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Banken spielen weiter Monopoly

Verfasst von: admin am Juni 30, 2009 Kein Kommentar

30.06.09

Bis auch der letzte Bauer verspielt wurde

In ungeschönter Praxis setzen die Banken wieder auf Risikoschachzüge der besonderen Art: als Sicherheit hat man ja den einfachen Bauern. Dank fehlender Aufsicht durch Regulierungs- und Aufsichtsbehörden des Staates haben Investmentbanker wieder verstärkt  „Lunte” gerochen und wollen schon im kommenden Jahr ihre Boni deutlich aufbessern. Im Spiel der „Super-” Reichen kennt man scheinbar keine Grenzen und geht weit über das menschlich Begreifbare hinaus. Man versucht den Trumpf auszuspielen, die Dame in Szene zu setzen, über welche man schon lange nicht mehr verfügt. Der König wird ungeschützt gelassen, und die letzten Bauern sollen in Mittelaltermanier geopfert werden, für ein vollkommen desolates, marodes und veraltetes Finanzkonzept, welches nur noch einen Zweck erfüllt: jene Machtspieler weiter zu festigen und dessen Kapitalhunger zu stillen.


Keine Denker und Strategen mehr – blind vor Angst

Eigentlich sollte jeder Banker Interesse an Geschäften haben, welche sich über einen längeren Zeitraum entwickeln und sich auf Dauer festigen. So schützt jeder „Kapitaltreiber” letztendlich auch sein eigenes Kapital und baut dieses weiter aus. Eine gesunde Basis wäre geschaffen, wo jeder sein Risiko trägt und beruhend auf das Prinzip der Gegenseitigkeit, dass das finanzielle Risiko auf allen Seiten gleichermaßen verteilt wäre. Doch vor Geldgier erblindete Führungskräfte sehen nicht, dass auch ihre Gier ein „schauerndes” Ende nehmen wird, und dass dies nicht beeinflussbar ist. Denker und Strategen leben indes weiter hinter dem Vorhang der ewigen Glückseeligkeit. Beziehen wir uns doch mal wieder auf das Spiel der Könige und sehen den Strategen, das Pferd. Einer der Hauptfiguren um eine gesunde defensive zu erhalten und das „Feld” zu kontrollieren.  Jeder Stratege kann aber nur einen durchdachten Zug abrunden, wenn es diesen auch gibt. Man hat das Pferd ohne Plan B springen lassen und nun die Kontrolle über beide Seiten verloren.  Man darf den Strategen nicht als Druckmittel sehen, wie es fälschlicherweise oft gesehen wird auf dem Schachfeld der Großen, sondern als eine Art des Ausgleichs auf beiden Seiten. Nun hat man sich jedoch an die Vorgaben des Tunnelblicks gehalten und das letzte Zugpferd geopfert. Schade, hätte man doch annehmen können, dass zumindest ein Ausgleichstrumpf erhalten bleibt, denn das Machtmonopolisten ihre eigene „Sicherheit” aufs Spiel setzen, damit konnte nun wirklich keiner rechnen. Wäre da nur nicht dieser ironische Gedanke der ewigen Basis, welche ohne zu Fragen diese Fehler korrigiert und stumm dafür leidet. Denker und Strategen wurden durch ein künstliches Angstgefühl zu Grabe getragen, und Läufer und Bauern agieren ungeniert, und meinen sie wären die Herren.


