu sich die Regierung im Grunde verpflichtet hat. Steuergelder wurden über Jahrzehnte von Arbeitern, Kleinunternehmern und dem Mittelstand gezahlt, denn diese Schichten konnten sich der fatalen Steuerpolitik nie entziehen. Sie mussten das geben, was die Staatsleitung von ihnen gefordert hat. Jene Großkonzerne hingegen, welche jetzt genau diese Milliarden fressen, waren immer groß darin, sich jeglicher Verantwortung zu entziehen. Lohndumping, Steuerparadiese, Verlagerung ins Ausland etc. sind nur einige Beispiele welche klar belegen, dass die Basisschicht dieses Land aufgebaut und am Leben erhalten hat. Genau diese Volksschicht bekommt nun aber gar keine Hilfe mehr. Während die HRE 35 Milliarden erhält ohne jegliche Prüfung, bekommen Kleinunternehmer nur einen Arschtritt und müssen sich vielen unmenschlichen Prüfungen unterziehen. Auch Kleinunternehmer welche über Jahrzehnte auf dem Markt aktiv sind und viel geleistet haben, bekommen keine Rückendeckung in Krisenzeiten. Keine Bürgschaften, keine Kredite mehr, und um die geschaffenen Arbeitsplätze sorgt sich hier auch niemand. Es ist ein Ausverkauf, ein Auspressen, um auch noch den letzten Profit aus der einfachen Schicht zu quetschen.


Handeln als Gemeinschaft, um diese Entwicklung zu stoppen

Solch ein bewusstes Fehlverhalten wie bei der HRE wird es immer wieder geben, so lange wir keinen Zusammenhalt aufbauen können, in welchem die Sache an sich oberste Priorität hat. Das eigene Ego muss hier klar nach hinten gestellt werden, und persönliche Probleme untereinander müssen in einer so harten Zeit auch mal vergessen werden. Man sollte sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten und das große Unglück weiter auf sich zurollen lassen. Jeder in der einfachen Schicht entwickelt eine Gier nach Status, doch sollte man hier über den Tellerrand schauen. Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden. Lebt man nach diesem Satz, hat man den ersten Schritt in eine starke Gemeinschaft bereits hinter sich gebracht. Jeder kämpft für sich und alle werden immer ärmer. Gucken wir doch mal auf die Berliner Hauptdarsteller, welche sich gegenseitig unterstützen. Was hindert uns daran, Kleinunternehmer zu vereinigen, Menschen zu vereinigen und uns nach Berlin zu begeben? Was hindert uns daran, Aufträge gemeinsam zu bewältigen und unabhängig vom System zu arbeiten? Muss man sich gegenseitig immer die Kundschaft klauen und im Konkurrenzdenken leben? Wäre es nicht leichter und besser sich die Kundschaft auch mal zu teilen und Aufträge gemeinsam zu bewältigen? Mit der jetzigen Denkweise müssen immer mehr Menschen ihre Existenz aufgeben, mit der anderen hingegen könnte man zumindest überleben. Konkurrenz bedeutet, dass man sich selber im Weg steht und nicht mehr. Gegen Großkonzerne, welche alles Kleine zerstören, muss man konkurrenzfähig bleiben, um sie in die Schranken zu weisen, aber nicht Klein gegen Klein. Der große Zusammenhalt ist der einzigste Weg in eine bessere Zeit.

Es liegt an uns ob wir weiter nur die naiven Zuschauer darstellen oder zusammen anfangen zu handeln und der kleine Mann seine Probleme gemeinschaftlich löst. Wir befinden uns zwar im Schatten des Lobbyismus, aber über unser Leben bestimmen wir. Solche Schritte wie bei der HRE sind nicht möglich, wenn wir als Gemeinschaft die Politik beeinflussen. Wir sind viele!


Joachim Sondern

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