Der Staat ist ja zur Stelle

Es war also zu erwarten, dass die Banken daraus nicht lernen, denn wer ewige Nothilfe vom Staat erhält, der kann lustig immer wieder auf die Taste „Neustart” drücken und die dunklen Koffer aus der tiefsten Ecke füllen sich weiter. Wir sind der Staat und unterstützen einen Prozess, zu welchem unsere Meinung bedeutungslos war, bzw. ist. Da sind wir wieder bei den erzogenen Robotern, welche einfach nur zu funktionieren haben. Beziehen wir uns hier doch wieder auf die Gesamtheit der Unternehmer: so lange man ihnen immer wieder aus den Problemen hilft, und sie sich daran aus dem Hintergrund sogar noch bereichern, werden Sie nichts lernen aus schlechten Zeiten, denn es lief ja für sie immer gut. Hat man einmal den Spielball als Auserwählter in der Hand, spuckt der Esel immer weiter, denn er wurde im eigenständigen Denken gelähmt. Ein Umdenken in eine positive Richtung gibt es immer nur, wenn ein Konzern, bzw. eine Bank ihre Fehler alleine revidieren muss. Dies wäre das realistische Verhalten, welches man unseren Leihen in Berlin durchaus abverlangen kann und auch muss. Ansonsten könnte man Zyniker sein und behaupten, dass eine solche Sicherheit durch die Regierenden für jeden Staatsbürger gelten müsste, und das ist aus dem täglichen Lebensablauf heraus unmöglich. Es ist eine „Sünde” den Dagobert Duck’s alle Sicherheiten zu gewähren und den modernen Sklaven, welche dieses Sicherungssystem aufgebaut haben, weiter den Tanz der ewigen guten Laune tanzen lässt. Das Marionettenspiel der Traurigkeit im Herzen des Volkes ist eine hervorgerufene Strategie der schwarzen Schleier. Willkommen, bitte drehen Sie weiter am Spielrad des Untergangs: Bauern haben wir genug!


Ein Spiel mit Worten – riskante Spekulation „Mensch”

Ganz nach diesem Leitsatz geht man wieder zum Tagesgeschäft über: denn das schnelle Geld, es lockt und zerstört jegliche Vernunft in Blitzgeschwindigkeit. Kaum entwickelt sich die Krise zu einem Fass ohne Boden, so wird diese bereits als positiver Ausgang gewertet. Sollte man sich doch gerade mal Gedanken um das Ende machen. Wo kein Ende in Sicht ist, kann man garantiert nicht von einer überstandenen Krise sprechen, sondern lediglich von einem Anfang. Verantwortliche spielen ein Spiel, welches nicht mehr zu kontrollieren ist.  Risikoreiche Wertpapiere stehen wieder an erster Stelle der Investmentbanker und man nimmt diese Krise gar nicht für voll. Auf Grund der niedrigen Aktienpreise verteilt man an Privatanleger voller Fröhlichkeit Garantiepakete, bzw. Garantiezertifikate. Welch lustiges Wortspiel, denn weiß doch jeder, der mit der Finanzwelt schon mal in Berührung kam, dass es im Anlagegeschäft „strengstens untersagt” ist, mit Garantien zu werben. Jedes Finanzinstitut ist dazu verpflichtet, den Anleger auf einen möglichen Kapitalverlust hinzuweisen. Die eigenen Spielregeln der Läufer funktionieren jedoch bestens, denn es gibt genug Bauern, welche die Garantieversprechen gerne auf Ihre Schultern tragen und die kurzfristige Denkweise einiger „Finanzexperten” dulden und sogar fördern.


Kein Lösungsweg in Sicht

Dies wäre vielleicht alles etwas weniger tragisch, wenn denn eine effektive Lösung in Sicht wäre, welche diese Entwicklung umgehend stoppen könnte. So wäre ein Hoffnungstropfen gegeben, welcher zumindest einen bestimmten Weg ermöglichen würde, welcher ein klares Denken auf langfristiger Ebene festigt.  Doch außer der Ankündigung der größten Finanzmarktreform durch den Präsident der USA, Barack Obama und einer Einigung der EU Regierungschefs auf einem gemeinsam Weg aus der Krise, ist noch nichts passiert. Wie dieser Weg aus der Krise aussehen soll? Welche Art der Finanzmarktreform umgesetzt werden soll? Davon ist noch nichts zu lesen oder zu hören. Das Schiff der Narren und Bauern steuert weiter auf einen Kurs zu, welcher ganz klar ins Nirgendwo führt. Die Narren lenken die Bauern ab,  und die Bauern lassen sich alles rauben.

Hoffnung ist ein starkes Wort, aber alleine davon können wir nicht leben!


Joachim Sondern

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